{"id":33660,"date":"2026-03-09T01:30:08","date_gmt":"2026-03-09T01:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33660\/"},"modified":"2026-03-09T01:30:08","modified_gmt":"2026-03-09T01:30:08","slug":"australopithecus-little-foot-bekommt-ein-gesicht-aeltestes-vormenschenfossil-suedafrikas-ist-seinen-ostafrikanischen-vettern-ueberraschend-aehnlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33660\/","title":{"rendered":"Australopithecus &#8222;Little Foot&#8220; bekommt ein Gesicht &#8211; \u00c4ltestes Vormenschenfossil S\u00fcdafrikas ist seinen ostafrikanischen Vettern \u00fcberraschend \u00e4hnlich"},"content":{"rendered":"<p>Digitaler Facelift f\u00fcr Little Foot<\/p>\n<p>Jetzt gibt es Abhilfe: Das Team um Beaudet hat den Sch\u00e4del von Little Foot nach Gro\u00dfbritannien transportiert und dort im R\u00f6ntgensynchrotron der Diamond Light Source einer hochaufl\u00f6senden Mikro-Computertomografie unterzogen. Anschlie\u00dfend zerlegten die Forschenden das digitale Sch\u00e4delmodell in seine Einzelteile und setzten die Gesichtsknochen des Australopithecus in der korrekten anatomischen Position wieder zusammen.<\/p>\n<p>Dieser digitale \u201eFacelift\u201c hat es Beaudet und ihrem Team erm\u00f6glicht, das Gesicht von Little Foot erstmals genau zu vermessen. Sie verglichen seine Anatomie mit der von zwei ostafrikanischen Australopithecus-Arten, dem 3,8 Millionen Jahre alten<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/aeltester-australopithecus-bekommt-ein-gesicht\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> A. anamensis<\/a> und einem drei Millionen Jahre alten A. afarensis. Als Vergleich aus S\u00fcdafrika diente der 2,5 Millionen Jahre alte Sch\u00e4del des Australopithecus-africanus-Fossils \u201eMrs. Ples\u201c, das wie Little Foot in Sterkfontain gefunden wurde.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/l\/i\/littlefoot3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/l\/i\/littlefoot3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/l\/i\/littlefoot3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/l\/i\/littlefoot3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-312800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/littlefoot3g-300x228.jpg\" alt=\"Sch\u00e4delvergleich\" width=\"300\" height=\"228\"  \/><\/a>Vergleich des digital rekonstruierten Sch\u00e4dels von Little Foot (StW 573) mit Mrs. Ples (Sts 5), Australopithecus afarensis (A.L. 444-2) und Australopithecus anamensis (MRD-VLP-1\/1). \u00a9 Beaudet et al.\/ Comptes Rendus Palevol, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Mehr \u00dcbereinstimmungen mit Vettern aus Ostafrika<\/p>\n<p>Die Vergleiche enth\u00fcllten \u00dcberraschendes: Das Gesicht von Little Foot \u00e4hnelt st\u00e4rker den ostafrikanischen Australopithecinen als seiner s\u00fcdafrikanischen \u201eNachbarin\u201c Mrs. Ples. \u00dcbereinstimmungen gibt es vor allem in der Breite seiner Stirn und der Anatomie von Augenpartie und Nase. In diesen Gesichtsmerkmalen gleicht Little Foot dem Australopithecus anamensis und afarensis \u2013 und unterscheidet sich der s\u00fcdafrikanischen Vormenschenart Australopithecus africanus. \u201eDies ist unerwartet, wenn man die geografische Herkunft von Little Foot betrachtet\u201c, sagt Beaudet.\n<\/p>\n<p>Doch was bedeutet dies f\u00fcr die Verwandtschaftsbeziehungen dieser Vormenschen? Nach Ansicht von Beaudet und ihren Kollegen unterstreichen die \u00c4hnlichkeiten von Little Foot mit den ostafrikanischen Australopithecinen, dass ihre Evolution nicht lokal isoliert stattfand. \u201eUnsere Studie st\u00fctzt die Vorstellung von Afrika als einer verbundenen evolution\u00e4ren Landschaft, in der Populationen durch gemeinsame Vorfahren verkn\u00fcpft waren\u201c, sagt Seniorautor Dominic Straford von der University of the Witwatersrand.\n<\/p>\n<p>Was dies \u00fcber die Australopithecus Evolution verr\u00e4t<\/p>\n<p>Konkret bedeutet dies: Little Foot k\u00f6nnte in vielen seiner Merkmale die Grundform der Australopithecinen repr\u00e4sentieren \u2013 daher die \u00c4hnlichkeiten zum \u00e4lteren A. anamanesis aus Ostafrika. M\u00f6glicherweise wanderte der Urahn von Little Foot kurz nach Entstehung dieser Vormenschen nach S\u00fcdafrika aus. Dort waren die pr\u00e4historischen Einwanderer einer anderen Umwelt und damit auch anderen Selektionsdr\u00fccken ausgesetzt, wie das Team erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Als Folge entwickelten Little Foot und seine s\u00fcdafrikanischen Zeitgenossen einige neue Merkmale, darunter eine auffallende Mittelrippe im Nasenbereich. \u201eDie Populationen passten sich den \u00f6kologischen Selektionsdr\u00fccken an\u201c, erkl\u00e4rt Stratford. Im Laufe der Zeit kamen dadurch in S\u00fcdafrika weitere Neuentwicklungen hinzu und die Art Australopithecus africanus entstand \u2013 repr\u00e4sentiert durch das Fossil von Mrs Ples.\n<\/p>\n<p>In Ostafrika dagegen ver\u00e4nderten sich die Australopithecinen weniger schnell, weil ihre Umwelt weitgehend stabil blieb. Dadurch \u00e4hnelt der erst drei Millionen Jahre Sch\u00e4del des Australopithecus afarensis aus \u00c4thiopien noch immer dem von Little Foot.\n<\/p>\n<p>Noch immer viele Fragezeichen<\/p>\n<p>Auch wenn die aktuellen Ergebnisse ein m\u00f6gliches Szenario aufzeigen, bleiben noch viele Fragen zur Evolution des Australopithecus und seiner Verbreitung \u00fcber Afrika offen. Mehr Einblick k\u00f6nnten weitere Vergleiche auch von anderen Sch\u00e4delpartien geben. Denn Beaudet und ihre Kollegen haben die digitale Rekonstruktion von Little Foots Sch\u00e4del noch nicht abgeschlossen. Sie erhoffen sich daher in Zukunft weitere Erkenntnisse.\n<\/p>\n<p>\u201eDas Gesicht ist nur ein Teil der Geschichte\u201c, sagt Beaudet. \u201eAndere Teile des Sch\u00e4dels, vor allen die Hirnschale, sind noch immer stark deformiert und erfordern eine \u00e4hnliche digitale Rekonstruktion. Dies k\u00f6nnte helfen, die Hirngr\u00f6\u00dfe und -struktur dieses Vormenschen besser zu verstehen.\u201c (Comptes Rendus Palevol, 2026; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5852\/cr-palevol2026v25a3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.5852\/cr-palevol2026v25a3<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: University of the Witwatersrand, CNRS<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>9. M\u00e4rz 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Digitaler Facelift f\u00fcr Little Foot Jetzt gibt es Abhilfe: Das Team um Beaudet hat den Sch\u00e4del von Little&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33661,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[15477,46,15478,42,15479,15480,12959,15481,44,15482,97,96,15483,15484,101,98,15485,100,99],"class_list":{"0":"post-33660","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-anatomie","9":"tag-at","10":"tag-australopithecus","11":"tag-austria","12":"tag-gesichtsrekonstruktion","13":"tag-little-foot","14":"tag-menschheitsgeschichte","15":"tag-ostafrika","16":"tag-oesterreich","17":"tag-schaedel","18":"tag-science","19":"tag-science-technology","20":"tag-sterkfontain","21":"tag-suedafrika","22":"tag-technik","23":"tag-technology","24":"tag-vormenschen","25":"tag-wissenschaft","26":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116196633704968500","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33660"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33660\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}