{"id":336824,"date":"2026-08-16T06:08:12","date_gmt":"2026-08-16T06:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/336824\/"},"modified":"2026-08-16T06:08:12","modified_gmt":"2026-08-16T06:08:12","slug":"rote-nasen-clowndoctors-freude-am-krankenbett-auf-visite-mit-den-mutmacherinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/336824\/","title":{"rendered":"Rote-Nasen-Clowndoctors &#8211; Freude am Krankenbett: Auf Visite mit den \u201eMutmacherinnen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eBa ba, bababa-da-da-da-da-daaaaaa\u201c hallt es, untermalt mit Kl\u00e4ngen einer Ukulele, durch die G\u00e4nge der Kinder- und Jugendabteilung. Neugierige Blicke wandern zur Eingangst\u00fcr \u2013 und bleiben an zwei Frauen mit bunten Kost\u00fcmen h\u00e4ngen. Die eine, die sich sp\u00e4ter als Betti vorstellen wird, tr\u00e4gt blaue Socken, rote Schuhe und ein t\u00fcrkises Barett \u2013 bei der anderen, Mini, lugen kleine Haarz\u00f6pfe unter dem Cowboy-Hut hervor. Was sie verbindet: ein rotes Kleid, eine rote Tasche \u2013 und, freilich, jeweils eine gro\u00dfe rote Nase. <\/p>\n<p>Seit sechs beziehungsweise viereinhalb Jahren schon sind Betti und Mini, die mit b\u00fcrgerlichem Namen Karoline Gans und Jennifer Gross hei\u00dfen, als Clowninnen im Einsatz \u2013 so auch an diesem Nachmittag, wo das Landesklinikum M\u00f6dling ihre Arbeitsst\u00e4tte ist. Kaum haben die beiden ein paar Takte gesungen, \u00f6ffnet sich auch schon die T\u00fcr zum ersten Krankenzimmer. Marlies, der die beiden Rote-Nasen-Clowninnen eigentlich als Erste einen Besuch abstatten wollten, kommt den Frauen direkt entgegen. Im Foyer nimmt sie mit ihrem Vater auf einer Bank Platz \u2013 und beobachtet das bunte Treiben am Spitalsgang.<\/p>\n<p>Mehr als 290.000 Begegnungen im Vorjahr<\/p>\n<p>Seit 32 Jahren schon sorgen die Rote-Nasen-Clowndoctors f\u00fcr fr\u00f6hliche Gesichter \u2013 und das l\u00e4ngst nicht nur im Spital. Auch Rehabilitationszentren oder Pflegeeinrichtungen besuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelm\u00e4\u00dfig. Im Vorjahr z\u00e4hlte die Organisation \u00f6sterreichweit mehr als 4.500 Eins\u00e4tze mit \u00fcber 290.000 Begegnungen. Dabei sind die 88 professionell ausgebildeten Clowns auch immer wieder in Nieder\u00f6sterreich zugegen: Neben den Krankenh\u00e4usern Baden-M\u00f6dling, Mistelbach-G\u00e4nserndorf, Tulln, St. P\u00f6lten, Krems und Wiener Neustadt stehen auch das Pflege- und Betreuungszentrum St. P\u00f6lten oder die \u201ekokon\u201c-Kinderreha in Bad Erlach auf dem Tour-Plan.<\/p>\n<p>Die Vielfalt ihrer Einsatzorte \u2013 von der Neonatologie bis zur Palliativstation \u2013 sei eine der vielen Besonderheiten ihres Jobs, sagen die Clowninnen bei einer kurzen Pause zur N\u00d6N. Sowohl Karoline Gans als auch Jennifer Gross haben ihre Wurzeln in der Schauspielerei, sind mittlerweile aber hauptberuflich als Clowninnen t\u00e4tig. \u201eClownin sein gef\u00e4llt mir besser als Theaterarbeit \u2013 weil ich als Clownin keine vierte Wand habe. Nirgendwo kommst du so in Kontakt mit den Menschen als hier\u201c, beschreibt es Gans. Das kann auch Gross nur best\u00e4tigen: \u201eDiese Direktheit, Offenheit und auch Verletzlichkeit hat mich von Anfang an ber\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/img-4h19h9vwQ8F95NJk.jpeg\" data-fullscreen-src=\"https:\/\/www.noen.at\/image\/3840x0-jpg\/6579946\/img-4h19h9vwQ8F95NJk.jpeg\" bad-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/img-4h19h9vwQ8F95NJk.jpeg\" data-teaser-member=\"image\" alt=\"Die Clowninnen Betti und Mini bringen gute Laune in die Zimmer der Patientinnen und Patienten. Auch Marlies und ihrem Papa Markus statteten die beiden Rote Nasen-Clowndoctors einen Besuch ab.\"\/><\/p>\n<p>\n                Die Clowninnen Betti und Mini bringen gute Laune in die Zimmer der Patientinnen und Patienten. Auch Marlies und ihrem Papa Markus statteten die beiden Rote Nasen-Clowndoctors einen Besuch ab.            <\/p>\n<p>\n                Foto:<br \/>\n                Philipp Grabner                            <\/p>\n<p>Was es brauche, um tats\u00e4chlich als Clown oder Clownin arbeiten zu k\u00f6nnen? \u201eGanz viel Flexibilit\u00e4t, ganz viel Offenheit und nat\u00fcrlich auch Mut zur Imperfektion\u201c, gibt Jennifer Gross zur Antwort. Vor jedem Auftritt sei sie \u201eaufgeregt, aber positiv aufgeregt\u201c, sagt sie. Ihre Kollegin Karoline Gans f\u00fcgt noch \u201eMut\u201c hinzu: \u201eN\u00e4mlich Mut dazu, eine andere Stimmung in den Raum zu bringen.\u201c <\/p>\n<p>Wie unterschiedlich Auftritte der Clowninnen ausfallen k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt Karoline Gans anhand einer Slapstick-Einlage, also einer Form der K\u00f6rperkomik, bei der ein Missgeschick vorgespielt wird. \u201eBei \u00e4lteren Menschen sorgt ein solcher nicht selten f\u00fcr Sorge um den Betroffenen, j\u00fcngere Personen lachen wiederum.\u201c Insofern gelte es, sich individuell auf die jeweilige Zielgruppe abzustimmen. \u201eWenn wir im Vorhinein etwa wissen, dass ein Herr gerne Jazzmusik hat, k\u00f6nnen wir etwas Passendes vorbereiten\u201c, erz\u00e4hlt Gans. <\/p>\n<p>Clowns bringen Humor \u2013 und Mut<\/p>\n<p>Dass sie ihre Rolle auch als Mutmacherinnen definieren, skizziert Gross anhand einer weiteren Geschichte. In der Jugendpsychiatrie habe sie ein M\u00e4dchen getroffen, das sich nie getraut hatte, vor anderen zu singen. Der Besuch der Clownin \u00e4nderte dies: Mithilfe einer Playback-Version des gew\u00fcnschten Lieds, das am Handy abgespielt wurde, brachte das M\u00e4dchen ihren Lieblingssong dar. \u201eDas Ber\u00fchrende an dem Besuch war f\u00fcr mich, dass die Stimme des M\u00e4dchens so gezittert hat, weil sie so offen und emotional war. Ich fand es wahnsinnig sch\u00f6n zu sehen, wie uns jemand, der uns gerade erst kennengelernt hat, so viel Vertrauen schenkt und sich ermutigt f\u00fchlt, die eigene Stimme in solch einer Ehrlichkeit zu zeigen. Und trotz oder gerade wegen der zittrigen Stimme hat sie so sch\u00f6n gesungen\u201c, erinnert sich Gross zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ihre Auftritte bestreiten die Rote-Nasen-Clowndoctors \u00fcbrigens meist zu zweit \u2013 weshalb es auch erforderlich ist, gut aufeinander abgestimmt zu sein. Zu den besonders anspruchsvollen Einsatzbereichen z\u00e4hlt die Arbeit mit Wachkomapatientinnen und -patienten. Speziell geschulte Clowns versuchen dabei, \u00fcber Musik, Stimme oder Ber\u00fchrungen Momente der Resonanz zu schaffen. Abseits dessen besteht auch die M\u00f6glichkeit, dass Rote Nasen-Clowns Kinder zu einzelnen Behandlungen begleiten \u2013 um sie mit ein wenig Spa\u00df und Humor abzulenken. Was das Sch\u00f6ne an ihrem Job sei? Gans und Gross sind sich einig: \u201eDie Freude der Kinder.\u201c<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/img-vgybPDptSvcHIEWG.jpeg\" data-fullscreen-src=\"https:\/\/www.noen.at\/image\/3840x0-jpg\/6579947\/img-vgybPDptSvcHIEWG.jpeg\" bad-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/img-vgybPDptSvcHIEWG.jpeg\" data-teaser-member=\"image\" alt=\"Bitte recht freundlich: Betti und Mini unterwegs im Landesklinikum M\u00f6dling.\"\/><\/p>\n<p>\n                Bitte recht freundlich: Betti und Mini unterwegs im Landesklinikum M\u00f6dling.            <\/p>\n<p>\n                Foto:<br \/>\n                Philipp Grabner                            <\/p>\n<p>Zur\u00fcck am Spitalsgang, tragen Betti und Mini wieder ihre obligatorische rote Nase im Gesicht. Mitten im Gesang \u2013 \u201eBa ba, bababa-da-da-da-da-daaaaaa\u201c \u2013 stockt Betti pl\u00f6tzlich, dreht sich um und wirft Mini einen fragenden Blick zu. Die hat unterdessen n\u00e4mlich ihr Ukulele-Spiel rhythmisch v\u00f6llig umgestellt \u2013 und zupft nun wie wild auf dem kleinen gitarren\u00e4hnlichen Instrument herum. \u201eFreestyle\u201c, verteidigt sich Mini \u2013 kehrt dann aber, sehr zur Freude ihrer Kollegin, wieder zur urspr\u00fcnglichen Melodie zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Mittlerweile sind auch andere auf das Treiben der beiden Clowninnen aufmerksam geworden. Weiter unten, am Ende des Ganges, \u00f6ffnet sich eine T\u00fcr \u2013 ein Mann mit kleinem Kind am Arm lugt heraus. Begeistert beobachtet der Bub die Vorf\u00fchrungen \u2013 und goutiert sie nicht nur mit einem breiten L\u00e4cheln, sondern auch mit einem kleinen Applaus. Betti und Mini setzen ihre Tour durch die Kinderabteilung unterdessen fort und klopfen an die n\u00e4chste T\u00fcr. Der Applaus des Buben ist da schon verklungen \u2013 sein L\u00e4cheln aber bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eBa ba, bababa-da-da-da-da-daaaaaa\u201c hallt es, untermalt mit Kl\u00e4ngen einer Ukulele, durch die G\u00e4nge der Kinder- und Jugendabteilung. 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