{"id":33700,"date":"2026-03-09T02:11:07","date_gmt":"2026-03-09T02:11:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33700\/"},"modified":"2026-03-09T02:11:07","modified_gmt":"2026-03-09T02:11:07","slug":"sipri-institut-europa-verdreifacht-ruestungsimporte-deutschland-viertgroesster-waffenexporteur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33700\/","title":{"rendered":"Sipri-Institut: Europa verdreifacht R\u00fcstungsimporte\u00a0\u2013 Deutschland viertgr\u00f6\u00dfter Waffenexporteur"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren hat Europa seine Waffenimporte verdreifacht. Gr\u00fcnde sind vor allem die Bedrohung durch Russland und der Ukraine-Krieg. Von der unsicheren Weltlage profitieren deutsche R\u00fcstungsfirmen mit steigenden Exporten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Europa r\u00fcstet auf wie lange nicht. Davon profitiert die deutsche R\u00fcstungsindustrie: Laut einem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist Deutschland inzwischen viertgr\u00f6\u00dfter Waffenexporteur der Welt \u2013 und hat China \u00fcberholt. Fast ein Viertel der deutschen Exporte flossen im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 in die Unterst\u00fctzung der Ukraine.<\/p>\n<p>Weitere 17 Prozent wurden dem Bericht zufolge in andere europ\u00e4ische L\u00e4nder exportiert. \u201eAuch die Lieferungen in andere traditionelle Exportziele wie \u00c4gypten und Israel sind gestiegen\u201c, sagte die Sipri-Expertin Katarina Djokic.<\/p>\n<p>Die globalen Waffenlieferungen stiegen laut den Friedensforschern im Vergleich der vergangenen beiden F\u00fcnfjahreszeitr\u00e4ume um 9,2 Prozent. Die Sipri-Daten beziehen sich auf das Volumen von R\u00fcstungslieferungen, nicht auf deren finanziellen Wert. Da dieses Volumen von Jahr zu Jahr je nach Auftragslage stark schwanken kann und es den Friedensforschern in ihren Berichten um langfristige Trends geht, vergleichen sie F\u00fcnfjahreszeitr\u00e4ume statt Einzeljahre, diesmal also die Jahre 2021 bis 2025 mit 2016 bis 2020.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Staaten verdreifachten ihre Waffenimporte in dieser Zeit. Gr\u00f6\u00dfter Treiber dieser Entwicklung ist weiterhin der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine-krise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine-krise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krieg in der Ukraine<\/a>. Die russische Bedrohung veranlasst die L\u00e4nder Europas aber auch, ihre eigene R\u00fcstungsf\u00e4higkeit zu st\u00e4rken. \u201eRussland ist eigenh\u00e4ndig f\u00fcr den starken Anstieg der europ\u00e4ischen R\u00fcstungsimporte verantwortlich\u201c, sagte Djokic.<\/p>\n<p>Auch die Unsicherheit dar\u00fcber, inwiefern die USA ihre Nato-Partner im Ernstfall verteidigen w\u00fcrden, hat die Nachfrage nach Waffen unter den europ\u00e4ischen Nato-Staaten den Sipri-Forschern zufolge in die H\u00f6he getrieben.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfter Teil der US-Waffenexporte ging nach Europa<\/p>\n<p>Gleichzeitig kauft Europa aber weiter vor allem in den USA ein: \u201eZum ersten Mal in zwei Jahrzehnten ging der gr\u00f6\u00dfte Anteil der US-Waffenexporte nach Europa und nicht in den Nahen und Mittleren Osten\u201c, hei\u00dft es im Bericht. Der Anteil betrug 38 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eObwohl europ\u00e4ische Unternehmen ihre Waffenproduktion hochgefahren haben und die neuen Investitionshilfen der EU f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie der Mitgliedstaaten zu einer Reihe von Auftr\u00e4gen innerhalb der EU gef\u00fchrt haben, haben die europ\u00e4ischen Staaten auch im Zeitraum 2021 bis 2025 weiter US-Waffen importiert\u201c, sagte Sipri-Forscherin Djokic. Das gelte besonders f\u00fcr <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255629440\/Ruestungsbeschaffung-Die-heikle-Abhaengigkeit-der-Bundeswehr-von-Trumps-Amerika.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255629440\/Ruestungsbeschaffung-Die-heikle-Abhaengigkeit-der-Bundeswehr-von-Trumps-Amerika.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kampfflugzeuge<\/a> und Luftabwehrsysteme mit gro\u00dfer Reichweite. Diese w\u00fcrden in Europa weiterhin als besonders f\u00e4hig wahrgenommen.<\/p>\n<p>L\u00e4nder wie Rum\u00e4nien und Polen kauften auch in den USA ein, um die Partnerschaft zu den Amerikanern zu st\u00e4rken. \u201eWenn man au\u00dferdem schon Systeme aus den USA hat \u2013 wie Deutschland zum Beispiel das Flugabwehrsystem Patriot \u2013 dann spricht logistisch und in Bezug auf die Ausbildung auch viel daf\u00fcr, diese weiter zu nutzen\u201c, erkl\u00e4rte sie. Die Bundeswehr kaufte von 10 Milliarden Euro aus dem Sonderverm\u00f6gen 35 <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255629440\/Ruestungsbeschaffung-Die-heikle-Abhaengigkeit-der-Bundeswehr-von-Trumps-Amerika.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255629440\/Ruestungsbeschaffung-Die-heikle-Abhaengigkeit-der-Bundeswehr-von-Trumps-Amerika.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">F-35-Kampfjets<\/a> des US-R\u00fcstungskonzerns Lockheed Martin.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfte Waffenimporteure sind Ukraine, Indien und Saudi-Arabien<\/p>\n<p>Der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus69aaee2f7ce3c08db9d245a3\/krieg-gegen-iran-was-im-nahen-osten-nun-auf-dem-spiel-steht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus69aaee2f7ce3c08db9d245a3\/krieg-gegen-iran-was-im-nahen-osten-nun-auf-dem-spiel-steht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran-Krieg<\/a> d\u00fcrfte die R\u00fcstungsnachfrage in Europa in Zukunft weiter wachsen lassen. Gleichzeitig k\u00f6nnten die US-Angriffe im Iran noch andere Folgen haben, so die Sipri-Expertin: \u201eWenn es in den USA zu Engp\u00e4ssen etwa an Abwehrraketen kommt, wie schon berichtet wird, k\u00f6nnte das dazu f\u00fchren, dass das Land seine eigenen Streitkr\u00e4fte priorisiert und die Lieferungen an andere Staaten einschr\u00e4nkt.\u201c<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte f\u00fcr die europ\u00e4ischen L\u00e4nder zum Problem werden. Die USA standen im Zeitraum 2021 bis 2025 f\u00fcr 42 Prozent aller internationalen Waffenlieferungen und exportierten R\u00fcstung in 99 Staaten. Zweit- und drittgr\u00f6\u00dfte Waffenexporteure waren in dem untersuchten Zeitraum Frankreich und Russland. Die russischen Exporte sackten um 64 Prozent ab.<\/p>\n<p>Ganz oben auf der Liste der Importeure steht vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs weiter die Ukraine, gefolgt von Indien, Saudi-Arabien, Katar und Pakistan.<\/p>\n<p>Sipri ist ein unabh\u00e4ngiges Friedensforschungsinstitut mit Sitz in Stockholm. Es wird gr\u00f6\u00dftenteils staatlich finanziert und ver\u00f6ffentlicht jedes Jahr Berichte zu Waffenhandel, R\u00fcstungsindustrie, Atomwaffen und Milit\u00e4rausgaben.<\/p>\n<p>dpa\/sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00dcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren hat Europa seine Waffenimporte verdreifacht. 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