{"id":338667,"date":"2026-08-17T06:16:09","date_gmt":"2026-08-17T06:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/338667\/"},"modified":"2026-08-17T06:16:09","modified_gmt":"2026-08-17T06:16:09","slug":"wie-sich-rechtspopulist-nigel-farage-die-aufmerksamkeit-sichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/338667\/","title":{"rendered":"Wie sich Rechtspopulist Nigel Farage die Aufmerksamkeit sichert"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3219541002=\"\" data-cy=\"preamble\">Mit einem Sieg in einer kuriosen Wahl hat sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage erneut einen Parlamentssitz gesichert. Der gr\u00f6\u00dfte Konkurrent war ein Spa\u00dfkandidat.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Der Chef der Partei Reform UK gewann die Nachwahl im Wahlkreis Clacton in der englischen Grafschaft Essex mit 22.239 Stimmen (knapp 63 Prozent), wie die Ausz\u00e4hlung Freitagmorgen ergab. Als gr\u00f6\u00dfter Konkurrent des fr\u00fcheren Brexit-Vork\u00e4mpfers galt Spa\u00dfkandidat Count Binface (\u201eGraf M\u00fclltonnengesicht\u201c). Er kam auf 9455 Stimmen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Schon vor der Verk\u00fcndung seines Siegs erkl\u00e4rte sich Farage zum klaren Gewinner. Der offiziellen Veranstaltung, bei der das Ergebnis verk\u00fcndet wurde, blieb er allerdings fern.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">\u201eDas Ergebnis in Clacton spricht f\u00fcr sich\u201c, schrieb Farage nach der Bekanntgabe knapp auf X. Eine f\u00fcr Freitagvormittag geplante Rede in Clacton wurde abgesagt, wie mehrere britische Medien unter Berufung auf ein Statement von Reform UK berichteten.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Ausgel\u00f6st wurde die Nachwahl von Farage selbst. Erst vor wenigen Wochen gab der auch als \u201eMr. Brexit\u201c bekannte Politiker seinen Parlamentssitz in einem politischen Stunt ab. Zuvor war er unter anderem wegen eines umstrittenen Geldgeschenks in die Schlagzeilen und schlie\u00dflich in den Fokus einer parlamentarischen Untersuchung geraten.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Wie der Guardian zuletzt enth\u00fcllte, hatte Farage kurz vor seiner Wahl zum Abgeordneten 2024 ein Geldgeschenk in H\u00f6he von f\u00fcnf Millionen Pfund (rund 5,9 Mio. Euro) erhalten, das er nicht als Spende deklarierte. Seinen Angaben nach handelte es sich um ein pers\u00f6nliches Geschenk ohne Bedingungen. Der Vorgang wurde vom Beauftragten f\u00fcr parlamentarische Standards untersucht. Nach Farages Abgang wurde die Untersuchung jedoch ausgesetzt. Die W\u00e4hlerInnen sollten \u00fcber sein Handeln entscheiden, sagte bei seinem R\u00fccktritt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Farage hatte die Nachwahl als Duell zwischen den W\u00e4hlern und dem politischen Establishment zu inszenieren versucht. Entwickelt hatte sich der Wahlkampf jedoch zu einer Farce. Alle gro\u00dfen Parteien verzichteten aus Protest darauf, jemanden aufzustellen, und warfen ihm ein Ablenkungsman\u00f6ver vor.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Untersuchung gegen Farage d\u00fcrften nun aller Voraussicht nach wieder aufgenommen werden. Sollte dabei ein Vergehen des Reform-Politikers festgestellt werden, droht ihm im schlimmsten Fall ein Ausschluss aus dem Unterhaus \u2013 und die n\u00e4chste Nachwahl mit ungewissem Ausgang. Eine Untersuchung konnte er also nur kurzfristig zum Erliegen bringen. Mit dem Wahlsieg kann er jedoch seine Erz\u00e4hlung untermauern, den W\u00e4hlerwillen in Clacton hinter sich zu haben.<\/p>\n<p>Taktische R\u00fccktritte<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die regierende Labour Party von Premierminister Andy Burnham bezeichnete die Nachwahl als Ablenkungsman\u00f6ver. \u201eUm es klar zu sagen: Das ist kein Sieg f\u00fcr Nigel Farage\u201c, erkl\u00e4rte Frauenministerin Bridget Phillipson. \u201eDer Berg an Filz und Skandalen, in dem er und die Reform-Partei mittlerweile versinken, ist gewachsen und gewachsen, w\u00e4hrend er versucht hat, die \u00d6ffentlichkeit mit einer Nachwahl gegen eine M\u00fclltonne abzulenken.\u201c<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Trotz der Kritik an den Umst\u00e4nden der Nachwahl fanden sich auf dem Wahlzettel neben Farage 33 weitere Kandidaten. Durch die Absage etablierter Parteien galt als Hauptkonkurrent aber der Spa\u00dfkandidat Graf Binface alias Jon Harvey.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Graf Binface tritt regelm\u00e4\u00dfig bei Wahlen an. Er erinnert an eine Art Weltraumkrieger in einem vage an den Star-Wars-B\u00f6sewicht Darth Vader angelehnten Kost\u00fcm mit Umhang und M\u00fclltonne als Helm.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Spa\u00dfkandidaten wie Graf Binface haben in Gro\u00dfbritannien Tradition. Als der fr\u00fchere Premier Boris Johnson 2019 seinen Sieg bei der Parlamentswahl feierte, tummelten sich neben dem Weltraumkrieger u.\u2006a. noch ein Kandidat im Kost\u00fcm der Sesamstra\u00dfenfigur Elmo und ein Lord Buckethead (Lord Eimerkopf) gemeinsam auf der B\u00fchne mit dem siegreichen Kandidaten.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Taktische Abg\u00e4nge haben bei Farage schon Geschichte. Kurz nach dem Brexit-Referendum 2016 trat Farage als Chef der Ukip-Partei ab \u2013 nur um sp\u00e4ter an der Spitze der neu gegr\u00fcndeten Brexit-Partei wieder ins Rampenlicht zur\u00fcckzukehren. Die Partei wurde sp\u00e4ter in Reform UK umbenannt. Auch deren Vorsitz legte Farage nach dem EU-Austritt 2021 nieder und kehrte 2024 an die Spitze zur\u00fcck. Reform UK lag in den vergangenen Monaten in Umfragen teils deutlich vorn. (TT, APA)<\/p>\n<p>shareArtikel teilenhomeZur Startseite<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem Sieg in einer kuriosen Wahl hat sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage erneut einen Parlamentssitz gesichert.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338668,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[86850,12244,86851,86847,6073,6680,75328,943,40,86848,41,2011,86849,48101,39,66,65,64],"class_list":["post-338667","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-brexit-referendum-2016","tag-britisches-unterhaus","tag-clacton","tag-count-binface","tag-europapolitik","tag-grossbritannien-uk","tag-labour-party","tag-london","tag-nachrichten","tag-nachwahl","tag-news","tag-nigel-farage","tag-parlamentarische-untersuchung","tag-reform-uk","tag-schlagzeilen","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117109390659808558","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338667"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338667\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}