{"id":340764,"date":"2026-08-18T06:22:10","date_gmt":"2026-08-18T06:22:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/340764\/"},"modified":"2026-08-18T06:22:10","modified_gmt":"2026-08-18T06:22:10","slug":"10-jahres-tief-bei-asylerstantraegen-in-oesterreich-weiterhin-minuszuwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/340764\/","title":{"rendered":"10-Jahres-Tief bei Asylerstantr\u00e4gen in \u00d6sterreich \u2013 weiterhin Minuszuwanderung"},"content":{"rendered":"<p>Im Juli 2026 gab es lediglich 244 Asyl-Erstantr\u00e4ge in \u00d6sterreich. Im Juli des Vorjahres waren es noch 697 Erstantr\u00e4ge \u2013 ein R\u00fcckgang um rund 65 Prozent zum Vorjahr.<\/p>\n<p>Asylantr\u00e4ge stark r\u00fcckl\u00e4ufig<\/p>\n<p>840 Asylantr\u00e4ge (Asylerstantr\u00e4ge und Folgeantr\u00e4ge) im Juli 2026 in ganz \u00d6sterreich sind im Vergleich zu Juli 2025, als es noch 1.613 Antr\u00e4ge gab, ein R\u00fcckgang von 48 Prozent. Von J\u00e4nner bis Juli 2026 wurden 5.743 Asylantr\u00e4ge gestellt, im Vergleichszeitraum 2025 wurden noch 10.442 Antr\u00e4ge eingebracht, was ein R\u00fcckgang um 45 Prozent ist.<\/p>\n<p>Im Juli stammten die meisten Antr\u00e4ge von Syrern (267), der Gro\u00dfteil davon betrifft allerdings in \u00d6sterreich geborene Kinder.<\/p>\n<p>Familiennachzug ausgesetzt \u2013 Systeme entlastet<\/p>\n<p>Auch der vor\u00fcbergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt nach wie vor Wirkung und entlastet das Bildungs-, Integrations- und Sozialsystem nachhaltig. Erfolgten am Wege des Familiennachzugs von J\u00e4nner bis Juli 2025 noch 853 Einreisen, gab es im gleichen Zeitraum 2026 lediglich 60 Einreisen \u2013 nur f\u00fcr absolute soziale H\u00e4rtef\u00e4lle. Um diese Entwicklung nachhaltig abzusichern, wurde der Familiennachzug per Verordnung mit Anfang J\u00e4nner f\u00fcr weitere sechs Monate ausgesetzt und wird in weiterer Folge einer Quote unterliegen. Die erste Quote wird sehr gering sein.<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen wirken: organisierte Schleppermafia macht einen Bogen um \u00d6sterreich. Kaum mehr Aufgriffe illegaler Fremder<\/p>\n<p>Die stark r\u00fcckl\u00e4ufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen beiden Jahren zeigt klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten \u00d6sterreichs nachhaltig zerschlagen werden und haben sich auf die sogenannte Balkan-K\u00fcstenroute \u2013 und damit an \u00d6sterreich vorbei \u2013 verlagert. Polizeiliche Einheiten wie die Operation Fox, die gemeinsam mit ungarischen Beh\u00f6rden auf ungarischem Staatsgebiet Kontrollen durchf\u00fchrt sowie die Weiterentwicklung des Grenzschutzkonzepts sind Ma\u00dfnahmen, die sich sp\u00fcrbar auf den Migrationsdruck ausgewirkt haben \u2013 denn es hat sich herumgesprochen, dass das Risiko massiv gestiegen ist, beim illegalen Grenz\u00fcbertritt nach \u00d6sterreich aufgegriffen zu werden.<\/p>\n<p>Den Erfolg der Ma\u00dfnahmen best\u00e4tigen die Zahlen: Wurden im Zeitraum von J\u00e4nner bis Mitte August 2023 noch knapp 16.000 illegale Fremde im Burgenland angehalten, waren es im Vergleichszeitraum 2026 nur 339 Personen \u2013 eine Reduktion um knapp 98 Prozent binnen nur drei Jahren. Die illegale Migration in \u00d6sterreich ist somit nachhaltig stabil gegen Null gedr\u00e4ngt. Nur 54 der in diesem Jahr aufgegriffenen Personen stellten einen Asylantrag, die anderen mussten \u00d6sterreich wieder verlassen.<\/p>\n<p>Grenzschutzkonzept wird laufend weiterentwickelt<\/p>\n<p>Das polizeiliche Grenzschutzkonzept wird laufend evaluiert und angepasst, um die positiven Entwicklungen auch in Zukunft nachhaltig abzusichern. Der Kontrollg\u00fcrtel an der Grenze wurde verbreitert \u2013 hin zu Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland und nicht nur direkt an den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen. Das macht illegale Grenz\u00fcbertritte vor allem f\u00fcr die organisierte Schleppermafia schwieriger und riskanter \u2013 das Risiko, festgenommen zu werden, ist extrem hoch. Zugleich entlastet diese Vorgehensweise Pendlerinnen und Pendler aufgrund k\u00fcrzerer Grenzwartezeiten.<\/p>\n<p>Weiterhin Minuszuwanderung: mehr Abschiebungen als Asylerstantr\u00e4ge<\/p>\n<p>Bis Ende Juli mussten 8.856 Personen \u00d6sterreich verlassen, 4.615 (52 Prozent) davon zwangsweise und 4.241 (48 Prozent) eigenst\u00e4ndig. Der eigenst\u00e4ndigen Ausreise kommt auch weiterhin eine wichtige Bedeutung zu \u2013 ist sie f\u00fcr die Republik doch wesentlich kosteng\u00fcnstiger als zwangsweise Abschiebungen. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in \u00d6sterreich strafrechtlich verurteilt. Bis Ende Juli wurden au\u00dferdem 392 Dublin-\u00dcberstellungen durchgef\u00fchrt, bei denen 69 Afghanen, 49 Personen der Russischen F\u00f6deration und 40 Marokkaner \u00d6sterreich verlassen mussten. Bei Dublin-Abschiebungen werden Personen in jenes europ\u00e4ische Land abgeschoben, in dem sie erstmals einen Asylantrag gestellt haben und das somit zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Rund 2.000 Syrer haben \u00d6sterreich verlassen<\/p>\n<p>Seit dem Sturz dem Assad Regimes haben rund 2.000 syrische Staatsangeh\u00f6rige \u00d6sterreich verlassen. Im Vergleich dazu verlie\u00dfen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer \u00d6sterreich in Richtung ihrer Heimat. Ma\u00dfnahmen, um die R\u00fcckkehr nach Syrien zu unterst\u00fctzen, tragen positiv zu dieser Entwicklung bei.<\/p>\n<p>\u00dcber zwei Drittel erhalten kein Asyl \u2013 Eilverfahren werden fortgef\u00fchrt<\/p>\n<p>Bis Ende Juli wurden 18.388 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. 512 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verlie\u00dfen \u00d6sterreich w\u00e4hrend des Verfahrens. In 7.663 F\u00e4llen wurde Asyl oder subsidi\u00e4rer Schutz gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Keine Chance auf Asyl hatten im Juli Antragstellerinnen und Antragsteller aus Indien und Tunesien. F\u00fcr L\u00e4nder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt f\u00fcr Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Juli wurden 294 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen beziehungsweise in der ersten Instanz sogar binnen 72 Stunden getroffen.<\/p>\n<p>Asylantr\u00e4ge in meisten Staaten Europas r\u00fcckl\u00e4ufig<\/p>\n<p>In Europa (inklusive Schweiz und Norwegen) gab im Zeitraum J\u00e4nner bis Ende Juli 2026 mit 372.063 Asylantr\u00e4gen um 20 Prozent bzw. 93.615 weniger Antr\u00e4ge als im Vergleichszeitraum 2025 (465.678). Gestiegen sind die Antr\u00e4ge unter anderem in Zypern (+ 26 Prozent), Slowenien (+ 12 Prozent) und den Niederlanden (+ 6,9 Prozent). Gesunken sind die Antr\u00e4ge in den meisten anderen Staaten, hervorzuheben ist Polen (- 62 Prozent), Spanien (- 34 Prozent), Deutschland (- 27 Prozent), Griechenland (- 17 Prozent) und Frankreich (- 16 Prozent). In \u00d6sterreich zeigen sich die Antr\u00e4ge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich reduziert (- 43 Prozent). Hochgerechnet auf die Bev\u00f6lkerung liegt \u00d6sterreich in der europaweiten Statistik auf dem 13. Platz. Bei den absoluten Zahlen liegt \u00d6sterreich hinter der Schweiz und Irland, vor Schweden, EU27+ an zehnter Stelle.<\/p>\n<p>Tiefstand in Grundversorgung seit \u00fcber 20 Jahren<\/p>\n<p>Aktuell befinden sich 43.300 Menschen in Grundversorgung, davon lediglich rund 5.300 Asylwerber \u2013 der niedrigste Wert seit \u00fcber 20 Jahren.  Der Gro\u00dfteil der Menschen in der Grundversorgung \u2013 n\u00e4mlich rund 25.800 \u2013 sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine (viele davon Kinder und Frauen). Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Die R\u00fcckg\u00e4nge erm\u00f6glichen auch Einsparungen \u2013 beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht reduziert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Juli 2026 gab es lediglich 244 Asyl-Erstantr\u00e4ge in \u00d6sterreich. 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