{"id":342214,"date":"2026-08-18T22:02:16","date_gmt":"2026-08-18T22:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/342214\/"},"modified":"2026-08-18T22:02:16","modified_gmt":"2026-08-18T22:02:16","slug":"stop-killing-games-rechtsexpertin-warnt-vor-schwieriger-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/342214\/","title":{"rendered":"Stop Killing Games: Rechtsexpertin warnt vor schwieriger L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"\n<p><img decoding=\"async\" class=\"autor_img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787090536_986_1c9cabbf2cd8946a2d40f1439e2e76bd-96.png\" alt=\"Bild von Markus Bauer\"\/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dailygame.at\/author\/markus\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Markus Bauer<\/a>&#13;<br \/>\nMarkus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit \u00fcber 25 Jahren \u00fcber Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst \u2013 immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.<\/p>\n<p>Die Forderung von Stop Killing Games klingt eigentlich simpel: Wer ein Videospiel gekauft hat, sollte es auch dann noch spielen k\u00f6nnen, wenn der Publisher Jahre sp\u00e4ter seine Server abschaltet. Mehr als 1,29 Millionen best\u00e4tigte EU-B\u00fcrger unterst\u00fctzten diese Idee mit ihrer Unterschrift. Doch rechtlich ist die Sache deutlich komplizierter.<\/p>\n<p>Die Videospiel- und Digitalpolitik-Expertin Dr. Celia Pontin warnt davor, eine einzige L\u00f6sung auf s\u00e4mtliche Spiele anzuwenden. Gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.thegamebusiness.com\/p\/is-the-stop-killing-games-campaign\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"external-link\">The Game Business<\/a> erkl\u00e4rte sie, dass m\u00f6glicherweise eine L\u00fccke zwischen dem besteht, was Spieler fordern, und dem, was technisch und rechtlich \u00fcberhaupt umsetzbar ist. Das Problem beginnt bereits bei der Frage: Wann gilt ein Spiel eigentlich noch als spielbar?<\/p>\n<p>Ein Singleplayer-Spiel ist einfacher zu retten als ein MMO<\/p>\n<p>Bei einem Spiel wie Ubisofts The Crew, das den Ausgangspunkt f\u00fcr <a href=\"https:\/\/dailygame.at\/stop-killing-games-petition-13-millionen-unterschriften-eu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stop Killing Games<\/a> bildete, l\u00e4sst sich die Forderung leicht verstehen. Ubisoft schaltete die Server ab und machte das 2014 ver\u00f6ffentlichte Rennspiel damit vollst\u00e4ndig unspielbar.<\/p>\n<p>Genau solche F\u00e4lle m\u00f6chte die Initiative verhindern. Sie fordert, dass Publisher ihre Spiele am Ende des Supports in einem \u201evern\u00fcnftig funktionierenden\u201c Zustand zur\u00fccklassen, ohne anschlie\u00dfend dauerhaft Server oder weitere Ressourcen bereitstellen zu m\u00fcssen. Die offizielle EU-Initiative verlangte ausdr\u00fccklich nicht die \u00dcbertragung von Markenrechten oder geistigem Eigentum an die Spieler.<\/p>\n<p>Bei einem klassischen Singleplayer-Spiel k\u00f6nnte beispielsweise ein Offline-Patch ausreichen. Bei einem MMO wird es deutlich komplizierter. Ist ein Online-Rollenspiel noch \u201espielbar\u201c, wenn man zwar die Welt betreten kann, aber keine anderen Spieler mehr vorhanden sind? Was passiert mit Quests, Matchmaking oder Inhalten, die auf zentrale Server angewiesen sind?<\/p>\n<p>Pontin sieht deshalb keine L\u00f6sung, die automatisch f\u00fcr jedes Spiel funktionieren w\u00fcrde. Die Branche reicht schlie\u00dflich vom kleinen Ein-Mann-Studio bis zum Milliardenkonzern und vom einfachen Singleplayer-Spiel bis zu gigantischen Online-Welten mit komplexer Server-Infrastruktur.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/the-crew-screenshot.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-108714 size-full\" title=\"Screenshot aus The Crew\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/the-crew-screenshot.jpg\" alt=\"The Crew wurde am 31. M\u00e4rz 2024 abgeschaltet und war der Ausl\u00f6ser f\u00fcr \" stop=\"\" killing=\"\" games=\"\" es=\"\" erschien=\"\" am=\"\" dezember=\"\" bild:=\"\" ubisoft=\"\" width=\"1440\" height=\"864\"  \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">The Crew wurde am 31. M\u00e4rz 2024 abgeschaltet und war der Ausl\u00f6ser f\u00fcr \u201eStop Killing Games\u201c. Es erschien am 2. Dezember 2014. \u2013 Bild: Ubisoft<\/p>\n<p>Warum Publisher ein Spiel nicht einfach den Fans \u00fcbergeben k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Eine h\u00e4ufig genannte L\u00f6sung lautet: Wenn der Publisher die Server abschalten m\u00f6chte, soll eben die Community \u00fcbernehmen. Auch das klingt einfacher, als es ist. Ein modernes Videospiel besteht nicht nur aus Programmcode, der einem einzigen Unternehmen geh\u00f6rt. Musik, Synchronsprecher, Grafiken, Marken, Middleware und andere Bestandteile k\u00f6nnen unterschiedlichen Lizenz-Vereinbarungen unterliegen.<\/p>\n<p>Pontin beschreibt ein Videospiel deshalb als ein B\u00fcndel zahlreicher miteinander verbundener Urheberrechte. Selbst ein Publisher, der seinen Fans s\u00e4mtliche notwendigen Dateien geben m\u00f6chte, besitzt m\u00f6glicherweise gar nicht die Rechte, dies vollst\u00e4ndig zu tun. Dazu kommen externe Dienste. Ein Online-Spiel kann beispielsweise Server-Technologie, Datenbanken oder andere Systeme von Drittanbietern nutzen. Verschwindet einer dieser Anbieter sp\u00e4ter vom Markt, funktioniert m\u00f6glicherweise auch die Community-Version nicht mehr. Dazu gesellen sich noch Themen wie Datenschutz, Alterskontrollen und Online-Sicherheit.<\/p>\n<p>Genau diese Diskussion d\u00fcrfte langfristig sogar wichtiger werden als einzelne Serverabschaltungen. Bei einer Disc bzw. einem Modul war die Sache fr\u00fcher zumindest praktisch einfach: Das Spiel lag im Regal und funktionierte weiter, solange Hardware und Datentr\u00e4ger funktionierten.<\/p>\n<p>Eine einfache Regel wie \u201ejedes Spiel muss f\u00fcr immer funktionieren\u201c d\u00fcrfte juristisch und technisch schwer umzusetzen sein. Das bedeutet aber nicht, dass Publisher ihre Spiele einfach abschalten sollten, ohne vorher \u00fcber das Ende nachzudenken. Vielleicht liegt die L\u00f6sung deshalb nicht darin, jedes Spiel f\u00fcr immer am Leben zu halten. Publisher m\u00fcssten aber schon bei der Entwicklung wissen, was am letzten Tag mit einem gekauften Spiel passieren soll.<\/p>\n<p style=\"margin-top:3rem\">&#13;<br \/>\n\t\tHast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein&#13;<br \/>\n\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\tFeedback&#13;<br \/>\n\t\t!&#13;\n\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Markus Bauer&#13; Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit \u00fcber 25 Jahren \u00fcber Gaming. 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