{"id":34272,"date":"2026-03-09T09:56:10","date_gmt":"2026-03-09T09:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/34272\/"},"modified":"2026-03-09T09:56:10","modified_gmt":"2026-03-09T09:56:10","slug":"pfarreibesuch-im-nordwesten-roms-die-papstpredigt-im-wortlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/34272\/","title":{"rendered":"Pfarreibesuch im Nordwesten Roms: Die Papstpredigt im Wortlaut"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie hier in einer Arbeits\u00fcbersetzung von Radio Vatikan die Predigt, die Papst Leo XIV. am 8. M\u00e4rz 2026 im Rahmen seines Besuchs der Pfarrei \u201eSanta Maria della Presentazione&#8220; im r\u00f6mischen Peripherieviertel Torrevecchia gehalten hat. Die Wortmeldungen der P\u00e4pste in den verschiedenen amtlichen \u00dcbersetzungen finden Sie auf vatican.va.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-02\/papst-leo-xiv-predigt-ostia-tag-des-herrn.html\" title=\"Pfarreibesuch in Ostia: Die Papstpredigt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/srv\/2026\/02\/15\/2026-02-15-visita-pastorale-alla-parrocchia-santa-maria-regina-p\/1771174882594.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Pfarreibesuch in Ostia: Die Papstpredigt\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Lesen Sie hier in einer Arbeits\u00fcbersetzung von Radio Vatikan die Predigt, die Papst Leo XIV. am 15. Februar 2026 im Rahmen seines Besuchs der Pfarrei \u201eMaria Regina Pacis&#8220; in Ostia &#8230;\n     <\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Ich freue mich, an diesem dritten Fastensonntag bei euch zu sein. Er ist eine wichtige Etappe auf unserem Weg der Nachfolge Jesu, der uns hinf\u00fchrt zum Pascha-Mysterium von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn.<\/p>\n<p>Auf diesem Weg sind die N\u00e4he Gottes und unser Glaubensleben eng miteinander verflochten: Indem der Herr in jedem von uns die Taufgnade erneuert, ruft er uns zur Umkehr \u2013 w\u00e4hrend er zugleich unser Herz l\u00e4utert durch seine Liebe und durch die Werke der N\u00e4chstenliebe, zu denen wir von ihm gerufen sind. In diesem Zusammenhang ber\u00fchrt uns die Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin auf eine ganz besondere Weise. Das Evangelium des heutigen Tages spricht n\u00e4mlich nicht nur zu uns, sondern auch \u00fcber uns, und es hilft uns, unsere Beziehung zu Gott neu zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>Der Durst nach Gott <\/p>\n<p>Der Durst der Samariterin nach Leben und Liebe ist auch unser Durst: Es ist der Durst der Kirche und der ganzen Menschheit, die durch die S\u00fcnde verwundet, aber noch tiefer erf\u00fcllt ist von der Sehnsucht nach Gott. Wir suchen ihn wie das Wasser, oft ohne es zu merken: jedes Mal, wenn wir den Sinn der Ereignisse hinterfragen \u2013 und jedes Mal, wenn wir sp\u00fcren, wie sehr uns das Gute fehlt, das wir f\u00fcr uns selbst und f\u00fcr die Menschen in unserer N\u00e4he ersehnen.<\/p>\n<p>Auf dieser Suche begegnen wir Jesus. Er ist schon hier, am Brunnen: dort, wo die Samariterin ihn allein vorfindet, unter der sengenden Mittagssonne, m\u00fcde von der Reise. Die Frau geht zu dieser ungew\u00f6hnlichen Stunde zum Brunnen \u2013 vielleicht, weil sie den verurteilenden Blicken der anderen Frauen zu entgehen hofft. Jesus aber liest in ihrem Herzen und erkennt den Grund ihrer Ausgrenzung: Ihre gescheiterten Ehen und ihr jetziges Leben in einer nichtehelichen Beziehung machen sie unw\u00fcrdig, mit den T\u00f6chtern, Ehefrauen und M\u00fcttern des Dorfes gesehen zu werden. Und doch sitzt Jesus am Brunnen, als warte er auf sie. Diese \u00fcberraschende Begegnung ist ein eindrucksvolles Zeichen daf\u00fcr, dass Christus \u2013 wie es Papst Franziskus gerne beschrieben hat \u2013 den \u201eGott der \u00dcberraschungen\u201c sichtbar macht: der sch\u00f6nsten \u00dcberraschungen, die das Leben ver\u00e4ndern, und die er \u00fcberall dort f\u00fcr uns bereith\u00e4lt, wo wir ihm begegnen, ganz gleich, wie wir mit unserem Leben vor ihm stehen.<\/p>\n<p>Dieser Mann liebt die Samariterin, wie es zuvor noch niemand getan hat. W\u00e4hrend sie nach dem Wasser f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf sucht, m\u00f6chte er ihr jenes neue, lebendige Wasser schenken, das jeden Durst stillen und jede Unruhe bes\u00e4nftigen kann: das Wasser, das dem Herzen Gottes entspringt, unersch\u00f6pfliche F\u00fclle all unserer Sehns\u00fcchte. Mit dieser Initiative Jesu beginnt die Suche nach einem Gut, das gr\u00f6\u00dfer ist als das Wasser selbst: \u201eWenn du w\u00fcsstest, worin die Gabe Gottes besteht\u201c, sagt der Herr zu der Frau. Es ist kein Vorwurf, sondern eine Verhei\u00dfung: \u201eIch bin hier, damit du Gott erkennst, der sich f\u00fcr dich zum Geschenk macht.\u201c Ja, gerade f\u00fcr dich, die du ihn nicht kanntest, die du dich fern und verdammt gef\u00fchlt hast. Dieses Geschenk wird dich verwandeln: Du wirst selbst zu einer Quelle, die sprudelt f\u00fcr das ewige Leben. Statt des fr\u00fcheren Durstes voller Bitterkeit und geistlicher Trockenheit, schenkt dir der Sohn Gottes ein neues Leben: ein Leben, das dem Wasser entspringt, das aus der Barmherzigkeit des Vaters str\u00f6mt. Alles verwandelt sich in der Begegnung mit dem Herrn: Die durstige Frau wird zur Quelle, die Ausgesto\u00dfene zur Vertrauten. Die Frau voller Scham ist nun erf\u00fcllt von Freude; jene, die im Dorf stumm geblieben war, wird zur Missionarin f\u00fcr alle seine Bewohner.<\/p>\n<p>Sie h\u00e4tte nie gedacht, dass gerade sie, so orientierungslos und vom Leben gezeichnet, eines Tages von dem frischen Wasser \u2013 diesem reinen Geschenk Gottes \u2013 kosten und selbst zu einem Geschenk f\u00fcr andere werden w\u00fcrde. Wie konnte das geschehen? Indem sie Jesus begegnet ist und mit ihm, dem lebendigen Wort Gottes, das f\u00fcr unser Heil Mensch wurde, ins Gespr\u00e4ch eingetreten ist.<\/p>\n<p>\u201eAls guter und f\u00fcrsorglicher Hirte erwartet und begleitet uns der Herr immer dort, wo wir leben und so, wie wir sind.\u201c<\/p>\n<p>Der Evangeliumsbericht zeigt uns den Weg des Wachstums der Frau auf, die nach und nach die grundlegenden Z\u00fcge der Identit\u00e4t Jesu erkennt: Mensch, Prophet, Messias und Erl\u00f6ser. Indem sie an seiner Seite bleibt, in den Genuss seiner Gesellschaft kommt, wird die Samariterin selbst zu einer Quelle der Wahrheit. Das neue Wasser der Gabe Gottes beginnt in ihrem Herzen zu sprudeln, und sie f\u00fchlt sich sofort gedr\u00e4ngt, in ihr Dorf zur\u00fcckzukehren, endlich frei von Scham und begierig, allen ihren Befreier Jesus zu verk\u00fcnden: ihn, der dieses Wunder m\u00f6glich gemacht hat. Sie l\u00e4uft zu denen, die sie zuvor verurteilt hatten, w\u00e4hrend Gott ihr vergeben hat; und sie erz\u00e4hlt, verk\u00fcndet, bezeugt. Das Bed\u00fcrfnis nach Wasser, das sie zum Brunnen getrieben hatte, weicht nun dem Wunsch, allen die \u00fcberw\u00e4ltigende Neuigkeit mitzuteilen, die sie verwandelt hat.<\/p>\n<p>Liebe Freunde, durch die Taufe haben wir alle die Gnade eines neuen Wassers empfangen, das reinw\u00e4scht von aller Schuld und jeden Durst stillt. Wie der samaritanischen Frau wird auch uns heute in der Fastenzeit eine Zeit geschenkt, in der wir das Geschenk dieses Sakraments wiederentdecken k\u00f6nnen, das uns wie eine T\u00fcr in den Glauben und in das christliche Leben eintreten lie\u00df. Als guter und f\u00fcrsorglicher Hirte erwartet und begleitet uns der Herr immer dort, wo wir leben und so, wie wir sind. Mit Barmherzigkeit heilt er unsere Wunden und schenkt sich uns, damit auch wir f\u00e4hig werden, unsererseits zum Geschenk f\u00fcr unsere Br\u00fcder und Schwestern zu werden.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df sehr wohl, dass eure Pfarrgemeinde in einem Umfeld lebt, das mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert ist. Es mangelt nicht an besorgniserregenden Situationen der Ausgrenzung und es gibt viel materielle und moralische Armut. Auch Jugendliche und junge Erwachsene laufen Gefahr, von den H\u00e4ndlern des Todes get\u00e4uscht zu werden oder die Hoffnung auf die Zukunft zu verlieren. Viele warten auf eine Wohnung, eine Arbeit, die ihnen ein w\u00fcrdiges Leben erm\u00f6glicht \u2013 auf sichere Orte, an denen sie einander begegnen, spielen und gemeinsam etwas Sch\u00f6nes planen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Menschen, die es nach Hoffnung d\u00fcrstet <\/p>\n<p>Wie zum Brunnen im Evangelium kommen in diese Pfarrei M\u00e4nner und Frauen, die in ihrer Seele verwundet, in ihrer W\u00fcrde verletzt sind \u2013 Menschen, die es nach Hoffnung d\u00fcrstet. Euch kommt die dringende und befreiende Aufgabe zu, die N\u00e4he Jesu sichtbar zu machen; seinen Willen, unser Dasein von den \u00dcbeln zu erl\u00f6sen, die es bedrohen, und uns einen Weg aufzuzeigen, der zu einem gerechten, wahren und erf\u00fcllten Leben f\u00fchrt. Ausgehend von der Eucharistie, dem pulsierenden Herzen jeder christlichen Gemeinschaft, ermutige ich euch, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Aktivit\u00e4ten der Pfarrei Zeichen einer Kirche sind, die sich \u2013 wie eine Mutter \u2013 um ihre Kinder k\u00fcmmert, sie nicht verurteilt, sondern aufnimmt, ihnen zuh\u00f6rt und sie in den Gefahren begleitet und st\u00e4rkt. Das Wort des Evangeliums, das in uns sprudelt wie eine Quelle der Wahrheit, helfe uns, die Augen zu \u00f6ffnen, damit wir die Weisheit haben zu erkennen, was gut ist und was b\u00f6se, und so die Entstehung freier und reifer Gewissen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, geht mit Zuversicht voran! Der Herr begleitet uns in jeder Situation und ist uns St\u00fctze auf unserem Weg. Die selige Jungfrau Maria begleite euch auf eurem Glaubensweg und schenke euch die Freude, dem\u00fctige und mutige Verk\u00fcnder ihres Evangeliums zu sein.<\/p>\n<p>(vaticannews &#8211; \u00fcbersetzung: silvia kritzenberger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lesen Sie hier in einer Arbeits\u00fcbersetzung von Radio Vatikan die Predigt, die Papst Leo XIV. am 8. 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