{"id":343092,"date":"2026-08-19T09:39:08","date_gmt":"2026-08-19T09:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343092\/"},"modified":"2026-08-19T09:39:08","modified_gmt":"2026-08-19T09:39:08","slug":"papst-leo-bei-der-generalaudienz-am-19-8-2026-wortlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343092\/","title":{"rendered":"Papst Leo bei der Generalaudienz am 19.8.2026: Wortlaut"},"content":{"rendered":"<p>Was der Papst in der Katechese bei seiner Generalaudienz am 19. August 2026 gesagt hat, k\u00f6nnen Sie hier in einer Arbeits\u00fcbersetzung von Radio Vatikan nachlesen. S\u00e4mtliche Wortmeldungen der P\u00e4pste im Original und in den amtlichen \u00dcbersetzungen finden Sie auf vatican.va, der Webseite des Vatikans.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-08\/generalaudienz-papst-leo-kirchenmusik-teil-der-liturgie-19-8-26.html\" title=\"Papst Leo XIV.: \u201eKirchenmusik ist keine Dekoration&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/ansa\/2026\/08\/12\/11\/1786528209744.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Papst Leo XIV.: \u201eKirchenmusik ist keine Dekoration&quot;\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      \u00dcber die Bedeutung der Kirchenmusik f\u00fcr die Liturgie hat Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch gesprochen. \u201eMusik ist Teil der liturgischen Handlung und nicht &#8230;\n     <\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>das sechste Kapitel der Konstitution <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19631204_sacrosanctum-concilium_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"external nofollow noopener\">Sacrosanctum Concilium<\/a> (SC) des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der Kirchenmusik gewidmet. Darin hei\u00dft es: \u201eDie \u00fcberlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unsch\u00e4tzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen \u00fcbrigen k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht\u201c (SC, 112). Weiter wird ausgef\u00fchrt: \u201eSo wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, da\u00df sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einm\u00fctigkeit f\u00f6rdert, sei es, da\u00df sie die heiligen Riten mit gr\u00f6\u00dferer Feierlichkeit umgibt\u201c (ebd.).<\/p>\n<p>Hier finden wir den Kern der Lehre des Konzils: Es best\u00e4tigt und vertieft die dienstliche Funktion der Musik in der Liturgie, die bereits der heilige Pius X. in seinem Motu proprio Inter sollicitudines vom 22. November 1903 hervorgehoben hatte. Musik ist n\u00e4mlich Teil der liturgischen Handlung und nicht blo\u00df Dekoration der Feier. In der Liturgie bedeutet Singen und Musizieren, zu beten, das eigene Herz mit dem der Schwestern und Br\u00fcder und mit Gott in Einklang zu bringen und sich aktiv am gefeierten Geheimnis zu beteiligen.<\/p>\n<p>Das Herz \u00f6ffnen <\/p>\n<p>Insbesondere bringt die Musik die affektive Dimension des Gebets zum Ausdruck, wie der heilige Augustinus sagt: \u201eCantare amantis est\u201c, also: \u201eSingen ist Sache dessen, der liebt\u201c (Sermo 336, 1). Das ist sehr wichtig, weil es dazu beitr\u00e4gt, das Herz f\u00fcr das Wirken Gottes in der Gnade zu \u00f6ffnen und sich von ihm formen zu lassen.<\/p>\n<p>Der Gesang f\u00f6rdert dar\u00fcber hinaus die Gemeinschaft. Durch die Sinfonie der Stimmen tr\u00e4gt er zur Einheit der Herzen bei, \u00fcberwindet Unterschiede zwischen den Menschen und vereint alle im Lob Gottes. So wird er zur Epiphanie der Kirche, zu einer sinnlich erfahrbaren Offenbarung jener Gemeinschaft, die zu ihrem Wesen selbst geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Aus der tiefen theologischen Bedeutung des sakralen Gesangs als eines wesentlichen Bestandteils der liturgischen Handlung ergeben sich einige Anforderungen. Eine erste besteht darin, dass der Gesang \u2013 unabh\u00e4ngig von Moden oder den besonderen Empfindlichkeiten der jeweiligen Autoren \u2013 auf allen Ebenen dem entsprechen muss, was f\u00fcr den jeweiligen Moment der Feier am angemessensten ist. Auch die Form, insbesondere in ihrer melodischen Gestaltung, muss zugleich edel und einfach, musikalisch hochwertig und leicht ausf\u00fchrbar sein \u2013 vor allem dann, wenn sie von der gesamten Gemeinde gesungen werden soll (vgl. SC, 121).<\/p>\n<p>Aus demselben Grund empfiehlt das Konzil, dass auch die Texte geeignet, tiefgr\u00fcndig und zugleich leicht verst\u00e4ndlich sein sollen; sie sollen sich vor allem an der Heiligen Schrift, den liturgischen B\u00fcchern und der geistlichen Tradition der Kirche orientieren. Hierauf gilt es zu achten, damit die Dynamik lebendig bleibt und w\u00e4chst, die in dem alten Grundsatz \u201elex orandi, lex credendi\u201c zum Ausdruck kommt: Das Gesetz des Betens ist auch das Gesetz des Glaubens.<\/p>\n<p>Aktive Teilnahme <\/p>\n<p>Sacrosanctum Concilium widmet dem Thema der aktiven Teilnahme der Gl\u00e4ubigen breiten Raum (vgl. Nr. 114). Diese muss \u201eangefangen von einer tieferen Bewu\u00dftheit des Mysteriums, das gefeiert wird, und seiner Beziehung zum t\u00e4glichen Leben\u201c verstanden werden (Benedikt XVI., <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_ben-xvi_exh_20070222_sacramentum-caritatis.html\" target=\"_blank\" rel=\"external nofollow noopener\">Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis<\/a>, 52), und zwar in einem \u201eGeist fortw\u00e4hrender innerer Umkehr, der das Leben aller Gl\u00e4ubigen kennzeichnen mu\u00df\u201c (ebd., 55).<\/p>\n<p>Was nun die konkrete Weise betrifft, wie diese Teilnahme durch die besondere Aufgabe der Kirchenmusik verwirklicht werden kann, gibt die Konstitution eine klare Antwort: \u201eMan [soll] den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern [&#8230;]\u00a0Sorge zuwenden\u201c sowie \u201edas heilige Schweigen\u201c [einhalten, Erg.]\u00a0 (SC, 30). Zugleich fordert sie jeden Einzelnen \u2013 Amtstr\u00e4ger wie Gl\u00e4ubigen \u2013 dazu auf, in der Liturgie\u00a0\u201eall das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gem\u00e4\u00df den liturgischen Regeln zukommt\u201c (SC, 28). Dabei geht es um ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Diensten, den unterschiedlichen Beitr\u00e4gen und den Momenten der Stille.<\/p>\n<p>Das Konzil misst sodann dem Gregorianischen Choral gro\u00dfe Bedeutung bei, ohne andere Formen der Kirchenmusik von der Feier auszuschlie\u00dfen. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Orgel (vgl. SC, 120). Der Einsatz anderer Instrumente ist hingegen erlaubt, \u201esofern sie sich f\u00fcr den heiligen Gebrauch eignen oder f\u00fcr ihn geeignet gemacht werden k\u00f6nnen, der W\u00fcrde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gl\u00e4ubigen wirklich f\u00f6rdern\u201c (SC, 120).<\/p>\n<p>Inkulturation <\/p>\n<p>Ein Thema, das der konziliaren Erneuerung besonders am Herzen liegt, ist die Inkulturation, auch im Bereich der Kirchenmusik. Im Blick auf die musikalischen Traditionen der verschiedenen Kulturen wird insbesondere betont, wie wichtig es ist, diese ernst zu nehmen, da sie Teil des religi\u00f6sen und gesellschaftlichen Lebens der Menschen sind.<\/p>\n<p>Deshalb wird einerseits empfohlen, in allen Menschen eine angemessene \u201eFormung des religi\u00f6sen Sinnes\u201c (SC, 119) zu f\u00f6rdern, und andererseits, \u201eim Rahmen des M\u00f6glichen\u00a0[&#8230;] die \u00fcberlieferte Musik der betreffenden V\u00f6lker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu f\u00f6rdern\u201c (ebd.).<\/p>\n<p>Eine besondere Aufgabe kommt im liturgischen Zusammenhang der Schola cantorum zu. Sie ist ein pastorales Instrument, dessen F\u00f6rderung empfohlen wird. Ihre Aufgabe besteht darin, \u201ef\u00fcr die genaue Ausf\u00fchrung der ihr zukommenden Teile nach den verschiedenen Arten des Gesangs zu sorgen und die t\u00e4tige Teilnahme der Gl\u00e4ubigen am Gesang zu f\u00f6rdern\u201c (Heilige Ritenkongregation, Instruktion <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_instr_19670305_musicam-sacram_it.html\" target=\"_blank\" rel=\"external nofollow noopener\">Musicam sacram,<\/a> 19).<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck ist der Komponist von Kirchenmusik aufgerufen, das musikalische Erbe der Kirche zu kennen und zu bewahren. Er soll sich davon inspirieren lassen, neue Kompositionen im Dienst der Liturgie zu schaffen \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung der zeitgen\u00f6ssischen Sensibilit\u00e4t und der verschiedenen kulturellen Traditionen. Ziel ist es, \u201eden Gottesdienst von Mi\u00dfst\u00e4nden des Stils, von nachl\u00e4ssigen Ausdrucksformen, von banalen Musikst\u00fccken und Texten zu reinigen, die der Gr\u00f6\u00dfe des Aktes, der gefeiert wird, wenig entsprechen, um f\u00fcr die Kirchenmusik W\u00fcrde und die G\u00fcte der Form zu gew\u00e4hrleisten\u201c (Johannes Paul II., <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/letters\/2003\/documents\/hf_jp-ii_let_20031203_musica-sacra.html\" target=\"_blank\" rel=\"external nofollow noopener\">Chirograph \u00fcber die Kirchenmusik,<\/a> 22. November 2003, 3).<\/p>\n<p>Kirchenmusik f\u00f6rdern <\/p>\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden empfehlen die Konzilsv\u00e4ter, die Ausbildung und die Praxis der Kirchenmusik zu f\u00f6rdern, in \u201eden Seminarien, in den Noviziaten und Studienh\u00e4usern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den \u00fcbrigen katholischen Instituten und Schulen\u201c (SC, 115), und daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass Musiker und S\u00e4nger eine solide liturgische Ausbildung erhalten (vgl. ebd.).<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, die Kirchenv\u00e4ter haben dem liturgischen Gesang, dem Symbol der kirchlichen Gemeinschaft, gro\u00dfe Bedeutung beigemessen. Deshalb k\u00f6nnen wir mit diesen sch\u00f6nen Worten des heiligen Ignatius von Antiochien schlie\u00dfen:<\/p>\n<p>\u201eIhr alle sollt euch zu einem einzigen Chor zusammenfinden, damit ihr in Eintracht und Einklang mit der Tonart Gottes durch Jesus Christus dem Vater einstimmig singt. Dann wird er euch h\u00f6ren und an euren guten Taten erkennen, dass ihr Glieder seines Sohnes seid\u201c (Brief an die Epheser, 4, 2).<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; cs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was der Papst in der Katechese bei seiner Generalaudienz am 19. August 2026 gesagt hat, k\u00f6nnen Sie hier&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343093,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[26025,26208,154,40,41,5346,39,66,65,64,11310],"class_list":["post-343092","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-katechese","tag-liturgie","tag-musik","tag-nachrichten","tag-news","tag-sakrale-kunst","tag-schlagzeilen","tag-welt","tag-world","tag-world-news","tag-zweites-vatikanisches-konzil"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117121513174405952","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}