{"id":343470,"date":"2026-08-19T13:24:09","date_gmt":"2026-08-19T13:24:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343470\/"},"modified":"2026-08-19T13:24:09","modified_gmt":"2026-08-19T13:24:09","slug":"weltall-schwarzes-loch-astronomen-entdecken-voellig-neue-klasse-kosmischer-objekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343470\/","title":{"rendered":"Weltall: Schwarzes Loch? Astronomen entdecken v\u00f6llig neue Klasse kosmischer Objekte"},"content":{"rendered":"<p>In fast allen j\u00fcngeren Aufnahmen aus den Tiefen des Alls finden sich kleine rote Punkte, deren Ursprung bislang ungekl\u00e4rt war. Nun haben Astronomen dahinter eine neue Art kosmischer Objekte identifiziert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Astronomen k\u00f6nnten eine neue Klasse gigantischer Objekte im Kosmos entdeckt haben. Seit L\u00e4ngerem r\u00e4tseln Forscher \u00fcber mysteri\u00f6se \u201ekleine rote Punkte\u201c (Little Red Dots), die in Hunderten Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops auftauchen. Jetzt haben Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen extrem hellen roten Punkt im fr\u00fchen Universum gefunden und das Ph\u00e4nomen m\u00f6glicherweise entschl\u00fcsselt. <\/p>\n<p>Der rote Fleck \u00e4hnelt einem Stern von der Gr\u00f6\u00dfe unseres Sonnensystems. Gleichzeitig strahlt er 100 Milliarden Mal mehr Energie ab als jeder andere bekannte Stern. Solche Energiemengen wurden bislang eher bei Schwarzen L\u00f6chern beobachtet. Die Astronomen des MIT vermuten daher, dass es sich um ein v\u00f6llig neues astronomisches Objekt handelt, einen sogenannten \u201eSchwarzloch-Stern\u201c.<\/p>\n<p>Die Forscher analysierten f\u00fcr ihre Arbeit Aufnahmen des James-Webb-Teleskops (JWST) und ver\u00f6ffentlichten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10846-4\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10846-4&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Nature<\/a>\u201c. Das JWST ist das bislang leistungsst\u00e4rkste Teleskop und erm\u00f6glicht, tiefer in den Weltraum zu blicken als je zuvor. Da Licht sich mit endlicher Geschwindigkeit ausbreitet, ist ein Blick in ferne Galaxien immer auch ein Blick in die Vergangenheit und Entstehungsgeschichte des Universums.<\/p>\n<p>Das Licht des jetzt beschriebenen Zwitter-Objekts reiste 13 Milliarden Jahre bis zur Erde und stammt wohl aus der Fr\u00fchzeit des Universums, etwa 660 Millionen Jahre nach dem Urknall.<\/p>\n<p>Das Team beobachtete in dessen Spektrum ein seltsames Muster: Das Licht des Punktes war extrem hell\u00a0\u2013 au\u00dfer unterhalb bestimmter Wellenl\u00e4ngen, wo das Licht vollst\u00e4ndig verschwand. Dieser spektrale Abfall ist als \u201eBalmer-Sprung\u201c bekannt, eine Signatur, die traditionell mit dem dichten Gas von Sternen in Verbindung gebracht wird. Doch etwas war anders.<\/p>\n<p>\u201eDer Sprung, den wir bei diesem Objekt beobachtet haben, ist der tiefste Sprung, den wir je bei irgendeinem Objekt beobachtet haben, was gew\u00f6hnliche Sterne als Quelle ausschlie\u00dft\u201c, sagte Hauptautor der Studie, Rohan Naidu, NASA Hubble Fellow und Pappalardo Fellow am Kavli Institute for Astrophysics and Space Research des MIT, in einer <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/news.mit.edu\/2026\/astronomers-discover-brand-new-type-astrophysical-object-black-hole-star-0812\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/news.mit.edu\/2026\/astronomers-discover-brand-new-type-astrophysical-object-black-hole-star-0812&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Pressemitteilung<\/a> des MIT. <\/p>\n<p>\u201eMan hat etwas, das ein wenig wie ein Stern aussieht, aber 100 Milliarden Mal heller ist\u201c, sagte Naidu. \u201eDas bedeutet, dass man das nicht durch Kernfusion antreiben kann, die Energiequelle, die im Herzen aller Sterne sitzt, die wir kennen.\u201c<\/p>\n<p>Das beobachtete Spektrum weise stattdessen auf einen riesigen Gasmantel hin, der ein fr\u00fch entstehendes Schwarzes Loch in seinem Zentrum speise. Zwar geben Schwarze L\u00f6cher selbst kein Licht ab. Materie, die in den Sog ihrer Schwerkraft ger\u00e4t, wird jedoch extrem hei\u00df \u2013 und hell. Die Forscher tauften das Gebilde MoM-BH*-1.<\/p>\n<p>Sollte der helle rote Punkt tats\u00e4chlich ein Schwarzloch-Stern sein, w\u00fcrde er dabei helfen, die Identit\u00e4t der anderen r\u00e4tselhaften \u201ekleinen roten Punkte\u201c zu kl\u00e4ren, die in nahezu jeder Deep-Space-Aufnahme aufgetaucht sind, die JWST bislang gemacht hat.<\/p>\n<p>\u201eDiese kleinen roten Punkte scheinen im fr\u00fchen Universum \u00fcberall zu sein, verschwinden aber bis zur Gegenwart im Grunde v\u00f6llig\u201c, sagte Naidu. Es handelt sich also um kosmische Gebilde, die im Laufe der Evolution des Universums gewisserma\u00dfen ausgestorben sind. \u201eWas genau diese Objekte sind, war eines der am meisten diskutierten Themen seit dem Start des James-Webb-Teleskops.\u201c<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, um die kleinen roten Punkte zu verstehen, bestand bisher darin, dass sie von Galaxien umgeben waren, die sie \u00fcberdeckten. Der nun gefundene Schwarzloch-Stern MoM-BH*-1 hat jedoch vermutlich noch keine Galaxie um sich. Die Forscher haben daher klare Sicht. <\/p>\n<p>Dabei gab es zun\u00e4chst wenig \u00dcbereinstimmung. Das \u00e4u\u00dferst helle Spektrum des von MoM-BH*-1 ausgesandten Lichtes unterscheidet sich deutlich von dem schwachen Glimmen der kleinen roten Punkte. Die Astronomen simulierten jedoch in ihren Modellen, wie sich Farben und Helligkeit von MoM-BH*-1 \u00e4ndern w\u00fcrden, wenn es im Zentrum einer typischen Galaxie aus der Urzeit des Universums sitzen w\u00fcrde. Und tats\u00e4chlich, die spektrale Signatur stimmte mit jener der kleinen roten Punkte \u00fcberein. <\/p>\n<p>\u201eJeder kleine rote Punkt ist damit vereinbar, ein Schwarzloch-Stern zu sein, eingebettet in eine typische fr\u00fche Galaxie\u201c, sagt Naidu. \u201eDas Besondere an MoM-BH*-1 ist aber, dass der Schwarzloch-Stern seine umgebende Wirtsgalaxie im Grunde vollst\u00e4ndig \u00fcberstrahlt, sodass wir reines Schwarzloch-Stern-Licht sehen.\u201c<\/p>\n<p>Das hat praktischen Nutzen f\u00fcr die Forscher. Nachdem sie jetzt ein unverf\u00e4lschtes Spektrum eines Schwarzloch-Sterns identifiziert haben, k\u00f6nnte dieses als Vorlage f\u00fcr die Suche nach weiteren solcher Objekte dienen. <\/p>\n<p>\u201eDas sind unglaublich spannende Zeiten \u2013 mit fast tausend Fachartikeln und Preprints zu Little Red Dots in den vergangenen zwei bis drei Jahren\u201c, sagte Co-Autor Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am Institute of Science and Technology Austria, gegen\u00fcber dem Informationsdienst Wissenschaft. Die Ergebnisse w\u00fcrden letztlich einen Weg er\u00f6ffnen, das f\u00fcnfzig Jahre alte R\u00e4tsel des Ursprungs und der Entwicklung supermassereicher Schwarzer L\u00f6cher zu l\u00f6sen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In fast allen j\u00fcngeren Aufnahmen aus den Tiefen des Alls finden sich kleine rote Punkte, deren Ursprung bislang&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343471,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[699,46,42,8458,44,87728,87729,97,96,101,98,210,87727,100,99],"class_list":["post-343470","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astronomie","tag-at","tag-austria","tag-galaxien","tag-oesterreich","tag-quasare-ks","tag-schwarze-loecher-ks","tag-science","tag-science-technology","tag-technik","tag-technology","tag-texttospeech","tag-urknall-ks","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117122398041014691","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343470","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343470"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343470\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343471"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343470"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343470"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343470"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}