{"id":343696,"date":"2026-08-19T15:37:11","date_gmt":"2026-08-19T15:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343696\/"},"modified":"2026-08-19T15:37:11","modified_gmt":"2026-08-19T15:37:11","slug":"riskante-rettung-wie-voyager-2-weiter-am-leben-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343696\/","title":{"rendered":"Riskante Rettung: Wie Voyager 2 weiter am Leben bleibt"},"content":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfem Risiko gelang es der NASA, die legend\u00e4re Sonde im interstellaren Raum neu aufzusetzen und ihr Leben zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Als sie am 20. August 1977 von Cape Canaveral in Florida auf ihre Reise in die dunkle Unendlichkeit geschickt wurde, war Elvis Presley gerade vier Tage tot, Queen Elizabeth II. beging ihr \u201eerst\u201c 25. Jubil\u00e4umsjahr auf dem britischen Thron \u2013 und es dauerte fast noch ein halbes Jahr, bis der erste \u201eStar-Wars\u201c-Film in die deutschsprachigen Kinos kam. Die Rede ist von der l\u00e4ngst legend\u00e4ren NASA-Raumsonde Voyager 2. <\/p>\n<p>Nie flog ein menschgemachtes Objekt weiter<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Mittlerweile ist der am weitesten \u201eausgestreckte\u201c F\u00fchler in den interstellaren Raum, den die Menschheit hat \u2013 2018 hat sie die galaktische Schwelle \u00fcberquert. Bereits in den 1980er-Jahren war die Voyager 2 unter anderem an Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun vorbeigeflogen und hatte die ersten Nahaufnahmen dieser fernen Welten geliefert. Inzwischen ist die Voyager 2 etwa 21,4 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt \u2013 ein Funksignal mit Lichtgeschwindigkeit braucht f\u00fcr diesen Weg fast 20 Stunden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/imago440931296.jpg\" alt=\"Die Voyager 2, als sie im M\u00e4rz 1977 im \u201eJet Propulsion Laboratory\u201c der NASA auf ihre Reise in die Unendlichkeit vorbereitet wurde\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 IMAGODie Voyager 2, als sie im M\u00e4rz 1977 im \u201eJet Propulsion Laboratory\u201c der NASA auf ihre Reise in die Unendlichkeit vorbereitet wurde<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Und sie fliegt noch immer (wie auch ihre Schwester Voyager 1, die etwas sp\u00e4ter im September 1977 startete) durch das schwarze Vakuum: Mit Betonung auf \u201enoch\u201c. Der NASA gelang es nun, \u00fcber ein f\u00fcr die Voyager 2 und ihren Betrieb hochriskantes Man\u00f6ver die Lebensdauer weiter zu verl\u00e4ngern. Das allgegenw\u00e4rtige Problem: Die Energie an Bord geht stetig zur Neige. Die Voyager 2 nutzt drei Radioisotopengeneratoren \u2013 diese Radionuklidbatterien erzeugen Strom aus der W\u00e4rme, die beim nat\u00fcrlichen Zerfall von Plutonium-238 entsteht. Das radioaktive Material geht aber langsam zur Neige, aktuell verlieren die Batterien pro Jahr vier Watt Leistung.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Eben das machte einmal mehr eine Neuprogrammierung notwendig: Die NASA schickte in unendliche Ferne einen \u201ePoke-Befehl\u201c: \u00dcber das gezielte Software-Kommando wurde die Raumsonde umprogrammiert und ein Ger\u00e4t abgeschaltet, um Strom zu sparen. Das intern \u201eBig Bang\u201c genannte Vorgehen galt als hochriskant, weil sich ein Fehler \u00fcber Milliarden Kilometer Entfernung kaum korrigieren lie\u00dfe \u2013 und w\u00e4hrend die Sonde w\u00e4hrend der Reprogrammierung ausk\u00fchlte: Im interstellaren Raum ist die Voyager 2 wacker bei sehr zapfigen minus 270 Grad Celsius unterwegs. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">F\u00fcr Gernot Gr\u00f6mer, Direktor des <a href=\"https:\/\/oewf.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00d6sterreichischen Weltraum Forums (\u00d6WF)<\/a> und Astrophysiker, sind Voyager-Signale sehr speziell: Es gebe \u201ede facto nicht mehr viele Leute, die mit der Software und den Signalen ohne Weiteres noch etwas anfangen k\u00f6nnen\u201c, sagt er im Interview. Vom alten Team aus den 1970er-Jahren ist klarerweise niemand mehr im Dienst. Dem heutigen \u201eJet Propulsion Laboratory\u201c der NASA helfen aber alte Codes, die man noch im Voyager-System findet und die R\u00fcckschl\u00fcsse auf die noch verbliebenen Optionen zulassen. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Es waren sozusagen lebenserhaltende Ma\u00dfnahmen an der f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse \u00e4u\u00dferst simpel wirkenden Konstruktion: Deaktiviert wurden gleichzeitig mehrere stromhungrige Bauteile \u2013 wie Heizelemente und ein alter Bandrekorder, der l\u00e4ngst nicht mehr ben\u00f6tigt wird. F\u00fcr den Weiterbetrieb setzte man auf sparsamere Alternativen. Das Husarenst\u00fcck gelang, die Leitungen f\u00fcr den Treibstoff froren nicht ein, das neue Setup funktioniert. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Es bleibt nun jedenfalls genug Leistung \u00fcbrig, um alle drei verbliebenen Instrumente \u2013 Magnetometer, \u201ePlasma Wave Subsystem\u201c und \u201eCosmic Ray Subsystem\u201c \u2013 f\u00fcr mindestens ein weiteres Jahr gemeinsam zu betreiben. H\u00e4tte man nichts unternommen, h\u00e4tte man sich von einem dieser wichtigen Module des Museumsst\u00fccks wohl heuer noch verabschieden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Aus wissenschaftlicher Sicht ein Triumph<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Wissenschaftlich ist der Wert des nun einmal mehr verl\u00e4ngerten Lebens riesig. Gernot Gr\u00f6mer vom \u00d6WF bilanziert: \u201eGrunds\u00e4tzlich ist die Voyager-Hardware sehr, sehr alt. Die Entwicklung liegt schon \u00fcber 50 Jahre zur\u00fcck \u2013 mit all den entsprechenden Einschr\u00e4nkungen. Aber: Die Voyager 2 ist ein Paradebeispiel, dass es so etwas wie einen Standortvorteil in der Raumfahrt gibt: Selbst wenn die Sensoren alt sind \u2013 wenn sie die einzigen vor Ort sind, gibt es nichts Besseres.\u201c Das Sondieren des interstellaren Raumes \u201eaus plasmaphysikalischer Sicht\u201c sei \u201esehr spannend\u201c, sagt Gr\u00f6mer. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Voyager 1 soll 2027 zum \u201eFern-Service\u201c. Sollte kein weiterer Alarm aus dem Interstellar gemeldet werden, k\u00f6nnten das unerm\u00fcdliche Voyager-Duo nach aktuellen Planungen bis in die 2030er-Jahre Signale senden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit gro\u00dfem Risiko gelang es der NASA, die legend\u00e4re Sonde im interstellaren Raum neu aufzusetzen und ihr Leben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343697,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[46,42,42890,7818,44,87797,40084,97,96,87796,101,98,87795,100,99],"class_list":["post-343696","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-at","tag-austria","tag-interstellar","tag-nasa","tag-oesterreich","tag-radioisotopengenerator","tag-raumsonde","tag-science","tag-science-technology","tag-sonde","tag-technik","tag-technology","tag-voyager-2","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117122921511639548","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343696\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}