{"id":343854,"date":"2026-08-19T17:15:12","date_gmt":"2026-08-19T17:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343854\/"},"modified":"2026-08-19T17:15:12","modified_gmt":"2026-08-19T17:15:12","slug":"merz-verurteilt-ben-gvirs-toetungsaufruf-als-nicht-hinnehmbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/343854\/","title":{"rendered":"Merz verurteilt Ben-Gvirs T\u00f6tungsaufruf als &#8222;nicht hinnehmbar&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\nKommen jetzt Sanktionen?\n<\/p>\n<p>Aktualisiert am 19.08.2026, 17:37 Uhr\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.gmx.at\/image\/804\/42630804,pd=6\/bundeskanzler-friedrich-merz-cdu.jpg\" data-brain-zone=\".42630776.content.lead.1\" data-component-path=\"content.lead.1\" data-component-name=\"article-image\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bundeskanzler-friedrich-merz-cdu.jpg\" alt=\"Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p><\/a> <\/p>\n<p>\nBundeskanzler Friedrich Merz hat die Aussagen des israelischen Ministers Ben Gvir scharf kritisiert. (Archivbild)<br \/>\n\u00a9\u00a0picture alliance\/dts-Agentur\n<\/p>\n<p class=\"content__description\" data-speakable=\"\">Ein Gewaltaufruf aus Israel bringt die europ\u00e4ische Politik in Bewegung. W\u00e4hrend Bundeskanzler Friedrich Merz klare Grenzen zieht, fordern Politiker in Deutschland und anderen EU-Staaten sp\u00fcrbare Konsequenzen.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Bundeskanzler <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_1\" data-component-path=\"content.textlink_1\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/friedrich-merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> (<a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_2\" data-component-path=\"content.textlink_2\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/christlich-demokratische-union-deutschlands\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a>) hat den Aufruf des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir zu gezielten T\u00f6tungen von Pal\u00e4stinensern kritisiert. Er verurteile die menschenverachtenden, v\u00f6lkerrechtswidrigen Appelle scharf, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Sie seien nicht hinnehmbar. . Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) forderte, auf EU-Ebene Sanktionen &#8222;ernsthaft&#8220; zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Ben-Gvir hatte vor einigen Tagen gesagt, es gebe im <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_3\" data-component-path=\"content.textlink_3\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/gazastreifen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gazastreifen<\/a> Menschen, die es nicht verdienten zu leben. Er forderte &#8222;jede Nacht gezielte Eliminierungen&#8220; von 30 oder 40 Menschen in dem Pal\u00e4stinensergebiet. Dabei gehe es nicht nur um diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr darstellten.<\/p>\n<p>&#8222;Es darf keine Annexionsschritte geben&#8220;<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Unabh\u00e4ngig davon kritisierte Merz eine Ausschreibung des israelischen Bauministeriums f\u00fcr ein Siedlungsprojekt im <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_4\" data-component-path=\"content.textlink_4\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/reise\/thema\/westjordanland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Westjordanland<\/a>. Der Kanzler verfolge die j\u00fcngsten Schritte der israelischen Regierung mit gro\u00dfer Sorge, sagte Hille. Seine Botschaft sei: &#8222;Es darf keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland geben, keine formellen, aber auch keine politischen, baulichen oder sonstigen Ma\u00dfnahmen, die in ihrer Wirkung immer offensichtlicher auf eine Annexion hinauslaufen. Sie stehen einer Zweistaatenl\u00f6sung entgegen.&#8220;<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Israel m\u00fcsse als Besatzungsmacht Pal\u00e4stinenser menschenw\u00fcrdig behandeln, ihr Eigentum sch\u00fctzen und \u00f6ffentliche Verwaltung sowie humanit\u00e4re Versorgung sicherstellen, sagte der Sprecher. Der Kanzler mache zugleich immer deutlich, dass Deutschland f\u00fcr die Existenz und Sicherheit Israels einstehe.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Ausschreibung sieht den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten vor. Dabei geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern. Eine Bebauung dort w\u00fcrde das Westjordanland faktisch in einen n\u00f6rdlichen und einen s\u00fcdlichen Teil aufspalten.<\/p>\n<p>Jahrelange Diskussion \u00fcber Sektionen <\/p>\n<p data-speakable=\"\">Auf EU-Ebene wird seit Jahren \u00fcber Sanktionen gegen den israelischen Sicherheitsminister Ben-Gvir diskutiert, zuletzt etwa beim EU-Gipfel im Juni. Eine solche Ma\u00dfnahme h\u00e4tte Einreisesperren und das Einfrieren von in Europa vorhandenem Verm\u00f6gen zur Folge. F\u00fcr diesen Schritt w\u00e4re allerdings eine einstimmige Entscheidung im Rat der EU-L\u00e4nder n\u00f6tig. Zuletzt sperrte sich vor allem Tschechien dagegen, Ben-Gvir auf die EU-Sanktionsliste zu setzen.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Einzelne Mitgliedstaaten haben schon eigene Ma\u00dfnahmen ergriffen. So verh\u00e4ngten etwa Irland, <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_5\" data-component-path=\"content.textlink_5\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/reise\/thema\/frankreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, Spanien und Slowenien Einreiseverbote gegen Ben-Gvir. Gr\u00fcnen-Chefin Franziska Brantner forderte die Bundesregierung im Gespr\u00e4ch mit dem Portal Politico auf, diesem Beispiel zu folgen.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Deutschland steht Sanktionen gegen Israel traditionell kritisch gegen\u00fcber und verweist auf die besondere Verantwortung vor dem Hintergrund des Holocaust. Im Fall Ben-Gvir mehrten sich zuletzt jedoch die Stimmen innerhalb der Regierungskoalition f\u00fcr solche Ma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p data-speakable=\"\">&#8222;Das muss auch Konsequenzen haben&#8220;, sagte auch Finanzminister <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42630776.content.textlink_6\" data-component-path=\"content.textlink_6\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/lars-klingbeil\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klingbeil<\/a> am Dienstagabend im Sat.1-Sommerinterview. Mit Blick auf EU-Sanktionen betonte er: &#8222;Das muss jetzt sehr ernsthaft gepr\u00fcft werden.&#8220;. Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) tue dies auch.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Hille verwies darauf, dass der letzte EU-Gipfel eine &#8222;Richtungsentscheidung&#8220; getroffen habe, &#8222;gezielte Ma\u00dfnahmen gegen radikale Politiker vorzubereiten&#8220;. Dazu werde die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas Vorschl\u00e4ge vorlegen. Damit w\u00fcrden sich dann die EU-Au\u00dfenminister bei ihrem Treffen Anfang September befassen. Sowohl Hille als auch ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amtes dementierten am Mittwoch ausdr\u00fccklich, das Deutschland beim letzten EU-Gipfel Sanktionen gegen Ben-Gvir verhindert habe.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Eine Premiere w\u00e4ren Sanktionen gegen Israel f\u00fcr die Regierung Merz nicht. Im vergangenen Sommer hatte der Kanzler Waffenexporte nach Israel teilweise gestoppt. Er reagierte damit auf einen vom israelischen Sicherheitskabinett gebilligten Plan, den Milit\u00e4reinsatz im Gazastreifen auszuweiten. Die Sanktionen wurden im November wieder aufgehoben.<\/p>\n<p>Kritik auch aus Frankreich<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Auch Frankreichs Au\u00dfenminister Jean-No\u00ebl Barrot zeigte sich emp\u00f6rt \u00fcber Ben-Gvirs \u00c4u\u00dferungen. Diese seien &#8222;unertr\u00e4glich und unmenschlich&#8220;, sagte er der Zeitung &#8222;La Montagne&#8220;. <\/p>\n<p data-speakable=\"\">Nach dem Zentralrat der Juden verurteilte in Deutschland auch die Pr\u00e4sidentin der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen und Oberbayern, Charlotte Knobloch, Ben-Gvirs \u00c4u\u00dferungen. &#8222;Diese S\u00e4tze stehen nicht f\u00fcr die Werte Israels, und sie sollten nicht unwidersprochen bleiben&#8220;, erkl\u00e4rte sie.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Das Ausw\u00e4rtige Amt verurteilte auch eine israelische Ausschreibung f\u00fcr \u00fcber tausend neue Wohneinheiten im Westjordanland. &#8222;Der Siedlungsbau verst\u00f6\u00dft gegen das V\u00f6lkerrecht&#8220;, sagte ein Sprecher. Die Umsetzung der israelischen Pl\u00e4ne &#8222;w\u00fcrde das Westjordanland faktisch in zwei H\u00e4lften teilen, von Ost-Jerusalem abschneiden und somit eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung unm\u00f6glich machen&#8220;, f\u00fcgte er hinzu. &#8222;Leidtragende w\u00e4ren in erster Linie die pal\u00e4stinensische Zivilbev\u00f6lkerung.&#8220;<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Merz habe in Gespr\u00e4chen mit Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu immer wieder deutlich gemacht, dass es &#8222;keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland&#8220; geben d\u00fcrfe, sagte Hille dazu. Israel h\u00e4lt das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Pal\u00e4stinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben. (afp\/dpa\/bearbeitet von amb)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kommen jetzt Sanktionen? 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