{"id":344290,"date":"2026-08-19T22:00:20","date_gmt":"2026-08-19T22:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/344290\/"},"modified":"2026-08-19T22:00:20","modified_gmt":"2026-08-19T22:00:20","slug":"diabetespraevention-neu-denken-monitor-versorgungsforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/344290\/","title":{"rendered":"Diabetespr\u00e4vention neu denken &#8211; Monitor Versorgungsforschung"},"content":{"rendered":"<p><img width=\"300\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DZD_Logo.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"  \/><\/p>\n<p class=\"postDate\">19.08.2026 14:38<\/p>\n<p class=\"postExcerpt\">Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist \u00fcber viele Jahre hinweg \u2013 Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen setzen jedoch h\u00e4ufig erst dann ein, wenn die Blutzuckerwerte bereits erh\u00f6ht sind. Ein internationales Expertengremium unter Leitung des Universit\u00e4tsklinikums T\u00fcbingen und des Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung (DZD) pl\u00e4diert deshalb f\u00fcr ein grundlegendes Umdenken:<\/p>\n<p>Diabetespr\u00e4vention sollte den gesamten Lebensverlauf ber\u00fccksichtigen \u2013 von der Zeit vor einer Schwangerschaft bis ins h\u00f6here Erwachsenenalter. In einer Ver\u00f6ffentlichung in der Fachzeitschrift \u201aNature Medicine\u2018 formulieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmals einen gemeinsamen Zehn-Punkte-Katalog f\u00fcr die Pr\u00e4vention von Typ-2-Diabetes und seiner Folgeerkrankungen.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung wurde von Forschenden des Universit\u00e4tsklinikums T\u00fcbingen und des DZD initiiert und geleitet. Gemeinsam mit f\u00fchrenden Expertinnen und Experten aus Grundlagenforschung, klinischer Medizin und Diabetespr\u00e4vention haben sie den aktuellen Wissensstand zusammengef\u00fchrt und daraus konkrete Empfehlungen f\u00fcr Forschung, Pr\u00e4vention und Gesundheitsversorgung entwickelt.<\/p>\n<p>\u201eTyp-2-Diabetes entsteht nicht von heute auf morgen. Das Erkrankungsrisiko entwickelt sich h\u00e4ufig \u00fcber Jahrzehnte hinweg und wird von biologischen, sozialen und verhaltensbezogenen Faktoren in unterschiedlichen Lebensphasen gepr\u00e4gt\u201c, sagt Prof. Dr. Andreas L. Birkenfeld, \u00c4rztlicher Direktor der Klinik f\u00fcr Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen, Direktor des Instituts f\u00fcr Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und Vorstand des Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung. \u201eWenn wir Diabetes wirksam verhindern wollen, m\u00fcssen Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen deshalb deutlich fr\u00fcher ansetzen und individuelle Risiken \u00fcber die gesamte Lebensspanne ber\u00fccksichtigen.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Pr\u00e4vention beginnt lange vor der Erkrankung<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren schlagen einen sogenannten Life-Course-Ansatz vor. Dieser versteht Diabetespr\u00e4vention nicht als einzelne Ma\u00dfnahme im Erwachsenenalter, sondern als kontinuierliche Aufgabe \u00fcber die gesamte Lebensspanne. Entscheidend sind dabei sechs Lebensphasen \u2013 von der Zeit vor einer Schwangerschaft \u00fcber Schwangerschaft, fr\u00fche Kindheit sowie Jugend und junges Erwachsenenalter bis in die Lebensmitte.<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen denken bei Diabetespr\u00e4vention vor allem an Ern\u00e4hrung und Bewegung im Erwachsenenalter\u201c, sagt Erstautorin Yiying Wang, Medizindoktorandin am Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen. \u201eDabei wird das sp\u00e4tere Erkrankungsrisiko bereits deutlich fr\u00fcher gepr\u00e4gt. Schon die Stoffwechselgesundheit von Mutter und Vater vor einer Schwangerschaft kann die sp\u00e4tere Stoffwechselgesundheit ihres Kindes beeinflussen. Schwangerschaft und Stillzeit er\u00f6ffnen weitere wichtige Chancen, um die Gesundheit beider Generationen positiv zu pr\u00e4gen.\u201c<\/p>\n<p>Gesundheit zur\u00fcckgewinnen, statt Krankheit nur aufzuhalten<\/p>\n<p>Ein zentrales Konzept der Ver\u00f6ffentlichung ist die Remission. Pr\u00e4vention bedeutet nach Auffassung der Autorinnen und Autoren nicht nur, das Fortschreiten einer Erkrankung zu verlangsamen. Ziel sollte vielmehr sein, metabolische Gesundheit m\u00f6glichst fr\u00fch wiederherzustellen und langfristig zu erhalten.<\/p>\n<p>Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Pr\u00e4diabetes. In diesem Vorstadium des Typ-2-Diabetes sind die Blutzuckerwerte bereits erh\u00f6ht, liegen jedoch noch unterhalb der Diabetesgrenze. Studien zeigen, dass sich dieser Zustand durch gezielte Lebensstilma\u00dfnahmen h\u00e4ufig wieder normalisieren l\u00e4sst. Menschen, denen dies gelingt, haben langfristig ein deutlich geringeres Risiko, sp\u00e4ter an Typ-2-Diabetes zu erkranken.<\/p>\n<p>\u201ePr\u00e4diabetes ist kein unumkehrbarer Zustand\u201c, sagt Letztautor Birkenfeld. \u201eDie Remission eines Pr\u00e4diabetes \u2013 also die R\u00fcckkehr zu normalen Blutzuckerwerten \u2013 sollte deshalb ein zentrales Ziel der Pr\u00e4vention sein. Es geht nicht nur darum, das Fortschreiten einer Erkrankung aufzuhalten, sondern metabolische Gesundheit m\u00f6glichst fr\u00fch und dauerhaft zur\u00fcckzugewinnen.\u201c<\/p>\n<p>Zehn Priorit\u00e4ten f\u00fcr die Diabetespr\u00e4vention der Zukunft<\/p>\n<p>\u00dcber die Zusammenfassung des aktuellen Wissensstands hinaus formuliert das internationale Expertengremium erstmals einen gemeinsamen Zehn-Punkte-Katalog f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Diabetespr\u00e4vention. Darin benennen die Autorinnen und Autoren die aus ihrer Sicht wichtigsten n\u00e4chsten Schritte, um Pr\u00e4vention wirksamer zu machen \u2013 von einer lebensphasen\u00fcbergreifenden Risikoerkennung und personalisierten Pr\u00e4ventionsstrategien \u00fcber den Einsatz digitaler und KI-gest\u00fctzter Verfahren bis hin zu neuen Konzepten, die die Remission st\u00e4rker als Pr\u00e4ventionsziel ber\u00fccksichtigen und gesundheitliche Ungleichheiten verringern sollen.<\/p>\n<p>Mit ihrem Zehn-Punkte-Katalog formulieren die Autorinnen und Autoren erstmals einen internationalen Expertenkonsens zu den wichtigsten Priorit\u00e4ten f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Diabetespr\u00e4vention. Ziel ist es, Risiken fr\u00fcher zu erkennen, die Remission des Pr\u00e4diabetes als zentrales Pr\u00e4ventionsziel zu etablieren und Menschen m\u00f6glichst lange metabolisch gesund zu erhalten.<\/p>\n<p>Original-Publikation<\/p>\n<p>Wang Y. et al.\u00a0Type 2 diabetes prevention across the life course.\u00a0Nature Medicine (2026). DOI:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04550-z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">10.1038\/s41591-026-04550-z<\/a><\/p>\n<p>LIFETIME-Studie f\u00fcr Menschen mit Pr\u00e4diabetes<\/p>\n<p>Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung neuer Pr\u00e4ventionsans\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit erh\u00f6htem Diabetesrisiko. Deshalb bietet das Deutsche Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung (DZD) f\u00fcr Menschen mit Pr\u00e4diabetes die LIFETIME-Studie an. Untersucht wird, ob das Medikament Dapagliflozin in Kombination mit einer strukturierten Lebensstilintervention eine Remission des Pr\u00e4diabetes f\u00f6rdern kann.<\/p>\n<p>Mehr Informationen:\u00a0<a class=\"js-has-self-link\" href=\"https:\/\/www.dzd-ev.de\/forschung\/klinische-studien\/lifetime\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LIFETIME | DZD \u2013 Deutsches Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"19.08.2026 14:38 Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist \u00fcber viele Jahre hinweg \u2013 Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen setzen jedoch h\u00e4ufig erst dann ein,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":344291,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,6320,44],"class_list":["post-344290","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-health","tag-indikationen","tag-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117124427463772836","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/344291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}