{"id":345356,"date":"2026-08-20T11:20:07","date_gmt":"2026-08-20T11:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/345356\/"},"modified":"2026-08-20T11:20:07","modified_gmt":"2026-08-20T11:20:07","slug":"hitzeschutz-in-der-steiermark-das-soll-sich-jetzt-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/345356\/","title":{"rendered":"Hitzeschutz in der Steiermark: Das soll sich jetzt \u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>        <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/land-steiermark-hitzegipfel.jpg\" data-caption=\"Foto \u00a9 Land Steiermark\/Robert Binder\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"entry-thumb td-modal-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/land-steiermark-hitzegipfel-640x427.jpg\"   alt=\"Land Steiermark Hitzegipfel\" title=\"Land Steiermark Hitzegipfel\"\/><\/a>Foto \u00a9 Land Steiermark\/Robert Binder<\/p>\n<p>Die anhaltende Hitze und Trockenheit erh\u00f6hen auch in der Steiermark den Handlungsdruck. Die Landesregierung hat deshalb bei einem Hitzeschutz-Gipfel \u00fcber bestehende Ma\u00dfnahmen und weitere Schritte beraten. Geplant sind unter anderem K\u00fchlr\u00e4ume in Gemeinden, mehr Hitzeschutz in Schulen und Kinderg\u00e4rten sowie zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Feuerwehr, Rettung und Infrastruktur.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es Entwarnung bei zwei besonders wichtigen Bereichen: Nach Angaben des Landes bleiben sowohl die Stromversorgung als auch die Trinkwasserversorgung trotz Hitze und Trockenheit gesichert.<\/p>\n<p>Stromversorgung trotz Niedrigwasser stabil<\/p>\n<p>Niedrige Wasserst\u00e4nde schr\u00e4nken derzeit die Stromproduktion aus Wasserkraft ein. Dennoch kam es laut Land im rund 30.000 Kilometer langen steirischen Stromnetz bisher zu keinen hitzebedingten Problemen.<\/p>\n<p>Windkraft, Photovoltaik und Gaskraft gleichen die geringere Wasserkraftproduktion aus. Auch die Versorgung mit Trinkwasser sei derzeit gew\u00e4hrleistet. Langfristig soll das Wassernetzwerk 2050 daf\u00fcr sorgen, Wasser innerhalb der Steiermark bei Bedarf zwischen verschiedenen Regionen zu verteilen.<\/p>\n<p>Beim Hitzeschutz will das Land nun jedoch mehrere Bereiche st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken.<\/p>\n<p>Schulen und Kinderg\u00e4rten sollen besser vor Hitze sch\u00fctzen<\/p>\n<p>Besonders Kinder leiden unter hohen Temperaturen. Deshalb will das Land den sommerlichen W\u00e4rmeschutz bei Schulen sowie Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen ausbauen.<\/p>\n<p>Bei Neubauten und gr\u00f6\u00dferen Sanierungen sollen Beschattung, Begr\u00fcnung, L\u00fcftung und gegebenenfalls technische K\u00fchlung st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden. Schulbauvorgaben zu Sonnenschutz und L\u00fcftung hat das Land bereits angepasst.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich entsteht ein eigener Hitzeschutzplan f\u00fcr Kinderg\u00e4rten und andere Betreuungseinrichtungen. Geplant sind unter anderem Checklisten, Handlungsempfehlungen und Selbstchecks.<\/p>\n<p>Ein Pilotprojekt in Fehring, Kapfenstein, Riegersburg und Unterlamm erprobt derzeit entsprechende Ma\u00dfnahmen. Sp\u00e4ter sollen die Erkenntnisse auch anderen Einrichtungen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Mehr Schwimmunterricht vor den Sommerferien<\/p>\n<p>Eine weitere Idee betrifft die letzten hei\u00dfen Schulwochen. <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/steiermark\/hitze-in-schulen-steiermark-will-schueler-ins-freibad-schicken.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nach dem Notenschluss soll Schwimmunterricht k\u00fcnftig verst\u00e4rkt geblockt im Rahmen von Projekttagen oder Schulveranstaltungen stattfinden<\/a>.<\/p>\n<p>Damit will das Land zwei Ziele verbinden: Kinder verbringen weniger Zeit in aufgeheizten Klassenr\u00e4umen und verbessern gleichzeitig ihre Schwimmkenntnisse.<\/p>\n<p>Gemeinden sollen \u201eK\u00fchlinseln\u201c einrichten<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr besonders hei\u00dfe Tage plant das Land neue Anlaufstellen. Schulen, Gemeinde\u00e4mter, Kinderg\u00e4rten oder Veranstaltungszentren k\u00f6nnten k\u00fcnftig als sogenannte \u201eK\u00fchlinseln\u201c dienen.<\/p>\n<p>Nach M\u00f6glichkeit sollen diese Geb\u00e4ude klimatisiert und mit einer Notstromversorgung ausgestattet sein. Vor allem \u00e4ltere Menschen und andere besonders hitzeempfindliche Personen k\u00f6nnten dort bei extremen Temperaturen Schutz finden.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich will das Land Hitzeschutz und Trinkwasserversorgung st\u00e4rker in den Katastrophenschutzpl\u00e4nen der Gemeinden ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Klimaanlagen sollen leichter errichtet werden k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Auch beim Bauen zeichnen sich \u00c4nderungen ab. Eine neue Steierm\u00e4rkische Bautechnikverordnung soll den Schutz vor sommerlicher \u00dcberhitzung st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Bei Neubauten und Generalsanierungen soll K\u00fchlung k\u00fcnftig st\u00e4rker von Beginn an in die Planung einflie\u00dfen. Gleichzeitig <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/steiermark\/steiermark-genehmigungspflicht-fuer-klimaanlagen-soll-entfallen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">m\u00f6chte das Land Verfahren f\u00fcr Klimaanlagen vereinfachen<\/a>. Statt eines Genehmigungsverfahrens soll k\u00fcnftig in bestimmten F\u00e4llen eine Meldepflicht ausreichen.<\/p>\n<p>Daneben setzt das Land auf Beschattung, Begr\u00fcnung, geeignete Fenster und eine Bauweise, die Geb\u00e4ude im Sommer m\u00f6glichst wenig aufheizt.<\/p>\n<p>Fast doppelt so viele Vegetationsbr\u00e4nde wie 2025<\/p>\n<p>Besonders deutlich zeigen sich die Folgen der Trockenheit bei den Feuerwehren. Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Steiermark laut Landesregierung 47 Vegetationsbr\u00e4nde. Bis zum 10. August 2026 waren es bereits 98.<\/p>\n<p>Zwischen 2021 und 2025 flossen knapp zehn Millionen Euro in Spezialausr\u00fcstung f\u00fcr Waldbr\u00e4nde und Extremwetterereignisse. Derzeit setzt das Land zus\u00e4tzlich ein Feuerwehr-Investitionspaket von 25,5 Millionen Euro um.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem m\u00f6chte die Steiermark erreichen, dass Hubschrauber des Bundesheeres bei Waldbr\u00e4nden schneller zur Verf\u00fcgung stehen. Auch die finanzielle Abgeltung von Einsatzzeiten selbstst\u00e4ndiger Feuerwehrmitglieder und von Landwirten steht auf der Agenda.<\/p>\n<p>Die Trockenheit verursacht zudem immer mehr Nutzwassertransporte durch die Feuerwehren.<\/p>\n<p>Hitze belastet Rettung und Katastrophenschutz<\/p>\n<p>Hohe Temperaturen stellen auch Einsatzorganisationen vor neue Probleme. Bei Wanderern und Bergsteigern treten laut Land h\u00e4ufiger Dehydrierung und Kreislaufprobleme auf.<\/p>\n<p>Erste Rettungsdienststellen verf\u00fcgen bereits \u00fcber Klimatisierung. Zudem gelten definierte Temperaturgrenzen f\u00fcr die Lagerung von Medikamenten. Leichtere Einsatzbekleidung soll Rettungs- und Bergrettungskr\u00e4fte zus\u00e4tzlich entlasten.<\/p>\n<p>Auch technische Einrichtungen m\u00fcssen mit der Hitze zurechtkommen. Die 353 Funkmasten des steirischen BOS-Netzes ben\u00f6tigen bei hohen Temperaturen permanente K\u00fchlung. Deshalb will das Land Katastrophenfunk-Stationen mit geeigneten Klimager\u00e4ten ausstatten.<\/p>\n<p>Spit\u00e4ler: Temperaturmanagement bei neuen Patientenzimmern<\/p>\n<p>Im Gesundheitsbereich setzt die Steiermark bereits einen eigenen Hitzeschutzplan ein.<\/p>\n<p>In den Krankenh\u00e4usern der KAGes verf\u00fcgen Operationsbereiche, Aufwachr\u00e4ume und neue Ambulanzen standardm\u00e4\u00dfig \u00fcber K\u00fchlung. Seit M\u00e4rz 2024 m\u00fcssen Neubauten und umfassende Sanierungen au\u00dferdem ein Temperaturmanagement f\u00fcr Patientenzimmer ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Wo m\u00f6glich, sollen bauliche Ma\u00dfnahmen wie Beschattung oder kleinere Glasfl\u00e4chen verhindern, dass sich Geb\u00e4ude stark aufheizen.<\/p>\n<p>Landwirtschaft k\u00e4mpft mit der D\u00fcrre<\/p>\n<p>Hitze und fehlender Niederschlag treffen besonders die Land- und Forstwirtschaft. Das Land unterst\u00fctzt deshalb unter anderem Bew\u00e4sserungssysteme, Speicherteiche und digitale Systeme zur Steuerung des Wasserverbrauchs.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2026 laufen bereits spezielle Ma\u00dfnahmen. Dazu geh\u00f6ren die Beobachtung von Bodenfeuchtigkeit und Futtermittelbest\u00e4nden sowie Erleichterungen beim Futtermittelzukauf. Die Landwirtschaftskammer betreibt au\u00dferdem eine Futterb\u00f6rse.<\/p>\n<p>Langfristig setzt die Steiermark auf hitze- und trockenheitstolerantere Kulturen, Bodenschutz und einen an das ver\u00e4nderte Klima angepassten Wald.<\/p>\n<p>Stra\u00dfen leiden ebenfalls unter extremer Hitze<\/p>\n<p>Hohe Temperaturen k\u00f6nnen auch Sch\u00e4den an Stra\u00dfen verursachen. Weicher Asphalt und austretendes Bitumen stellen die Stra\u00dfenerhaltung vor zus\u00e4tzliche Herausforderungen.<\/p>\n<p>Das Land behandelt betroffene Stellen unter anderem mit Kalkmehl und repariert Sch\u00e4den. Zudem kontrollieren Mitarbeiter Bereiche mit erh\u00f6htem Steinschlagrisiko intensiver.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte des Stra\u00dfenerhaltungsdienstes erhalten Getr\u00e4nke und K\u00fchlt\u00fccher. K\u00fcnftig soll auch k\u00fchlende Schutzausr\u00fcstung verst\u00e4rkt zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Hochwasserschutz bleibt trotz Trockenheit Thema<\/p>\n<p>Neben Hitze und D\u00fcrre bereitet sich das Land weiterhin auf Starkregen und Hochwasser vor. R\u00fcckhaltebecken und andere Hochwasserschutzanlagen sollen ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sollen Renaturierungsprojekte nat\u00fcrliche Fl\u00e4chen schaffen, die Wasser zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen. Damit versucht die Steiermark, sowohl l\u00e4ngeren Trockenperioden als auch kurzfristigen gro\u00dfen Niederschlagsmengen besser zu begegnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto \u00a9 Land Steiermark\/Robert Binder Die anhaltende Hitze und Trockenheit erh\u00f6hen auch in der Steiermark den Handlungsdruck. 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