{"id":345506,"date":"2026-08-20T12:51:09","date_gmt":"2026-08-20T12:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/345506\/"},"modified":"2026-08-20T12:51:09","modified_gmt":"2026-08-20T12:51:09","slug":"younion-sportgewerkschaft-wachsende-vorwuerfe-gegen-oeehv-nach-versaeumter-160-000-euro-foerderung-fuer-frauen-eishockey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/345506\/","title":{"rendered":"younion-Sportgewerkschaft: Wachsende Vorw\u00fcrfe gegen \u00d6EHV nach vers\u00e4umter 160.000 Euro F\u00f6rderung f\u00fcr Frauen-Eishockey"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der \u00d6sterreichische Eishockeyverband (\u00d6EHV) begonnen hat, \u00f6ffentlich in Interviews \u00fcber einzelne Verbesserungen und m\u00f6gliche L\u00f6sungen zu informieren, kommen neue Fragen zur Arbeit der Verantwortlichen im Frauen-Eishockey hinzu. Wie heute aus Medienberichten bekannt wurde, wurde 2024 die Antragsfrist f\u00fcr die \u201eDream Teams\u201c-F\u00f6rderung des Sportministeriums vers\u00e4umt. Dem \u00d6EHV entgingen dadurch rund 160.000 Euro an F\u00f6rdermitteln. General Manager Martin Kogler best\u00e4tigte gegen\u00fcber der \u201eKronen Zeitung\u201c, dass eine Deadline vers\u00e4umt wurde.<\/p>\n<p>Aus Sicht der younion-Sportgewerkschaft ist das besonders bemerkenswert: Die \u201eDream Teams\u201c-F\u00f6rderung soll ausdr\u00fccklich Frauenligen st\u00e4rken, deren Rahmenbedingungen professionalisieren und damit auch die Qualit\u00e4t und internationale Konkurrenzf\u00e4higkeit der Frauen-Nationalteams verbessern. Sascha Tomanek von der Eishockeyspieler:innen UNION in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: \u201eEs w\u00e4ren offenbar Mittel vorhanden, wenn man die Aufgabe gewissenhaft macht und rechtzeitig dran ist.\u201c<\/p>\n<p>Angebliche Verbesserungen erfahren Spielerinnen aus den Medien<\/p>\n<p>Gleichzeitig kommuniziert der \u00d6EHV gegen\u00fcber Medien, dass einzelne Forderungen der Spielerinnen angeblich bereits umgesetzt worden seien. Unter anderem soll das Nationalteam k\u00fcnftig von einem Arzt begleitet werden. Die Sportgewerkschaft begr\u00fc\u00dft jede tats\u00e4chliche Verbesserung. Unverst\u00e4ndlich ist f\u00fcr sie allerdings, warum die betroffenen Spielerinnen und ihre gewerkschaftliche Vertretung dar\u00fcber nicht zuerst verbindlich und schriftlich informiert werden.<\/p>\n<p>Tomanek fragt: \u201eWarum \u00fcber Medien? Wo ist die schriftliche Antwort an uns als gew\u00e4hlte Vertretung der Spielerinnen? Welche ihrer Punkte sind erf\u00fcllt?\u201c Die Spielerinnen sind keine Bittstellerinnen mehr. Sie wollen eine schriftliche Best\u00e4tigung, dass k\u00fcnftig bei jedem Camp oder Turnier eine \u00c4rztin oder ein Arzt dabei ist. Und nicht nur dann, wenn der General Manager es gerade will und er daran denkt, \u00c4rzt:innen zu engagieren.<\/p>\n<p>Genau darin liegt aus Sicht der younion-Sportgewerkschaft mittlerweile das zentrale Problem: Es gibt laufend Erkl\u00e4rungen, Ank\u00fcndigungen und \u00f6ffentliche Wasserstandsmeldungen. Was weiterhin fehlt, ist ein vollst\u00e4ndiges und verbindliches Dokument, in dem festgehalten wird, welche Rahmenbedingungen k\u00fcnftig gelten, welche Punkte umgesetzt sind und welche konkreten Zusagen der Verband macht.<\/p>\n<p>Die Forderung an den \u00d6EHV ist deshalb bewusst einfach: Auf die Frage, ob dieses Schriftst\u00fcck vorliegt, darf die Antwort nicht l\u00e4nger \u201eNein, aber &#8230;\u201c lauten. Die notwendige Antwort lautet: \u201eJa. Es liegt vor.\u201c Gespr\u00e4che mit Spieler:innen, Funktion\u00e4r:innen und Journalist:innen k\u00f6nnen danach jederzeit gef\u00fchrt werden. Sie ersetzen aber keine schriftliche Verbindlichkeit.<\/p>\n<p>Rechtliche Einsch\u00e4tzung der Gleichbehandlungsanwaltschaft liegt seit Mai vor<\/p>\n<p>Auch bei der Frage der Entlohnung ist die rechtliche Ausgangslage deutlich konkreter, als manche \u00f6ffentliche Aussagen des Verbandes vermuten lassen. Der \u00d6EHV verf\u00fcgt nach Angaben der Sportgewerkschaft bereits seit dem Fr\u00fchjahr \u00fcber eine ausf\u00fchrliche rechtliche Einsch\u00e4tzung der Gleichbehandlungsanwaltschaft vom 22. Mai 2026. Die Einsch\u00e4tzung ist damit keineswegs erst als Folge der j\u00fcngsten \u00f6ffentlichen Diskussion entstanden.<\/p>\n<p>Die Gleichbehandlungsanwaltschaft besch\u00e4ftigt sich darin ausdr\u00fccklich mit der unterschiedlichen Entlohnung des Frauen- und M\u00e4nner-Nationalteams und h\u00e4lt zur Argumentation mit wirtschaftlichen beziehungsweise budget\u00e4ren Gr\u00fcnden fest, dass allgemeine haushaltspolitische Erw\u00e4gungen oder das blo\u00dfe Ziel der Begrenzung der Personalkosten nach der Rechtsprechung keine Rechtfertigungsgr\u00fcnde sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Noch deutlicher f\u00e4llt die rechtliche Einsch\u00e4tzung zur unterschiedlichen Behandlung der beiden Nationalteams aus. Dort sieht sie aktuell eine Diskriminierung verwirklicht und h\u00e4lt fest, dass Frauen und M\u00e4nner im konkreten Fall in Essenz die gleiche T\u00e4tigkeit ausf\u00fchren und die Voraussetzungen f\u00fcr eine sachliche Rechtfertigung der unterschiedlichen Entlohnung nach ihrer Einsch\u00e4tzung nicht erf\u00fcllt sind.<\/p>\n<p>Drei Frauenligen noch immer ohne Spielplan<\/p>\n<p>Das Problem beschr\u00e4nkt sich aus Sicht der Sportgewerkschaft nicht auf verpasste F\u00f6rderfristen und schlechte Kommunikation: Obwohl die neue Saison unmittelbar bevorsteht, gibt es f\u00fcr die European Women&#8217;s Hockey League inklusive Austrian Women\u2018s Hockey League erst seit wenigen Tagen und f\u00fcr die Dameneishockey-Bundesligen (DEBL und DEBL 2) nach wie vor keinen Spielplan f\u00fcr den Herbst.<\/p>\n<p>F\u00fcr die betroffenen Vereine hat das unmittelbare finanzielle und organisatorische Konsequenzen. Hallen und Eiszeiten m\u00fcssen langfristig reserviert werden. Fehlen konkrete Spieltermine, k\u00f6nnen Vereine die ben\u00f6tigten Zeiten nicht rechtzeitig buchen, m\u00fcssen auf teurere L\u00f6sungen ausweichen oder Spiele zu unattraktiven Randzeiten austragen.<\/p>\n<p>Auch dieser Bereich f\u00e4llt in die Verantwortung von General Manager Martin Kogler. \u201eWer f\u00fcr Frauen-Eishockey verantwortlich ist und daf\u00fcr im Unterschied zu den Frauen selbst gut bezahlt wird, tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr die Rahmenbedingungen vom Nationalteam bis zu den Ligen. F\u00fcr Vereine bedeutet ein fehlender Spielplan im August nicht blo\u00df Unannehmlichkeiten, sondern zus\u00e4tzliche Kosten und massive organisatorische Probleme\u201c, so Tomanek.<\/p>\n<p>Schluss mit Wasserstandsmeldungen<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sportgewerkschaft ergeben die neuen Entwicklungen ein zunehmend problematisches Gesamtbild: Eine F\u00f6rderung f\u00fcr Frauen-Eishockey in H\u00f6he von rund 160.000 Euro wird wegen einer vers\u00e4umten Frist nicht ausgesch\u00f6pft, drei Frauenligen warten im August auf ihre Spielpl\u00e4ne und Nationalteamspielerinnen erfahren aus den Medien, welche ihrer Forderungen angeblich bereits erf\u00fcllt wurden.<\/p>\n<p>Was es jetzt braucht, sind keine weiteren Rechtfertigungen und keine neuen Wasserstandsmeldungen. Der \u00d6EHV soll den Spielerinnen und ihrer Vertretung ein vollst\u00e4ndiges, verbindliches und schriftliches Dokument vorlegen. Daraus muss eindeutig hervorgehen, welche Rahmenbedingungen gelten und welche konkreten Verbesserungen zugesagt werden.<\/p>\n<p>\u201eSolange es dieses Dokument nicht gibt, bringen uns all die Willensbekundungen nicht weiter. Wenn der Verband sagt, Punkte seien bereits erledigt, dann soll er sie aufschreiben. Wenn er Verbesserungen zusagt, dann soll er sie aufschreiben. Und wenn er eine L\u00f6sung will, dann muss diese irgendwann verbindlich werden\u201c, so Tomanek. \u201eSolch ein Schriftst\u00fcck mit Vereinbarungen \u00fcber \u00c4rzt:innen, bessere Unterk\u00fcnfte oder ausreichend Essen setzen wir als Eishockeyspieler:innen UNION an einem Nachmittag auf. Aber genau die jetzige Form dieser (Nicht-)Kommunikation zeigt, dass unsere Kritik an den im Frauenbereich t\u00e4tigen Personen wohl leider ihre Berechtigung hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend der \u00d6sterreichische Eishockeyverband (\u00d6EHV) begonnen hat, \u00f6ffentlich in Interviews \u00fcber einzelne Verbesserungen und m\u00f6gliche L\u00f6sungen zu informieren,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":345507,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[18],"tags":[26393,26395,7214,46,42,13018,300,88146,1715,44,26394,109,88145,108,28734],"class_list":["post-345506","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-sport","tag-apa","tag-apa-ots","tag-arbeit","tag-at","tag-austria","tag-diskriminierung","tag-eishockey","tag-frauen-eishockey","tag-oeehv","tag-oesterreich","tag-ots","tag-sport","tag-sportgewerkschaft","tag-sports","tag-younion"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117127930497158773","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=345506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345506\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/345507"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=345506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=345506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=345506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}