{"id":346820,"date":"2026-08-21T04:34:07","date_gmt":"2026-08-21T04:34:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/346820\/"},"modified":"2026-08-21T04:34:07","modified_gmt":"2026-08-21T04:34:07","slug":"amatrice-zehn-jahre-nach-beben-noch-nicht-wiederaufgebaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/346820\/","title":{"rendered":"Amatrice zehn Jahre nach Beben noch nicht wiederaufgebaut"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Zehn Jahre sind vergangen &#8211; doch in Amatrice ist die Erinnerung an die Nacht des 24. August 2016 noch immer lebendig. Wenn am kommenden Montag eine Glocke 249 Mal ert\u00f6nt, werden die Bewohner an jene Menschen erinnert, die das schwere Erdbeben nicht \u00fcberlebt haben. Gleichzeitig steht die Stadt weiterhin vor einer gewaltigen Aufgabe: Der Wiederaufbau des historischen Zentrums ist auch ein Jahrzehnt nach der Katastrophe nicht abgeschlossen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Um 3.36 Uhr soll es in Amatrice am Montag ganz still werden. Genau zu jener Uhrzeit, zu der das Erdbeben vor zehn Jahren die mittelitalienische Stadt ersch\u00fctterte, wird eine Glocke 249 Mal l\u00e4uten &#8211; f\u00fcr jedes Todesopfer aus Amatrice und der benachbarten Gemeinde Accumoli. Angeh\u00f6rige und Freunde der Opfer werden dabei sein. Am Montagvormittag folgt eine Gedenkmesse. Es sind Momente des Erinnerns, aber auch des Innehaltens in einer Stadt, deren Gesicht sich durch die Katastrophe f\u00fcr immer ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Das Beben am 24. August 2016 hatte eine Magnitude von 6,2 und zerst\u00f6rte gro\u00dfe Teile des historischen Zentrums von Amatrice sowie zahlreiche Geb\u00e4ude in den umliegenden Orten. Insgesamt starben rund 300 Menschen, Zehntausende verloren ihre Wohnungen. Die Sch\u00e4den wurden auf rund 23 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt. Das italienische Institut f\u00fcr Geophysik und Vulkanologie (INGV) bezeichnete das Beben als das verheerendste Erdbeben in Italien der vergangenen 100 Jahre.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Wer heute durch Amatrice zieht, erlebt eine Stadt zwischen Vergangenheit und Neubeginn. Kr\u00e4ne ragen \u00fcber den D\u00e4chern auf, Baustellen ziehen sich durch die Stra\u00dfen. An manchen Stellen stehen bereits neue, moderne H\u00e4user. An anderen erinnern Absperrungen, Ger\u00fcste und Ruinen noch immer an das zerst\u00f6rerische Erdbeben. Der Wiederaufbau ist in den vergangenen Monaten zwar deutlich schneller geworden, mittlerweile sind rund 38 Prozent der besch\u00e4digten Geb\u00e4ude wiederhergestellt. Doch vor allem im historischen Zentrum ist von einem endg\u00fcltigen Neubeginn noch wenig zu sehen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Ein gro\u00dfer Teil des alten Ortskerns liegt weiterhin hinter Absperrungen. Zwei T\u00fcrme, die das Beben \u00fcberstanden haben, ragen aus der teilweise zerst\u00f6rten Umgebung heraus. F\u00fcr viele Bewohner ist die R\u00fcckkehr nach Hause weiter keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Nach Angaben aus der Region lebt noch ein gro\u00dfer Teil der urspr\u00fcnglich evakuierten Bev\u00f6lkerung in Unterk\u00fcnften f\u00fcr Erdbebenopfer. In Amatrice sind es rund 1.000 Menschen &#8211; etwa 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung. Manche Familien m\u00fcssen voraussichtlich noch mindestens ein weiteres Jahr warten, bevor die Arbeiten an ihren H\u00e4usern beginnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Zwar hat der Staat nach der Katastrophe zugesagt, den \u00fcberwiegenden Teil der Wiederaufbaukosten zu \u00fcbernehmen. In der gesamten Erdbebenregion wurden inzwischen \u00f6ffentliche und private Wiederaufbauprojekte im Umfang von rund 22,7 Milliarden Euro genehmigt und rund zehn Milliarden Euro nach den vorliegenden Angaben bisher ausgezahlt. Doch Geld allein hat den Wiederaufbau nicht beschleunigt. Wie bei anderen schweren Erdbeben in Italien &#8211; etwa nach der Katastrophe von L&#8217;Aquila im Jahr 2009 &#8211; geriet auch der Wiederaufbau in Amatrice immer wieder ins Stocken. Komplexe Genehmigungsverfahren, Rechtsstreitigkeiten und wechselnde politische Priorit\u00e4ten verlangsamten zahlreiche Projekte. Besonders schwierig ist die Wiederherstellung der dicht bebauten historischen Viertel.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Viele H\u00e4user haben mehrere Eigent\u00fcmer. Nachlassfragen sind teilweise ungekl\u00e4rt, Grundst\u00fccks- und Besitzverh\u00e4ltnisse m\u00fcssen gekl\u00e4rt werden. Dadurch kann bereits ein einzelner Bauantrag zu einem komplizierten juristischen Verfahren werden. Auch die Corona-Pandemie bremste die Arbeiten. Hinzu kamen besonders strenge Kontrollen bei gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen. Die Beh\u00f6rden wollten verhindern, dass die enormen Summen des Wiederaufbaus in die H\u00e4nde der organisierten Kriminalit\u00e4t geraten. Die zus\u00e4tzlichen Pr\u00fcfungen f\u00fchrten teilweise zu weiteren Verz\u00f6gerungen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Jahr f\u00fcr Jahr verlassen einige Familien die Gegend endg\u00fcltig. Sie suchen anderswo Arbeit, bessere Perspektiven oder einfach einen Ort, an dem ihr Leben wieder ohne Baustellen stattfinden kann. Trotz aller Schwierigkeiten gibt es aber Zeichen des Neubeginns. Mehrere Gesch\u00e4fte und Restaurants haben wieder ge\u00f6ffnet, auch Schulen funktionieren wieder. Das t\u00e4gliche Leben ist damit zumindest teilweise zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">F\u00fcr die \u00dcberlebenden ist der langsame Wiederaufbau jedoch mehr als eine Frage von Bauzeiten und Genehmigungen. Mit den zerst\u00f6rten H\u00e4usern gingen f\u00fcr viele Menschen Orte verloren, die \u00fcber Generationen Teil ihrer Familiengeschichte waren. Jahrzehntelang kehrten Nachkommen ehemaliger Bewohner jeden Sommer nach Amatrice zur\u00fcck &#8211; in H\u00e4user, die von Eltern oder Gro\u00dfeltern vererbt worden waren, um den Urlaub dort zu verbringen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Auch deshalb ist der Wiederaufbau f\u00fcr die Stadt eine Frage ihrer Zukunft. Es geht nicht nur darum, Geb\u00e4ude wiederherzustellen, sondern darum, eine Gemeinschaft zu erhalten, die durch das Erdbeben, die lange Abwesenheit der Bewohner und deren schwierige R\u00fcckkehr zunehmend unter Druck geraten ist. Ob Amatrice als Stadt noch eine Zukunft haben wird, wird sich erst in den n\u00e4chsten Jahren zeigen.<\/p>\n<p>shareArtikel teilenhomeZur Startseite<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehn Jahre sind vergangen &#8211; doch in Amatrice ist die Erinnerung an die Nacht des 24. 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