{"id":347004,"date":"2026-08-21T06:30:14","date_gmt":"2026-08-21T06:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/347004\/"},"modified":"2026-08-21T06:30:14","modified_gmt":"2026-08-21T06:30:14","slug":"vollverschleierungsverbote-so-unterschiedlich-sind-die-regeln-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/347004\/","title":{"rendered":"Vollverschleierungsverbote: So unterschiedlich sind die Regeln in Europa"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Am Donnerstag hat sich Portugal einer wachsenden Zahl europ\u00e4ischer L\u00e4nder angeschlossen, die Burkas und andere Vollverschleierungen im \u00f6ffentlichen Raum verbieten oder einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Die Regeln unterscheiden sich jedoch stark von Land zu Land. Euronews zeigt, wie europ\u00e4ische Staaten den Schleier und andere Gesichtsverh\u00fcllungen regeln.<\/p>\n<p>Frankreich als Vorreiter beim Verh\u00fcllungsverbot<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\"><a data-ylk=\"slk:Frankreich;elm:context_link;itc:0;sec:content-canvas;\" data-yga=\"{&quot;yLinkElement&quot;:&quot;link&quot;,&quot;yLinkElementType&quot;:&quot;article_link&quot;}\" href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2016\/08\/17\/frankreich-manuel-valls-gegen-landesweite-burkini-gesetzgebung\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> war 2011 das erste europ\u00e4ische Land, das Vollverschleierungen in der \u00d6ffentlichkeit verboten hat. Wer dagegen verst\u00f6\u00dft, muss mit einer Geldstrafe oder verpflichtendem Unterricht in B\u00fcrgerkunde rechnen.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Die Regierung argumentierte, Verh\u00fcllungen erschwerten die eindeutige Identifizierung von Personen, erh\u00f6hten damit potenzielle Sicherheitsrisiken und behinderten das soziale Miteinander in einer Gesellschaft, in der Mimik und Gesichtserkennung eine zentrale Rolle in der Kommunikation spielen.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In der COVID-19-Pandemie tauchte die Frage auf, ob Schutzmasken mit dem Verbot vereinbar sind. Die Beh\u00f6rden stellten sp\u00e4ter klar, dass Masken unter die bestehenden Ausnahmen f\u00fcr Gesundheit und Sicherheit fallen.<\/p>\n<p>Belgien: Geldstrafen und Haft bei Verst\u00f6\u00dfen<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In Belgien gilt ein Verbot seit 2011. Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen Geldstrafen nach sich ziehen oder bis zu sieben Tage Haft.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Belgien geh\u00f6rte zusammen mit Frankreich zu den ersten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern mit solchen Einschr\u00e4nkungen. Als Begr\u00fcndung nannten die Beh\u00f6rden \u00f6ffentliche Sicherheit und soziale Integration.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Das Gesetz soll die Kommunikation erleichtern und verhindern, dass Menschen ihre Identit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum verbergen. Die belgischen Beh\u00f6rden sehen diese Ma\u00dfnahmen als notwendig an, um die volle Teilhabe aller B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger am gesellschaftlichen Leben zu sichern.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Related<\/p>\n<p>Bulgarien: Vollverschleierung auf private R\u00e4ume beschr\u00e4nkt<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In Bulgarien sind Burkas und andere Vollverschleierungen seit September 2016 in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen verboten. Sie sind nur noch in privaten Wohnungen und in Gottesh\u00e4usern erlaubt. Musliminnen und Muslime stellen rund zw\u00f6lf Prozent der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><img alt=\"Nemesis-Gr\u00fcnderin Alice Cordier protestiert am 22. April 2024 an der Sciences Po in Paris gegen eine Konferenz von Jean-Luc M\u00e9lenchon und h\u00e4lt ein Schild mit der Aufschrift \u201eBurqa = obsz\u00f6n&quot;.\" loading=\"lazy\" width=\"808\" height=\"608\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" class=\"rounded-lg\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/https:\/\/media.zenfs.com\/de\/euronews_de_articles_568\/8615fb8e594ab4d2614f13db8c63efff.jpg\"\/><\/p>\n<p>Nemesis-Gr\u00fcnderin Alice Cordier protestiert am 22. April 2024 an der Sciences Po in Paris gegen eine Konferenz von Jean-Luc M\u00e9lenchon und h\u00e4lt ein Schild mit der Aufschrift \u201eBurqa = obsz\u00f6n&#8220;. &#8211; (AP Photo\/Thibault Camus)<\/p>\n<p>\u00d6sterreich: Verbot von Gesichtsschleiern bis in die Schulen<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In \u00d6sterreich gilt seit 2017 ein Verbot f\u00fcr Vollverschleierungen wie Burka und Niqab. Grundlage ist das sogenannte &#8222;Anti-Gesichtsverh\u00fcllungsgesetz&#8220;. Die Regierung begr\u00fcndete die Regel mit Sicherheitsinteressen und mit Integration. Verh\u00fcllungen erschwerten demnach Kommunikation und sozialen Zusammenhalt.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Zus\u00e4tzlich verabschiedete das Parlament 2025 ein Gesetz, das islamische Kopft\u00fccher f\u00fcr M\u00e4dchen unter 14 Jahren in Schulen verbietet. Das Gesetz bezieht sich ausdr\u00fccklich auf &#8222;das Kopftuch, das den Kopf entsprechend islamischer Tradition bedeckt&#8220;.<\/p>\n<p>D\u00e4nemark: Umfassendes Verbot von Gesichtsverh\u00fcllung<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">D\u00e4nemark hat 2018 ein umfassendes Verbot von Gesichtsverh\u00fcllungen in allen \u00f6ffentlichen R\u00e4umen eingef\u00fchrt. Das Gesetz untersagt jede Kleidung, die das Gesicht verdeckt, darunter Burkas und Niqabs. Die Regierung verweist vor allem auf die Notwendigkeit klarer Identifizierbarkeit und Transparenz im \u00f6ffentlichen Leben.<\/p>\n<p>Niederlande: Teilverbote in zentralen Einrichtungen<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In den Niederlanden gilt seit 2019 ein Gesetz, das Gesichtsverh\u00fcllungen in bestimmten \u00f6ffentlichen Bereichen einschr\u00e4nkt. Dazu z\u00e4hlen Schulen, Krankenh\u00e4user und der \u00f6ffentliche Nahverkehr, wo klare Kommunikation und Identifizierung als besonders wichtig gelten.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Es handelt sich nicht um ein vollst\u00e4ndiges Verbot, doch das Gesetz steht f\u00fcr eine wachsende Bereitschaft, religi\u00f6se Symbole in staatlichen Einrichtungen zu regulieren.<\/p>\n<p>Deutschland: Zersplitterter Kurs beim Verh\u00fcllungsverbot<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\"><a data-ylk=\"slk:Deutschland;elm:context_link;itc:0;sec:content-canvas;\" data-yga=\"{&quot;yLinkElement&quot;:&quot;link&quot;,&quot;yLinkElementType&quot;:&quot;article_link&quot;}\" href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2020\/07\/23\/kein-niqab-keine-burka-baden-wurttemberg-plant-verbot-von-gesichtsschleiern-an-schulen\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> verfolgt einen uneinheitlichen Kurs. Einige Bundesl\u00e4nder haben Teilverbote in Schulen und \u00f6ffentlichen R\u00e4umen eingef\u00fchrt und verweisen auf Sicherheit und Verst\u00e4ndigung. Bestimmte Berufe und Alltagssituationen unterliegen ebenfalls Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Manche Regionen sehen solche Verbote als notwendig an, um Integration und sozialen Zusammenhalt zu f\u00f6rdern. Andere warnen, sie k\u00f6nnten einzelne Gemeinschaften ausgrenzen und die soziale Teilhabe schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Luxemburg: Vollverschleierung in \u00f6ffentlichen Einrichtungen untersagt<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In Luxemburg gilt seit dem Fr\u00fchjahr 2018 ein Gesetz, das das Tragen von Vollverschleierungen einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Gesichtsverh\u00fcllungen sind im \u00f6ffentlichen Nahverkehr verboten, in Schulen und auf Schulgel\u00e4nden, in Einrichtungen f\u00fcr Kinder unter 16 Jahren, in Krankenh\u00e4usern, in Gemeinschaftsbereichen von Pflegeheimen f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, einschlie\u00dflich Fluren und Aufz\u00fcgen, sowie in Gerichtsgeb\u00e4uden und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Verwaltungsstellen.<\/p>\n<p>Spanien: Keine nationale Regel, Spielraum vor Ort<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Spanien hat keine landesweite Regelung. Schulen und andere Einrichtungen entscheiden selbst \u00fcber ihre Vorgaben.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">2013 unterst\u00fctzte der Oberste Gerichtshof die Entscheidung einer Oberschule in Madrid, eine Sch\u00fclerin mit Hijab auszuschlie\u00dfen. Das Urteil setzte einen Pr\u00e4zedenzfall, schuf aber keinen allgemeinen Standard.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Islamische Verb\u00e4nde verweisen darauf, dass die spanische Verfassung und ein Kooperationsabkommen von 1992 das Recht auf religi\u00f6se Kleidung sch\u00fctzen. Das Bildungsministerium sieht keinen Bedarf f\u00fcr landesweite Leitlinien und betont, die wenigen F\u00e4lle lie\u00dfen sich vor Ort l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Portugal: Rechtliche Neutralit\u00e4t, selektive Umsetzung<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Portugal verbietet religi\u00f6se Symbole nicht ausdr\u00fccklich. \u00d6ffentliche wie private Einrichtungen d\u00fcrfen jedoch neutrale Kleiderordnungen vorschreiben, solange diese f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen gelten.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Damit sollen Besch\u00e4ftigte vor religi\u00f6sem Druck gesch\u00fctzt und Arbeitspl\u00e4tze weltanschaulich neutral gehalten werden.<\/p>\n<p>Italien: Ein Gesetz aus einer anderen Zeit<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Italien kennt kein spezielles Verbot religi\u00f6ser Kleidung. Ein Anti-Terror-Gesetz von 1975 untersagt jedoch generell Gesichtsverh\u00fcllungen im \u00f6ffentlichen Raum.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Das Gesetz zielte urspr\u00fcnglich nicht auf religi\u00f6se Kleidung. Beh\u00f6rden berufen sich aber gelegentlich darauf, um Niqab und Burka in bestimmten Bereichen oder sicherheitssensiblen Situationen zu untersagen.<\/p>\n<p>Schweden: Vorrang f\u00fcr Freiheit, Widerstand vor Ort<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Schweden hat kein nationales Verbot religi\u00f6ser Kleidung. Der Schleier ist im \u00f6ffentlichen Leben erlaubt. Die staatliche Linie st\u00e4rkt individuelle Freiheitsrechte.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Einige Kommunen versuchten dennoch, schulische Sonderregeln gegen Gesichtsschleier mit Integrations- und Gleichstellungszielen zu begr\u00fcnden. Diese Vorst\u00f6\u00dfe l\u00f6sten Debatten aus, \u00e4nderten die nationale Politik bisher jedoch nicht.<\/p>\n<p>Griechenland: Rechtsschutz mit Grenzen in der Praxis<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In Griechenland sch\u00fctzen Gesetze ausdr\u00fccklich vor Diskriminierung aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden, etwa in der Arbeitswelt und in \u00f6ffentlichen Diensten. In der Praxis zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. 2022 untersagte ein Krankenhaus einer Pflegesch\u00fclerin, w\u00e4hrend ihres Praktikums ein Kopftuch zu tragen, und verwies auf die Kleiderordnung.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Der griechische Ombudsmann entschied, diese Regel versto\u00dfe nicht gegen das Antidiskriminierungsrecht. Er wertete sie als Frage der Dienstkleidung, nicht der Religion.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr voll- oder teilverschleiernde Kleidung gibt es in vielen weiteren Staaten auf mehreren Kontinenten, darunter China, Australien, Russland, Kanada, Sri Lanka, Gabun, Tschad, Senegal, die Republik Kongo, Kamerun, Marokko, Algerien und andere L\u00e4nder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Donnerstag hat sich Portugal einer wachsenden Zahl europ\u00e4ischer L\u00e4nder angeschlossen, die Burkas und andere Vollverschleierungen im \u00f6ffentlichen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":347005,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[76,75,74,2295,88445,88444],"class_list":["post-347004","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-verbot","tag-verhuellungen","tag-verschleierungen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117132095345726896","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/347004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=347004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/347004\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/347005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=347004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=347004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=347004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}