{"id":348246,"date":"2026-08-21T18:29:16","date_gmt":"2026-08-21T18:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348246\/"},"modified":"2026-08-21T18:29:16","modified_gmt":"2026-08-21T18:29:16","slug":"longevity-diese-zellen-bleiben-hochaktiv-das-geheimnis-der-japanischen-hundertjaehrigen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348246\/","title":{"rendered":"Longevity: \u201eDiese Zellen bleiben hochaktiv\u201c \u2013 das Geheimnis der japanischen Hundertj\u00e4hrigen"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Alter baut das Immunsystem ab. Doch die meisten Hundertj\u00e4hrigen besitzen ungew\u00f6hnlich aktive Immunzellen \u2013 eine Entdeckung, die auch f\u00fcr die Krebstherapie interessant ist.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Alter schrumpft der Thymus. Das Organ produziert weniger T-Zellen, deren Zahl mit fortschreitendem Alter zur\u00fcckgeht. Krankheitserreger werden somit sp\u00e4ter erkannt und nur mit M\u00fche unsch\u00e4dlich gemacht. Dennoch gibt es Menschen, die gesund altern. Warum erreichen bestimmte Menschen ein solch hohes Alter, ohne an schweren Krankheiten zu erkranken?<\/p>\n<p>Ein Forschungsteam der Universit\u00e4t Osaka ging dieser Frage nach. Die Ergebnisse dazu wurden k\u00fcrzlich im Fachmagazin \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.celrep.2026.117728\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.celrep.2026.117728&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Cell Reports<\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht. An dem Projekt nahmen Japanerinnen und Japaner im Alter von 110 Jahren und \u00e4lter teil. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine seltene Art von Immunzellen ab dem 100. Lebensjahr h\u00e4ufiger vorkommt. <\/p>\n<p>Die Immunzellen im menschlichen K\u00f6rper werden in zwei Gruppen unterteilt: Helferzellen, die feindliche Erreger erkennen und Immunreaktionen ausl\u00f6sen, und Killerzellen, die infizierte Zellen oder Krebszellen zerst\u00f6ren. <\/p>\n<p>Das Forscherteam fand bei den untersuchten Hundertj\u00e4hrigen hingegen ungew\u00f6hnliche Hybridzellen vor. Diese Zellen hei\u00dfen CD4-zytotoxische T-Lymphozyten oder CD4-CTLs. Diese Zellen kommen selten vor und besitzen eine besondere F\u00e4higkeit: Sie erkennen bedrohliche Keime und k\u00f6nnen sie direkt zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, bei welchen Menschen diese au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zellen vorkommen, analysierten die Forscher die Immunzellen von Menschen in verschiedenen Altersgruppen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rten Personen zwischen 70 und 90 Jahren, Hundertj\u00e4hrige und Hochbetagte. Die Hybridzellen bleiben w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils des Lebens selten. Allerdings vermehren sie sich um das 100. Lebensjahr herum dramatisch. Bei Hochbetagten machen diese Zellen fast ein F\u00fcnftel aller T-Zellen im Blut aus, w\u00e4hrend sie bei den j\u00fcngeren Studienteilnehmern nur etwa vier Prozent der Gesamtzellen ausmachen.<\/p>\n<p>\u201eWir haben eine seltene Zellpopulation analysiert, die bei Hundertj\u00e4hrigen vermehrt vorkommt, und Anzeichen f\u00fcr eine Umstrukturierung des Immunsystems im hohen Alter gefunden\u201c, wird Kosuke Hashimoto in einer Mitteilung zitiert. Er leitete die Studie. \u201eAnstatt Ersch\u00f6pfungserscheinungen zu zeigen, bleiben diese Zellen hochaktiv und k\u00f6nnten dem K\u00f6rper helfen, mit den im Alter zunehmenden, anhaltenden Bedrohungen umzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Viele dieser Zellen hatten sich \u00fcber die Jahre stark vermehrt. Das spricht daf\u00fcr, dass sie immer wieder dieselben Strukturen im K\u00f6rper erkannt hatten. \u00dcberraschend war, dass ihre Sensoren denen der Immunzellen von Krebspatienten \u00e4hnelten \u2013 obwohl die Hundertj\u00e4hrigen selbst nie an Krebs erkrankt waren.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00c4hnlichkeit dieser Rezeptorsequenzen mit denen von T-Zellen aus Tumoren legt nahe, dass diese Zellen helfen k\u00f6nnten, Tumore zu erkennen, bevor sie klinisch nachweisbar werden\u201c, sagt Hashimoto. \u201eEs k\u00f6nnte sein, dass Immunver\u00e4nderungen im hohen Alter eher als eine Reorganisation des Immunsystems denn als blo\u00dfe Ersch\u00f6pfung zu verstehen sind.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem Alter baut das Immunsystem ab. 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