{"id":348429,"date":"2026-08-21T20:30:13","date_gmt":"2026-08-21T20:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348429\/"},"modified":"2026-08-21T20:30:13","modified_gmt":"2026-08-21T20:30:13","slug":"forscher-finden-besonderheit-im-blut-von-extrem-alten-menschen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348429\/","title":{"rendered":"Forscher finden Besonderheit im Blut von extrem alten Menschen"},"content":{"rendered":"<p class=\"content__description\" data-speakable=\"\">Das Immunsystem von extrem alten Menschen birgt offenbar ein Geheimnis: Wer 110 Jahre und \u00e4lter wird, besitzt auff\u00e4llig viele einer normalerweise seltenen Sorte von Abwehrzellen, die auch Krebszellen abt\u00f6ten k\u00f6nnen. Was hinter der Entdeckung steckt.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Forschende der japanischen Universit\u00e4t Osaka haben im Blut von sogenannten Supercentenarians \u2013 Menschen, die mindestens 110 Jahre alt werden \u2013 eine Besonderheit entdeckt. Die extrem langlebigen Personen verf\u00fcgen \u00fcber ungew\u00f6hnlich hohe Mengen spezieller Immunzellen, die in der Lage sind, Tumorzellen direkt anzugreifen. Seine Ergebnisse ver\u00f6ffentlichte das Team um Erstautor Kosuke Hashimoto im Fachmagazin <a target=\"_blank\" data-brain-zone=\".42637308.content.textlink_1\" data-component-path=\"content.textlink_1\" data-component-name=\"link.unknown\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell-reports\/fulltext\/S2211-1247\\(26\\)00806-5\">&#8222;Cell Reports&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Bei den fraglichen Zellen handelt es sich um sogenannte zytotoxische CD4-T-Lymphozyten, kurz CD4 CTLs. Im Normalfall machen sie nur einen sehr kleinen Teil der Immunabwehr aus. CD4-T-Zellen fungieren gew\u00f6hnlich als eine Art Kommandozentrale: Sie koordinieren andere Abwehrzellen, greifen Eindringlinge aber nicht selbst an. Die CD4 CTLs hingegen vereinen beide F\u00e4higkeiten: Sie k\u00f6nnen sowohl steuern als auch selbst zuschlagen, wie <a target=\"_blank\" data-brain-zone=\".42637308.content.textlink_2\" data-component-path=\"content.textlink_2\" data-component-name=\"link.external\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/hundertjaehrige-menschen-besitzen-viele-normalerweise-seltene-killer-t-zellen\/\">das Wissenschaftsportal &#8222;scinexx&#8220;<\/a> erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Je \u00e4lter die Untersuchten, desto mehr Killerzellen finden die Forscher<\/p>\n<p data-speakable=\"\">F\u00fcr die Studie analysierte das Team Blutproben von 28 Erwachsenen, aufgeteilt in drei Altersgruppen: 70 bis 99 Jahre, 100 bis 109 Jahre und 110 Jahre oder \u00e4lter. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Der Anteil der CD4 CTLs an den gesamten T-Zellen stieg mit dem Alter markant an. Bei den 70- bis 99-J\u00e4hrigen lag der Medianwert bei 4 Prozent, bei den Hundertj\u00e4hrigen bereits bei 9,6 Prozent und bei den Supercentenarians bei 17,6 Prozent.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Allerdings zeigte sich auch, dass der Zusammenhang nicht bei jedem Einzelnen gilt: Ein Teilnehmer unter 100 Jahren wies innerhalb der gesamten Untersuchung den h\u00f6chsten Anteil dieser Zellen auf, wie aus der <a target=\"_blank\" data-brain-zone=\".42637308.content.textlink_3\" data-component-path=\"content.textlink_3\" data-component-name=\"link.external\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1140006\">Pressemitteilung auf &#8222;EurekAlert&#8220;<\/a> hervorgeht.<\/p>\n<p>Einzelne Zellklone dominieren die Abwehr<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Besonders auff\u00e4llig war, auf welche Weise die CD4 CTLs bei den sehr alten Teilnehmenden zunahmen. Es entstanden nicht einfach viele verschiedene neue Zellen. Stattdessen vermehrten sich gezielt bestimmte Klone \u2013 also Zellen, die aus einer einzigen Ursprungszelle hervorgegangen sind und denselben Rezeptor tragen. Im Durchschnitt entfiel ein Drittel aller CD4 CTLs eines Teilnehmers auf einen einzigen dominanten Klon. Bei einer hundertj\u00e4hrigen Person machte ein einzelner Klon sogar 53,8 Prozent dieser Immunzellen aus.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Fachleute sprechen bei diesem Vorgang von klonaler Expansion. Er deutet darauf hin, dass das <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42637308.content.textlink_4\" data-component-path=\"content.textlink_4\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/gesundheit\/thema\/immunsystem\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Immunsystem<\/a> wiederholt oder \u00fcber l\u00e4ngere Zeit auf bestimmte Bedrohungen reagiert hat, etwa auf ver\u00e4nderte oder entartete K\u00f6rperzellen.<\/p>\n<p>Rezeptoren \u00e4hneln denen von Krebspatienten<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Einen weiteren spannenden Hinweis lieferte der Abgleich der T-Zell-Rezeptoren mit einer \u00f6ffentlichen Datenbank. Die Forschenden verglichen die Rezeptorsequenzen der jeweils h\u00e4ufigsten CD4-CTL-Klone mit bereits bekannten Sequenzen \u2013 und fanden knapp drei Dutzend \u00dcbereinstimmungen. Diese stammten von Menschen mit Lungen-, Brust- oder Leberkrebs. Keiner der untersuchten Hundert- oder Superhundertj\u00e4hrigen hatte jedoch eine solche Krebsdiagnose erhalten.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Vermutung liegt nahe, dass die Immunzellen dieser besonders langlebigen Menschen fr\u00fche Krebsvorstufen erkannt und m\u00f6glicherweise bek\u00e4mpft haben k\u00f6nnten. &#8222;Einige CD4 CTLs erkennen m\u00f6glicherweise krebsbezogene Zielstrukturen, auch wenn deren genaue Natur bislang unbekannt ist&#8220;, sagt Kosuke Hashimoto, Erstautor der Studie. Bewiesen ist das allerdings nicht: Die \u00c4hnlichkeit der Rezeptoren belege weder, dass sie tats\u00e4chlich dasselbe Antigen erkennen noch dass die Zellen bei den Hochbetagten Tumoren beseitigt haben.<\/p>\n<p>Kein Beweis \u2013 aber ein spannender Anhaltspunkt<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Studie weist mehrere Einschr\u00e4nkungen auf, die das Forschungsteam selbst benennt. Untersucht wurden ausschlie\u00dflich Immunzellen, die im Blut zirkulieren \u2013 wie sich die CD4 CTLs in Organen und Geweben verhalten, bleibt offen. Zudem ist die Stichprobe mit 28 Personen zu klein, um daraus einen urs\u00e4chlichen Zusammenhang zwischen diesen Killerzellen und einem besonders langen Leben abzuleiten.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Dennoch liefern die Befunde eine bemerkenswerte Erkenntnis \u00fcber das Altern des Immunsystems. &#8222;Immunalterung ist nicht einfach ein Prozess des Verfalls&#8220;, sagt Hashimoto laut Mitteilung. &#8222;Die gezielte Vermehrung bestimmter T-Zellen deutet darauf hin, dass sich das Immunsystem selbst im extrem hohen Alter noch an altersbedingte Herausforderungen anpassen kann.&#8220;<\/p>\n<p>Empfohlenes Video<\/p>\n<p>Kann die Erde das Ende der Sonne \u00fcberleben? Bisherige Annahme widerlegt<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/42448974,pd=1,f=responsive169-w950.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p>\u00a9 Video-Redaktion<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Als n\u00e4chsten Schritt will das Team erforschen, wie sich die ungew\u00f6hnlichen Killerzellen in menschlichem Gewebe verhalten. Denn mit zunehmendem Alter h\u00e4ufen sich im K\u00f6rper abnorme Zellen, darunter sowohl gealterte als auch potenziell krebsartige. Ob die beobachtete Immunanpassung tats\u00e4chlich ein Schl\u00fcssel zu au\u00dfergew\u00f6hnlicher Langlebigkeit ist, muss die weitere Forschung zeigen. (red)<\/p>\n<p>Verwendete Quellen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Immunsystem von extrem alten Menschen birgt offenbar ein Geheimnis: Wer 110 Jahre und \u00e4lter wird, besitzt auff\u00e4llig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":348213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[88676,46,42,124,123,1004,88675,44,88677],"class_list":["post-348429","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-abwehrzelle","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-health","tag-immunsystem","tag-kosuke-hashimoto","tag-oesterreich","tag-universitaet-osaka"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117135398055883836","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=348429"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348429\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/348213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=348429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=348429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}