{"id":348683,"date":"2026-08-21T23:30:32","date_gmt":"2026-08-21T23:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348683\/"},"modified":"2026-08-21T23:30:32","modified_gmt":"2026-08-21T23:30:32","slug":"waldbrandgefahr-in-europa-koennte-sich-fast-verdreifachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/348683\/","title":{"rendered":"Waldbrandgefahr in Europa k\u00f6nnte sich fast verdreifachen"},"content":{"rendered":"<p>21.08.2026 \u2013 Am 22. Juli brach in Saumos, im Gebiet des Regionalen Naturparks Landes de Gascogne im S\u00fcdwesten Frankreichs ein Feuer aus. Ausl\u00f6ser war m\u00f6glicherweise eine Maschine zur Vegetationspflege, das Funken verspr\u00fchte oder Feuer fing. In der Folge wurden Debatten laut, deren Einsatz in Hitze- und Trockenphasen grunds\u00e4tzlich zu verbieten. Denn vorherige und bestehende <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/klimakrise\/europas-gesundheitsorganisationen-fordern-eine-hitzestrategie\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Hitzewellen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/umweltschutz\/geringere-ernten-durch-duerre\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">D\u00fcrre<\/a> in Verbindung mit starkem Wind sorgten daf\u00fcr, dass sich das Feuer rasant ausbreitete.<\/p>\n<p>Mit dem Wind breitete sich das Feuer zun\u00e4chst in Richtung S\u00fcdwesten aus. In der vor allem bei Campern beliebten Urlaubsregion an der Atlantikk\u00fcste, mussten zun\u00e4chst tausende Urlauber in und bei Le Porge, L\u00e8ge-Cap-Ferret und der Bucht von Arcachon evakuiert werden. Dann drehte der Wind. Es entstand zwischenzeitlich ein pyrocumulonimbus, ein durch den Brand selbst erzeugtes Gewitterwolken-System. Dessen Blitze und starke Winde beschleunigten die Ausbreitung zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Die Gegend um Lacanau musste ebenfalls evakuiert werden und rasch breitete sich das Feuer in Richtung Bordeaux aus. In Vororten der Stadt mussten Menschen ebenfalls ihre H\u00e4user r\u00e4umen, der Flughafen war zweitweise gesperrt. Mit \u00fcber 220.000 Menschen stemmte Frankreich die gr\u00f6\u00dfte Evakuierungsma\u00dfnahme in ihrer Geschichte. Mehrere europ\u00e4ische L\u00e4nder eilten mit L\u00f6schflugzeugen und Rettungskr\u00e4ften zu Hilfe. Bis das Feuer Anfang August einged\u00e4mmt werden konnte, brannte eine Fl\u00e4che von 420 Quadratkilometern ab \u2013 zum Vergleich: Die Gro\u00dfstadt K\u00f6ln hat eine Fl\u00e4che von 405 km2.<\/p>\n<p>Hei\u00dfe, trockene und windige Bedingungen<\/p>\n<p>Das Potsdam Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung hat, mit Beitr\u00e4gen der Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung, nun ermittelt, wie stark sich die zunehmend hei\u00dfen, trockenen und windigen Bedingungen infolge des <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/klimakrise\/europas-gesundheitsorganisationen-fordern-eine-hitzestrategie\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Klimawandels<\/a> auf das Ausma\u00df betroffener Fl\u00e4chen von Waldb\u00e4nden in Europa auswirken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In einem Szenario einer weiteren Globalen Erw\u00e4rmung um 1,8 Grad bis Ende des Jahrhunderts w\u00fcrde dann j\u00e4hrlich etwa 39 Prozent mehr Fl\u00e4che verbrennen als im heutigen Durchschnitt. Es ist ein Szenario, dass den unteren Bereich dessen markiert, wie stark die Temperaturen im globalen Mittel ansteigen werden, sollten alle Staaten ihre selbst gesetzten <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/klimakrise\/deutschland-verfehlt-klimaziele-bis-2030\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Klimaziele<\/a> einhalten.<\/p>\n<p>Sollte die globale Durchschnittstemperatur jedoch um 3,6 Grad ansteigen, auch das ein realistisches Szenario, k\u00f6nnten sich von Waldbrand betroffene Fl\u00e4chen fast verdreifachen, um 192 Prozent. PIK-Forscher Maik Billing ist Leitautor der Studie, er sagt: \u201eUnsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die verbrannte Fl\u00e4che selbst bei einer vergleichsweise geringen Erw\u00e4rmung um etwa 1,8 \u00b0C deutlich zunehmen k\u00f6nnte. Wenn wir jedoch mehr Emissionen verursachen und die globalen Temperaturen um etwa 3,6 \u00b0C steigen, werden Br\u00e4nde wesentlich h\u00e4ufiger auftreten, insbesondere im Mittelmeerraum sowie in weiten Teilen West- und Mitteleuropas, einschlie\u00dflich Gebieten, in denen es bisher kaum Br\u00e4nde gab.\u201c<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser: menschliche Aktivit\u00e4ten<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Klimawandel die Ausbreitung von Br\u00e4nden beg\u00fcnstigt, sind es fast ausschlie\u00dflich menschliche Aktivit\u00e4ten, die Ausl\u00f6ser der Br\u00e4nde sind \u2013 konkret in 96 Prozent der F\u00e4lle. Die Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung hat in diesem Zuge ermittelt, inwieweit Pr\u00e4vention, Erkennung und Bek\u00e4mpfung von Br\u00e4nden helfen k\u00f6nnen, deren Fl\u00e4cheninanspruchnahme zu mindern. Das Ergebnis: Kontinuierliche Verbesserungen im Brandmanagement k\u00f6nnten die Brandfl\u00e4che in einem 1,8 Grad-Szenario um 92 Prozent und bei etwa 3,6 Grad Celsius um 72 Prozent reduzieren.<\/p>\n<p>Senckenberg-Forscher und Co-Autor der Studie Thomas Hickler, kommentiert: \u201eUnsere Szenarien zeigen, dass h\u00f6here Investitionen in das Waldbrandmanagement in Europa, etwa in die Ausbildung von Einsatzkr\u00e4ften, eine angemessene Ausr\u00fcstung und eine gute Koordination, z. B. zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und Feuerwehr, einen erheblichen Unterschied bewirken k\u00f6nnen.\u201c Sollten die Br\u00e4nde jedoch wirklich extreme Ausma\u00dfe annehmen, k\u00f6nnte unsere F\u00e4higkeit, sie einzud\u00e4mmen, an ihre Grenzen sto\u00dfen, so Hickler. \u201eWir wissen noch nicht, wann dieser Punkt erreicht ist. Die j\u00fcngsten Rekordbr\u00e4nde in Frankreich zeigen deutlich, dass wir das nicht einfach aus den Erfahrungen der Vergangenheit ableiten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Pr\u00e4vention wird angegangen<\/p>\n<p>Beim Gro\u00dffeuer im Department Gironde wurden, neben der direkten Bek\u00e4mpfung der Brandherde zu Luft und am Boden, kilometerlange Schneisen in die W\u00e4lder geschlagen, um die Ausbreitung zu stoppen \u2013 Medienberichten zufolge waren es bis zu 50 Meter Breite Schneisen auf einer L\u00e4nge von rund 150 Kilometern. Teilweise hatte die Ma\u00dfnahme Erfolg, teilweise aber \u00fcberwanden Funken die Barrieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft wird dar\u00fcber diskutiert die Anlage von Brandschneisen auf nationaler Ebene verpflichtend zu machen und im Forstgesetz zu verankern. Aus einem zu errichtenden Fonds k\u00f6nnten Eigent\u00fcmer der Gebiete entsch\u00e4digt werden. Zudem wird der Umbau der W\u00e4lder diskutiert, weg von der Monokultur schnell wachsender aber leicht brennbarer Pinien, hin zu einem Mischwald.<\/p>\n<p>Auch soll es striktere Einschr\u00e4nkungen bei Extremwettern, wie D\u00fcrre geben, mit dem Verbot bestimmter Maschinen und dem Betreten von sensiblen Naturfl\u00e4chen durch den Menschen. Zudem sollen Fr\u00fchwarnsysteme verst\u00e4rkt und Maschinen zur Brandbek\u00e4mpfung aufgestockt werden \u2013 eine Ma\u00dfnahme, die schon seit verheerenden Br\u00e4nden im Jahr 2022 in Angriff genommen wurde. mg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"21.08.2026 \u2013 Am 22. 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