{"id":351256,"date":"2026-08-23T11:28:07","date_gmt":"2026-08-23T11:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/351256\/"},"modified":"2026-08-23T11:28:07","modified_gmt":"2026-08-23T11:28:07","slug":"20-jahre-nach-aberkennung-nasa-chef-entfacht-streit-um-planetenstatus-von-pluto-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/351256\/","title":{"rendered":"20 Jahre nach Aberkennung: Nasa-Chef entfacht Streit um Planetenstatus von Pluto neu"},"content":{"rendered":"<p>20 Jahre nach AberkennungNasa-Chef entfacht Streit um Planetenstatus von Pluto neu<\/p>\n<p>23.08.2026, 12:57 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(07:47 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/The-surface-of-Pluto-in-the-light-Elements-of-this-image-were-furnished-by-NASA.webp\" alt=\"The-surface-of-Pluto-in-the-light-Elements-of-this-image-were-furnished-by-NASA\"\/>Pluto ist 40-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. (Foto: picture alliance \/ Visually)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Vor 20 Jahren verliert Pluto seinen Status als Planet und wird zum Zwergplaneten degradiert. Nasa-Chef Jared Isaacman will das nun wieder \u00e4ndern. Dabei geht es ihm in erster Linie um nationale Ehre, schlie\u00dflich war Pluto der einzige Planet, der von einem Amerikaner entdeckt wurde.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am 18. Februar 1930 ersp\u00e4hte Clyde Tombaugh auf Fotoplatten des Himmels ein winziges Lichtp\u00fcnktchen, das sich sehr langsam gegen\u00fcber den Sternen bewegte. Damit hatte der US-amerikanische Astronom Pluto entdeckt, eine eisige Welt weit jenseits von Neptun, 40-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Jahrzehntelang galt Pluto unangefochten als neunter Planet unseres Sonnensystems. Vor 20 Jahren \u00e4nderte sich das jedoch.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Denn gegen Ende des 20. Jahrhunderts stie\u00dfen Astronomen auf eine wachsende Zahl weiterer Objekte, die jenseits des Planeten Neptun auf \u00e4hnlichen Bahnen um die Sonne kreisen wie Pluto. Als Himmelsforscher 2005 mit Eris ein Transneptun-Objekt entdeckten, das \u00e4hnlich gro\u00df und sogar etwas massereicher ist als Pluto, machte sich unter ihnen Unruhe breit: Sollte es dort drau\u00dfen, in der als Kuiperg\u00fcrtel bezeichneten Region, vielleicht noch viele weitere Objekte \u00e4hnlich Pluto geben? Und sollten diese dann alle als Planeten z\u00e4hlen?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die weltweite wissenschaftliche Dachorganisation der Astronomen, die Internationale Astronomische Union IAU, zog am 24. August 2006 die Rei\u00dfleine. Sie schuf den neuen Begriff &#8222;Zwergplanet&#8220; f\u00fcr Pluto und vergleichbare Objekte, um die Zahl der Planeten im Sonnensystem nicht immer weiter anwachsen zu lassen. W\u00e4hrend Wissenschaftler \u00fcberwiegend mit dieser Regelung zufrieden waren, ging &#8211; insbesondere in den USA &#8211; ein Aufschrei durch die breite \u00d6ffentlichkeit: Pluto sollte ein Planet bleiben und nicht zum Zwerg degradiert werden. Schlie\u00dflich war er der einzige Planet, der von einem Amerikaner entdeckt worden war.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches Schicksal ereilte auch Ceres<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Doch die Astronomen lie\u00dfen sich davon nicht beeindrucken. Historisch gesehen ist es auch nicht ungew\u00f6hnlich, dass Himmelsobjekte ihren Status \u00e4ndern. Ein mit Pluto vergleichbares Beispiel ist Ceres. Ende des 18. Jahrhunderts r\u00e4tselten Himmelsforscher \u00fcber eine ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe L\u00fccke zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Sie vermuteten dort einen weiteren, bislang \u00fcbersehenen Planeten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am 1. Januar 1801 stie\u00df der italienische Astronom Giuseppe Piazzi bei seiner Arbeit an einem neuen Sternkatalog auf Ceres. Weitere Beobachtungen zeigten, dass dieser Himmelsk\u00f6rper seine Bahn in der L\u00fccke zieht, deshalb hielten die Astronomen Ceres f\u00fcr den dort angenommenen Planeten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Doch in den darauf folgenden Jahren entdeckten Forscher viele weitere Himmelsobjekte, die zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreisen. Deshalb setzten sich unter Astronomen rasch die Begriffe &#8222;Kleinplaneten&#8220; und &#8222;Asteroiden&#8220; f\u00fcr diese Objekte durch. Mit einem Durchmesser von 963 Kilometern ist Ceres der gr\u00f6\u00dfte K\u00f6rper in diesem Asteroideng\u00fcrtel &#8211; und gilt heute wie Pluto als Zwergplanet.<\/p>\n<p>Nasa-Chef: &#8222;Ich bin absolut daf\u00fcr&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In den vergangenen 20 Jahren ebbte auch in der \u00d6ffentlichkeit die Debatte um den Status von Pluto langsam ab. Doch j\u00fcngst flammte sie unerwartet wieder auf &#8211; durch eine \u00fcberraschende Aussage von Nasa-Chef Jared Isaacman. Am 28. April fand vor einem Senatsausschuss eine Anh\u00f6rung \u00fcber das Budget der amerikanischen Raumfahrtbeh\u00f6rde statt. Zum Ende der Veranstaltung erinnerte Senator Jerry Morgan aus Kansas daran, dass der Entdecker Plutos lange in seinem Bundesstaat gelebt habe. Deshalb w\u00fcrde er gern von Isaacman erfahren, ob die Nasa an Pluto interessiert sei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Isaacman h\u00e4tte hier \u00fcber die Raumsonde &#8222;New Horizons&#8220; berichten k\u00f6nnen, die 2015 an Pluto vorbeiflog. Und er h\u00e4tte das Nasa-Konzept f\u00fcr den Pluto-Orbiter &#8222;Persephone&#8220; erw\u00e4hnen k\u00f6nnen. Doch stattdessen fachte Isaacman, der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump als Nasa-Chef vorgeschlagen worden war, den Streit um Pluto neu an: &#8222;Senator, ich bin absolut daf\u00fcr, Pluto wieder zu einem Planeten zu machen.&#8220; Die Nasa wolle sicherstellen, so f\u00fchrt er weiter aus, &#8222;dass Clyde Tombaugh die Anerkennung erh\u00e4lt, die er einst erhielt und die ihm zu Recht erneut zusteht&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">W\u00e4hrend Medien das Thema aufgriffen, reagierten Astronomen irritiert, aber gelassen. &#8222;Derzeit gibt es keine laufende formale IAU-Arbeit, die darauf abzielt, einen Planeten neu zu definieren&#8220;, teilt IAU-Pressesprecher Ramasamy Venugopal mit. Und Joanna Dr\u0105\u017ckowska vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Sonnensystemforschung in G\u00f6ttingen betont: &#8222;Innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist die Lage gekl\u00e4rt.&#8220;<\/p>\n<p>M\u00fcsste nicht auch die Erde ein Zwergplanet sein?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Venugopal erl\u00e4utert, dass die Entscheidung der IAU auf jahrelangen wissenschaftlichen \u00dcberlegungen beruhe. Sowohl Planeten als auch Zwergplaneten sind Himmelsk\u00f6rper, die um die Sonne kreisen und die ausreichend Masse besitzen, um durch ihr Eigengewicht eine runde Form anzunehmen. Planeten jedoch sind so massereich, dass sie mit ihrer Schwerkraft eine breite Zone um ihre Umlaufbahn von anderen, kleineren K\u00f6rpern &#8222;bereinigen&#8220; &#8211; diese also aus ihrer Bahn werfen. Und das ist weder bei Pluto noch bei Ceres der Fall.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Hier setzt allerdings auch die Kritik an: In der Umgebung der Erdbahn gibt es \u00fcber 40.000 Asteroiden &#8211; m\u00fcsste folglich nicht auch die Erde ein Zwergplanet sein? Dr\u0105\u017ckowska sieht hier durchaus eine Schw\u00e4che: &#8222;Dass ein Planet die Nachbarschaft um seine Umlaufbahn ger\u00e4umt haben muss, ist vage formuliert.&#8220; Aber die Asteroiden in der Umgebung der Erde besitzen nur eine sehr geringe Masse, betont die Astronomin. Im Gegensatz dazu teilen sich Pluto und Ceres ihre Bahnen mit einer gro\u00dfen Anzahl von Objekten \u00e4hnlicher Masse. Die Erde ist millionenfach massereicher als alle erdnahen Asteroiden. Pluto macht dagegen nur etwa acht Prozent der Masse aller dort kreisenden Himmelsk\u00f6rper aus.<\/p>\n<p>Wissenschaftler brauchen klare Begriffe<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Vielleicht definiert die IAU die Trennlinie zwischen Planet und Zwergplanet k\u00fcnftig konkreter, beispielsweise \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der Massen. Doch Pluto w\u00fcrde dadurch nicht wieder zu einem Planeten. Denn dann w\u00fcrde die Liste der Planeten unseres Sonnensystems immer l\u00e4nger werden. Bisher hat die IAU nur f\u00fcnf Himmelsk\u00f6rper als Zwergplaneten anerkannt. Aber Listen von Kandidaten enthalten teilweise mehrere hundert weitere Objekte. Alle diese Himmelsk\u00f6rper zu Planeten zu machen &#8222;w\u00fcrde grundlegend unterschiedliche Objekttypen unter derselben Bezeichnung mischen, was den Begriff weniger informativ macht&#8220;, so Dr\u0105\u017ckowska.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wissenschaftler brauchen klare Begriffe, damit sie sich untereinander verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen. Die IAU hat eine wissenschaftliche Sprachregelung zu treffen, um gro\u00dfe Planeten von kleineren zu unterscheiden. Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass in der Alltagssprache Begriffe eine andere Verwendung finden als in der Forschung. So werden im Alltag Masse und Gewicht &#8211; in der Physik unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfen &#8211; oft gleichgesetzt. Ebenso Kraft und Energie.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und dann gibt es noch den ber\u00fchmten Quantensprung: in der Alltagssprache etwas Gro\u00dfes, in der Physik dagegen die kleinstm\u00f6gliche \u00c4nderung eines Zustands. Auch wenn also Pluto f\u00fcr die Fachwelt ein Zwergplanet ist, kann er aus Nostalgie f\u00fcr viele Menschen &#8211; insbesondere f\u00fcr die Einwohner des US-Bundesstaats Kansas &#8211; ein Planet bleiben.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Rainer Kayser, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20 Jahre nach AberkennungNasa-Chef entfacht Streit um Planetenstatus von Pluto neu 23.08.2026, 12:57 Uhr Artikel anh\u00f6ren(07:47 min) Pluto&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":351257,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[699,46,42,1001,7818,44,7094,46594,11396,97,96,17671,101,98,100,99],"class_list":["post-351256","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astronomie","tag-at","tag-austria","tag-bildung","tag-nasa","tag-oesterreich","tag-planeten","tag-pluto","tag-raumfahrt","tag-science","tag-science-technology","tag-sonnensystem","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117144591639687200","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/351256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=351256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/351256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/351257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=351256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=351256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=351256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}