{"id":354095,"date":"2026-08-24T22:53:20","date_gmt":"2026-08-24T22:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/354095\/"},"modified":"2026-08-24T22:53:20","modified_gmt":"2026-08-24T22:53:20","slug":"bwb-genehmigt-uebernahme-jet-sichert-sich-18-tankstellen-aus-der-stiglechner-insolvenz-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/354095\/","title":{"rendered":"BWB genehmigt \u00dcbernahme &#8211; Jet sichert sich 18 Tankstellen aus der Stiglechner-Insolvenz \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundeswettbewerbsbeh\u00f6rde gab den Zusammenschluss ohne Auflagen frei. F\u00fcr das Linzer Familienunternehmen, das sein gesamtes Netz abgeben muss, ist es das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Einzelpaket.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Julius Stiglechner GmbH endete im Dezember 2025 eine mehr als hundertj\u00e4hrige Firmengeschichte in der Zahlungsunf\u00e4higkeit. Das Linzer Familienunternehmen, das zuletzt rund 140 Tankstellen der Eigenmarke IQ sowie der Marken Shell, Eni und bp betrieben und 640 Menschen besch\u00e4ftigt hatte, musste nach zwei verlustreichen Jahren letztlich ein Insolvenzverfahren beantragen (<a href=\"https:\/\/www.leadersnet.at\/news\/95548,betreiber-von-140-tankstellen-ist-pleite-640-mitarbeiter.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LEADERSNET berichtete<\/a>). Seither wird das Stationsnetz st\u00fcckweise verwertet \u2013 insgesamt stehen 61 verbliebene Standorte zum Verkauf. Nun steht fest, wer sich den gr\u00f6\u00dften Brocken davon sichert: Die Jet Tankstellen Austria GmbH darf 18 Pkw-Tankstellen \u00fcbernehmen. Die Bundeswettbewerbsbeh\u00f6rde (BWB) genehmigte die Transaktion am Montag ohne Auflagen, wettbewerbliche Bedenken ergab die Pr\u00fcfung keine.<\/p>\n<p>Wettbewerbsh\u00fcter geben gr\u00fcnes Licht<\/p>\n<p>Die BWB pr\u00fcfte die Transaktion laut eigenen Angaben sowohl im direkten Umfeld der einzelnen Tankstellen als auch auf dem \u00f6sterreichischen Gesamtmarkt. Dazu holte sie Stellungnahmen mehrerer Mitbewerber ein. Auf beiden Ebenen blieben die gemeinsamen Marktanteile von Jet und den \u00fcbernommenen Standorten unter den Schwellenwerten, ab denen eine marktbeherrschende Stellung angenommen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch die geografische Verteilung sprach aus Sicht der Beh\u00f6rde gegen wettbewerbliche Bedenken: Die Tankstellen befinden sich gro\u00dfteils in Regionen, in denen Jet bislang nicht vertreten ist, weshalb sich die Einzugsgebiete kaum \u00fcberschneiden. Zudem attestierte die BWB dem K\u00e4ufer eine &#8222;vergleichsweise aggressive Preispolitik&#8220;. Daher stellten weder die Beh\u00f6rde noch der Bundeskartellanwalt einen Pr\u00fcfungsantrag beim Kartellgericht. Wie viel Jet f\u00fcr das Paket bezahlt, wurde nicht bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Jet \u00fcbernimmt Standorte in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern<\/p>\n<p>Die 18 \u00fcbernommenen Tankstellen verteilen sich auf Ober\u00f6sterreich, Salzburg, Nieder\u00f6sterreich, Tirol und K\u00e4rnten. Konkret wechseln in Ober\u00f6sterreich die bp-Standorte in\u00a0Freistadt, Lochen, Mauthausen, Obernberg am Inn, Perg, Rohrbach, St. Pankraz und Weng den Besitzer. In Salzburg \u00fcbernimmt Jet die bp-Tankstellen in Gro\u00dfgmain, Oberndorf bei Salzburg, Radstadt und Salzburg-Liefering sowie den bislang unter der Marke Shell gef\u00fchrten Standort in Abersee.\u00a0In Nieder\u00f6sterreich umfasst das Paket die bp-Tankstellen in P\u00f6chlarn und Schrick sowie einen Eni-Standort in Achau. Hinzu kommen die Shell-Tankstelle in St. Johann in Tirol und der bp-Standort in Spittal an der Drau.<\/p>\n<p>Die \u00dcbernahme der Stiglechner-Standorte erfolgt nur rund ein Jahr nach einem Eigent\u00fcmerwechsel bei Jet. 2025 verkaufte der US-\u00d6lkonzern Phillips 66 das \u00f6sterreichische Tankstellennetz an einen Zusammenschluss mehrerer Finanzinvestoren (<a href=\"https:\/\/www.leadersnet.at\/news\/78957,in-oesterreich-werden-alle-jet-tankstellen-verkauft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LEADERSNET berichtete<\/a>). Der Marktauftritt blieb davon unber\u00fchrt: Die Stationen werden weiterhin unter der Marke Jet gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Verwertung soll rund 80 Millionen Euro einbringen<\/p>\n<p>Zur Schieflage von Stiglechner hatte eine ganze Reihe von Belastungen gef\u00fchrt. In den Coronajahren brachen zun\u00e4chst die Absatzmengen massiv ein. Anschlie\u00dfend lie\u00dfen die hohe Inflation und gestiegene Ausgaben die Kosten deutlich anziehen, w\u00e4hrend ein \u00d6lpreisverfall das Ergebnis zus\u00e4tzlich belastete. Gemeinsam mit hohen Investitionen schlug sich das direkt in der Bilanz nieder: 2023 stand ein Verlust von 20,7 Millionen Euro zu Buche, 2024 waren es weitere 9,3 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Bereits 2024 leitete das Unternehmen deshalb ein mit den Banken abgestimmtes Restrukturierungsverfahren ein und holte Sanierer Martin Roy neben Elsa Dutzler-Stiglechner in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Nachdem die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor und den Banken gescheitert waren, blieb nur noch der Gang zum Landesgericht Linz. Betroffen waren sowohl die Julius Stiglechner GmbH als auch die Stiglechner Tankstellen GmbH.<\/p>\n<p>Die Verwertung des Tankstellennetzes soll nun insgesamt rund 80 Millionen Euro einbringen. Etwa zwei Drittel des erwarteten Erl\u00f6ses d\u00fcrften an die Pfandgl\u00e4ubiger:innen flie\u00dfen. Der verbleibende Betrag kommt auf das Massekonto. Die offenen Verbindlichkeiten lassen sich damit allerdings bei Weitem nicht abdecken: Allein bei den beiden Hauptgesellschaften stehen angemeldete Forderungen von insgesamt 136 Millionen Euro im Raum.<\/p>\n<p>Im Zuge der Pleite gerieten \u00fcbrigens auch mehrere Gesch\u00e4ftspartner in Bedr\u00e4ngnis: zun\u00e4chst die Tanklaster-Firma, die ausschlie\u00dflich Stiglechner-Standorte belieferte (<a href=\"https:\/\/www.leadersnet.at\/news\/96209,stig-lechner-pleite-sorgt-fuer-konkurs-einer-tanklaster-firma.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LEADERSNET berichtete<\/a>), im Juli 2026 dann ein interner Dienstleister, der den Fuhrpark stellte, Leasing-, Versorgungs- und Reinigungsvertr\u00e4ge abwickelte und als gruppeninterne Verrechnungsstelle f\u00fcr Abgaben wie Wasser, Kanal und M\u00fcll fungierte\u00a0(<a href=\"https:\/\/www.leadersnet.at\/news\/102122,naechste-millionenpleite-in-zusammenhang-mit-der.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LEADERSNET berichtete<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/stiglechner.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.stiglechner.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jet-austria.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.jet-austria.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bundeswettbewerbsbeh\u00f6rde gab den Zusammenschluss ohne Auflagen frei. 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