{"id":354345,"date":"2026-08-25T03:03:22","date_gmt":"2026-08-25T03:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/354345\/"},"modified":"2026-08-25T03:03:22","modified_gmt":"2026-08-25T03:03:22","slug":"hv-wifo-konjunkturreport-konsumerholung-geraet-ins-stocken-einzelhandel-stagniert-im-1-halbjahr-umsatz-steigt-minimal-um-01","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/354345\/","title":{"rendered":"HV &#038; WIFO Konjunkturreport: Konsumerholung ger\u00e4t ins Stocken. Einzelhandel stagniert im 1. Halbjahr, Umsatz steigt minimal um 0,1%."},"content":{"rendered":"<p>Die zu Jahresbeginn sichtbare Stabilisierung der \u00f6sterreichischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 einen D\u00e4mpfer erhalten. Laut dem aktuellen Konjunkturreport Einzelhandel, den das WIFO quartalsweise im Auftrag des Handelsverbands erstellt, stagnierte die heimische Wirtschaftsleistung gegen\u00fcber dem Vorquartal. Auch die Konsumnachfrage der privaten Haushalte entwickelte sich im 2. Quartal schw\u00e4cher. Der infolge des Iran-Krieges deutlich gestiegene Erd\u00f6lpreis und die damit verbundene geopolitische Verunsicherung haben die konjunkturelle Erholung vorerst unterbrochen.<\/p>\n<p>Einzelhandel im 1. Halbjahr real +0,1%<\/p>\n<p>Im \u00f6sterreichischen Einzelhandel blieb die Entwicklung verhalten. Im ersten Halbjahr stiegen die Ums\u00e4tze (kalenderbereinigt) nominell um +2,1%, preisbereinigt blieb mit +0,1% real nur ein minimales Wachstum \u00fcbrig.<\/p>\n<p>\u201eDie Bilanz des ersten Halbjahres f\u00e4llt f\u00fcr den heimischen Einzelhandel durchwachsen aus. Ein reales Umsatzplus von 0,1% bedeutet de facto Stagnation. Im zweiten Quartal hat die Dynamik, die sich rund um den Jahreswechsel noch gezeigt hatte, wieder nachgelassen. Gleichzeitig sehen wir weiterhin eine deutliche Spreizung zwischen Food und Non-Food. Von einer nachhaltigen Erholung des privaten Konsums k\u00f6nnen wir leider noch nicht sprechen\u201c, bilanziert Rainer Will, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des freiwilligen, \u00fcberparteilichen und unabh\u00e4ngigen Handelsverbands.<\/p>\n<p>\u201eDer durch den Iran-Krieg deutlich angestiegene Erd\u00f6lpreis belastet die heimische Wirtschaft und hat die konjunkturelle Erholung unterbrochen. Gleichzeitig entwickelt sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte tr\u00e4ge. Gem\u00e4\u00df den bisher vorliegenden Daten d\u00fcrfte sich diese tr\u00e4ge Entwicklung auch im Juli fortgesetzt haben\u201c, erkl\u00e4rt WIFO-\u00d6konom J\u00fcrgen Bierbaumer, Autor des Konjunkturreports.<\/p>\n<p>Inflation bremst sich ein, Lebensmittelpreise d\u00e4mpfen Teuerung<\/p>\n<p>Einigerma\u00dfen positiv entwickelte sich zuletzt die Inflation. Die \u00f6sterreichische Inflationsrate sank im Juli auf 2,8%, nach 3,2% im Juni. Rund die H\u00e4lfte dieses R\u00fcckgangs ist laut Statistik Austria auf die sinkenden Nahrungsmittelpreise zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel und alkoholfreie Getr\u00e4nke gingen im Jahresabstand um -0,4% zur\u00fcck. Wesentlich dazu beigetragen hat die mit 1. Juli erfolgte Senkung der Mehrwertsteuer f\u00fcr Grundnahrungsmittel von 10% auf 4,9%. Diese ist vom \u00f6sterreichischen Lebensmitteleinzelhandel wie versprochen vollumf\u00e4nglich an die Konsument:innen weitergegeben worden. Auch in den Vorjahren hatte der \u00f6sterreichische Lebensmittelhandel nachweislich inflationsd\u00e4mpfend gewirkt.<\/p>\n<p>\u201eDer R\u00fcckgang der Inflation ist ein wichtiges Signal f\u00fcr die Konsumentinnen und Konsumenten und den Handel. Aktuell sind die Lebensmittelpreise sogar r\u00fcckl\u00e4ufig und tragen damit wesentlich zur D\u00e4mpfung der Gesamtinflation bei. Jetzt muss sich diese Entlastung schrittweise auch in einer Stabilisierung des privaten Konsums niederschlagen\u201c, so Will.<\/p>\n<p>Andere Ausgabenbereiche verteuerten sich hingegen weiterhin deutlich. Besonders stark stiegen die Preise in den Bereichen Verkehr mit +6,4%, Gastronomie und Beherbergung (+4,6%), Gesundheit (+4,5%) sowie Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (+4,2%).<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigung stabilisiert sich, Insolvenzzahlen sinken<\/p>\n<p>Im Juli waren im \u00f6sterreichischen Einzelhandel 332.087 Menschen besch\u00e4ftigt, rund 5.300 mehr als zu Jahresbeginn. Gegen\u00fcber dem Vorjahr liegt die Besch\u00e4ftigung leicht im Minus (-0,3%), der R\u00fcckgang hat sich jedoch deutlich abgeschw\u00e4cht. Gleichzeitig waren im Juli 9.124 offene Stellen im Einzelhandel nicht zeitnah zu besetzen. Das sind rund 700 mehr als zu Jahresbeginn \u2013 ein Indiz f\u00fcr den weiterhin hohen Personalbedarf der Branche.<\/p>\n<p>Auch bei den Unternehmensinsolvenzen zeigt sich zuletzt eine leichte Entspannung. Im zweiten Quartal 2026 wurden \u00f6sterreichweit 960 Insolvenzen er\u00f6ffnet, um 7,6% weniger als im Vorjahresquartal. Damit ging die Zahl der Insolvenzen bereits zum dritten Mal in Folge zur\u00fcck. Im Handel wurden 151 F\u00e4lle verzeichnet. Aufgrund einer Systemumstellung ist ein direkter Vorjahresvergleich f\u00fcr den Handel allerdings nur eingeschr\u00e4nkt aussagekr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Stimmung verbessert, doch Konsum bleibt verhalten<\/p>\n<p>Trotz der schwachen realwirtschaftlichen Entwicklung zeigen die aktuellen Umfragedaten erste Anzeichen einer Stimmungsaufhellung. Der WIFO-Konjunkturklimaindex verbesserte sich im Juli leicht auf -3,8 Punkte. Die unternehmerischen Einsch\u00e4tzungen bleiben aufgrund der Preiseffekte und Unsicherheiten des Iran-Krieges allerdings skeptisch.<\/p>\n<p>Im Einzelhandel stieg der WIFO-Konjunkturklimaindex zuletzt sogar deutlich an (Juli: -5,7 Punke; Juni: -11,5 Punkte). Sowohl die aktuelle Lageeinsch\u00e4tzung als auch die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate verbesserten sich. Auch bei den Konsument:innen hat sich das Stimmungsbild zuletzt verbessert. Eine breite Belebung der tats\u00e4chlichen Konsumnachfrage ist daraus bislang jedoch nicht entstanden.<\/p>\n<p>\u201eIm Einzelhandel ist der WIFO-Konjunkturklimaindex zuletzt deutlich gestiegen und hat damit den Pessimismus der vergangenen Monate nahezu wettgemacht. Sowohl die aktuelle Lageeinsch\u00e4tzung als auch die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate haben sich verbessert. Auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten hat sich das Stimmungsbild aufgehellt. Die hohen Preissteigerungen belasten jedoch weiterhin die verf\u00fcgbaren Einkommen, weshalb sich die private Konsumnachfrage weiterhin verhalten entwickeln d\u00fcrfte\u201c, so WIFO-Experte Bierbaumer.<\/p>\n<p>Sommerhitze bremst Non-Food zus\u00e4tzlich<\/p>\n<p>Die ersten Indikatoren f\u00fcr Juli deuten ebenfalls noch nicht auf eine kr\u00e4ftige Belebung des Konsums hin. Zus\u00e4tzlich zu den geopolitischen Unsicherheiten und den gestiegenen Energiepreisen war der au\u00dfergew\u00f6hnlich hei\u00dfe und trockene Sommer aus Sicht des Handels f\u00fcr einzelne Non-Food-Segmente belastend. Vor allem im Modehandel k\u00f6nnen lang anhaltende Hitzeperioden den Saisonwechsel und damit den Kauf von \u00dcbergangs- und Herbstware verz\u00f6gern.<\/p>\n<p>WIFO erwartet nur verhaltene Konsumentwicklung, Sparquote geht zur\u00fcck<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr 2026 erwartet das WIFO ein reales Wirtschaftswachstum von +0,9%, f\u00fcr 2027 von +1,1%. Die privaten Konsumausgaben d\u00fcrften allerdings sowohl 2026 als auch 2027 lediglich um +0,4% real zulegen. F\u00fcr den Handel wird 2026 eine Ausweitung der realen Wertsch\u00f6pfung um nur +0,3% erwartet, 2027 um +1,0%.<\/p>\n<p>Gleichzeitig d\u00fcrften die Lohnsteigerungen pro Kopf 2026 gut drei Viertelprozentpunkte unter der Inflationsrate bleiben. Der dadurch entstehende Realeinkommensverlust wird teilweise durch einen R\u00fcckgang der Sparquote von 9,9% auf 8,7% ausgeglichen.<\/p>\n<p>\u201eWenn die Bev\u00f6lkerung ihre Sparquote reduzieren muss, um den Konsum aufrechtzuerhalten und laufende Kosten zu decken, kann von einer nachhaltigen Konsumerholung noch keine Rede sein. Entscheidend ist jetzt, die Verunsicherung zu reduzieren, Kaufkraft zu stabilisieren und die Kostenbelastung f\u00fcr Haushalte und Betriebe zu senken. \u00d6sterreich braucht weniger B\u00fcrokratie, mehr Planungssicherheit und eine konsequente Entlastung des Wirtschaftsstandorts\u201c, so Handelssprecher Rainer Will abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Konjunkturreport Einzelhandel finden Sie <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.handelsverband.at\/presse\/presseaussendungen\/wifo-konjunkturreport-q3-2026\/\">HIER<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die zu Jahresbeginn sichtbare Stabilisierung der \u00f6sterreichischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 einen D\u00e4mpfer erhalten. Laut dem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":354346,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[26393,26395,46,42,1672,2494,1871,20347,44,26394,43,45,1230,877],"class_list":["post-354345","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-einzelhandel","tag-handel","tag-konjunktur","tag-konsum","tag-oesterreich","tag-ots","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-volkswirtschaft","tag-wirtschaft-und-finanzen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117153929917430486","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=354345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/354346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=354345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=354345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=354345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}