{"id":355036,"date":"2026-08-25T10:36:13","date_gmt":"2026-08-25T10:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355036\/"},"modified":"2026-08-25T10:36:13","modified_gmt":"2026-08-25T10:36:13","slug":"genstudie-zu-anorexie-und-binge-eating-essstoerungen-gehen-ueber-koerpergewicht-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355036\/","title":{"rendered":"Genstudie zu Anorexie und Binge-Eating: Essst\u00f6rungen gehen \u00fcber K\u00f6rpergewicht hinaus"},"content":{"rendered":"<p>Essst\u00f6rungen gelten meist als psychische Erkrankungen, die vor allem mit Gewicht und K\u00f6rperbild zu tun haben. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Lage deutlich komplexer ist.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>F\u00fcr die Untersuchung des Karolinska-Instituts in Schweden haben Forschende genetische Faktoren analysiert, die bei Essanf\u00e4llen und Magersucht eine Rolle spielen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Essst\u00f6rungen betreffen weltweit Millionen Menschen, vor allem in L\u00e4ndern mit hohem Einkommen. In Westeuropa ist die Belastung seit Jahren am h\u00f6chsten.<\/p>\n<p>Typisch sind ein gest\u00f6rtes Essverhalten und eine starke gedankliche Besch\u00e4ftigung mit Nahrung, verbunden mit gro\u00dfer Sorge um Gewicht und K\u00f6rperform. Die Symptome gef\u00e4hrden die Gesundheit und den Alltag erheblich. Sch\u00e4tzungen zufolge treten 95 % der Erstdiagnosen vor dem Alter von 25 Jahren auf.<\/p>\n<p>Die Studie, ver\u00f6ffentlicht im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s44220-026-00698-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Nature Mental Health (Quelle auf Englisch)<\/a>, umfasste knapp 40.000 Menschen mit Essanf\u00e4llen und rund 25.000 Menschen mit Magersucht. Die Forschenden verglichen sie mit mehr als 1,2 Millionen Personen ohne Essst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Die Forschenden identifizierten genetische Varianten, die statistisch mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Essst\u00f6rungen wie Essanf\u00e4lle oder Magersucht verbunden sind.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass Essst\u00f6rungen nicht nur mit dem K\u00f6rpergewicht zu tun haben\u201c, sagte Lu Yi, Hauptverantwortliche der Studie am Institut f\u00fcr medizinische Epidemiologie und Biostatistik des Karolinska-Instituts. \u201eViele der genetischen Varianten, die wir gefunden haben, unterscheiden sich von jenen, die beeinflussen, wie viel eine Person wiegt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas vermittelt ein differenzierteres Bild der biologischen Grundlagen von Essst\u00f6rungen\u201c, f\u00fcgte sie hinzu.<\/p>\n<p>Das Team fand sechs genetische Marker, die mit Essanf\u00e4llen zusammenh\u00e4ngen, und acht Marker, die mit Magersucht verkn\u00fcpft sind. Zwei der mit Magersucht verbundenen Marker waren bislang unbekannt.<\/p>\n<p>Aus diesen Markern l\u00e4sst sich ein sogenannter polygenischer Risikowert berechnen. Er fasst die vielen kleinen Effekte der Marker zusammen, die eine Person tr\u00e4gt. Wer einen hohen Wert hat, weist mehr dieser Risikomarker auf und entwickelt mit h\u00f6herer statistischer Wahrscheinlichkeit eine Essst\u00f6rung.<\/p>\n<p>Biologische Verbindung zu anderen Erkrankungen<\/p>\n<p>Die Studie zeigt au\u00dferdem, dass bestimmte Marker auf eine gemeinsame biologische Verwundbarkeit f\u00fcr andere Eigenschaften hindeuten k\u00f6nnen. Einige Marker f\u00fcr Essanf\u00e4lle stehen auch mit Impulskontrollproblemen in Verbindung, etwa mit Rauchverhalten oder Risikofreude, mit einem h\u00f6heren Body-Mass-Index (BMI) und mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS).<\/p>\n<p>Marker f\u00fcr Magersucht standen dagegen st\u00e4rker mit Zwangsst\u00f6rungen (OCD) in Zusammenhang.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stellten die Forschenden fest, dass die genetischen Zusammenh\u00e4nge bei Essanf\u00e4llen und Magersucht sich von jenen Faktoren unterscheiden, die den Body-Mass-Index beeinflussen. Das gilt, obwohl das K\u00f6rpergewicht in beiden Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n<p>Das spreche daf\u00fcr, dass sich Essst\u00f6rungen nicht allein \u00fcber Gewicht oder Stoffwechsel erkl\u00e4ren lassen, betonten die Autorinnen und Autoren.<\/p>\n<p>\u201eDie Studie zeigt, dass verschiedene Essst\u00f6rungen teilweise von unterschiedlichen biologischen Mechanismen gesteuert werden\u201c, sagte Lisa Dinkler, Assistenzprofessorin am Karolinska-Institut.<\/p>\n<p>\u201eLangfristig kann dieses Wissen zu gezielteren Behandlungsstrategien beitragen, die die Besonderheiten jeder einzelnen Erkrankung ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p>Die Forschenden warnten jedoch, dass diese Marker bislang nur schwache Hinweise auf den individuellen Status liefern. Um das pers\u00f6nliche Risikoprofil zu erfassen, m\u00fcssen sie mit weiteren Risikofaktoren kombiniert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Essst\u00f6rungen gelten meist als psychische Erkrankungen, die vor allem mit Gewicht und K\u00f6rperbild zu tun haben. 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