{"id":355587,"date":"2026-08-25T15:51:15","date_gmt":"2026-08-25T15:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355587\/"},"modified":"2026-08-25T15:51:15","modified_gmt":"2026-08-25T15:51:15","slug":"immer-oefter-fehlen-in-steirischen-wohnanlagen-die-kinderspielplaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355587\/","title":{"rendered":"Immer \u00f6fter fehlen in steirischen Wohnanlagen die Kinderspielpl\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p>Baugesetz schreibt nicht zwingend die Spielplatzausstattung vor. Die Fachstelle Fratz Graz schl\u00e4gt jetzt Alarm.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Kinder sind heutzutage ja gar nicht mehr drau\u00dfen im Freien zum Spielen und starren nur aufs Smartphone. Sie leiden unter Bewegungsmangel, werden immer ungeschickter und tendieren zu \u00dcbergewicht. Das ist der Stoff, aus dem \u2013 durchaus auch statistisch unterf\u00fcttert \u2013 kritische Diskussionen \u00fcber den Nachwuchs von heute sind.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Wo sollen sie aber auch hin, k\u00f6nnte man fragen, h\u00f6rt man Ernst Muhr vom Verein Fratz Graz zu, der sich als \u201eFachstelle f\u00fcr Spiel(t)r\u00e4ume\u201c versteht. Denn vielfach w\u00fcrden in neuen Wohnanlagen einfach keine Kinderspielpl\u00e4tze mehr errichtet, schl\u00e4gt Muhr Alarm: \u201eLeider werden wir immer wieder \u00fcber fehlende und ungeeignete Spielpl\u00e4tze in Wohnanlagen informiert. Umso problematischer ist es, dass auch Wohnsiedlungen immer h\u00e4ufiger ohne eigenen Spielplatz gebaut werden.\u201c Errichtet der Bauherr einen, seien sie oft lieblos arrangiert und w\u00fcrden daher auch nicht besonders oft genutzt.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Das Grund\u00fcbel f\u00fcr diese Entwicklung liegt im Baugesetz. Dieses regelt zwar, dass in Anlagen mit mehr als drei Wohnungen ein Kinderspielplatz mit je f\u00fcnf Quadratmeter pro Wohnung, zumindest aber mit 150 Quadratmeter Gr\u00f6\u00dfe, vorzusehen ist. Das Gesetz definiert aber weder die Gestaltung, den Untergrund noch die Ausstattung. Ob die Fl\u00e4che asphaltiert oder begr\u00fcnt ist, ob eine Sandkiste aufgestellt wird oder nicht, das ist in der Steiermark einerlei. Und noch eine Ausnahme definiert das Gesetz: Ist in 500 Metern von der Wohnanlage ein \u00f6ffentlicher Spielplatz zu erreichen, braucht der Bautr\u00e4ger selbst gar keinen errichten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/EMU3.jpg\" alt=\"Ernst Muhr von Fratz Graz startet einen Appell ans Land\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 PrivatErnst Muhr von Fratz Graz startet einen Appell ans Land<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Das \u201esind keine guten Nachrichten\u201c, sagt Muhr: \u201eDenn das Wohnumfeld beeinflusst die Entwicklung von Kindern und die Lebensqualit\u00e4t von Erwachsenen grundlegend.\u201c Mit Blick auf die Wiener Bauordnung und Vorarlbergs Baugesetz appelliert Fratz Graz nun an die Landesregierung, im Steierm\u00e4rkischen Baugesetz nachzusch\u00e4rfen. Denn andernorts sind Mindeststandards und Grundausstattung der Spielpl\u00e4tze im Wohnumfeld gesetzlich definiert \u2013 wie etwa das Aufstellen einer Sandkiste und eines Kletterger\u00fcsts.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/thumbnail_KernAndreas03.jpg\" alt=\"Andreas Kern vertritt in der Wirtschaftskammer die Immobilientreuh\u00e4nder\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 KKAndreas Kern vertritt in der Wirtschaftskammer die Immobilientreuh\u00e4nder<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Andreas Kern, Wirtschaftskammerobmann der steirischen Immobilientreuh\u00e4nder, wei\u00df um die Zwickm\u00fchle: \u201eAus Kinderperspektive verstehe ich den Appell von Fratz Graz.\u201c Aber es sei ein vielschichtiges Problem: \u201eBei kleinen Anlagen, in die \u00e4ltere Wohnungsk\u00e4ufer einziehen, wollen diese gar keinen Kinderspielplatz und auch bei gro\u00dfen Projekten entscheiden sich Bautr\u00e4ger dagegen. Dann bleibt die gesetzlich vorgeschriebene Fl\u00e4che zwar frei, wird aber nicht als Spielplatz hergerichtet, der ja finanziert, j\u00e4hrlich inspiziert und langfristig in Schuss gehalten werden muss.\u201c Bei Siedlungen der gemeinn\u00fctzigen Genossenschaften gebe es in der Regel Spielpl\u00e4tze, weil hier auch der Kundenwunsch gegeben sei. Und die Stadt Graz gibt zumindest in Bebauungspl\u00e4nen f\u00fcr gro\u00dfe Siedlungen genauere Anforderungen f\u00fcr Spielpl\u00e4tze vor, die dann umzusetzen sind.<\/p>\n<p>Spielplatzvorgaben f\u00fcr mittlere Wohnanlagen denkbar<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">In Zeiten, da Bauen so teuer ist und alles auf Deregulierung dr\u00e4ngt, steht der Branchensprecher Kern eher auf der Bremse, was genaue Gestaltungsvorgaben f\u00fcr Spielpl\u00e4tze angeht: \u201eAber f\u00fcr mittlere Wohnanlagen so ab 20 Einheiten, k\u00f6nnte man das schon \u00fcberlegen\u201c, bricht er dennoch eine Lanze f\u00fcr mehr Erlebnisraum f\u00fcr den Nachwuchs. Beim zust\u00e4ndigen Landesrat Hannes Amesbauer (FP\u00d6) verweist man darauf, dass das Baugesetz aktuell eben in Hinblick auf <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/landespolitik\/20644113\/experten-diktieren-der-politik-das-pflichtenheft-kinderbetreuung\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Deregulierung<\/a> \u00fcberarbeitet werde. \u201eKinder brauchen ausreichend Platz f\u00fcr Bewegung, Spiel und Begegnung. Gerade in dicht besiedelten Wohngebieten sind attraktive und gut erreichbare Freir\u00e4ume daher von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung. Der klare Schwerpunkt liegt dabei auf Vereinfachung und Deregulierung. In diese Gesamtbetrachtung flie\u00dfen selbstverst\u00e4ndlich auch die derzeit geltenden Regelungen zu Spielpl\u00e4tzen in Wohnanlagen ein.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/PK-Amesbauer_Galani_08.jpg\" alt=\"Landesrat Hannes Amesbauer arbeitet an der \u00dcberarbeitung und der Deregulierung des Baugesetzes \" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 KLZ \/ Nicolas GalaniLandesrat Hannes Amesbauer arbeitet an der \u00dcberarbeitung und der Deregulierung des Baugesetzes <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Ernst Muhr von Fratz Graz h\u00e4tte f\u00fcr die Novelle dennoch zwei weitere Anregungen. Man sollte etwa die Ausnahme von der Spielplatzpflicht durch die erforderliche N\u00e4he zu einer \u00f6ffentlichen Anlage auf 300 Meter reduzieren. Und man k\u00f6nnte sich ein Beispiel an Regensburg nehmen. Hat ein Bautr\u00e4ger dort n\u00e4mlich keinen Platz f\u00fcr einen Spielplatz und ist der n\u00e4chste \u00f6ffentliche zu weit weg, dann muss er eine einmalige Abschlagszahlung an die Stadt leisten. Die Kommune ist dann verpflichtet in einen Spielplatz in der N\u00e4he zu investieren oder ein Grundst\u00fcck daf\u00fcr anzuschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Baugesetz schreibt nicht zwingend die Spielplatzausstattung vor. Die Fachstelle Fratz Graz schl\u00e4gt jetzt Alarm. 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