{"id":355621,"date":"2026-08-25T16:10:13","date_gmt":"2026-08-25T16:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355621\/"},"modified":"2026-08-25T16:10:13","modified_gmt":"2026-08-25T16:10:13","slug":"ki-was-bruessel-als-gefahr-sieht-laesst-die-oesterreicher-kalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/355621\/","title":{"rendered":"KI: Was Br\u00fcssel als Gefahr sieht, l\u00e4sst die \u00d6sterreicher kalt"},"content":{"rendered":"<p>Die Gefahr, die von KI-Anwendungen ausgeht, wird h\u00e4ufig falsch eingesch\u00e4tzt. Das zeigt eine neue Studie der Uni Graz. J\u00fcrgen Flei\u00df wei\u00df, warum das so ist. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Irgendwer liegt hier falsch. Das wird einem schnell klar, wenn man eine neue Studie der Uni Graz zur Risikoeinsch\u00e4tzung von KI-Anwendungen liest. Denn: Die EU und die \u00f6sterreichische Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnten mit ihrer Einsch\u00e4tzung kaum weiter auseinander liegen. Verglichen wurden in der Studie die Einsch\u00e4tzungen der EU im neuen AI-Act und jene von Befragten \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreichern.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Das f\u00fcr die Forscher \u00fcberraschende Ergebnis: In fast allen F\u00e4llen hat die Bev\u00f6lkerung gegengleich zum AI-Act entschieden. Besonders deutlich war das Ergebnis bei der M\u00fcdigkeitserkennung f\u00fcr Lkw-Fahrer. Diese Anwendung wird von der EU als Hochrisikoanwendung eingesch\u00e4tzt. In der Bev\u00f6lkerung hatte sie hingegen die gr\u00f6\u00dfte Zustimmung. Damit stellt sich die Frage: Wie kommt eine so starke Diskrepanz zustande? <\/p>\n<p>Umso gr\u00f6\u00dfer der Nutzen, desto gr\u00f6\u00dfer das akzeptierte Risiko<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Ein Verdacht, der einen bei diesem Ergebnis ereilt: Die Bev\u00f6lkerung ist der modernen Technologie so lange zugetan, solange die Risiken davon sie nicht direkt betreffen. Denn wenn Lkw-Fahrer \u00fcberwacht werden, betrifft das nur eine sehr kleine Bev\u00f6lkerungsgruppe. Wenn ein Lkw-Unfall passiert, potenziell aber jede und jeden. Die These der Uni-Graz-Forscher ist aber eine andere: \u201eUnsere m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass das so massive Konsequenzen hat, wenn diese Systeme versagen, dass man der KI hier vielleicht sogar freie Hand geben m\u00f6chte\u201c, sagt Flei\u00df. Daf\u00fcr spricht auch, dass die Zustimmung der Bev\u00f6lkerung abnimmt, wenn man Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr das System einf\u00fchrt. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">\u00c4hnlich weit auseinander liegen die Einsch\u00e4tzungen der EU und der Bev\u00f6lkerung auch beim sogenannten Vorschlagsalgorithmus. Solche Systeme werden bereits seit langem bei Streaming-Anbietern wie Spotify oder Netflix angewendet, um das n\u00e4chste Lied oder den n\u00e4chsten Film vorzuschlagen. F\u00fcr die EU steht fest: Die Anwendung birgt ein geringes Risiko. Die \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher wollen sich hingegen nur ungern vorschreiben lassen, was sie zu h\u00f6ren und schauen haben. Viele der Befragten stehen der KI in dem Bereich besonders kritisch gegen\u00fcber. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist auch hier, dass diese KI-Anwendung beinahe jeden und jede betrifft. <\/p>\n<p>Technikwissen hilft bei akkurater Risikoeinsch\u00e4tzung<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Besonders spannend f\u00fcr die Forscher war zudem zu sehen: In einer Anwendung, die jener im Lkw sehr \u00e4hnlich ist, die aber Personen vor einem PC \u00fcberwacht, und sie bei schlechter Laune darauf hinweist, eine Atem\u00fcbung zu machen, war die Reaktion der Bev\u00f6lkerung eine ganz andere. \u201eDiese Anwendung wurde massiv abgelehnt\u201c, sagt Flei\u00df. Die wahrscheinlichste Erkl\u00e4rung: Vor dem PC geht es schlicht nicht um Leben und Tod. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Frage, die bleibt: Wer hat nun Recht? Eine klare Antwort darauf kann wohl erst die Zeit liefern. Was aus der Studie aber jedenfalls hervorgeht: Je besser sich Personen mit KI-Anwendungen und Technik auskennen, desto akkurater f\u00e4llt auch die Risikoeinsch\u00e4tzung aus. Sprich, desto st\u00e4rker deckt sie sich mit jener der EU. F\u00fcr Flei\u00df steht daher fest: Gefahren aber auch Schutzma\u00dfnahmen m\u00fcssen besser und einfacher kommuniziert werden, etwa in Form von Zertifikaten, als eine Art \u201ePickerl\u201c f\u00fcr die KI. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gefahr, die von KI-Anwendungen ausgeht, wird h\u00e4ufig falsch eingesch\u00e4tzt. 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