{"id":356825,"date":"2026-08-26T07:01:08","date_gmt":"2026-08-26T07:01:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/356825\/"},"modified":"2026-08-26T07:01:08","modified_gmt":"2026-08-26T07:01:08","slug":"gaspreise-in-europa-steigen-stark-wer-zahlt-zuerst-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/356825\/","title":{"rendered":"Gaspreise in Europa steigen stark: Wer zahlt zuerst mehr?"},"content":{"rendered":"<p>In Europa k\u00f6nnten die Gas- und Stromrechnungen im kommenden Winter steigen. Voraussetzung ist, dass die Gro\u00dfhandelspreise l\u00e4nger hoch bleiben und sich auf die Endkunden durchschlagen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der ma\u00dfgebliche europ\u00e4ische Gro\u00dfhandelspreis f\u00fcr Erdgas, der niederl\u00e4ndische Frontmonat-Kontrakt TTF, lag am Dienstagnachmittag bei \u00fcber 66 Euro je Megawattstunde (MWh) und damit etwas unter den mehr als 68 Euro aus dem fr\u00fchen Handel. Zu Jahresbeginn hatte der Preis noch bei rund 29 Euro je MWh gelegen.<\/p>\n<p>Den j\u00fcngsten Preisanstieg treiben wachsende Sorgen von Anlegern, dass die Stra\u00dfe von Hormus m\u00f6glicherweise bis in den Winter hinein geschlossen bleibt.<\/p>\n<p>Die Entwicklung trifft die EU zu einem Zeitpunkt, an dem die Gasspeicher kurz vor Beginn der Heizsaison historisch niedrig bef\u00fcllt sind.<\/p>\n<p>Nach Daten von Gas Infrastructure Europe waren die Gasspeicher der EU am Ende des Gastags vom 24. August zu 62,99 Prozent gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u201eEuropas Gasspeicher sind f\u00fcr die Jahreszeit ungew\u00f6hnlich niedrig bef\u00fcllt\u201c, sagte Natasha Fielding, Editorial Managerin f\u00fcr Gas, LNG, Kohle und Biomasse bei Argus Media, gegen\u00fcber Euronews Business. Sie erg\u00e4nzte, der F\u00fcllstand liege deutlich unter dem F\u00fcnfjahresdurchschnitt von 79 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eIn den vergangenen 15 Jahren waren die Best\u00e4nde nur ein einziges Mal \u00e4hnlich niedrig, n\u00e4mlich 2021, kurz vor der letzten gro\u00dfen Gaskrise\u201c, so Fielding.<\/p>\n<p>Unter den gro\u00dfen europ\u00e4ischen M\u00e4rkten mit besonders niedrigen Speicherst\u00e4nden lagen die deutschen Speicher nur zu 51 Prozent voll, die niederl\u00e4ndischen sogar nur bei 44,3 Prozent.<\/p>\n<p>Oxford Economics wies in einem Bericht vom 13. August, also noch vor dem j\u00fcngsten Preissprung am Gasmarkt, darauf hin, dass der Gasverbrauch in der EU um rund 15 bis 20 Prozent unter dem Niveau von 2021 liegt.<\/p>\n<p>Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die EU auch mit niedrigeren Speicherst\u00e4nden zurechtkommen kann. Daf\u00fcr m\u00fcsste sie im Winter allerdings st\u00e4rker auf LNG-Importe setzen. Dadurch w\u00fcrde die Konkurrenz mit K\u00e4ufern aus Asien um verf\u00fcgbare Ladungen zunehmen.<\/p>\n<p>Schon jetzt ist der Wettbewerb versch\u00e4rft, weil die Stra\u00dfe von Hormus faktisch geschlossen ist. Damit f\u00e4llt eine Route aus, \u00fcber die normalerweise fast ein F\u00fcnftel des weltweiten LNG-Handels l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Kommt es zu einem Bieterwettbewerb zwischen der EU und asiatischen K\u00e4ufern, k\u00f6nnten die Gro\u00dfhandelspreise weiter steigen.<\/p>\n<p>Bei den aktuellen Niveaus werden die Preise \u201enicht ausreichen, damit Europa die Speicher \u00fcber den Winter managen kann\u201c, schrieben die Goldman-Sachs-Analystinnen Samantha Dart und Laura Cyr in einer von Bloomberg zitierten Notiz.<\/p>\n<p>\u201eSollten sich die Energieexporte aus dem Nahen Osten nur schrittweise bis 2027 normalisieren, m\u00fcsste der TTF-Kontrakt f\u00fcr Dezember 2026 unserer Sch\u00e4tzung nach wohl \u00fcber 100 Euro je MWh steigen\u201c, erkl\u00e4rten sie. Das w\u00e4re 110 Prozent \u00fcber dem Basisszenario von 50 Euro je MWh.<\/p>\n<p>Oxford Economics warnte, die EU k\u00f6nnte gezwungen sein, Teile ihres Verbots f\u00fcr russische Gasimporte auszusetzen, falls sich die Versorgungslage weiter zuspitzt. Nach der j\u00fcngsten Berechnung der Europ\u00e4ischen Kommission lag der Anteil Russlands an den kombinierten Pipeline- und LNG-Importen im Jahr 2025 bei rund zw\u00f6lf Komma f\u00fcnf Prozent.<\/p>\n<p>Im Januar 2026 verabschiedete der Rat der EU eine Verordnung, die sowohl LNG- als auch Pipelinegasimporte aus Russland ab dem 18. M\u00e4rz 2026 untersagt. F\u00fcr bestehende Vertr\u00e4ge gelten \u00dcbergangsfristen. Bis Ende 2027 sollen s\u00e4mtliche Gasimporte aus Russland verboten sein.<\/p>\n<p>Hohe Gaspreise: Wann steigen die Haushaltsrechnungen?<\/p>\n<p>Ein kurzer Preissprung h\u00e4tte vermutlich nur begrenzte Folgen. Ein l\u00e4nger anhaltender Anstieg w\u00fcrde dagegen nach und nach in neue und verl\u00e4ngerte Haushaltsvertr\u00e4ge einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein Sprung der Gro\u00dfhandelspreise treibt die Endkundenpreise nicht sofort nach oben. Der vielbeachtete TTF-Preis kann deutlich schneller steigen als der effektive Importpreis der EU, der ber\u00fccksichtigt, was Importeure nach bestehenden Liefervertr\u00e4gen und Absicherungsgesch\u00e4ften tats\u00e4chlich zahlen.<\/p>\n<p>Laufen die Vertr\u00e4ge der Versorger aus und m\u00fcssen sie mehr Gas zu den neuen, h\u00f6heren Marktpreisen einkaufen oder absichern, n\u00e4hert sich der effektive Importpreis schrittweise dem Gro\u00dfhandelspreis an.<\/p>\n<p>Die h\u00f6heren Kosten k\u00f6nnen anschlie\u00dfend an Haushalte weitergegeben werden, wenn Tarife angepasst oder Vertr\u00e4ge erneuert werden.<\/p>\n<p>Wie stark die Energierechnungen steigen, h\u00e4ngt nach Angaben von Fielding davon ab, wie lange die Preisrally anh\u00e4lt und ob die Preise in den kommenden Monaten weiter klettern. EU-weit \u201ew\u00fcrden Haushalte mit variablen Gastarifen zu den ersten geh\u00f6ren, die die Folgen h\u00f6herer Gro\u00dfhandelspreise sp\u00fcren\u201c, sagte sie und f\u00fcgte hinzu, dass der Durchschlag von Gaspreisen auf die Stromrechnungen typischerweise schw\u00e4cher ist.<\/p>\n<p>\u201eIn L\u00e4ndern mit st\u00e4rker liberalisierten Endkundenm\u00e4rkten setzt die Weitergabe in der Regel schneller ein\u201c, erg\u00e4nzte Fielding.<\/p>\n<p>Nach Berechnungen von Oxford Economics dauert es im Durchschnitt etwa sechs Monate, bis Ver\u00e4nderungen der Gro\u00dfhandelspreise vollst\u00e4ndig in den Verbraucherpreisen ankommen. Der Zeitpunkt schwankt jedoch deutlich von Land zu Land.<\/p>\n<p>\u201eDie vorherrschende Marktstruktur, in der \u00fcberwiegend Vertr\u00e4ge mit festem Preis \u00fcber zw\u00f6lf oder sogar 24 Monate dominieren, bedeutet, dass es in M\u00e4rkten wie Deutschland und \u00d6sterreich fast ein Jahr bis zum maximalen Durchschlag dauert\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>In L\u00e4ndern wie Frankreich, Italien und Spanien reagieren die Gaspreise f\u00fcr Verbraucher oft schon innerhalb weniger Monate. In manchen M\u00e4rkten, etwa in den Niederlanden, erfolgt die Weitergabe fast sofort.<\/p>\n<p>Oxford Economics sieht Italien unter den gro\u00dfen Volkswirtschaften Europas als das Land, das am st\u00e4rksten einem Gasschock ausgesetzt ist. Grund sei das Zusammenspiel einer relativ schnellen Weitergabe und einer deutlich \u00fcberdurchschnittlichen Abh\u00e4ngigkeit von Gas.<\/p>\n<p>Aktuell verf\u00fcgt Italien nach Daten von Gas Infrastructure Europe allerdings \u00fcber einen der h\u00f6chsten F\u00fcllst\u00e4nde in seinen Gasspeichern.<\/p>\n<p>Entscheidend wird sein, wie kalt der Winter ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Oxford Economics erkl\u00e4rte: \u201eDas R\u00fcckgrat der Raumheizung in der EU bleibt Gas; deshalb h\u00e4ngen die Gaspreise der EU im kommenden Winter stark von den Au\u00dfentemperaturen ab.\u201c Die Beratungsfirma erg\u00e4nzte, eine anhaltende K\u00e4lteperiode in diesem Winter w\u00fcrde den Bedarf an Heizenergie und Gas deutlich steigern.<\/p>\n<p>In ihrem Bericht, der der j\u00fcngsten Preisspitze bei Erdgas vorausging, sch\u00e4tzte Oxford Economics, dass die Energiepreise f\u00fcr Verbraucher im Euroraum \u2013 darunter Gas, Strom und andere Haushaltsenergiekosten \u2013 im vierten Quartal im Jahresvergleich um bis zu 15 Prozent h\u00f6her liegen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Europa k\u00f6nnten die Gas- und Stromrechnungen im kommenden Winter steigen. 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