{"id":357579,"date":"2026-08-26T14:47:07","date_gmt":"2026-08-26T14:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/357579\/"},"modified":"2026-08-26T14:47:07","modified_gmt":"2026-08-26T14:47:07","slug":"winzer-aus-dem-bezirk-linz-land-erwarten-trotz-duerre-einen-starken-jahrgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/357579\/","title":{"rendered":"Winzer aus dem Bezirk Linz-Land erwarten trotz D\u00fcrre einen starken Jahrgang"},"content":{"rendered":"<p> LINZ-LAND. Die anhaltende Hitze und Trockenheit beschleunigen heuer die Reife der Trauben. In Leonding begann die Weinlese bereits am 24. August, auch in H\u00f6rsching werden schon fr\u00fche Sorten gelesen. In Kematen wird die Hauptlese Mitte September erwartet \u2013 rund einen Monat fr\u00fcher als \u00fcblich. Die Winzer rechnen teilweise mit weniger Ertrag, sehen aber gute Chancen f\u00fcr einen spannenden Jahrgang. <\/p>\n<p>Wie stark die Trockenheit die Reben belastet, h\u00e4ngt stark vom Boden ab. \u201eJene Weing\u00e4rten, die auf eher steinigen B\u00f6den mit schwacher Humusauflage stehen, kennt man schon an, dass sie etwas leiden\u201c, sagt Karl Ferdinand Velechovsky vom Nussb\u00f6ckgut in Leonding. Tiefgr\u00fcndige und schwere B\u00f6den speichern hingegen mehr Wasser.<\/p>\n<p>Das ist auch f\u00fcr Lukas Schiefermair von Schiefermair Wein in Kematen ein Vorteil. \u201eWir haben bei uns schwere, tiefgr\u00fcndige B\u00f6den, die Wasser sehr gut halten k\u00f6nnen.\u201c Zudem habe es in seiner Region im Winter und Sommer mehr Niederschlag gegeben als in vielen Gebieten Nieder\u00f6sterreichs. Die Reben verf\u00fcgten daher noch \u00fcber Wasserreserven. Besonders betroffen sind junge Weing\u00e4rten. Bei den noch jungen Reben ist das Wurzelsystem nicht tief genug entwickelt. In Kematen musste deshalb in trockenen Phasen teilweise zus\u00e4tzlich bew\u00e4ssert werden. Auch Florian Eschlb\u00f6ck von 95Tage Weinbau Familie Eschlb\u00f6ck in H\u00f6rsching beobachtet bei j\u00fcngeren Anlagen st\u00e4rkeren Trockenstress.<\/p>\n<p>Wenig Ertrag, kleinere Beeren<\/p>\n<p>Die Trockenheit d\u00fcrfte sich auch auf die Menge auswirken. Velechovsky rechnet mit rund 30 bis 40 Prozent weniger Ertrag als in einem idealen Jahr. \u201eMittlerweile ist es schon schwer, dass man \u00fcberhaupt noch \u201adas durchschnittliche Jahr\u2018 als Referenz nehmen kann, weil jedes Jahr f\u00fcr sich genommen noch extremer wird als das vorhergegangene.\u201c<\/p>\n<p>Weniger Ertrag bedeutet f\u00fcr die Winzer aber nicht automatisch schlechtere Qualit\u00e4t. Die Beeren bleiben teilweise kleiner und enthalten weniger Saft. Daf\u00fcr k\u00f6nnen sie konzentriertere Aromen entwickeln. \u201eDie Dichte der Weine wird heuer sicher hervorragend\u201c, erwartet Velechovsky. Auch Eschlb\u00f6ck sieht darin eine Chance: \u201eKleinere Beeren k\u00f6nnen au\u00dferdem sehr ausgepr\u00e4gte Aromen bringen \u2013 das k\u00f6nnte f\u00fcr die Qualit\u00e4t richtig spannend werden.\u201c Schiefermair erwartet derzeit keinen dramatischen Ertragsr\u00fcckgang. Entscheidend seien die kommenden Wochen.<\/p>\n<p>Reife kommt deutlich fr\u00fcher<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist vor allem die schnelle Reifeentwicklung. Die Zuckerwerte steigen rasch, gleichzeitig kann die S\u00e4ure schneller abnehmen. \u201eDurch die hohen Temperaturen schreitet die Reife heuer deutlich schneller voran\u201c, erkl\u00e4rt Schiefermair. F\u00fcr seine Wei\u00dfweine gehe es aber nicht um m\u00f6glichst hohe Zuckerwerte. Entscheidend sei das Zusammenspiel aus Zucker, S\u00e4ure, Frucht und aromatischer Reife. In Kematen zeigt sich der Unterschied besonders deutlich: Normalerweise liegt die Hauptlese etwa Mitte Oktober. Heuer wird sie bereits Mitte September erwartet. \u201eDamit sind wir als ober\u00f6sterreichischer Betrieb normalerweise rund drei Wochen sp\u00e4ter dran als die Winzer in Nieder\u00f6sterreich. Heuer erwarten wir die Hauptlese bereits Mitte September \u2013 also ungef\u00e4hr einen Monat fr\u00fcher als in einem normalen Jahr.\u201c<\/p>\n<p>In H\u00f6rsching werden bereits die ersten fr\u00fchen Sorten f\u00fcr Sturm und Traubensaft gelesen. In Leonding startete Velechovsky ebenfalls schon diesen Montag.<\/p>\n<p>Schutz vor Sonne und Trockenstress<\/p>\n<p>Die Hitze ver\u00e4ndert auch die Arbeit im Weingarten. Die Trauben d\u00fcrfen nicht zu stark der Sonne ausgesetzt werden. Deshalb wurde beim Laubmanagement weniger entbl\u00e4ttert. \u201eWir durften nicht zu stark entlauben, weil die Beeren ansonsten Gefahr laufen, Sonnenbrand zu bekommen\u201c, sagt Schiefermair. Velechovsky hielt die Begr\u00fcnung zwischen und unter den Rebst\u00f6cken m\u00f6glichst kurz und reduzierte den Ertrag, um Wasser zu sparen. Gleichzeitig setzt er auf Humusaufbau und vielf\u00e4ltige Begr\u00fcnungen, um den Boden langfristig als Wasserspeicher zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Das trockene Wetter brachte auch Vorteile. Der Druck durch Pilzkrankheiten war gering. Dadurch war weniger Pflanzenschutz n\u00f6tig. Schiefermair musste zudem weniger mulchen. Bei Velechovsky wuchsen die Reben wegen des Wassermangels weniger stark, wodurch auch bei der Laubarbeit weniger zu tun war.<\/p>\n<p>Optimismus f\u00fcr den Jahrgang<\/p>\n<p>Trotz der Trockenheit blicken die drei Winzer optimistisch auf 2026. F\u00fcr Schiefermair ist ein trockener Sommer in Ober\u00f6sterreich sogar grunds\u00e4tzlich leichter zu bewirtschaften als ein sehr feuchtes Jahr. \u201eWir liegen klimatisch an der Grenze des Weinbauklimas und haben in feuchten Jahren deutlich gr\u00f6\u00dfere Herausforderungen mit Pilzkrankheiten.\u201c Velechovsky ist nach 23 Jahren im Weinbau \u00fcberzeugt: \u201eIch bin mir sicher, dass 2026 ein hervorragender Jahrgang sein wird, welcher dieses Jahrhundertsommer ins Glas bringt.\u201c Auch Eschlb\u00f6ck erwartet \u201esehr gesunde, aromatische und konzentrierte Weine\u201c. F\u00fcr alle gilt nun: Die Entwicklung der Trauben genau beobachten und den richtigen Zeitpunkt f\u00fcr die Lese erwischen. Denn gerade heuer k\u00f6nnen wenige Tage einen deutlichen Unterschied machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ-LAND. Die anhaltende Hitze und Trockenheit beschleunigen heuer die Reife der Trauben. 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