{"id":357675,"date":"2026-08-26T15:45:13","date_gmt":"2026-08-26T15:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/357675\/"},"modified":"2026-08-26T15:45:13","modified_gmt":"2026-08-26T15:45:13","slug":"sonnenspeicher-sued-schutz-von-fossilien-koennte-fallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/357675\/","title":{"rendered":"Sonnenspeicher S\u00fcd: Schutz von Fossilien k\u00f6nnte fallen"},"content":{"rendered":"<p>Dem Fernw\u00e4rmeprojekt s\u00fcdlich von Graz steht ein in den 1980ern ausgewiesenes Naturdenkmal im Weg. Die Projektwerber stellen einen Antrag auf Aufhebung.  <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Anfang des Jahres hat das Energieprojekt \u201eSonnenspeicher S\u00fcd\u201c eine gro\u00dfe H\u00fcrde genommen: Mit der<a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/graz\/grazumgebung\/20510071\/hoechstgericht-bestaetigt-sonnenspeicher-sued-braucht-keine-uvp\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"> Best\u00e4tigung des Bundesverwaltungsgerichts<\/a>, wonach f\u00fcr die Errichtung des 270 Millionen Euro teuren Fernw\u00e4rmespeichers s\u00fcdlich von Graz keine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung (UVP) notwendig ist, ersparen sich die Projektwerber wertvolle Zeit. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/suedsuedwest\/20518787\/anrainer-kritisieren-entscheidung-gegen-uvp-zum-sonnenspeicher-sued\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Besorgte Anrainer<\/a> zogen dagegen zwar vor den Verfassungsgerichtshof, blitzten aber ab. Ob sich nun der Verwaltungsgerichtshof mit ihrer Beschwerde befasst, ist noch offen, aufschiebende Wirkung hat sie jedenfalls nicht. <\/p>\n<p>Fossilien als Stolperstein<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Deshalb wurde die Umsetzung des Projekts, das ein Viertel des Fernw\u00e4rmebedarfs von Graz decken soll, weiter vorangetrieben. Dabei offenbarte sich allerdings ein m\u00f6glicher Stolperstein. Konkret geht es um <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/18563425\/waermespeicher-wildon-wuerde-geschuetzte-fossilien-fluten\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Fossilienfunde<\/a> im Projektgebiet, die seit den 1980ern als Naturdenkmal besonderen Schutz genie\u00dfen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Sonnenspeicher S\u00fcd Wildon.webp\" alt=\"Ein Teil des Steinbruchs in Wildon steht unter Schutz\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 W\u00e4rmespeicher Weitendorf GmbHEin Teil des Steinbruchs in Wildon steht unter SchutzAntrag auf Aufhebung <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Das ist den Projektwerbern freilich bekannt. Anders als bisher von ihnen angenommen, ist der Warmwasserspeicher aber nicht mit dem Naturdenkmal-Status vereinbar. Weshalb sie nun bei der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz einen Antrag auf Aufhebung der Unterschutzstellung einbringen. \u201eAnders w\u00e4re es uns nat\u00fcrlich lieber gewesen. Wir werden aber auf jeden Fall Ma\u00dfnahmen ergreifen, um den langfristigen Schutz der Fossilien zu gew\u00e4hrleisten\u201c, betont Projektwerber Heimo Ecker-Eckhofen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Sonnenspeicher S\u00fcd Visualisierungen Wildon Dobl-Zwaring.webp\" alt=\"Visualisierung des Projekts mit den einzelnen Anlageteilen\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/> \u00a9 Sonnenspeicher S\u00fcdVisualisierung des Projekts mit den einzelnen Anlageteilen<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Was wie ein Widerspruch klingt, begr\u00fcndet er mit den baulichen Ma\u00dfnahmen. Geplant ist, einen Steinbruch in Wildon mit 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser zu fluten und abzudecken. Das darunter liegende Wasser soll durch Solarkollektoren und ein Biomasseheizwerk auf 120 Grad erhitzt und ins Fernw\u00e4rmenetz eingespeist werden. Vom Speicherwasser \u00fcberdeckt w\u00fcrde auch jene fossilreiche Tonmergelschicht, deren Schutzstatus aufgehoben werden soll. Um sie zu erhalten, wollen die Projektwerber sie freiwillig mit einer Folie abdecken. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Zug\u00e4nglich w\u00e4ren die Fossilien unter dem Wasser freilich nicht mehr. Das seien sie aber auch jetzt nicht, da es sich um ein abgesperrtes Bergbaugebiet handle. Bei Einstellung des Betriebes werde der Steinbruch ohnehin durch Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser geflutet \u2013 allerdings ohne ad\u00e4quaten Fossilienschutz. F\u00fcr die Aufhebung des Naturdenkmals spreche auch, dass es in der Region \u00e4hnliche Vorkommen gebe.<\/p>\n<p>\u00d6ffentliches Interesse<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Als wichtigstes Argument bringen die Projektwerber aber das \u00f6ffentliche Interesse ins Spiel. \u201eDer Sonnenspeicher S\u00fcd funktioniert, es gibt in \u00d6sterreich kein Projekt zur Dekarbonisierung, das weiter fortgeschritten ist\u201c, meint Gilbert Frizberg. Pro Jahr sollen dadurch rund 75.000 Tonnen CO2 eingespart werden. F\u00fcr den Bau des Speichers spreche auch eine Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die steirische Wirtschaft von rund 104 Millionen Euro, im j\u00e4hrlichen Betrieb sollen es knapp neun Millionen sein.   <\/p>\n<p class=\"klz-text-article-quote !leading-none break-words\">Es gibt in \u00d6sterreich kein Projekt zur Dekarbonisierung, das weiter fortgeschritten ist<\/p>\n<p>\u2014 Gilbert Frizberg, Projektwerber<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Diese Zahlen gegen den Schutzstatus aufzuwiegen, ist nun Aufgabe der BH Leibnitz. Mit einem Ergebnis wird erst in mehreren Monaten gerechnet. Sollte das Naturdenkmal tats\u00e4chlich fallen, soll Mitte\/Ende 2027 der Baustart und 2029 die Inbetriebnahme des Sonnenspeichers S\u00fcd erfolgen. <\/p>\n<p>Sonnenspeicher S\u00fcd<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Ein noch aktiver Steinbruch in Weitendorf bei Wildon soll in einen gigantischen Warmwasserspeicher umgewandelt werden.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Dazu soll der Steinbruch mit 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Kainach geflutet und mit einem schwimmenden Deckel isoliert werden.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Dieses Wasser wird mittels Solarthermie-Kollektoren (Nettofl\u00e4che 28 Hektar) auf bis zu 90 Grad aufgeheizt.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Um die notwendigen 120 Grad f\u00fcr die Einspeisung in das Fernw\u00e4rmenetz zu erreichen, wird direkt nebenan in einem 50-Megawatt-Biomasseheizwerk Hackgut verfeuert.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Das hei\u00dfe Wasser wird \u00fcber eine vier Kilometer lange Leitung nach Mellach transportiert, wo es in das bestehende Fernw\u00e4rmenetz eingespeist wird.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Pro Jahr sollen 365 Gigawattstunden W\u00e4rme ins Grazer Fernw\u00e4rmenetz eingespeist werden. Das entspricht rund einem Viertel des aktuellen Bedarfs.  <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die gesch\u00e4tzten Projektkosten liegen bei mehr als 270 Millionen Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dem Fernw\u00e4rmeprojekt s\u00fcdlich von Graz steht ein in den 1980ern ausgewiesenes Naturdenkmal im Weg. 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