{"id":35834,"date":"2026-03-10T04:38:12","date_gmt":"2026-03-10T04:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/35834\/"},"modified":"2026-03-10T04:38:12","modified_gmt":"2026-03-10T04:38:12","slug":"experte-europa-wird-nicht-in-den-iran-krieg-hineingezogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/35834\/","title":{"rendered":"Experte: &#8222;Europa wird nicht in den Iran-Krieg hineingezogen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">W\u00e4hrend der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter eskaliert, steht Europa weitgehend am Rand des Konflikts. Der Kontinent sei diesbez\u00fcglich politisch gespalten, m\u00fcsse aber keine direkte milit\u00e4rische Verwicklung f\u00fcrchten, sagt der Europaexperte Stefan Lehne im Gespr\u00e4ch mit der APA. Europa k\u00f6nnten ein instabiler Iran und steigende Energiepreise wirtschaftlich jedoch st\u00e4rker treffen als die USA &#8211; w\u00e4hrend Russland von der Krise profitiere.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Europa spiele in der eskalierenden Krise im Nahen Osten derzeit kaum eine Rolle, sagt Stefan Lehne, Senior Fellow beim Thinktank Carnegie Europe. &#8222;Wir stehen in einer gro\u00dfen Krise der transatlantischen Beziehungen&#8220;, betont er. US-Pr\u00e4sident Donald Trump habe Europa nicht in seine Entscheidung, den Iran anzugreifen, involviert. Zus\u00e4tzlich sei sich Europa nicht einig in seiner Reaktion auf den Krieg. Die beiden Extreme bilden demnach der spanische Premierminister Pedro Sanchez, der im Krieg einen Bruch des internationalen V\u00f6lkerrechts sieht, und der deutsche Kanzler Friedrich Merz, der sich &#8222;eigentlich hinter die amerikanisch-israelische Aktion gestellt&#8220; habe, so der Experte.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">W\u00e4hrend Europa politisch nur begrenzten Einfluss auf den Konflikt habe, seien die wirtschaftlichen Folgen bereits weltweit sp\u00fcrbar. Der Iran \u00fcbe durch die Golfstaaten und die Stra\u00dfe von Hormuz Druck auf die USA aus. &#8222;Die Angriffe bedrohen das zentrale Businessmodell der Golfstaaten&#8220;, so der Experte, welches auf dem Versprechen eines &#8222;Safe Havens&#8220; mit sicherem Leben und guten wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten beruhe. Auch durch eine Teilblockade der Stra\u00dfe von Hormuz versuche der Iran die Kosten des Krieges in die H\u00f6he zu treiben.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Die \u00d6lpreise sind in Folge des Konfliktes stark gestiegen, was sich sowohl bei den Konsumenten und Konsumentinnen in Europa als auch den USA bemerkbar macht. W\u00e4hrend Europa als gro\u00dfer \u00d6lkonsument besonders verwundbar sei, profitierten US-Energieunternehmen, da die Vereinigten Staaten mittlerweile zu den gr\u00f6\u00dften Exporteuren von \u00d6l und Gas z\u00e4hlen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Auch Russland profitiere wirtschaftlich von der Krise im Nahen Osten. Washington ziehe in Erw\u00e4gung, so der Experte, Sanktionen gegen russische \u00d6lfirmen zu lockern und Indien zu erlauben, wieder vermehrt russisches \u00d6l zu kaufen: &#8222;F\u00fcr (den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr, Anm.) Selenskyj ist das eine sehr schlimme Entwicklung.&#8220; Die schw\u00e4chelnde russische Wirtschaft w\u00fcrde dadurch wieder Eink\u00fcnfte generieren, um seinen Krieg gegen die Ukraine fortzuf\u00fchren. &#8222;Je l\u00e4nger der Konflikt im Iran andauert, desto mehr hilft es den Russen&#8220;, so Lehne.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Keine Gefahr sieht der Experte auf die Frage, ob Europa in den Krieg hineingezogen werden k\u00f6nnte: &#8222;Der Iran hat weder die Kapazit\u00e4ten noch das Interesse europ\u00e4ische St\u00fctzpunkte anzugreifen.&#8220; Auch die abgefangenen Raketenangriffe auf Zypern und die T\u00fcrkei sowie die Einwilligung der Briten, den US-Amerikanern ihre milit\u00e4rischen St\u00fctzpunkte f\u00fcr defensive Operationen zu verwenden, wertet er nicht als Eskalation. Als wahrscheinlicher sieht der Experte eine gr\u00f6\u00dfere Bedrohung auf europ\u00e4ische Staaten durch terroristische Angriffe &#8211; wie zuletzt in Oslo &#8211; oder Cyberangriffe. &#8222;Wenn alles im Chaos landet, ist das nicht auszuschlie\u00dfen&#8220;, so Lehne. Allerdings sei der Iran momentan nicht in der Lage, Terroraktionen im gro\u00dfen Stil in Europa durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Sollte der Krieg l\u00e4nger andauern, k\u00f6nnte Europa allerdings von verst\u00e4rkten Fluchtbewegungen aus dem Iran betroffen sein &#8211; insbesondere dann, wenn zivile Infrastruktur massiv getroffen w\u00fcrde und dadurch Versorgungsengp\u00e4sse entst\u00fcnden. Doch unmittelbar sehe er &#8222;keine sehr gro\u00dfe Gefahr&#8220; f\u00fcr gro\u00dfe Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me, die \u00fcberdies in erster Linie Irans Nachbarstaaten betreffe w\u00fcrden. Sollten Fluchtbewegungen doch Europa erreichen, sei &#8222;ein Kontrollverlust wie im Jahre 2015&#8220; nicht absehbar, zumal Europa mittlerweile mit robusteren Systemen ausgestattet sei.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Trotzdem m\u00fcsse Europa sowohl politisch als auch wirtschaftlich und milit\u00e4risch robuster auftreten, betont der Experte. Seit der Gr\u00f6nlandkrise Anfang des Jahres g\u00e4be es auch eine gr\u00f6\u00dfere Entschlossenheit in diesem Bereich. Europa baut derzeit seine milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten aus. Gleichzeitig k\u00f6nnte eine st\u00e4rkere Aufr\u00fcstung Europas angesichts steigender Energiepreise und wirtschaftlicher Unsicherheiten teuer zu stehen kommen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Wie lange der Krieg andauert, bleibt allerdings offen. Lehne rechnet derzeit mit einem baldigen Ende der Kampfhandlungen. Gerade die unklar formulierten Kriegsziele h\u00e4tten Trump einen politischen Vorteil verschafft: Er k\u00f6nne den Krieg jederzeit beenden &#8211; und f\u00fcr sich entscheiden. Au\u00dferdem, so der Experte, sei Trump ein Opportunist, und der Krieg unter der amerikanischen Bev\u00f6lkerung unbeliebt. Angesichts der nahenden Midterm-Wahlen in den USA k\u00f6nne Trump den Krieg nicht mehr lange innenpolitisch rechtfertigen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Das habe zur Folge, dass die Region instabil bleibe. Iran k\u00f6nnte sein Nuklearprogramm und die Raketenproduktion wieder aufnehmen, was einen erneuten Angriff der USA provozieren k\u00f6nnte. Europa m\u00fcsse sich auch auf einen instabilen Iran und einen potenziell l\u00e4ngerfristigen Konflikt vorbereiten.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Doch der Experte bleibt positiv: &#8222;Trump ist nicht f\u00fcr immer da&#8220;, meinte er. Lehne hofft auf eine R\u00fcckkehr zu einer regelbasierten Ordnung, welche Europa immer angestrebt habe. Europa m\u00fcsse sich weiter engagieren, im Inneren st\u00e4rker werden und Allianzen mit \u00e4hnlich gesinnten Staaten schlie\u00dfen &#8211; wie Kanada, Australien, Japan oder S\u00fcdkorea. Auch der Globale S\u00fcden wisse, dass aufgrund der vernetzten Wirtschaft eine globale Ordnung notwendig ist. &#8222;Das wird nicht leicht sein, das wird schwierig sein. Aber es lohnt sich die M\u00fche&#8220;, so der Experte.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">(Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Maia Mayb\u00f6ck\/APA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter eskaliert, steht Europa weitgehend am Rand des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35835,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[732,1769,76,75,74,1010,750,679,79,1434,1963,81,439,182,1785],"class_list":{"0":"post-35834","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-ukraine","9":"tag-atompolitik","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-iran","14":"tag-israel","15":"tag-konflikte","16":"tag-migration","17":"tag-newsticker","18":"tag-russland","19":"tag-ukraine-krieg","20":"tag-usa","21":"tag-wien","22":"tag-wirtschaftssanktionen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116203035272211376","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35834\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}