{"id":359235,"date":"2026-08-27T10:53:16","date_gmt":"2026-08-27T10:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359235\/"},"modified":"2026-08-27T10:53:16","modified_gmt":"2026-08-27T10:53:16","slug":"k-i-aus-europa-die-staerken-von-deepl-mistral-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359235\/","title":{"rendered":"K.I. aus Europa: Die St\u00e4rken von DeepL, Mistral und Co."},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Auf einem Smartphone ist das Logo von DeepL zu sehen, dahinter ist ein Bildschirm.\" alt=\"Auf einem Smartphone ist das Logo von DeepL zu sehen, dahinter ist ein Bildschirm.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/deepl-102-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  DeepL aus K\u00f6ln ist Europas KI-Vorzeigeunternehmen f\u00fcr \u00dcbersetzungen (Symbolfoto) (picture alliance \/ CFOTO)<\/p>\n<p>ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot: Im Alltag nutzen die meisten Menschen auch in Europa KI-Modelle aus den USA. Den Vorsprung amerikanischer Anbieter bei den gro\u00dfen Sprachmodellen werden europ\u00e4ische Unternehmen auf absehbare Zeit kaum aufholen. Doch es gibt auch KI-Erfolge aus Europa. Europ\u00e4ische Unternehmen punkten dabei durch Spezialisierung.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Unternehmen sind insbesondere mit KI-Modellen erfolgreich, die von Unternehmen genutzt werden. DeepL aus K\u00f6ln bietet beispielsweise \u00dcbersetzungen an und punktet dabei mit Fachvokabular. Wenn Unternehmen rechtliche Dokumente \u00fcbersetzen wollen, dann ist im Vergleich zur Alltagskommunikation eine ganz andere Pr\u00e4zision gefragt.<\/p>\n<p>Auch Mistral AI aus Frankreich setzt auf Unternehmenskunden. &#8222;Viele unserer KI-Modelle sind im Unternehmensbereich auf Spitzenniveau&#8220;, sagt Arthur Mensch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Unternehmens. Mistral AI hat seine Modelle so entwickelt, dass sie sich flexibel an die Anforderungen von Unternehmen anpassen lassen. <\/p>\n<p>Diese behalten dabei die volle Kontrolle \u00fcber ihre Daten: Sie k\u00f6nnen Mistral-Modelle auf eigenen Servern betreiben. Ein entscheidender Vorteil, denn viele Firmen m\u00f6chten nicht, dass sensible Daten ihre eigene IT-Infrastruktur verlassen.<\/p>\n<p>Die EU reguliert KI deutlich strenger als die USA. Viele Unternehmen sehen darin zun\u00e4chst eine Belastung. Gerade kleinere Unternehmen w\u00fcrden durch zus\u00e4tzliche B\u00fcrokratie und Dokumentationspflichten gebremst, sagt beispielsweise Arthur Mensch von Mistral AI.<\/p>\n<p>Doch die EU-Regulierung bietet auch einen zentralen Vorteil: Sie schafft Vertrauen. Gerade Unternehmen wollen wissen, was mit ihren Daten passiert. Sie wollen sicher sein, dass ihre Daten beispielsweise nicht bei Konkurrenten landen. Europ\u00e4ische Anbieter k\u00f6nnen auf einen klaren rechtlichen Rahmen verweisen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Standortvorteil: Wer Anwendungen aus Europa nutzt, ist dabei nicht vom Wohlwollen der US-Regierung abh\u00e4ngig. Denn der Zugang zu KI-Anwendungen k\u00f6nnte im Extremfall auch geopolitisch als Druckmittel eingesetzt werden. <\/p>\n<p>Den meisten Menschen sei nicht bewusst, wie abh\u00e4ngig wir von der Willk\u00fcr des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump sind, sagt Fabian Westerheide, der Gr\u00fcnder der Konferenz Rise of AI. Ein Beispiel: Im Sommer 2026 hat die US-Regierung anderen Staaten den Zugang zum US-Modell Faible 5 wegen angeblicher Sicherheitsbedenken abgeschaltet.<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr Unternehmenskunden sei es zentral, Technik zu haben, &#8222;auf die man sich wirklich verlassen kann&#8220;, sagt Holger Hoos, einer der Direktoren des KI-Centers an der Universit\u00e4t RWTH Aachen. Technik m\u00fcsse auch in Krisen funktionieren.<\/p>\n<p>Europa ist zudem in Forschung und Entwicklung l\u00e4ngst nicht abgeh\u00e4ngt. Robin Rombach, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des KI-Unternehmens Black Forest Labs, h\u00e4lt die Rahmenbedingungen f\u00fcr KI-Forschung in Europa f\u00fcr gut. &#8222;Es gibt so wahnsinnig gute Leute, die von den Unis kommen&#8220;, sagt Rombach. Auch die offene Forschungskultur sei ein Standortfaktor. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bestehe oft darin, wissenschaftliche Erkenntnisse in erfolgreiche Gesch\u00e4ftsmodelle zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Europa hat einige starke KI-Konzerne. Das \u00e4ndert aber nichts daran, dass der globale Markt von den USA dominiert wird. Das gilt f\u00fcr die bekannten Anwendungen und das gilt f\u00fcr die KI-Infrastruktur: Nach Zahlen des Instituts Epoch AI stehen 75 Prozent der Rechenleistung f\u00fcr KI in den USA, weitere 15 Prozent in China und nur 5 Prozent in Europa.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Abh\u00e4ngigkeit bei KI wird von vielen Experten kritisiert. In der Branche herrscht weitgehend Einigkeit dar\u00fcber, dass Europas F\u00e4higkeiten im Bereich KI gest\u00e4rkt werden m\u00fcssen. Das Ziel d\u00fcrfe aber auch kein nationaler Alleingang sein. Spitzentechnologie k\u00f6nne nur durch internationale Zusammenarbeit entwickelt werden.<\/p>\n<p>Die wechselseitige Abh\u00e4ngigkeit zeigt sich beispielsweise bei den Chips, die f\u00fcr KI-Rechenzentren gebraucht werden. Die US-Firma NVIDIA ist bei der Produktion der Chips der unangefochtene Marktf\u00fchrer &#8211; europ\u00e4ische Unternehmen spielen dabei aber Schl\u00fcsselrollen. <\/p>\n<p>Das niederl\u00e4ndische Unternehmen ASML liefert die Maschinen, ohne die viele Hochleistungschips nicht hergestellt werden k\u00f6nnten. ASML wiederum braucht daf\u00fcr Optiken der Firma Zeiss und Industrielaser der Firma Trumpf, also Technik aus Deutschland.<\/p>\n<p>Der US-Markt ist auch f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen zentral. In den USA ist es f\u00fcr Unternehmen deutlich leichter, Geld einzuwerben. Auch das deutsche Unternehmen Black Forest Labs hat daher einen Standort in den USA. Dar\u00fcber komme das Unternehmen leichter an Gelder, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Rombach. In Europa sei schlicht weniger privates Risikokapital verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Mistral-Gr\u00fcnder Arthur Mensch fordert deshalb, dass die europ\u00e4ischen Staaten mehr Geld in die eigenen Unternehmen lenken. Wenn der Staat Auftr\u00e4ge f\u00fcr KI vergibt, sollten die bevorzugt an europ\u00e4ische Unternehmen gehen. Mensch sieht darin den wirksamsten Hebel, den Staaten h\u00e4tten, um den KI-Standort Europa zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Online-Text: Tobias Pastoors , H\u00f6rfunkbeitr\u00e4ge: Moritz Metz, Maximilian Brose, Ralf Krauter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"DeepL aus K\u00f6ln ist Europas KI-Vorzeigeunternehmen f\u00fcr \u00dcbersetzungen (Symbolfoto) (picture alliance \/ CFOTO) ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":359236,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[21866,90875,90874,76,68984,75,74,23922,508,1945,90876,90877],"class_list":["post-359235","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-asml","tag-black-forest-labs","tag-deepl","tag-eu","tag-eu-ai-act","tag-europa","tag-europe","tag-ki-regulierung","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-mistral","tag-risikokapital","tag-us-technologiepolitik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117167103275111338","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359235"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359235\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/359236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}