{"id":359571,"date":"2026-08-27T14:07:08","date_gmt":"2026-08-27T14:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359571\/"},"modified":"2026-08-27T14:07:08","modified_gmt":"2026-08-27T14:07:08","slug":"exklusivinterview-mit-estlands-ex-praesidenten-cia-chef-ratcliffe-reiste-wegen-iran-nach-moskau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359571\/","title":{"rendered":"Exklusivinterview mit Estlands Ex-Pr\u00e4sidenten: CIA-Chef Ratcliffe reiste wegen Iran nach Moskau"},"content":{"rendered":"<p>Der fr\u00fchere estnische Pr\u00e4sident Toomas Hendrik Ilves, eine einflussreiche Stimme in den sicherheitspolitischen Debatten Europas, hat bei Euronews Zweifel ge\u00e4u\u00dfert, dass die USA CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau geschickt haben, um Russland vor einer Eskalation zu warnen. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Aus seiner Sicht ist Washington weiterhin vor allem wegen Iran in Sorge.<\/p>\n<p>In einem Exklusivinterview mit Euronews sagte Ilves, er habe \u201eschwere Zweifel\u201c daran, dass Sorgen um die baltischen Staaten der Anlass f\u00fcr Ratcliffes Reise waren. Dies gelte trotz zahlreicher Berichte, nach denen Washington Moskau ein Signal gegen jede Form von Aggression senden wollte.<\/p>\n<p>\u201eWas ist im Moment das wirkliche Problem f\u00fcr die Vereinigten Staaten? Das wirkliche Problem ist Iran, n\u00e4mlich dass die Russen den Iranern Zielinformationen liefern\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>\u201eDas sind echte Probleme f\u00fcr die USA, und allein das reicht aus, damit der CIA-Direktor nach Moskau fliegt und ihnen sagt, sie sollen sich zur\u00fcckhalten.\u201c<\/p>\n<p>US-Medien berichteten, Ratcliffe sei entsandt worden, um Moskau vor Angriffen auf NATO-Mitglieder zu warnen. Hintergrund seien Bef\u00fcrchtungen, Russland k\u00f6nnte das B\u00fcndnis testen, etwa mit einem Angriff auf Estland, Lettland oder Litauen.<\/p>\n<p>Ilves stellte diese Darstellung infrage und sagte, es habe \u201ekeine \u00c4nderung der US-Bedrohungsanalyse f\u00fcr die baltischen Staaten\u201c gegeben.<\/p>\n<p>\u201eWenn der Zweck wirklich gewesen w\u00e4re, den Russen zu sagen, sie sollen in den baltischen Staaten nichts unternehmen, wie behauptet wurde, dann w\u00fcrde man hier auch etwas davon merken.\u201c<\/p>\n<p>Auch Estlands Au\u00dfenminister Margus Tsahkna sagte am Donnerstag, die Bedrohungsanalyse des Landes habe sich \u201enicht ver\u00e4ndert\u201c. Zugleich betonte er, m\u00f6gliche russische Provokationen gegen die NATO m\u00fcssten ernst genommen werden.<\/p>\n<p>\u201eWir bleiben wachsam, doch Estlands Bedrohungsanalyse hat sich nicht ge\u00e4ndert\u201c, sagte Tsahkna.<\/p>\n<p>Ratcliffe reiste in dieser Woche zu vertraulichen Gespr\u00e4chen mit Vertretern der russischen Geheimdienste nach Moskau, traf nach Berichten jedoch nicht Pr\u00e4sident Wladimir Putin. Er kam allerdings mit Sergej Naryschkin zusammen, dem Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR.<\/p>\n<p>Ilves vermutete, die Darstellung, Ratcliffes Besuch habe den baltischen Staaten gegolten, k\u00f6nne dazu dienen, vom eigentlichen Thema der Gespr\u00e4che abzulenken.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube nicht, dass es eine Scheinoperation ist, sondern eher eine erfundene Geschichte, um vom wirklichen Problem abzulenken, mit dem die USA derzeit konfrontiert sind\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>\u201eDas ist alles Spin\u201c<\/p>\n<p>Auch Berichte \u00fcber eine wachsende milit\u00e4rische Bedrohung der baltischen Staaten durch Russland sieht der fr\u00fchere estnische Pr\u00e4sident \u00e4u\u00dferst skeptisch.<\/p>\n<p>Auf die zahlreichen Warnungen der vergangenen Monate angesprochen, Moskau k\u00f6nne gegen Estland, Lettland oder Litauen eskalieren, sagte Ilves: \u201eIch halte das alles f\u00fcr Spin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum sollten sie gerade jetzt irgendetwas in den baltischen Staaten unternehmen?\u201c<\/p>\n<p>Ilves argumentierte, Russland habe aus strategischer Sicht wenig Anlass, eine direkte Konfrontation mit der NATO zu riskieren, da es im Krieg gegen die Ukraine feststeckt.<\/p>\n<p>\u201eWarum sollte man davon ablenken und einen Krieg mit der NATO riskieren, wenn man in der Ukraine in einer Patt-Situation steckt?\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Sollte Moskau eine weitere Front er\u00f6ffnen wollen, h\u00e4tte Russland nach Ansicht von Ilves mehrere Nachbarn au\u00dferhalb von NATO und Europ\u00e4ischer Union, in denen ein Eingreifen deutlich weniger riskant w\u00e4re.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt so viele L\u00e4nder an Russlands Grenze, die nicht in der NATO sind, nicht in der EU\u201c, sagte er und verwies auf Staaten entlang der s\u00fcdlichen Flanke Russlands. \u201eSie k\u00f6nnen dort alles M\u00f6gliche tun, von Armenien bis Tadschikistan.\u201c<\/p>\n<p>Ilves stellte zudem infrage, warum Russland ausgerechnet im Baltikum die NATO milit\u00e4risch testen sollte, wo jeder Angriff rasch zu einem deutlich gr\u00f6\u00dferen Konflikt eskalieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob Russland von einer Konfrontation mit der NATO in der Region abgeschreckt sei, sagte Ilves, es gehe nicht darum, ob Moskau Angst habe, sondern darum, warum der Kreml ein solches Risiko eingehen sollte.<\/p>\n<p>\u201eFinnland w\u00e4re sofort hineingezogen. Wenn Finnland etwas unternimmt, ist Schweden dabei, D\u00e4nemark ist dabei, Polen w\u00e4re dabei\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Besonders Polen, so Ilves, habe eine der gr\u00f6\u00dften Armeen Europas aufgebaut und grenzt direkt an Litauen.<\/p>\n<p>Warnung an Moskau: \u201eWenn ihr so weitermacht, werden wir X tun\u201c<\/p>\n<p>Falls es in Ratcliffes Gespr\u00e4chen tats\u00e4chlich um Iran ging, rechnet Ilves damit, dass der CIA-Direktor eine Warnung \u00fcberbracht hat, untermauert mit der Drohung m\u00f6glicher US-Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>\u201eRatcliffe ist viel zu klug, um zu sagen: \u201aOh, bitte, bitte, macht nichts\u2018 oder: \u201aBitte h\u00f6rt auf, ihnen Satelliteninformationen zu schicken.\u2018\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin sicher, sie haben etwas gesagt wie: \u201aNun, wenn ihr mit diesen Aktivit\u00e4ten fortfahrt, werden wir X tun.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Ilves \u00e4u\u00dferte deutlich gr\u00f6\u00dfere Zweifel, dass die Ukraine Teil eines m\u00f6glichen Deals zwischen Washington und Moskau \u00fcber Russlands Rolle im Iran-Konflikt sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eAngesichts der Tatsache, wie wenig die Vereinigten Staaten derzeit in der Ukraine tats\u00e4chlich tun, kann ich mir das nicht vorstellen\u201c, sagte er. \u201eWas soll man da sagen? \u201aWir geben euch dies, wenn ihr uns Iran gebt?\u2018 Was haben sie in der Ukraine \u00fcberhaupt anzubieten?\u201c<\/p>\n<p>Ilves betonte, dass Europa inzwischen den Gro\u00dfteil der Last bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine tr\u00e4gt, einschlie\u00dflich der Bezahlung f\u00fcr US-Waffen, die nach Kyjiw geliefert werden.<\/p>\n<p>\u201eSeit Januar 2025 hat es keine wirklich umfassende Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine gegeben. Die ganze Last liegt auf den Schultern der Europ\u00e4er\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Nach seiner Einsch\u00e4tzung bleibt Washington deshalb nur wenig, was es Moskau auf Kosten der Ukraine anbieten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eIch sehe nicht, dass die USA da viel in der Hand haben.\u201c<\/p>\n<p>Mit Verweis auf Donald Trumps eigene Sprache \u00fcber Verhandlungsvorteile f\u00fcgte Ilves hinzu: \u201eDie Karten haben sie nicht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der fr\u00fchere estnische Pr\u00e4sident Toomas Hendrik Ilves, eine einflussreiche Stimme in den sicherheitspolitischen Debatten Europas, hat bei Euronews&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":359572,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[12805,1010,5728,40,41,39,38,81],"class_list":["post-359571","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-cia","tag-iran","tag-krieg-in-der-ukraine","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-ukraine-krieg"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117167866322956119","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359571\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/359572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}