{"id":359639,"date":"2026-08-27T14:43:18","date_gmt":"2026-08-27T14:43:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359639\/"},"modified":"2026-08-27T14:43:18","modified_gmt":"2026-08-27T14:43:18","slug":"sechs-monate-iran-krieg-die-bilanz-eines-scheiterns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/359639\/","title":{"rendered":"Sechs Monate Iran-Krieg: Die Bilanz eines Scheiterns"},"content":{"rendered":"<p class=\"content__description\" data-speakable=\"\">Seit rund einem halben Jahr befinden sich die USA, Israel und der Iran im Krieg. Was als schneller Milit\u00e4rschlag geplant war, artet f\u00fcr Trump immer mehr zum Problem aus. Der unbeliebte Krieg k\u00f6nnte die Republikaner die Kongresswahlen kosten.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Als &#8222;kurzen Ausflug&#8220; und &#8222;kleines Scharm\u00fctzel&#8220; hatte <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42656992.content.textlink_1\" data-component-path=\"content.textlink_1\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> den <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42656992.content.textlink_2\" data-component-path=\"content.textlink_2\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/nahostkonflikt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran-Krieg<\/a> anfangs verharmlost. Nun aber dauert der Milit\u00e4rkonflikt bereits knapp sechs Monate (am 28. Februar 2026 begannen die Kampfhandlungen) und hat sich f\u00fcr den US-Pr\u00e4sidenten zu einer immensen B\u00fcrde ausgewachsen. Vor den Kongress-Zwischenwahlen Anfang November w\u00e4chst in den USA weiter der Unmut \u00fcber Trumps Kurs. Seine Beschw\u00f6rungen eines &#8222;Siegs&#8220; \u00fcber Teheran haben stark an Glaubw\u00fcrdigkeit verloren. <\/p>\n<p>Trump versprach keine langen Kriege<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Vor seiner Wiederwahl hatte Trump immer wieder versichert, er werde die USA nicht mehr in &#8222;ewige Kriege&#8220; wie im Irak und in Afghanistan f\u00fchren. Jetzt findet er selbst im Iran keinen Ausweg. Mindestens 18 US-Soldaten sind get\u00f6tet worden und mehr als 750 verletzt. Der Krieg hat die Treibstoff- und Lebenshaltungskosten in den USA wie auch die Staatsschulden massiv in die H\u00f6he getrieben.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Eine aktuelle YouGov-Umfrage f\u00fcr die Zeitschrift &#8222;Economist&#8220; ergab, dass sich die US-B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ein schnelles Kriegsende w\u00fcnschen. Allerdings meinen inzwischen 50 Prozent, der Krieg werde noch ein Jahr oder l\u00e4nger dauern. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/42648176,pd=1,f=responsive169-w950.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p>\nAktualisiert<br \/>\nam 25.08.2026, 10:00 Uhr\n<\/p>\n<p>\nWashington droht dem Iran mit einem beispiellosen Wirtschaftskrieg. Fast 60 Organisationen und Personen sollen sanktioniert werden. Zugleich geraten Staaten unter Druck, die weiterhin Gesch\u00e4fte mit Teheran machen und damit seine Einnahmen sichern.&#8216; <\/p>\n<p>Stillstand im Iran-Krieg<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Aktuell gibt es keine wesentlichen Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Das US-Milit\u00e4r bleibt jedoch in der Region pr\u00e4sent. Dabei setzt die Marine die Seeblockade iranischer H\u00e4fen durch, um Teheran von wichtigen Einnahmequellen abzuschneiden. Zugleich hilft sie nach US-Angaben Tankern bei der Passage durch die Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Ohne einen dauerhaften Waffenstillstand droht der Konflikt jederzeit wieder aufzuflammen, wie zuletzt Mitte Juli. Seitdem sind auf diplomatischer Ebene keine erkennbaren Fortschritte erzielt worden. Im Iran haben sich inzwischen Politiker durchgesetzt, die Verhandlungen mit den USA skeptisch sehen und stattdessen auf eine erneute milit\u00e4rische Eskalation vorbereitet sein wollen. Zugleich will die iranische F\u00fchrung die Stra\u00dfe von Hormus, die vor dem Krieg f\u00fcr den Schiffsverkehr offen war, weiter als Druckmittel nutzen.<\/p>\n<p>Trump fehlt Exit-Strategie<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Trump sei &#8222;\u00fcberzeugt gewesen, dass er im Iran wiederholen kann, was in Venezuela gelungen ist, eine schnelle Machtdemonstration&#8220;, sagt der Politologe Garret Martin von der American University in Washington. &#8222;Jetzt ist er in einer Lage, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt&#8220;. Trump fehle eine glaubw\u00fcrdige Exit-Strategie, befindet William Galston von der Denkfabrik Brookings Institution. &#8222;Hat er ein Kaninchen im Hut?&#8220;, fragt Galston. &#8222;Nein, ich glaube, sein Hut ist leer.&#8220;<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Bundeskanzler <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42656992.content.textlink_3\" data-component-path=\"content.textlink_3\" href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/thema\/friedrich-merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> (CDU) warf Trump bereits im Fr\u00fchjahr vor, &#8222;offensichtlich keine Strategie&#8220; im Iran-Krieg zu haben. Zudem sah Merz die Vereinigten Staaten durch die iranische Staatsf\u00fchrung &#8222;gedem\u00fctigt&#8220;. Trump reagierte eingeschnappt und k\u00fcndigte den bereits geplanten R\u00fcckzug tausender US-Soldaten aus Deutschland an.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Inzwischen reagiert der 80-J\u00e4hrige gereizt bis gelangweilt, wenn er auf den Iran angesprochen wird. Er schw\u00e4rmt lieber von seinen Bauprojekten wie den Ballsaal am Wei\u00dfen Haus oder den Triumphbogen, als immer neue Fragen zur Stra\u00dfe von Hormus und den massiv gestiegenen Spritpreisen zu beantworten.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Zudem hat der Konflikt Trump und seinen langj\u00e4hrigen Verb\u00fcndeten Benjamin &#8222;Bibi&#8220; Netanjahu entzweit, der ihn nach Recherchen von US-Medien zu dem riskanten Milit\u00e4reinsatz \u00fcberredet hatte. <\/p>\n<p>Vom &#8222;Regime Change&#8220; zum &#8222;Wirtschaftskrieg&#8220;<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Statt auf Verhandlungen mit Teheran setzt der US-Pr\u00e4sident neuerdings auf Drohungen mit einem &#8222;Wirtschaftskrieg&#8220;, mit dem er den Iran in die Knie zwingen will. US-Finanzminister Scott Bessent sprach in Anspielung auf die Landung der Alliierten in Nordfrankreich 1944 sogar von einem &#8222;D-Day&#8220; f\u00fcr den Iran. Unklar ist allerdings, wann die angedrohten Sanktionen gegen Irans Handelspartner \u00fcberhaupt greifen sollen. Unter den Folgen des Kriegs und der hohen Inflation leidet allerdings schon jetzt vor allem die einfache Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n<p data-speakable=\"\">Trump hatte seit Jahresbeginn immer wieder unterschiedliche Kriegsziele genannt \u2013 neben einer bedingungslosen Kapitulation und einem &#8222;Regime Change&#8220; besonders h\u00e4ufig, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen d\u00fcrfe. Dies ist seit Jahrzehnten ein umstrittener Punkt, der vor allem f\u00fcr Israel gro\u00dfe Bedeutung hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gmx.at\/magazine\/politik\/us-politik\/us-rahmenabkommen-iran-42620594\" data-brain-zone=\".42656992.content.teaser_2.1\" data-component-path=\"content.teaser_2.1\" data-component-name=\"link.editorial\" class=\"teaser teaser--horizontal\" data-block-name=\"content.teaser_2\" data-item-position=\"1\" data-item-source=\"cms\" data-article-id=\"cmd:42620594\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/us-navy-fa-18f-super-hornet-fighter.jpg\" alt=\"\" width=\"76\" height=\"76\" loading=\"lazy\" class=\"teaser__image\"\/><\/p>\n<p>\n60 Tage laufen aus\n<\/p>\n<p>Was hat das US-Rahmenabkommen mit Iran gebracht?<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p data-speakable=\"\">Einen Durchbruch haben die USA bislang bei keinem Thema erreichen k\u00f6nnen. Israels Luftwaffe hatte sich nach der im April vereinbarten Waffenruhe nicht mehr an den Attacken gegen den Iran beteiligt \u2013 mit Ausnahme eines kurzen Vergeltungsangriffs im Juni als Reaktion auf iranische Raketenangriffe.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Milit\u00e4risch ist der Iran zwar geschw\u00e4cht, sein Raketenprogramm aber nicht vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Experten f\u00fchren die festgefahrene Lage am Persischen Golf auch darauf zur\u00fcck, dass der Trump-Regierung eine klare Strategie fehlt.<\/p>\n<p>Stehen die Zeichen auf Eskalation oder Diplomatie?<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Irans F\u00fchrung misstraut den USA und wirft Regierungsvertretern in Washington vor, kein Interesse an der Einhaltung der im Juni unterzeichneten Vereinbarung zu haben. Der Machtapparat stimmt die Bev\u00f6lkerung daher zunehmend auf eine neue Eskalation ein. Beobachter halten es f\u00fcr m\u00f6glich, dass Irans Streitkr\u00e4fte wenige Wochen vor den Wahlen in den USA mit milit\u00e4rischem Druck versuchen k\u00f6nnten, Washington weitere Zugest\u00e4ndnisse abzuringen. &#8222;Iraner waren fr\u00fcher professionelle Schachspieler, heute sind sie auch gute Pokerspieler&#8220;, sagte Irans Au\u00dfenamtssprecher Ismail Baghai am Montag mit Blick auf die Lage.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Unklar ist, wie stark der wirtschaftliche Druck durch die neuen US-Sanktionen und die bestehende Seeblockade in den kommenden Wochen noch zunimmt. Irans W\u00e4hrung, der Rial, fiel Anfang der Woche auf ein Rekordtief. Bewohner gro\u00dfer St\u00e4dte berichten seit Monaten von massiven Preissteigerungen im Alltag. Viele Menschen haben ihren Konsum deshalb eingeschr\u00e4nkt und kaufen nur noch das N\u00f6tigste. Die schwere Wirtschaftskrise setzt auch die Regierung unter Druck, die neue Proteste f\u00fcrchtet.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Regierung im Nachbarland Pakistan, das in dem Konflikt zwischen Teheran und Washington vermittelt, sprach am Dienstag nach einem Besuch in der iranischen Hauptstadt von &#8222;sehr positiven und produktiven Gespr\u00e4chen&#8220;. Die pakistanische Delegation unter Leitung des Armeechefs Asim Munir habe sich zudem mit Mohsen Resai, dem neu eingesetzten Chef des nationalen Sicherheitsrats, Parlamentspr\u00e4sident Mohammed Bagher Ghalibaf und Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi getroffen. Ob die Gespr\u00e4che zu weiteren Friedensverhandlungen f\u00fchren werden, bleibt abzuwarten. <\/p>\n<p>Iran-Krieg als B\u00fcrde bei den Kongresswahlen<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Bei den Kongresswahlen am 3. November droht Trumps Republikanern einen Denkzettel f\u00fcr den unvollendeten Krieg. Nicht besser wird die Lage dadurch, dass der Pr\u00e4sident mehrfach durchblicken lie\u00df, die Inflationssorgen der W\u00e4hler seien ihm egal, denn die Preissteigerungen seien nur &#8222;vor\u00fcbergehend&#8220;. Sollten Trumps Republikaner eine oder beide Kammern verlieren, k\u00f6nnten sie keine gr\u00f6\u00dferen Gesetzesvorhaben mehr durchbringen.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Derweil hat die US-Staatsverschuldung mit 40 Billionen Dollar (gut 34 Billionen Euro) einen neuen H\u00f6chststand erreicht. Das liegt nicht nur an Trumps Steuersenkungen und den hohen Ausgaben f\u00fcr die Einwanderungsbeh\u00f6rde ICE, sondern auch am Iran-Krieg und an den R\u00fcckzahlungen aufgrund seiner gescheiterten Zoll-Politik. <\/p>\n<p data-speakable=\"\">&#8222;Was als zweiw\u00f6chige Operation angek\u00fcndigt war, ist jetzt ein umfassender Krieg, der seit \u00fcber 150 Tagen andauert, mehr als 37 Milliarden Dollar gekostet und das Leben von 18 Soldaten gefordert hat&#8220;, schrieben rund 50 Abgeordnete der oppositionellen Demokraten diese Woche in einem Brief an Trump. &#8222;Die Regierung sollte sich darauf konzentrieren, den Konflikt zu beenden und die sehr realen finanziellen Sorgen der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit anzugehen.&#8220; (afp\/dpa\/bearbeitet von the)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit rund einem halben Jahr befinden sich die USA, Israel und der Iran im Krieg. Was als schneller&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":359640,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[575,1010,10181,40,41,39,1787,439,66,65,64],"class_list":["post-359639","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-donald-trump","tag-iran","tag-iran-krieg","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-teheran","tag-usa","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117168007869801685","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359639\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/359640"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}