{"id":360881,"date":"2026-08-28T06:02:07","date_gmt":"2026-08-28T06:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/360881\/"},"modified":"2026-08-28T06:02:07","modified_gmt":"2026-08-28T06:02:07","slug":"fpoe-kassegger-hammerl-zu-klimaneutralitaet-2040-oevp-minister-hattmannsdorfer-kann-wirtschaftliche-folgen-im-stromnetz-nicht-beziffern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/360881\/","title":{"rendered":"FP\u00d6 \u2013 Kassegger\/Hammerl zu Klimaneutralit\u00e4t 2040: \u201e\u00d6VP-Minister Hattmannsdorfer kann wirtschaftliche Folgen im Stromnetz nicht beziffern\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201e\u00d6VP-Wirtschafts- und Energieminister Hattmannsdorfer unterst\u00fctzt die geplante Klimaneutralit\u00e4t 2040, kann aber laut seiner Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage deren negative wirtschaftliche Folgen nicht konkret nennen. Dabei liegen l\u00e4ngst Berechnungen vor. Bis zu 178,7 Milliarden Euro an zus\u00e4tzlichen Investitionen k\u00f6nnten f\u00fcr die Klimaneutralit\u00e4t 2040 notwendig werden. Das sind rechnerisch rund 43.000 Euro pro Haushalt\u201c, erkl\u00e4rten die beiden FP\u00d6-Energiesprecher NAbg. Axel Kassegger und NAbg. Paul Hammerl.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Kostenblock sei dabei der Ausbau der Stromnetze mit einem Investitionsbedarf von rund 53 Milliarden Euro. \u201eIn seiner Anfragebeantwortung f\u00fchrt Hattmannsdorfer jedoch nur die 9 Milliarden Euro f\u00fcr das \u00dcbertragungsnetz der APG an. Die weiteren 44 Milliarden Euro, die auf der Verteilnetzebene anfallen, verschweigt er einfach.\u201c<\/p>\n<p>Besonders brisant ist, dass die fr\u00fcher von der heutigen \u00d6VP-Energiestaatssekret\u00e4rin Zehetner gef\u00fchrte Organisation oecolution vom Analyseunternehmen Prognos untersuchen lie\u00df, wie sich eine zeitliche Streckung des Netzausbaus auf die Kosten auswirken w\u00fcrde. F\u00fcr den auf 2040 ausgerichteten Ausbaupfad errechnet die Studie im Jahr 2040 zus\u00e4tzliche j\u00e4hrliche Netzkosten von rund 3,6 Milliarden Euro. Bei einer Streckung des Ausbaupfads bis 2050 w\u00e4ren es im selben Jahr rund 2,4 Milliarden Euro. Die j\u00e4hrliche Kostenbelastung l\u00e4ge damit im Jahr 2040 um rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise ein Drittel niedriger.<\/p>\n<p>\u201eAusgerechnet eine Studie aus dem fr\u00fcheren Umfeld seiner eigenen Energiestaatssekret\u00e4rin zeigt, dass der \u00fcberhastete 2040-Pfad die Kosten massiv in die H\u00f6he treibt. Trotzdem unterst\u00fctzt Hattmannsdorfer dieses Ziel und erkl\u00e4rt dem Parlament gleichzeitig schriftlich, f\u00fcr negative wirtschaftliche Auswirkungen fehle ihm die gesicherte Evidenz. Wer eine Kostenlawine von bis zu 178,7 Milliarden Euro mittr\u00e4gt, muss wissen, was er der Wirtschaft und der Bev\u00f6lkerung damit aufb\u00fcrdet\u201c, kritisieren Kassegger und Hammerl.<\/p>\n<p>Auch bei den Folgen f\u00fcr die Stromrechnung bleibt der Minister konkrete Antworten schuldig. Auf die Frage nach der Entwicklung der Netztarife bis 2030 und 2040 nennt sein Ressort keinen einzigen Wert. Dabei sind die gesamten Netzkosten bereits seit 2018 um rund 80 Prozent gestiegen. Dass auch langfristige Prognosen m\u00f6glich sind, zeigt das Analyseb\u00fcro e.venture consulting. F\u00fcr einen Durchschnittshaushalt steigen die Netzgeb\u00fchren demnach von 6,4 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2021 auf 16,9 Cent im Jahr 2035. Das entspricht innerhalb dieses Zeitraums einem Plus von 164 Prozent beziehungsweise rund 440 Euro Mehrkosten pro Jahr inklusive Umsatzsteuer. Die Netzgeb\u00fchren w\u00e4ren damit 2035 mehr als dreimal so hoch wie 2018.<\/p>\n<p>\u201eAngesehene Analysten k\u00f6nnen die Entwicklung berechnen, Zehetners fr\u00fchere Organisation kann sie berechnen lassen, nur Hattmannsdorfer kann angeblich keine Zahlen nennen. Gleichzeitig wird die energiepolitische Pannenserie immer l\u00e4nger. Noch immer fehlt eine Kraftwerksstrategie, die erkl\u00e4rt, womit \u00d6sterreich seine Stromversorgung absichert, wenn Sonne und Wind nicht liefern. Beim angek\u00fcndigten Industriestrompreis fehlen die konkrete Ausgestaltung und eine seri\u00f6se Finanzierung. Die Verl\u00e4ngerung der strategischen Gasreserve wurde bereits als Erfolg verkauft, w\u00e4hrend \u00fcber deren Finanzierung noch gestritten wurde. Beim eigenen Stromgesetz ElWG, das erst vor einigen Monaten beschlossen wurde, fordert Hattmannsdorfer schon die E-Control zu Nachbesserungen auf, obwohl diese lediglich die gesetzlichen Vorgaben umsetzt. Und ein lange vor seiner Amtszeit geplantes Projekt, wie die Deutschlandleitung, verkauft er medienwirksam als eigenen Erfolg\u201c, so Kassegger und Hammerl.<\/p>\n<p>Besonders befremdlich sei, dass Hattmannsdorfers Ressort trotz bereits 37.000 verlorener Industriearbeitspl\u00e4tze und obwohl laut WKO-Industrieradar jeder vierte Industriebetrieb kurzfristig zumindest eine Teilabwanderung ins Ausland erw\u00e4ge, keine gesicherte Evidenz f\u00fcr negative Standortfolgen erkennen wolle. W\u00e4hrend der Minister von einer Senkung der Stromkosten spricht, weist der Strompreisindex der \u00d6sterreichischen Energieagentur f\u00fcr September 2026 auf Gro\u00dfhandelsebene einen Anstieg von 68,12 Prozent gegen\u00fcber September 2025 aus. Und das, obwohl die Bundesregierung erst zum Jahreswechsel ihr gro\u00dfes Billigstrom-Versprechen abgegeben hat. Auch ist es schon g\u00e4ngige Praxis, dass Gesetze umbenannt werden, nur um aktive Arbeit vorzut\u00e4uschen. So geschehen beispielsweise beim Stromkosten-Ausgleichsgesetz (SAG 2025), dass zum Standortabsicherungsgesetz (SAG 2025) wurde.<\/p>\n<p>\u201eHattmannsdorfer tourt von einem PR-Termin zum n\u00e4chsten und hinterl\u00e4sst dabei eine energiepolitische Baustelle nach der anderen. \u00d6sterreich braucht keinen Wirtschaftsminister f\u00fcr Social Media und hei\u00dfe Luft, sondern einen, der seine Hausaufgaben macht und endlich zum wirklichen Arbeiten beginnt\u201c, erkl\u00e4ren Kassegger und Hammerl.<\/p>\n<p>Die Freiheitlichen fordern daher, die geplante gesetzliche Festschreibung der Klimaneutralit\u00e4t 2040 aufzugeben und auch auf europ\u00e4ischer Ebene gegen das Klimaneutralit\u00e4tsziel 2050 aufzutreten. \u201eSchon eine Streckung Richtung 2050 w\u00fcrde laut Prognos die zus\u00e4tzliche j\u00e4hrliche Netzbelastung im Jahr 2040 um ein Drittel reduzieren. Hattmannsdorfer sollte endlich zu arbeiten beginnen, statt die n\u00e4chste Schlagzeile zu produzieren\u201c, so die beiden Abgeordneten abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201e\u00d6VP-Wirtschafts- und Energieminister Hattmannsdorfer unterst\u00fctzt die geplante Klimaneutralit\u00e4t 2040, kann aber laut seiner Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage deren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":360882,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[26393,26395,46,42,6865,2875,680,52052,91187,52051,91186,47837,412,73718,44,26394,413,1868,43,45,1121,2879,877,23238],"class_list":["post-360881","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-bundesregierung","tag-energie","tag-fpoe","tag-hammerl","tag-hattmansdorfer","tag-kassegger","tag-klimaneutralitaet-2040","tag-klimaziel","tag-neos","tag-netzkosten","tag-oesterreich","tag-ots","tag-oevp","tag-regierungspolitik","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-spoe","tag-strom","tag-wirtschaft-und-finanzen","tag-zehetner"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117171620713494063","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=360881"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360881\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/360882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=360881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=360881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=360881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}