{"id":360913,"date":"2026-08-28T06:22:11","date_gmt":"2026-08-28T06:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/360913\/"},"modified":"2026-08-28T06:22:11","modified_gmt":"2026-08-28T06:22:11","slug":"iran-sechs-monate-krieg-und-kein-ende-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/360913\/","title":{"rendered":"Iran: Sechs Monate Krieg und kein Ende in Sicht"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/teheran-306.jpg\" alt=\"Nach einem Angriff steigt Rauch \u00fcber Teheran auf.\" title=\"Nach einem Angriff steigt Rauch \u00fcber Teheran auf. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.08.2026 \u2022 04:38 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        US-Pr\u00e4sident Trump und Israels Premier Netanjahu hatten auf einen Durchmarsch gesetzt, als sie am 28. Februar Iran angreifen lie\u00dfen. Es kam anders &#8211; mit weitreichenden Konsequenzen f\u00fcr die Region.\n    <\/p>\n<p>Von Tina Fuchs, ARD Istanbul\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der regimenahe iranische Kolumnist Nadar Karimi zieht eine klare Bilanz des US-israelischen Angriffs auf sein Land. Der gro\u00dfe Erfolg sei: Die Golfstaaten h\u00e4tten erkannt, &#8222;dass Iran nicht leicht ausgeschaltet oder zum Zusammenbruch gebracht werden kann. Vor dem Krieg war das nicht so.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Immerhin h\u00e4tten die Supermacht USA &#8211; zusammen mit Israel, das \u00fcber die st\u00e4rksten Streitkr\u00e4fte in der Region verf\u00fcge &#8211; Iran nicht zerst\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Regimewechsel ja &#8211; nur in die falsche Richtung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon fr\u00fch nach den ersten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/eilmeldung\/israel-angriffe-iran-100.html\" title=\"Israel und USA greifen Iran an - Explosionen in Teheran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angriffen Ende Februar,<\/a> die v\u00f6lkerrechtlich zumeist als nicht legitim angesehen werden, stellten Kritiker die Frage nach dem Ziel des Angriffs auf Iran. Ging es den USA um die Dezimierung des iranischen Atomprogramms, um die Ausschaltung milit\u00e4rischer Kapazit\u00e4ten &#8211; oder ging es um einen Regimewechsel?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zudem wurde deutlich, dass Israel milit\u00e4risch weiter gehen wollte als der amerikanische Partner. Der t\u00fcrkische Politologe Karabekir Akkoyunlu erkl\u00e4rt: &#8222;Aus politischer Sicht hat es tats\u00e4chlich einen Regimewechsel gegeben, aber genau in eine andere Richtung, als Washington und m\u00f6glicherweise Israel es wollten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Clique viel extremerer Hardliner sei an die Macht gekommen, sagt Akkoyunlu, der an der Universit\u00e4t Oxford forscht. Eine Clique, die den letzten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/chamenei-iran-102.html\" title=\"Irans get\u00f6teter oberster F\u00fchrer: Wer war Ajatollah Ali Chamenei?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ayatollah Chamenei <\/a>irgendwann als eher gem\u00e4\u00dfigt und pragmatisch aussehen lassen werde.<\/p>\n<p>    Milizen weiterhin an der Seite Irans<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei waren noch unter seiner F\u00fchrung <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-proteste-256.html\" title=\"Die Proteste treffen das iranische Regime zur Unzeit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Proteste im Januar <\/a>brutal niedergeschlagen worden. Laut den Vereinten Nationen wurden Tausende Demonstranten get\u00f6tet, noch sehr viel mehr verletzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach au\u00dfen hat sich die seit Jahrzehnten einge\u00fcbte Strategie des \u00dcberlebens gegen wirtschaftliche Sanktionen und politische Isolation bew\u00e4hrt. Dabei spielten auch die von Iran unterst\u00fctzten Milizen &#8211; die Huthi im Jemen, die Hisbollah im Libanon, die Milizen im Irak &#8211; eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Karimi war in der Vergangenheit Mitglied der Revolutionsgarden, jetzt ist er Kolumnist und unterst\u00fctzt Pr\u00e4sident Peseschkian. Aus seiner Sicht hat der Krieg nicht zur Schw\u00e4chung der von Iran unterst\u00fctzten Terrorgruppen gef\u00fchrt, im Gegenteil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Gruppen im Jemen, Libanon und Irak stehen weiter hinter Iran. Ihre Unterst\u00fctzung hat nicht nachgelassen, sie ist st\u00e4rker geworden und sie hegen ein Gef\u00fchl der Nostalgie gegen\u00fcber Iran&#8220;, so Karimi. Dabei gesteht er ein, dass sie &#8222;den Libanon verloren&#8220; h\u00e4tten, wie er sich ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>    Stra\u00dfe von Hormus als Druckmittel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vergeltungsangriffe Irans zielten auf <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/nahost-iran-angriffe-israel-usa-100.html\" title=\"Eskalation in Iran: Gegenseitige Angriffe und unsichere Aussichten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Milit\u00e4rbasen in der Golfregion<\/a> und auf Israel, aber Teheran weitete den Raketenbeschuss auch auf Golfstaaten aus: die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, Jordanien, Irak. Doch die arabischen Nachbarstaaten hielten still, sie wollten nicht in den Krieg hineingezogen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/iran-gebuehren-hormus-100.html\" title=\"Iran erw\u00e4gt Geb\u00fchren f\u00fcr &quot;Dienstleistungen&quot; in Stra\u00dfe von Hormus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Blockade der Stra\u00dfe von Hormus<\/a>, dem wichtigen Transportweg f\u00fcr \u00d6l aus dem Golf in die Welt, aber hat Iran einen Hebel, der die ganze Weltwirtschaft unter Druck setzt &#8211; und nicht nur die USA erpressbar macht, sondern auch die erd\u00f6lreichen Nachbarn.<\/p>\n<p>    Der Nahe Osten sucht neue Allianzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Staaten im Nahen Osten suchten sich neue Allianzen, denn die USA haben aus ihrer Sicht ihre Position als Stabilit\u00e4tsgarant eingeb\u00fc\u00dft. Da ist einmal das sogenannte Mekka-B\u00fcndnis: Saudi-Arabien, T\u00fcrkei und Pakistan.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und laut Politologe Akkoyunlu k\u00f6nnte ein \u00e4lteres B\u00fcndnis aus den Emiraten, Israel und Indien wieder aufleben: &#8222;Die Einbeziehung von Indien und Pakistan k\u00f6nnte m\u00f6glicherweise die Br\u00fccke nach Asien bilden, vielleicht China mit einbeziehen.&#8220; Diese beiden Bl\u00f6cke st\u00fcnden auch f\u00fcr neue Energie- und Handelswege. &#8222;Aber: All diese L\u00e4nder sind auch amerikanische Verb\u00fcndete oder haben auch eine gute Verbindung nach Washington.&#8220; Das k\u00f6nne sich auch zum Vorteil der USA entwickeln, meint der Politologe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um dauerhaften Frieden in der Region zu erzielen, m\u00fcssten nicht nur alle regionalen Akteure &#8211; Iran, Israel, die Golfstaaten &#8211; einer umfassenden Vereinbarung zustimmen, auch die USA m\u00fcssten einen verl\u00e4sslichen Kurs einschlagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und es brauche einen weiteren starken Unterst\u00fctzer f\u00fcr den Friedensprozess: China. Ohne das, sagt Akkoyunlu, werden Unsicherheit, wiederkehrende Angriffe und Instabilit\u00e4t in den n\u00e4chsten Jahren die Norm bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.08.2026 \u2022 04:38 Uhr US-Pr\u00e4sident Trump und Israels Premier Netanjahu hatten auf einen Durchmarsch gesetzt, als sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":360914,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[10181,750,40,41,39,38,439],"class_list":["post-360913","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-iran-krieg","tag-israel","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117171699242781028","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=360913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/360914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=360913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=360913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=360913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}