{"id":362220,"date":"2026-08-28T20:29:17","date_gmt":"2026-08-28T20:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/362220\/"},"modified":"2026-08-28T20:29:17","modified_gmt":"2026-08-28T20:29:17","slug":"traum-und-alptraum-von-olympia-in-graz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/362220\/","title":{"rendered":"Traum und Alptraum von Olympia in Graz"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Provinzfarce und Utopie: Ein K\u00fcnstlerprojekt widmete sich der Bewerbung von Graz f\u00fcr die Winterolympiade 2026. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Vor acht Jahren gelangte die Idee aus den K\u00f6pfen von zwei B\u00fcrgermeistern in die \u00d6ffentlichkeit: Eine Bewerbung der Steiermark, namentlich von Graz und Schladming, als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026. Wie die Realit\u00e4t gezeigt hat, haben diese Winterspiele in diesem Februar in Mailand sowie halb Norditalien stattgefunden. Der Bewerbung der beiden steirischen St\u00e4dte war so wenig Gl\u00fcck beschieden, dass man sie acht Jahre sp\u00e4ter schon fast vergessen hat. Nicht vergessen hat es der Kurator Michael Petrowitsch, der das Jahr der intendierten Austragung zum Anlass genommen hat, ein Projekt zu der (gottlob?) verpassten Chance zu kuratieren, das sich k\u00fcnstlerisch und theoretisch mit der Idee von Olympia in der Steiermark auseinandersetzt. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Es g\u00e4be nat\u00fcrlich viele Vernunftgr\u00fcnde, die Idee \u201eGraz und Schladming 2026\u201c als bizarre Gro\u00dfmannssucht abzuqualifizieren. \u00d6konomische und \u00f6kologische. Und nicht zuletzt gab es in Graz in dieser Zeit eine Reihe von Gro\u00dfprojekten (Murgondel, Bienenstock-Garage), die es nie \u00fcbers Konzeptpapier hinaus geschafft haben. So auch die kurzlebige Olympiabewerbung, die es letztlich nur zu einer Machbarkeitsstudie (Kostenpunkt: 180.000 Euro) brachte, deren \u00fcberaus positive Ergebnisse man selbst als \u00f6konomischer Laie anzweifeln darf und muss.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Landesregierung war nicht f\u00fcr die Idee zu begeistern, das Projekt verlief bald im Sand. Nicht zu vergessen: Bereits 1994 hatte es einen Vorsto\u00df in Richtung Winterspiele in der Steiermark gegeben, damals vom mittlerweile verstorbenen Landesrat Gerhard Hirschmann, einer Pers\u00f6nlichkeit, die aus Gewohnheit gro\u00df dachte.<\/p>\n<p>Zwischen Unsinn und Notwendigkeit<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">2002 und 2026 scheiterten, was nicht hei\u00dft, dass dieses Scheitern nicht interessant w\u00e4re. Oder dass solche Ideen rein absurd w\u00e4ren. Das Bild von ein und demselben Projekt kann ja von einem Moment auf den anderen v\u00f6llig anders sein. Die Elbphilharmonie in Hamburg war bis zum Tag ihrer Er\u00f6ffnung ein Skandalon, ein Millionengrab und Symbol einer au\u00dfer Rand und Band geratenen Stadtpolitik. Seit dem Tag ihrer Er\u00f6ffnung ist es ein Wahrzeichen, ein Touristenmagnet und stolzes Haus mit Weltgeltung. Dieser Doppelcharakter zeigte sich im Kulturbereich in Graz im Jahr 2003, das, je nach Blickwinkel, v\u00f6lliger Unsinn oder absolute Notwendigkeit gewesen ist.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die k\u00fcnstlerischen Untersuchungen des Projekts sind vielf\u00e4ltig: G\u00fcnther Friesinger hat im Namen der legend\u00e4ren \u201eLord Jim Loge\u201c ein Pamphlet f\u00fcr \u201eGraz 2038\u201c entwickelt, das der Dialektik solcher Gro\u00dfprojekte Rechnung tr\u00e4gt. Ein Text, wo man nicht wei\u00df, wo der vom Futurismus inspirierte scheinende grandiose K\u00fcnstlergestus aufh\u00f6rt und der Wahnsinn anf\u00e4ngt. J\u00f6rg Vogeltanz \u00fcberf\u00fchrte in Plakatcollagen die Leibesert\u00fcchigungen der Athleten in die Welt der Erotik, w\u00e4hrend Uwe Gallaun Sujets f\u00fcr die imaginierten Spiele entwarf. All diese Dinge waren in den vergangenen Monaten im Grazer Stadtraum affichiert, nun ist ein Katalog zum Projekt erschienen, der von Wenzel Mra\u010dek, Elisabeth Passath und Michael Petrowitsch theoretisch unterf\u00fcttert wurde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/cover.jpg\" alt=\"Olympia 2026 von EPeKa Austria, Hrsg. Michael Petrowitsch. Der Katalog ist unter michael.petrowitsch@epeka.at erh\u00e4ltlich\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"  class=\"inline-block max-h-[600px] max-w-full h-auto w-auto object-contain\"\/>Olympia 2026 von EPeKa Austria, Hrsg. Michael Petrowitsch. Der Katalog ist unter michael.petrowitsch@epeka.at erh\u00e4ltlich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Provinzfarce und Utopie: Ein K\u00fcnstlerprojekt widmete sich der Bewerbung von Graz f\u00fcr die Winterolympiade 2026. 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