{"id":363792,"date":"2026-08-29T22:45:22","date_gmt":"2026-08-29T22:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/363792\/"},"modified":"2026-08-29T22:45:22","modified_gmt":"2026-08-29T22:45:22","slug":"europas-wichtigste-feuchtgebiete-fuer-den-klimaschutz-sind-zersplittert-satellitendaten-und-maschinelles-lernen-liefern-fuer-38-laender-eine-einheitliche-bestandsaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/363792\/","title":{"rendered":"Europas wichtigste Feuchtgebiete f\u00fcr den Klimaschutz sind zersplittert &#8211; Satellitendaten und maschinelles Lernen liefern f\u00fcr 38 L\u00e4nder eine einheitliche Bestandsaufnahme"},"content":{"rendered":"<p>Nach Angaben von Kov\u00e1cs soll die einheitliche Aufl\u00f6sung vor allem eine L\u00fccke zwischen groben Kontinentalkarten und lokal detaillierten Erhebungen schlie\u00dfen. Dadurch l\u00e4sst sich nicht nur erkennen, wo Feuchtgebiete liegen, sondern auch, wie stark sie zersplittert sind und welche Nutzungsspuren in ihrer Umgebung auftreten.<\/p>\n<p>Die Kartierung umfasst Binnenmarschen, Moore, Salzmarschen, Salinen, Wattfl\u00e4chen sowie Moor- und Heidelandschaften nach dem verwendeten europ\u00e4ischen Landbedeckungssystem. Sie erfasst damit nicht alle historischen oder entw\u00e4sserten Feuchtgebiete. Ehemalige Moorb\u00f6den unter Acker- und Gr\u00fcnland sowie bewaldete organische B\u00f6den wurden bewusst ausgeklammert, weil sie in der europ\u00e4ischen Wiederherstellungsplanung anderen Regelungsbereichen zugeordnet sind.\n<\/p>\n<p>Viele Fl\u00e4chen sind kleiner als 25 Hektar<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist die starke Zersplitterung. Je nach Unsicherheitsabsch\u00e4tzung liegen 27 bis 33 Prozent der Feuchtgebietsfl\u00e4che in zusammenh\u00e4ngenden Kartenfl\u00e4chen von weniger als 25 Hektar. Weitere 7 bis 11 Prozent entfallen auf Fl\u00e4chen unter einem Hektar. Gerade solche kleinen Vorkommen werden von gr\u00f6beren Datens\u00e4tzen h\u00e4ufig nicht erfasst.\n<\/p>\n<p>Koautorin St\u00e9phanie Horion betont, dass die Karte zun\u00e4chst als Screening-Werkzeug gedacht ist. Sie kann Gebiete mit hohem Wiederherstellungspotenzial sichtbar machen und zugleich Unterschiede zwischen Feuchtgebietstypen ber\u00fccksichtigen, etwa die besonders gro\u00dfen Kohlenstoffvorr\u00e4te vieler Moore.\n<\/p>\n<p>Die Forscher haben au\u00dferdem landwirtschaftliche und st\u00e4dtische Nutzung als N\u00e4herungsma\u00df f\u00fcr menschliche Belastung ausgewertet. Demnach sind 20,4 \u00b1 3,4 Prozent der erfassten Feuchtgebietsfl\u00e4chen direkt oder indirekt von menschlichen Aktivit\u00e4ten beeinflusst. Am st\u00e4rksten betroffen sind die Binnenfeuchtgebiete. Dies ist auch f\u00fcr den Klimaschutz relevant, weil Entw\u00e4sserung und intensive Nutzung den in B\u00f6den gespeicherten Kohlenstoff mobilisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kohlenstoffverlust bleibt eine Potenzialsch\u00e4tzung<\/p>\n<p>Aus der kartierten Fl\u00e4che und ver\u00f6ffentlichten Spannweiten f\u00fcr Bodenkohlenstoff leiten die Forscher einen m\u00f6glichen Verlust von 0,84 bis 4,87 Milliarden Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalent gegen\u00fcber einem ungest\u00f6rten Ausgangszustand ab. Diese Zahl ist keine gemessene aktuelle Emissionsrate. Sie beschreibt eine potenzielle Differenz im Kohlenstoffvorrat, deren zeitlicher Verlauf auf kontinentaler Ebene bislang nicht ausreichend beobachtet wird.\n<\/p>\n<p>Auch die l\u00e4nderspezifischen Fl\u00e4chenangaben zur Renaturierung sind als standardisierte Szenarien zu verstehen. Sie zeigen, welche Gr\u00f6\u00dfenordnung sich ergibt, wenn die europ\u00e4ischen Zielwerte rechnerisch auf die kartierten beeintr\u00e4chtigten Feuchtgebiete angewendet werden. Sie bilden weder nationale Rechtsauslegungen noch konkrete Wiederherstellungspl\u00e4ne exakt ab.\n<\/p>\n<p>Planungshilfe f\u00fcr die Wiederherstellung<\/p>\n<p>Der politische Hintergrund ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Sie verlangt f\u00fcr \u00d6kosysteme, die sich nicht in gutem Zustand befinden, gestaffelte Wiederherstellungsziele. Dazu geh\u00f6ren 30 Prozent bis 2030, 60 Prozent bis 2040 und 90 Prozent bis 2050. F\u00fcr die Umsetzung sind r\u00e4umlich vergleichbare Ausgangsdaten wichtig, weil Ma\u00dfnahmen sp\u00e4ter messbar und zwischen L\u00e4ndern nachvollziehbar sein sollen.\n<\/p>\n<p>Horion sieht darin eine praktische Grundlage f\u00fcr nationale Wiederherstellungspl\u00e4ne. Staaten k\u00f6nnen die Karte als Ausgangspunkt nutzen, m\u00fcssen konkrete Fl\u00e4chen aber weiterhin mit nationalen Daten, lokalen Bedingungen und den rechtlichen Vorgaben abgleichen.\n<\/p>\n<p>Die Karte ersetzt damit keine lokale Pr\u00fcfung und keine politische Priorisierung. Sie zeigt vielmehr, wo kleine, belastete oder kohlenstoffreiche Feuchtgebiete liegen und wo eine genauere Bewertung sinnvoll ist. F\u00fcr die Forscher ist gerade die europaweit einheitliche Aufl\u00f6sung entscheidend, damit Fortschritte sp\u00e4ter vergleichbar dokumentiert und neue Kartierungen nach derselben Methodik wiederholt werden k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>29. August 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach Angaben von Kov\u00e1cs soll die einheitliche Aufl\u00f6sung vor allem eine L\u00fccke zwischen groben Kontinentalkarten und lokal detaillierten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":363793,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[76,75,74,91716,3281],"class_list":["post-363792","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-feuchtgebiet","tag-klimawandel"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117181227167540633","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/363792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=363792"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/363792\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/363793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=363792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=363792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=363792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}