{"id":364578,"date":"2026-08-30T11:32:11","date_gmt":"2026-08-30T11:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/364578\/"},"modified":"2026-08-30T11:32:11","modified_gmt":"2026-08-30T11:32:11","slug":"keto-diaet-wirkt-bei-blutzucker-und-insulin-besser-als-andere-diaeten-mehr-stoffwechselvorteile-bei-gleichem-gewichtsverlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/364578\/","title":{"rendered":"Keto-Di\u00e4t wirkt bei Blutzucker und Insulin besser als andere Di\u00e4ten &#8211; Mehr Stoffwechselvorteile bei gleichem Gewichtsverlust"},"content":{"rendered":"<p>Drei Di\u00e4ten, derselbe Gewichtsverlust<\/p>\n<p>Die Ern\u00e4hrungsformen unterschieden sich deutlich. In der Keto-Gruppe stammten nur vier Prozent der Energie aus Kohlenhydraten und 73 Prozent aus Fett. Bei der mediterranen Kost waren es 50 Prozent Kohlenhydrate und 35 Prozent Fett, bei der pflanzenbetonten Variante 70 Prozent Kohlenhydrate und 15 Prozent Fett. Die Forscher stellten den Teilnehmern s\u00e4mtliche Mahlzeiten bereit und passten die Energiemenge so an, dass alle innerhalb von etwa vier bis f\u00fcnf Monaten ungef\u00e4hr zehn Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren.<\/p>\n<p>Der Gewichtsverlust allein zeigte bereits einen klaren Effekt, denn in allen drei Gruppen stieg die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur um ungef\u00e4hr 50 Prozent. Die Muskelzellen reagierten damit nach der Di\u00e4t deutlich besser auf Insulin, unabh\u00e4ngig davon, ob die Kost sehr kohlenhydratarm oder sehr kohlenhydratreich gewesen war.\n<\/p>\n<p>Leber reagiert besonders stark auf Keto<\/p>\n<p>Bei der Leber unterschieden sich die Gruppen dagegen deutlich. Ihre Insulinempfindlichkeit verbesserte sich in der Keto-Gruppe zwei- bis dreimal st\u00e4rker als in den beiden Vergleichsgruppen. Auch der Fettgehalt der Leber sank dort im Mittel um 67 Prozent. Bei mediterraner und fettarmer, pflanzenbetonter Ern\u00e4hrung lag der R\u00fcckgang jeweils bei rund 45 Prozent.\n<\/p>\n<p>\u201eEine Fettleber betrifft weltweit etwa 75 Prozent der Erwachsenen mit Adipositas und ist zur am schnellsten zunehmenden Ursache f\u00fcr chronische Lebererkrankungen und Leberzirrhose geworden\u201c, erkl\u00e4rt Max C. Petersen von der Washington University School of Medicine in St. Louis.<\/p>\n<p>Parallel nahm die Neubildung von Fett in der Leber, die sogenannte hepatische De-novo-Lipogenese, unter der sehr kohlenhydratarmen Kost am st\u00e4rksten ab. Dasselbe galt f\u00fcr mehrere Marker des Zuckerstoffwechsels. Der \u00fcber 24 Stunden gemessene Blutzucker sank in der Keto-Gruppe um rund 20 Prozent, in den beiden anderen Gruppen um etwa acht Prozent. Die \u00fcber den Tag gemessenen Insulinspiegel verringerten sich um 74 Prozent unter Keto, um 44 Prozent unter mediterraner Kost und um 27 Prozent unter der fettarmen Di\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch beim Pr\u00e4diabetes zeigte sich ein Unterschied, denn nach der Gewichtsabnahme erf\u00fcllte etwa die H\u00e4lfte der Keto-Gruppe die Kriterien f\u00fcr Pr\u00e4diabetes nicht mehr. In der mediterranen Gruppe waren es 29 Prozent und in der pflanzenbetonten Gruppe sieben Prozent. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl sind diese Anteile allerdings besonders vorsichtig zu interpretieren.\n<\/p>\n<p>Kein Vorteil bei allen Blutfetten<\/p>\n<p>Die Vorteile der Keto-Di\u00e4t zeigten sich nicht bei jedem Messwert. Zwischen den drei Gruppen gab es keine Unterschiede beim LDL-Cholesterin, beim Apolipoprotein B und bei den \u00fcber 24 Stunden gemessenen Triglyceriden im Blut. Der hohe Fettanteil der Keto-Kost f\u00fchrte in diesem kurzen, kontrollierten Versuch somit bei diesen Markern nicht zu einem messbar schlechteren Ergebnis als die beiden Vergleichsdi\u00e4ten.\n<\/p>\n<p>Die Daten deuten zugleich auf einen m\u00f6glichen Grund f\u00fcr den besonders starken Leber-Effekt hin. Unter der Keto-Kost sanken Insulin und die Fettneubildung in der Leber st\u00e4rker. Cell Press berichtet zudem \u00fcber einen st\u00e4rkeren Anstieg des Hormons Glukagon. Zusammen passt dieses Stoffwechselmuster dazu, dass weniger Fett neu gebildet und mehr Leberfett abgebaut wird. Einen einzelnen urs\u00e4chlichen Mechanismus beweist die Studie damit aber nicht.\n<\/p>\n<p>Kontrollierte Bedingungen begrenzen die Aussage<\/p>\n<p>Die Untersuchung zeigt vor allem, was unter sehr eng kontrollierten Bedingungen m\u00f6glich ist, weil s\u00e4mtliche Mahlzeiten bereitgestellt und die Teilnehmer w\u00f6chentlich von Ern\u00e4hrungsfachleuten begleitet wurden. Das unterscheidet sich deutlich von einer frei gew\u00e4hlten Ern\u00e4hrung im Alltag, bei der Durchhalteverm\u00f6gen, Lebensmittelauswahl und langfristige Vertr\u00e4glichkeit eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen.<\/p>\n<p>Hinzu kommen die kleine Studiengruppe und die kurze Dauer von wenigen Monaten. Untersucht wurden au\u00dferdem gezielt Menschen mit Adipositas, Pr\u00e4diabetes und Fettleber. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf gesunde Menschen, andere Patientengruppen oder eine jahrelange ketogene Ern\u00e4hrung \u00fcbertragen. Auch langfristige Folgen f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden nicht gepr\u00fcft.\n<\/p>\n<p>F\u00fcr die untersuchte Patientengruppe spricht die Studie dennoch daf\u00fcr, dass nicht nur das Ausma\u00df des Gewichtsverlusts z\u00e4hlt. Die Zusammensetzung der Kost kann bestimmte Stoffwechselreaktionen zus\u00e4tzlich beeinflussen. Eine sehr kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung brachte bei gleichem Gewichtsverlust besonders deutliche kurzfristige Vorteile f\u00fcr Leberfett und Blutzucker, ohne sich in diesem Versuch bei LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B oder den 24-Stunden-Triglyceriden von den anderen Di\u00e4ten zu unterscheiden.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>30. August 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Clara Lyu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei Di\u00e4ten, derselbe Gewichtsverlust Die Ern\u00e4hrungsformen unterschieden sich deutlich. 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