{"id":365662,"date":"2026-08-31T03:33:10","date_gmt":"2026-08-31T03:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/365662\/"},"modified":"2026-08-31T03:33:10","modified_gmt":"2026-08-31T03:33:10","slug":"frauen-wird-oft-spaet-zu-hiv-test-geraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/365662\/","title":{"rendered":"Frauen wird oft sp\u00e4t zu HIV-Test geraten"},"content":{"rendered":"<p>\n        Frauen wird oft erst sp\u00e4t zu einem HIV-Test geraten. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte w\u00fcrden bei M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nnern haben (MSM) oder Drogen nehmen, fr\u00fcher an die M\u00f6glichkeit einer Infektion mit dem HI-Virus denken. Frauen seien h\u00e4ufig schon krank oder zuvor der Partner positiv getestet, wenn sie einen Test angeboten bekommen, berichteten die Medizinerin Katharina Grabmeier-Pfistershammer und Aids-Hilfe-Wien-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Andrea Brunner. Sie forderten mehr Bewusstsein daf\u00fcr.\n      <\/p>\n<p>\n        31. 08. 2026,  05:03\u00a0Uhr<br \/>\n        Lesedauer:        2 Minuten<\/p>\n<p>Der Grund, warum Frauen in der Gruppe der sp\u00e4ten Diagnosen dennoch &#8222;nicht so aufploppen&#8220;, ist, weil ein HIV-Test in der Schwangerschaft im Eltern-Kind-Pass enthalten ist. Ungef\u00e4hr ein Viertel der Frauen, die mit HIV leben, haben ihre Diagnose in der Schwangerschaft erhalten. &#8222;Durch dieses Screening werden Frauen mit HIV, die aber noch keine Symptome einer HIV-Infektion haben, entdeckt&#8220;, betonte Grabmeier-Pfistershammer. &#8222;Aber wenn eine Frau aus dieser Lebensphase herau\u00dfen ist, dann hat sie wirklich keine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, einen HIV-Test angeboten zu bekommen.&#8220; Infizierte Frauen finden zudem weniger ebenfalls betroffene Frauen zum Reden, als beispielsweise homosexuelle M\u00e4nner, erl\u00e4uterte sie in dem vom Pharmaunternehmen Gilead initiierten Gespr\u00e4ch mit der APA. Am 4. September ist Welttag der sexuellen Gesundheit.<\/p>\n<p>&#8222;Normalisiert dar\u00fcber sprechen&#8220;<\/p>\n<p>Bestimmte Risikogruppen von Frauen, etwa aus Subsahara-Afrika, seien schwer zu erreichen, erl\u00e4uterte Grabmeier-Pfistershammer, die am AKH\/MedUni Wien t\u00e4tig ist. Unter ihnen sei das Stigma einer HIV-Infektion noch h\u00f6her als bei anderen Menschen. Frauen und M\u00e4nner aus diesen Communitys m\u00fcssten in \u00d6sterreich besser mit Pr\u00e4ventions- und Informationsma\u00dfnahmen versorgt werden. &#8222;Es funktioniert zum Teil&#8220;, erg\u00e4nzte Brunner. Es gebe Pastoren in den Kirchen der Communitys, die zulassen, dass Experten dort hinkommen, Informationsmaterial auflegen und in den Sprachen der Betroffenen verst\u00e4ndlich kommunizieren.<\/p>\n<p>Allgemein m\u00fcssten die Kan\u00e4le, wo Menschen bereits medizinisch angebunden sind, besser genutzt werden, empfahl Grabmeier-Pfistershammer. Bei Frauen seien das am ehesten die Gyn\u00e4kologinnen und Gyn\u00e4kologen. Das Reden \u00fcber sexuelle Gesundheit ist insgesamt wichtig, sagte Brunner. Es gehe darum, &#8222;normalisiert dar\u00fcber zu sprechen, dann normalisiert man auch das Leben damit&#8220;. Zudem brauche es niederschwellige und wenig stigmatisierte Zug\u00e4nge zu Testm\u00f6glichkeiten, forderte die Aids-Hilfe-Wien-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin.<\/p>\n<p>417 Neudiagnosen im Vorjahr<\/p>\n<p>Generell ist das Durchschnittsalter der Menschen bei ihrer Erstdiagnose mit HIV in \u00d6sterreich \u00fcber die Jahrzehnte gestiegen. 417 Neudiagnosen gab es im Vorjahr. Teils wird die Infektion erst sp\u00e4t entdeckt. \u00c4ltere Menschen seien aber auch sexuell aktiver als fr\u00fcher. &#8222;Die Gesellschaft lebt Sexualit\u00e4t heute anders als vor 50 Jahren, es wird nur nicht dar\u00fcber geredet&#8220;, sagte Grabmeier-Pfistershammer. Es gebe auch Cluster von sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten in Pflegeheimen, erl\u00e4uterte Brunner.<\/p>\n<p>Eine rechtzeitige Diagnose einer HIV-Infektion und deren Behandlung kann heutzutage verhindern, dass eine daraus resultierende Aids-Erkrankung ausbricht. &#8222;Ein Mensch, der erfolgreich therapiert ist, gibt seine Infektion nicht weiter&#8220;, hielt Grabmeier-Pfistershammer fest. Bei behandelten Personen ist das Virus nicht mehr nachweisbar und dann auch nicht \u00fcbertragbar. Menschen mit HIV, die fr\u00fchzeitig behandelt werden, haben nahezu die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen.<\/p>\n<p>Mit HIV lebende Menschen immer \u00e4lter<\/p>\n<p>Das tr\u00e4gt dazu bei, dass das mittlere Alter der mit HIV in Behandlung lebenden Personen in \u00d6sterreich deutlich gestiegen ist. Waren es 2002 noch 39,2 Jahre, so wurden im Vorjahr 51,1 Jahre erreicht, zeigt die \u00f6sterreichische HIV-Kohortenstudie. Bei Frauen gab es einen Anstieg von 37,1 auf 50,1 Jahre. Beide Geschlechter zusammengenommen sind 26,4 Prozent der Behandelten 60 Jahre oder \u00e4lter und 3,5 Prozent 75 Jahre oder \u00e4lter. In \u00d6sterreich leben knapp 9.000 Personen mit HIV, zeigt die Kohortenstudie-Sch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Die Zahlen von sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten steigen europaweit an. Junge Menschen w\u00fcrden bereits beim ersten Sex \u00f6fter nicht mit Kondom verh\u00fcten, warnte Brunner. Laut Grabmeier-Pfistershammer hat sich aber auch die Diagnosem\u00f6glichkeit verbessert, beispielsweise bei Gonorrh\u00f6, was ebenso die Zahlen steigen lie\u00df, wie regelm\u00e4\u00dfige HIV-Tests bei Risikopersonen, die in \u00d6sterreich die HIV-Pr\u00e4expositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer Ansteckung erhalten.<\/p>\n<p>&#8222;Infektionen sind Grenzen egal&#8220;<\/p>\n<p>Dass international die HIV-Zahlen steigen, liege vor allem an K\u00fcrzungen internationaler AIDS-Hilfe-Programme, vor allem durch die USA, sagte Grabmeier-Pfistershammer. Das treffe zun\u00e4chst L\u00e4nder, die die Krankheitslast besonders tragen. Es sei aber nichts, wo man in \u00d6sterreich sagen k\u00f6nne, &#8222;das geht mich nichts an&#8220;, betonte die Medizinerin. &#8222;Das haben wir in diesem Jahrzehnt lernen m\u00fcssen: Infektionskrankheiten sind Grenzen ziemlich egal und irgendwann schwappt das Ganze \u00fcber&#8220;, warnte sie.<\/p>\n<p>(S E R V I C E &#8211; Aids Hilfe Wien: <a href=\"https:\/\/aids.at\/\" target=\"_blank\" title=\"https:\/\/aids.at\/\" rel=\"noopener nofollow noreferrer\">https:\/\/aids.at\/<\/a> &#8211; Stra\u00dfenfest am Welttag der sexuellen Gesundheit vor dem Aids-Hilfe-Haus am Mariahilfer G\u00fcrtel: <a href=\"https:\/\/aids.at\/lust-auf-ein-strasenfest\/\" target=\"_blank\" title=\"https:\/\/aids.at\/lust-auf-ein-strasenfest\/\" rel=\"noopener nofollow noreferrer\">https:\/\/aids.at\/lust-auf-ein-strasenfest\/<\/a> &#8211; HIV-Kohortenstudie: <a href=\"https:\/\/www.aidsgesellschaft.at\/publikationen\/ahivcos\/\" target=\"_blank\" title=\"https:\/\/www.aidsgesellschaft.at\/publikationen\/ahivcos\/\" rel=\"noopener nofollow noreferrer\">www.aidsgesellschaft.at\/publikationen\/ahivcos\/<\/a> )<\/p>\n<p>(Quelle: APA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frauen wird oft erst sp\u00e4t zu einem HIV-Test geraten. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte w\u00fcrden bei M\u00e4nnern, die Sex mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":365663,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,44],"class_list":["post-365662","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-health","tag-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117188021902978387","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/365662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=365662"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/365662\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/365663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=365662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=365662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=365662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}