{"id":365730,"date":"2026-08-31T04:32:09","date_gmt":"2026-08-31T04:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/365730\/"},"modified":"2026-08-31T04:32:09","modified_gmt":"2026-08-31T04:32:09","slug":"mundbakterien-koennten-magen-und-darmkrebs-verraten-mundspuel-proben-liefern-auffaellige-mikrobielle-signaturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/365730\/","title":{"rendered":"Mundbakterien k\u00f6nnten Magen- und Darmkrebs verraten &#8211; Mundsp\u00fcl-Proben liefern auff\u00e4llige mikrobielle Signaturen"},"content":{"rendered":"<p>Bei Krebs rund dreimal h\u00f6her<\/p>\n<p>Das Team analysierte 1.010 Mund- und Stuhlproben von 507 Menschen. Darunter waren 129 Gesunde, 215 Menschen mit Stoffwechselst\u00f6rungen, 77 Patienten mit Magenkrebs und 86 mit Darmkrebs. Bei den Krebspatienten wurden die Proben vor der Behandlung genommen.<\/p>\n<p>Der MF-Index war bei Magen- und Darmkrebs im Mittel rund dreimal h\u00f6her als bei den gesunden Kontrollen. In der zusammengefassten Gruppe mit Stoffwechselst\u00f6rungen zeigte sich dagegen kein vergleichbarer Anstieg. Der Unterschied bei den Krebserkrankungen blieb auch bestehen, nachdem die Forscher unter anderem Alkoholkonsum, Bewegung und den Body-Mass-Index ber\u00fccksichtigt hatten. Au\u00dferdem unterschieden sich die \u00fcbertragenen Mikroben je nach Krebsart und Krankheitsstadium.\n<\/p>\n<p>Krebssignal aus einer Mundsp\u00fclung<\/p>\n<p>Aus den \u00fcbertragenen Mikroben baute das Team anschlie\u00dfend Klassifikationsmodelle. Am zuverl\u00e4ssigsten arbeitete dabei ein Random-Forest-Verfahren. Die Forscher pr\u00fcften die Modelle an sieben unabh\u00e4ngigen internationalen Kohorten. Zusammen mit der Ausgangsgruppe umfasste die Auswertung 2.031 Proben von 1.096 Menschen, und die krebsbezogenen Signaturen lie\u00dfen sich auch in den externen Datens\u00e4tzen wiederfinden.\n<\/p>\n<p>Besonders interessant war die Auswertung allein aus Mundproben. In einer externen Gruppe von 66 Menschen, f\u00fcr die zus\u00e4tzlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl vorlag, kam das Mundmodell auf eine AUC von 0,969, eine Sensitivit\u00e4t von 92,9 Prozent und eine Spezifit\u00e4t von 92,1 Prozent. Der Blut-im-Stuhl-Test erreichte in derselben Gruppe eine AUC von 0,800, eine Sensitivit\u00e4t von 61,0 Prozent und eine Spezifit\u00e4t von 100 Prozent.\n<\/p>\n<p>Damit fand das Mundmodell in diesem Datensatz mehr Erkrankte, produzierte jedoch etwas mehr falsch-positive Treffer als der Stuhltest. Der Vergleich beweist noch nicht, dass eine Mundsp\u00fclung den etablierten Test im Screening insgesamt \u00fcbertrifft, denn er stammt nur aus einer kleinen externen Teilgruppe.<\/p>\n<p>\u201eEine zentrale Leistung dieser Studie ist die pr\u00e4zise Verfolgung der mikrobiellen \u00dcbertragung vom Mund in den Darm durch eine hochaufl\u00f6sende Analyse auf Ebene einzelner Sequenzen. Dadurch konnten wir subtile diagnostische Signale erkennen, die bei herk\u00f6mmlichen Analysen auf Arten- oder Gattungsebene \u00fcbersehen werden k\u00f6nnten\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Ji-Won Huh von der Chungnam National University (CNU).<\/p>\n<p>Noch kein Screeningtest<\/p>\n<p>Die Studie war beobachtend und zeigt daher nicht, ob Mundmikroben zur Krebsentstehung beitragen oder ob ein Tumor Bedingungen schafft, unter denen diese Bakterien leichter im Verdauungstrakt bestehen. Auch die diagnostische Leistung muss erst prospektiv bei Menschen gepr\u00fcft werden, die noch keine Krebsdiagnose haben. Die Forscher wollen daf\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Screening-Populationen untersuchen und die Mikroben k\u00fcnftig mit h\u00f6her aufl\u00f6sender Metagenom-Sequenzierung analysieren.\n<\/p>\n<p>\u201eBevor irgendetwas davon in der Praxis eingesetzt werden k\u00f6nnte, m\u00fcsste es klinische Studien in realen Screening-Populationen durchlaufen\u201c, betont Prof. Tae Il Kim vom Yonsei University College of Medicine.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine sp\u00e4tere Anwendung w\u00e4re die Probennahme denkbar einfach: In der CNU-Studienmeldung wird eine etwa 30 Sekunden lange Sp\u00fclung mit Kochsalzl\u00f6sung beschrieben. Sollte sich der Ansatz in prospektiven Studien bew\u00e4hren, k\u00f6nnte ein solcher Test helfen, Menschen mit erh\u00f6htem Verdacht f\u00fcr weiterf\u00fchrende Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelungen zu priorisieren. Er w\u00e4re damit zun\u00e4chst eine Erg\u00e4nzung, keine Abl\u00f6sung der etablierten Diagnostik.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>26. August 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Clara Lyu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Krebs rund dreimal h\u00f6her Das Team analysierte 1.010 Mund- und Stuhlproben von 507 Menschen. 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