{"id":366384,"date":"2026-08-31T11:33:10","date_gmt":"2026-08-31T11:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/366384\/"},"modified":"2026-08-31T11:33:10","modified_gmt":"2026-08-31T11:33:10","slug":"auch-ohne-fernseher-zahlungspflichtig-polens-neue-medienabgabe-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/366384\/","title":{"rendered":"Auch ohne Fernseher zahlungspflichtig: Polens neue Medienabgabe kommt"},"content":{"rendered":"<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            31\/08\/2026 &#8211; 12:58 MESZ\n            <\/p>\n<p>Polen steht vor einem grundlegenden Umbau der Rundfunkfinanzierung, wie ihn Deutschland in \u00e4hnlicher Form bereits 2013 vollzogen hat. Damals wurde die ger\u00e4teabh\u00e4ngige GEZ-Geb\u00fchr durch den heutigen Rundfunkbeitrag ersetzt, der pro Wohnung erhoben wird, unabh\u00e4ngig davon, ob dort \u00fcberhaupt ein Fernseher steht. Genau in diese Richtung bewegt sich nun auch Warschau: Die klassische Rundfunkgeb\u00fchr, in Polen &#8222;abonament RTV&#8220; genannt, soll durch eine neue Audiovisualabgabe ersetzt werden, die praktisch jeden Steuerzahler betrifft, auch Menschen, die weder Fernseher noch Radio besitzen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Anders als in Deutschland soll die neue polnische Abgabe allerdings nicht an die Wohnung, sondern direkt an die Einkommensteuer gekoppelt werden. Das w\u00e4re ein Systemwechsel, den es in dieser Form in Deutschland bislang nicht gibt, wo der Rundfunkbeitrag weiterhin haushaltsbezogen erhoben wird.<\/p>\n<p>Kein Fernseher? Das k\u00f6nnte k\u00fcnftig nicht mehr ausreichen<\/p>\n<p>Das derzeitige polnische System \u00e4hnelt der alten deutschen GEZ-Logik: Wer ein Radio oder einen Fernseher besitzt und anmeldet, zahlt daf\u00fcr eine Geb\u00fchr. Die geplante Reform w\u00fcrde dieses Prinzip beenden. K\u00fcnftig soll es nicht mehr darauf ankommen, ob im Haushalt ein Empfangsger\u00e4t steht, sondern die Abgabe soll automatisch \u00fcber die Steuer eingezogen werden, auch bei Menschen, die lediglich ein Smartphone oder einen Internetanschluss nutzen.<\/p>\n<p>Einer der diskutierten Vorschl\u00e4ge sieht eine monatliche Abgabe von umgerechnet rund zwei Euro vor, auf das Jahr gerechnet etwa 23 bis 25 Euro. Das geplante Startdatum ist das Jahr 2027, endg\u00fcltig entscheiden muss aber noch das polnische Parlament.<\/p>\n<p>Bis zur Reform gelten h\u00f6here S\u00e4tze als bisher<\/p>\n<p>Solange die neue Regelung nicht in Kraft ist, zahlen polnische Haushalte weiterhin nach dem alten System, und die S\u00e4tze steigen dabei sogar noch an. F\u00fcr ein Radio werden 2026 umgerechnet rund 2,20 Euro pro Monat f\u00e4llig, f\u00fcr einen Fernseher oder ein Kombiger\u00e4t etwa 7 Euro im Monat, was ungef\u00e4hr 84 Euro im Jahr entspricht.<\/p>\n<p>Verz\u00f6gert sich die Reform, sollen die polnischen S\u00e4tze 2027 nochmals steigen, auf umgerechnet knapp 2,50 Euro f\u00fcr ein Radio und rund 8 Euro monatlich f\u00fcr einen Fernseher. Wie in Deutschland gilt auch in Polen: Eine Geb\u00fchr pro Haushalt deckt alle Ger\u00e4te ab, unabh\u00e4ngig von deren Anzahl. Bestimmte Gruppen sind zudem von der Zahlungspflicht ausgenommen, darunter Menschen \u00fcber 75 Jahre, Geringverdiener im Rentenalter sowie Menschen mit Schwerbehinderung, \u00e4hnlich den Befreiungsregeln, die auch der deutsche Rundfunkbeitrag kennt.<\/p>\n<p>Deutlich h\u00e4rtere Strafen als in Deutschland<\/p>\n<p>Ein Punkt, in dem sich das polnische System merklich von deutschen Verh\u00e4ltnissen unterscheidet, sind die Kontrollen und Strafen. Die staatliche Post Poczta Polska ist berechtigt zu pr\u00fcfen, ob Ger\u00e4te korrekt angemeldet sind, vor allem bei Unternehmen. Wer dort ein nicht registriertes Ger\u00e4t betreibt, muss mit Strafzahlungen rechnen, die dem 30-fachen des monatlichen Beitrags entsprechen: umgerechnet rund 65 Euro f\u00fcr ein nicht angemeldetes Radio und etwa 210 Euro f\u00fcr einen nicht angemeldeten Fernseher. Nach Zustellung der Zahlungsaufforderung bleiben nur sieben Tage Zeit, den Betrag zu begleichen, andernfalls kann der Fall an das Finanzamt gehen, mit der M\u00f6glichkeit von Pf\u00e4ndungen bei Lohn, Rente oder Kontoguthaben.<\/p>\n<p>Ein solches Kontroll- und Sanktionssystem existiert in dieser Form in Deutschland nicht mehr. Hierzulande wird der Rundfunkbeitrag automatisch \u00fcber die Meldedaten der Haushalte erfasst, ohne dass es individueller Ger\u00e4tekontrollen bedarf.<\/p>\n<p>Auch nach der geplanten Reform will Polen laufende R\u00fcckst\u00e4nde aus der alten Rundfunkgeb\u00fchr nicht automatisch streichen. Nach aktuellem Stand sollen entsprechende Schulden noch bis Ende 2028 eingetrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 31\/08\/2026 &#8211; 12:58 MESZ Polen steht vor einem grundlegenden Umbau der Rundfunkfinanzierung, wie ihn Deutschland&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":366385,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[46,42,147,2386,44,3734,156,155,254,148],"class_list":["post-366384","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-serien","tag-at","tag-austria","tag-entertainment","tag-europaeische-union","tag-oesterreich","tag-polen","tag-serien","tag-series","tag-technologie","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117189910068214473","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/366384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=366384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/366384\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/366385"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=366384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=366384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=366384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}