{"id":36672,"date":"2026-03-10T14:02:07","date_gmt":"2026-03-10T14:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/36672\/"},"modified":"2026-03-10T14:02:07","modified_gmt":"2026-03-10T14:02:07","slug":"interview-mit-helmut-bernkopf-meine-erwartungen-fuer-2026-sind-grundsaetzlich-positiv-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/36672\/","title":{"rendered":"Interview mit Helmut Bernkopf &#8211; &#8222;Meine Erwartungen f\u00fcr 2026 sind grunds\u00e4tzlich positiv&#8220; \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Redaktion\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t10.03.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Im\u00a0LEADERSNET-Interview spricht OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf \u00fcber die aktuelle Lage der heimischen Exportwirtschaft, Chancen in neuen M\u00e4rkten sowie dar\u00fcber, wie Exportgarantien, Finanzierungen und internationale Initiativen \u00f6sterreichische Unternehmen bei Wachstum und Internationalisierung unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Bernkopf, im Jahr 2025 wurden laut den am Montag ver\u00f6ffentlichten vorl\u00e4ufigen Ergebnissen von Statistik Austria Waren im Wert von 190,14 Milliarden Euro exportiert, um 0,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Wie beurteilen Sie diese Performance? <\/p>\n<p>Helmut Bernkopf: Die Situation f\u00fcr die heimischen Exportunternehmen ist zweifelsohne sehr herausfordernd: Am heimischen Wirtschaftsstandort stellen die hohen Lohn- und Energiekosten sowie die B\u00fcrokratie eine Belastung dar. Im internationalen Gesch\u00e4ft sind es die bekannten handels- und geopolitischen Konflikte sowie die anhaltende Konjunkturschw\u00e4che in Europa. Hinzu kommt der enorme Konkurrenzdruck, insbesondere durch Anbieter aus China. Wenn man sich das vor Augen h\u00e4lt, ist der R\u00fcckgang von 0,5 Prozent ein sehr beachtliches Ergebnis und ein Beleg f\u00fcr die hohe Resilienz der heimischen Exportwirtschaft.<\/p>\n<p>LEADERSNET: Gibt es langsam wieder Anzeichen f\u00fcr einen Aufschwung? Was sind Ihre Erwartungen f\u00fcr 2026? <\/p>\n<p>Bernkopf: Meine Erwartungen f\u00fcr 2026 sind grunds\u00e4tzlich positiv, und es war auch schon im Dezember mit einem Exportplus von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Dynamik zu verzeichnen. Es gibt wieder mehr Anlass zu Optimismus, von den guten Kompromissen bei Lohnabschl\u00fcssen, \u00fcber die langsam wieder anziehende Konjunktur in Europa, hin zu wichtigen Ma\u00dfnahmen, die sowohl auf nationaler als auch europ\u00e4ischer Ebene auf Schiene gebracht worden sind. Gerade die abgeschlossenen Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Indien k\u00f6nnen wichtige Impulse liefern. Das alles steht nat\u00fcrlich unter dem Vorbehalt, dass der Krieg im Iran nicht noch viele Wochen bzw. Monate andauert und der Nahostkonflikt weiter eskaliert. Das h\u00e4tte schwerwiegende Auswirkungen und w\u00fcrde den Konjunkturaufschwung wieder bremsen.<\/p>\n<p>LEADERSNET: Inwieweit kann die OeKB einen Beitrag dazu leisten, damit \u00d6sterreichs Exportwirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zur\u00fcckkehrt? <\/p>\n<p>Bernkopf: Dazu will ich grunds\u00e4tzlich einmal mehr betonen: die Exportunternehmen sind zunehmend gefordert, ihre Absatzm\u00e4rkte breiter zu diversifizieren, um am Wachstum in dynamischen Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern besser partizipieren zu k\u00f6nnen. Da der Eintritt in diese M\u00e4rkte teilweise mit h\u00f6heren wirtschaftlichen und politischen Risiken verbunden ist, stellen die Exportgarantien des Bundes eine wichtige Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeit dar. Seit einigen Jahren agieren wir in der OeKB aber auch zunehmend proaktiv und als Trade Creator. So sprechen wir beispielsweise direkt ausl\u00e4ndische Generalunternehmer an und positionieren die \u00f6sterreichischen Exportsektoren sowie unsere Absicherungs- und Finanzierungsl\u00f6sungen gezielt dort, wo es wichtig ist. Und mit unseren &#8222;Shopping Lines&#8220; f\u00fcr den Einkauf von Waren und Dienstleistungen aus \u00d6sterreich erleichtern wir gerade auch KMU den Zugang zu neuen Wachstumsm\u00e4rkten und gro\u00dfen Projekten. Mit dieser aktiven Marktbearbeitung waren wir 2025 sehr erfolgreich, und das werden wir 2026 konsequent fortsetzen.<\/p>\n<p>LEADERSNET: Bietet die OeKB auch in der Ukraine Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten an und kann das ein Wachstumsmarkt f\u00fcr \u00d6sterreich werden? <\/p>\n<p>Bernkopf: In der Ukraine stehen im Rahmen des normalen Ausfuhrf\u00f6rderungsverfahrens seit Oktober 2022 Absicherungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gesch\u00e4fte im Privatsektor zur Verf\u00fcgung. Bis zum Jahresende 2025 wurden insgesamt mehr als 150 Einzelgesch\u00e4fte mit einem Gesamtvolumen von rd. 30 Mio. Euro mit Exportgarantien abgesichert. Die Gesch\u00e4ftschancen beim Wiederaufbau der Ukraine, der hoffentlich in nicht mehr allzu ferner Zukunft liegt, sind jedenfalls immens \u2013 die Weltbank beziffert das Investitionspotenzial mit 587 Mrd. Dollar. Hier haben das Bundesministerium f\u00fcr Finanzen (BMF) und die OeKB mit einer speziellen risikodotierten Ukraine-Fazilit\u00e4t bereits die Voraussetzungen geschaffen, dass \u00f6sterreichische Exportunternehmen am Wiederaufbau der Ukraine noch besser partizipieren k\u00f6nnen. Und in \u00d6sterreich verf\u00fcgen wir gerade auch im Bereich der Verkehrs- und Energieinfrastruktur, der Wasseraufbereitung oder im Bausektor \u00fcber Unternehmen, die international zur absoluten Spitze z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>LEADERSNET: Zum Abschluss noch eine Frage zum Wirtschaftsstandort\u2013 wie nehmen Sie die Lage im Inland wahr? <\/p>\n<p>Bernkopf: Das Bild war im abgelaufenen Gesch\u00e4ftsjahr \u00e4hnlich wie in 2024: W\u00e4hrend wir bei unseren Liquidit\u00e4tsprodukten wieder eine sehr gute Nachfrage verzeichnet haben, war bei den Investitionen auch aufgrund des unsicheren Ausblicks weiterhin eine Zur\u00fcckhaltung sp\u00fcrbar. Das ist im Hinblick auf die mittel- bis langfristige Realisierung von Produktivit\u00e4ts- und Innovationspotenzialen keine gute Entwicklung, und auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien w\u00e4re mehr Dynamik \u00fcberaus wichtig. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem BMF unsere Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten in den letzten Monaten weiter optimiert und gezielte Wachstumsimpulse gesetzt. Beispielsweise haben wir die M\u00f6glichkeiten unserer attraktiven Finanzierungen mittels der Exportinvest auf Unternehmensgr\u00fcndungen und -\u00fcbernahmen sowie zuletzt auch auf Energieversorgungsunternehmen f\u00fcr den Netzausbau ausgeweitet. Auch im KMU-Bereich haben wir Impulse gesetzt.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.oekb.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.oekb.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Redaktion\u00a0 | 10.03.2026 Im\u00a0LEADERSNET-Interview spricht OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf \u00fcber die aktuelle Lage der heimischen Exportwirtschaft, Chancen in neuen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36673,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,1232,42,95,90,89,91,94,16500,44,93,92],"class_list":{"0":"post-36672","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-aussenhandel","10":"tag-austria","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-markets","15":"tag-maerkte","16":"tag-oekb","17":"tag-oesterreich","18":"tag-unternehmen","19":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116205253203672654","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36672\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}