{"id":375304,"date":"2026-09-04T15:03:29","date_gmt":"2026-09-04T15:03:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/375304\/"},"modified":"2026-09-04T15:03:29","modified_gmt":"2026-09-04T15:03:29","slug":"autoimmunreaktion-bei-multiple-sklerose-gezielt-abstellen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/375304\/","title":{"rendered":"Autoimmunreaktion bei Multiple Sklerose gezielt abstellen"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t\t\t03. September 2026, 07:20 Uhr                <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Z\u00fcrich \u2013 UZH-Forschende haben eine neuartige Therapie gegen Multiple Sklerose entwickelt, die gezielt die fehlgeleitete Immunreaktion stoppen soll, ohne das Immunsystem als Ganzes zu unterdr\u00fccken. Eine erste klinische Studie zeigt, dass der Ansatz sicher und gut vertr\u00e4glich ist. Zudem sind die gezeigten Wirkmechanismen vielversprechend. Das Prinzip k\u00f6nnte sich auch auf andere Autoimmunerkrankungen \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die chronisch-entz\u00fcndliche Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose (MS) betrifft besonders junge Erwachsene. Die Krankheitsmechanismen werden durch Immunzellen \u2013 vor allem sogenannte T-Lymphozyten \u2013 ausgel\u00f6st. Diese wehren normalerweise Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Tumore ab, bei MS sch\u00e4digen sie dagegen f\u00e4lschlicherweise Gehirn und R\u00fcckenmark. Dabei kommt es zu einer Vielzahl von Ausf\u00e4llen, etwa Seh- und Gef\u00fchlsst\u00f6rungen, L\u00e4hmungen oder starke M\u00fcdigkeit. Zwar l\u00e4sst sich MS bereits gut behandeln, doch unterdr\u00fccken alle zugelassenen Therapien das Immunsystem unspezifisch und haben teils erhebliche Nebenwirkungen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immunsystem lernt Toleranz<br \/>Ein Team von Forschenden der <a href=\"https:\/\/www.uzh.ch\/de.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.uzh.ch\/de.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/a> (UZH), des Karolinska Institutes in Stockholm, und mehrerer anderer Kollaborationspartner hat nun erste Ergebnisse zu einer neuartigen Therapie der Multiplen Sklerose in einer klinischen Studie ver\u00f6ffentlicht: Der neue Ansatz nutzt k\u00f6rpereigene rote Blutk\u00f6rperchen (Erythrozyten), an die bestimmte Eiweissbestandteile gekoppelt werden, gegen die sich die fehlgeleitete Immunreaktion bei MS richtet. Nach der R\u00fcckgabe in den K\u00f6rper werden diese Erythrozyten wie alternde rote Blutk\u00f6rperchen vor allem in Leber und Milz aufgenommen und abgebaut. Dabei werden die gekoppelten Antigene dem Immunsystem auf eine Weise pr\u00e4sentiert, die Toleranz f\u00f6rdert. Das Immunsystem soll so lernen, diese k\u00f6rpereigenen Strukturen nicht mehr anzugreifen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k\u00f6nnte die fehlgeleitete Immunreaktion bei MS gezielt gestoppt werden, ohne das Immunsystem als Ganzes zu unterdr\u00fccken. \u00abAuf diesem Wege liesse sich die Autoimmunerkrankung sehr gezielt und ohne grosse Nebenwirkungen abstellen\u00bb, erkl\u00e4rt Erstautor Andreas Lutterotti, der die Studie an der Klinik f\u00fcr Neurologie der Universit\u00e4t Z\u00fcrich und des Universit\u00e4tsspitals Z\u00fcrich geleitet hatte. \u00abDieser Ansatz l\u00e4sst sich auch auf viele andere der mehr als hundert Autoimmunerkrankungen anwenden.\u00bb Generell haben Autoimmunerkrankungen in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen und betreffen mehr als f\u00fcnf Prozent der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erster Schritt in die Klinik<br \/>Die klinische Studie mit ersten Patient:innen best\u00e4tigt die gute Vertr\u00e4glichkeit und Sicherheit der neuen MS-Therapie und zeigt vielversprechende Wirkmechanismen auf. \u00abNach mehr als zwanzig Jahren Entwicklungsarbeit ist damit die erste klinische H\u00fcrde genommen, um die Therapie zu den Patient:innen zu bringen\u00bb, bilanziert Letztautor Roland Martin vom Institut f\u00fcr Experimentelle Immunologie der UZH.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weitere klinische Entwicklung ist jedoch sehr kostspielig und kann nicht mehr allein im akademischen Umfeld erfolgen. Deshalb haben die Forschenden das Biotechnologieunternehmen \u00abCellerys\u00bb gegr\u00fcndet. In einer n\u00e4chsten Studie soll die klinische Wirksamkeit der Therapie untersucht werden, sobald die daf\u00fcr erforderliche Finanzierung gesichert ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der klinischen Studie wurde die neue Therapie erstmals bei 10 Patient:innen mit Multipler Sklerose untersucht. Sie wurde von Wyss Z\u00fcrich gef\u00f6rdert. (UZH\/mc\/pg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"03. 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