{"id":376023,"date":"2026-09-04T22:55:24","date_gmt":"2026-09-04T22:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/376023\/"},"modified":"2026-09-04T22:55:24","modified_gmt":"2026-09-04T22:55:24","slug":"zeitenwende-in-wolfsburg-vw-arbeitnehmer-geben-viel-preis-und-blume-gewinnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/376023\/","title":{"rendered":"Zeitenwende in Wolfsburg: VW-Arbeitnehmer geben viel preis &#8211; und Blume gewinnt"},"content":{"rendered":"<p>Zeitenwende in WolfsburgVW-Arbeitnehmer geben viel preis &#8211; und Blume gewinnt04.09.2026, 17:43 Uhr <img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autor-fallback.svg\" alt=\"image\"\/>Von Diana Dittmer<\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(07:48 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/1788562524_143_image.webp\" alt=\"image\"\/>Oliver Blume: Der VW-Chef setzt sich beim Sparkurs durch. Die Arbeitnehmerseite will daf\u00fcr aber Einfluss auf die Umsetzung nehmen. (Foto: dpa)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Der radikale Umbau von Volkswagen kann beginnen. Der Aufsichtsrat gibt einstimmig gr\u00fcnes Licht &#8211; die Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen tragen den Plan mit. Der Vorstand um VW-Chef Blume setzt sich damit durch. F\u00fcr die Besch\u00e4ftigtenvertreter bleibt jetzt die Frage, wie hart die Folgen ausfallen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">VW-Chef Oliver Blume hat bekommen, was ihm vor wenigen Tagen kaum noch zugetraut wurde: gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den radikalsten Umbau in der Geschichte des Konzerns. Und zwar einstimmig. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen tragen den Zukunftsplan mit. Der erwartete Showdown blieb aus. Stattdessen steht\u00a0ein Kompromiss, der eines unmissverst\u00e4ndlich klarmacht: Bei VW ist der radikale Umbau nicht mehr aufzuhalten.\u00a0<\/p>\n<p>Die Arbeitnehmer akzeptieren die neue Realit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nicht der vereinbarte Sparkurs an sich ist \u00fcberraschend, sondern dass die Arbeitnehmerseite die Konsequenzen der Krise weitgehend akzeptiert und mittr\u00e4gt. Die europ\u00e4ische Produktionskapazit\u00e4t soll um 500.000 Fahrzeuge sinken und weitere 50.000 Stellen sollen wegfallen. Zusammen mit den bereits vereinbarten Einschnitten summiert sich der geplante Stellenabbau damit auf rund 100.000 Arbeitspl\u00e4tze. Die Umsatzrendite soll bis 2030 von derzeit 3,8 auf 9 Prozent steigen. Bis 2035 soll sich zudem die Modellpalette etwa halbieren und die Komplexit\u00e4t des Konzerns deutlich sinken.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Richtung ist damit vorgegeben: Volkswagen wird kleiner, schlanker und kosteng\u00fcnstiger. Die Arbeitnehmerseite hat diesen Kurs nicht verhindert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dass sie dem Vorstand nun entgegenkommt, ist auch Ergebnis des Drucks, den Blume in den vergangenen Tagen aufgebaut hat. Mit dem Szenario einer au\u00dferordentlichen Hauptversammlung machte der VW-Chef deutlich, dass er im Konfliktfall eine Eskalation auf Aktion\u00e4rsebene in Kauf nehmen w\u00fcrde. Das erh\u00f6hte den Druck auf Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen, einer L\u00f6sung zuzustimmen.<\/p>\n<p>Zukunft der Werke bleibt ungewiss<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Allerdings\u00a0ist der am Vorabend beschlossene Plan auch deutlich weniger konkret als das, was vor der Einigung <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/auto\/vw-sanierung-volkswagen-vorstand-erstellt-vertrauliche-sanierungsplaene-fuer-werke-und-marken\/100250907.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">im internen Vorstands-Dossie<\/a>r stand. Darin war f\u00fcr Emden und Zwickau ein Produktionsende im Jahr 2031, f\u00fcr Hannover im Jahr 2032 und f\u00fcr Neckarsulm im Jahr 2034 vorgesehen. Zudem war die Nachfolgeproduktion bereits anderen Standorten zugeordnet.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In dem aktuellen Beschluss steht davon nichts. Darin hei\u00dft es\u00a0lediglich, dass f\u00fcr die Werke derzeit keine wettbewerbsf\u00e4hige Folgebelegung gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nne. Bis Ende Juni 2027 soll zun\u00e4chst ein Konzept f\u00fcr die k\u00fcnftige europ\u00e4ische Produktionsstruktur erarbeitet werden. Auch alternative Nutzungen der Standorte sollen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Eine Bestandsgarantie ist das nicht. Aber\u00a0es verschafft der Arbeitnehmerseite Zeit und vor allem die M\u00f6glichkeit, weiter \u00fcber die konkrete Zukunft der Werke zu verhandeln. Die IG Metall wertet genau das als Erfolg: &#8222;Das schafft zwar noch keine Sicherheit f\u00fcr die vier Werke, aber es h\u00e4lt den Weg offen, L\u00f6sungen zu finden.&#8220; Ihr urspr\u00fcngliches Ziel bestand darin, die Schlie\u00dfung der Werke sofort auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>50.000 Stellen &#8211; beschlossen oder nur\u00a0eine &#8222;Zahl&#8220;?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Beim Stellenabbau zeigt sich die Ambivalenz des Kompromisses besonders deutlich. Der Vorstand hat am Ziel einer deutlichen Personalk\u00fcrzung nicht ger\u00fcttelt. Die IG Metall wertet die zus\u00e4tzlichen 50.000 Stellen allerdings nicht als fest vereinbarten Abbauplan, also keine feste Gr\u00f6\u00dfe, sondern lediglich als &#8222;mathematische Zahl&#8220;, die sich aus dem Renditeziel von neun Prozent ableitet,\u00a0wenn man die Kosten reduziere. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wie bei den Werken gilt: Wann, wo und wie der Abbau tats\u00e4chlich erfolgt, ist noch Gegenstand weiterer Verhandlungen. &#8222;Die Arbeit f\u00e4ngt jetzt erst an&#8220;, <a class=\"inline_link\" href=\"(https:\/\/www.igmetall.de\/presse\/pressemitteilungen\/2026\/vw-aufsichtsratssitzung-eskalation-verhindert--vorstand-muss-jetzt-seine-hausaufgaben-machen\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rten Konzern-Betriebsratschefin Daniela Cavallo und Christiane Benner, Chefin der IG Metall<\/a>.\u00a0Der Vorstand m\u00fcsse nun &#8222;seine Hausaufgaben&#8220; machen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist der Kern des Kompromisses: Die Arbeitnehmerseite akzeptiert den harten Sparkurs des Vorstands &#8211; aber nicht dessen konkrete Folgen.\u00a0Sie kann den Umbau nicht stoppen,\u00a0dann will sie\u00a0sich wenigstens den\u00a0Einfluss darauf sichern, wie er umgesetzt wird. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.\u00a0<\/p>\n<p>Die eigentliche Machtfrage ist damit nicht entschieden<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Durchgesetzt hat sich die Arbeitnehmerseite bei der f\u00fcr ihre k\u00fcnftige Machtstellung im Konzern entscheidenden Frage. Die im Vorfeld der Einigung hei\u00df diskutierte Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der Komponentensparte aus dem VW-Konzern ist vom Tisch. Das bedeutet, dass das VW-Gesetz bestehen bleibt &#8211; und mit ihm die besonderen Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmerseite und des Landes Niedersachsen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das wird von den Gewerkschaften als gro\u00dfer Erfolg gefeiert. Doch auch das ist nicht in Stein gemei\u00dfelt, denn das Machtgef\u00fcge im Konzern k\u00f6nnte sich k\u00fcnftig ver\u00e4ndern. Wie im Beschluss festgelegt, soll der Aufsichtsrat seine Zustimmungsvorbehalte\u00a0in Zukunft\u00a0auf Ma\u00dfnahmen von &#8222;wesentlicher Bedeutung f\u00fcr den Gesamtkonzern&#8220; beschr\u00e4nken. Zugleich soll ein Modell f\u00fcr eine &#8222;fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur&#8220; erarbeitet werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Ziel ist klar: Der Volkswagen-Vorstand m\u00f6chte Entscheidungswege verk\u00fcrzen und Verantwortlichkeiten eindeutiger zuordnen. Was das jedoch f\u00fcr den Einfluss des Aufsichtsrats bedeutet, bleibt unklar. Gerade bei der Konzernstruktur k\u00f6nnte dies die n\u00e4chste Machtprobe bedeuten.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse verschieben sich <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Von einer Kapitulation der Arbeitnehmerseite kann nach der Einigung keine Rede sein. IG Metall und Betriebsrat haben den grunds\u00e4tzlichen Umbaukurs des Vorstands akzeptiert, sich bei den konkreten Folgen aber immer noch Einfluss und Verhandlungsspielraum gesichert. Besch\u00e4ftigungssicherung allein reicht angesichts der Probleme des Konzerns nicht mehr aus.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Beschluss ist f\u00fcr Blume deshalb auch kein Freifahrtschein. Jetzt muss der Vorstand beweisen, dass sich die\u00a0Sparziele in ein\u00a0wettbewerbsf\u00e4higes Gesch\u00e4ftsmodell umsetzen lassen. Stefan Bratzel\u00a0warnt, Einsparungen allein w\u00fcrden VW nicht retten. N\u00f6tig seien zugleich Investitionen in neue Wachstumsfelder und ein &#8222;riesiger Mindset-Change&#8220;, also ein radikaler Umdenkprozess, sagt der Experte vom Center of Automotive Management (CAM).<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ferdinand Dudenh\u00f6ffer spricht deshalb auch von einer &#8222;Light-Version&#8220; des urspr\u00fcnglich diskutierten Zukunftsplans. Es herrsche zwar Entspannung, aber noch kein Frieden, so der Direktor des CAR-Instituts. Bis Juni 2027 muss aus den Zielvorgaben ein konkreter Plan f\u00fcr Produkte, Werke und Strukturen entstehen. Hendrik Schmidt vom Verm\u00f6gensverwalter DWS dr\u00fcckt es so aus: Die verabschiedeten Ma\u00dfnahmen m\u00fcssten konsequent umgesetzt werden und entfalteten erst mittelfristig ihre Wirkung. Die Einigung beendet den Machtkonflikt bei VW damit nicht. Sie verschiebt aber die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zeitenwende in WolfsburgVW-Arbeitnehmer geben viel preis &#8211; und Blume gewinnt04.09.2026, 17:43 Uhr Von Diana Dittmer Artikel anh\u00f6ren(07:48 min)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":376024,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[70428,49951,40,41,42752,39,38,350,255],"class_list":["post-376023","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-ferdinand-dudenhoeffer","tag-ig-metall","tag-nachrichten","tag-news","tag-oliver-blume","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-volkswagen","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117215240806000681","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/376023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=376023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/376023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/376024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=376023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=376023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=376023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}