{"id":376257,"date":"2026-09-05T02:41:19","date_gmt":"2026-09-05T02:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/376257\/"},"modified":"2026-09-05T02:41:19","modified_gmt":"2026-09-05T02:41:19","slug":"jeder-7-cyberangriff-auf-wiener-unternehmen-erfolgreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/376257\/","title":{"rendered":"Jeder 7. Cyberangriff auf Wiener Unternehmen erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p>Cybersicherheit ist und bleibt ein existenzielles Thema f\u00fcr Wiener Unternehmen. In diesem Jahr war jeder siebente Cyberangriff auf ein Wiener Unternehmen erfolgreich. Im Vorjahr war es noch jeder sechste. \u201eWiens Unternehmen sind besser vorbereitet. Von Entwarnung kann aber noch keine Rede sein, denn Cyberkriminelle werden immer professioneller und setzen auf K\u00fcnstliche Intelligenz\u201c, sagt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der WK Wien. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Sicheres \u00d6sterreich (KS\u00d6) f\u00fchrte KPMG heuer bereits zum elften Mal die Studie \u201eCybersecurity in \u00d6sterreich\u201c durch. Zum vierten Mal wurden dabei auch die Wiener Ergebnisse gesondert ausgewiesen.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndert Spielregeln<br \/>Das Ausnutzen von Hard- und Softwareschwachstellen (56 Prozent) schaffte es erstmals in die Top 7 der Angriffsarten der Cyberkriminellen. Dahinter steht eine zentrale Erkenntnis der Studie: Cyberkriminelle nutzen zunehmend KI-gest\u00fctzte Werkzeuge, um Schwachstellen schneller aufzusp\u00fcren und automatisiert auszunutzen. Die Kosten f\u00fcr diese Art von Angriff sind vergleichsweise gering. Robert Lamprecht, Partner und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer KPMG, vergleicht dies mit einer Schrotflinte im digitalen Raum: \u201eDa die Kugeln sehr gro\u00df sind, haben die Angreifer eine hohe Trefferquote.\u201c<\/p>\n<p>Mit 78 Prozent bleibt Malware beziehungsweise Schadsoftware die h\u00e4ufigste Angriffsform auf Wiener Unternehmen. Und mit 72 Prozent an zweiter Stelle reiht sich der Business-E-Mail-Compromise. Auch hier erleichtert KI die Angriffe auf Wiens Unternehmen. \u201eHier treffen Deep Fakes \u2013 in Form von Text, Foto, Audio oder Video \u2013 auf die gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle in der Cybersicherheitsarchitektur, den Menschen\u201c, sagt Lamprecht.<\/p>\n<p>Wiener Unternehmen sind vor allem EPU und KMU<br \/>Die Wiener Unternehmenslandschaft ist stark von Ein-Personen-Unternehmen und kleinen Betrieben gepr\u00e4gt. Rund 60 Prozent der Wiener Unternehmen sind Ein-Personen-Unternehmen. Und rund 78 Prozent der Wiener KMU besch\u00e4ftigen ein bis neun Mitarbeiter. Das bedeutet, dass sie meist \u00fcber keinen firmeninternen IT-Experten oder gar eine IT-Abteilung verf\u00fcgen. \u201eDarum brauchen die Wiener Unternehmer einen IT-Dienstleister des Vertrauens an ihrer Seite, den sie im Notfall kontaktieren k\u00f6nnen bzw. der das IT-System des jeweiligen Betriebs ohnehin laufend remote \u00fcberwacht\u201c, sagt Heimhilcher. In Wien gibt es aktuell rund 13.800 IT-Dienstleister (10,7 Prozent der Wiener Unternehmen). Von ihnen sind 437 auf IT-Security spezialisiert.<\/p>\n<p>Tourismus als beliebtes Ziel der Cyberkriminellen<br \/>Die am h\u00e4ufigsten von Cyberattacken betroffene Branche ist die Automobilindustrie inkl. der Autozulieferindustrie. Besonders auff\u00e4llig ist der Tourismus: Die Branche r\u00fcckte innerhalb eines Jahres von Platz f\u00fcnf auf Platz zwei der am h\u00e4ufigsten betroffenen Wirtschaftszweige vor. Hier gibt es f\u00fcr die Cyberkriminellen vor allem personenbezogene Daten zu holen, die sich f\u00fcr einen ID-Diebstahl eignen. Die heterogene Struktur und die vielen dezentralen Einrichtungen der Wiener Tourismusbetriebe spielen den Hackern in die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Mitarbeiter und Lieferkette im Visier<br \/>Der Mensch bleibt das gr\u00f6\u00dfte Einfallstor f\u00fcr Cyberkriminelle. Bei 65 Prozent der erfolgreichen Angriffe war ein Fehlverhalten von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern ausschlaggebend. Jeweils 35 Prozent waren auf schwache Passw\u00f6rter bzw. Phishing zur\u00fcckzuf\u00fchren und 29 Prozent auf ein unzureichendes Patchmanagement. Letzteres wird auch gerne von der KI genutzt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig erfolgte jeder f\u00fcnfte Angriff \u00fcber die Lieferkette. Hier nutzen die Hacker ein schlechter gesch\u00fctztes Unternehmen als Einfallstor, um weitere Betriebe innerhalb der Lieferkette anzugreifen. Ein F\u00fcnftel der von Cybercrime betroffenen Unternehmen waren von einem l\u00e4nger andauernden Unternehmensstillstand betroffen. \u201eCybersecurity ist kein Thema, das an die IT-Abteilung delegiert werden kann, denn im Ernstfall geht es um Betriebsf\u00e4higkeit und wirtschaftliche Existenz\u201c, betont Heimhilcher.<\/p>\n<p>Digitale Brandschutzma\u00dfnahmen<br \/>Wenn ein Unternehmen trotz s\u00e4mtlicher Vorsichtsma\u00dfnahmen Opfer einer Cyberattacke wird, hilft ein ausgedrucktes Krisenhandbuch mit allen wichtigen Telefonnummern und weiteren relevanten Informationen. \u201eGanz oben auf der Liste sollte die Mobilnummer des externen IT-Dienstleisters stehen, damit er rasch die notwendigen Ma\u00dfnahmen setzen kann\u201c, appelliert Heimhilcher.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage ist nicht mehr, ob ein Angriff erfolgt, sondern wie gut ein Unternehmen darauf vorbereitet ist\u201c, sagt Lamprecht und betont die Wichtigkeit des Krisenmanagements in den Unternehmen. Digitale Brandschutzma\u00dfnahmen, die unternehmensintern auch ge\u00fcbt werden, k\u00f6nnen im Ernstfall zum Vorteil werden und das Unternehmens handlungsf\u00e4hig halten.<\/p>\n<p>Cyberangriffe konsequent anzeigen<br \/>Nach wie vor werden viele Cyberangriffe nicht zur Anzeige gebracht. Heimhilcher appelliert daher an betroffene Unternehmen, den Beh\u00f6rden in Wien die Vorf\u00e4lle zu melden. \u201eNur wenn Cyberangriffe angezeigt werden, wird ihr tats\u00e4chliches Ausma\u00df sichtbar. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Sicherheitsbeh\u00f6rden ausreichend Ressourcen erhalten und wirksamer gegen die T\u00e4ter vorgehen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Cybersecurity-Versicherung und Cybersecurity-Hotline<br \/>Um im Fall eines Cyberangriffs zumindest den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten, gibt es Cybersecurity-Versicherungen. Hier sind Unternehmen gut beraten, den Versicherungsmakler ihres Vertrauens zu kontaktieren, um das f\u00fcr den Betrieb passende Produkt zu finden. Dar\u00fcber hinaus gibt es ein Cyberversicherungsprodukt mit besonderen Bedingungen, in das die Erfahrungswerte der WK Wien aufgrund der Mitgliederkontakte und der bekanntgegebenen Problematiken eingeflossen sind. Mitgliedsbetriebe der WK Wien zahlen f\u00fcr diese \u2013 im Fall einer Cyberattacke \u2013 nur den halben Selbstbehalt. \u201eSo machen wir Wiener Unternehmen cybersicherer\u201c, sagt Heimhilcher.<\/p>\n<p>Seit 2017 k\u00f6nnen von einem Cyberangriff betroffene Unternehmen, die keinen IT-Dienstleister an ihrer Seite haben, die Cybersecurity-Hotline der WKO unter der Nummer 0800 888 133 w\u00e4hlen. Sie ist 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche erreichbar. Nach einer kostenlosen Erstauskunft wird auf Wunsch der Kontakt zu einem auf Cybersecurity spezialisierten IT-Unternehmen in der N\u00e4he des Unternehmens hergestellt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.wko.at\/it-sicherheit\/cyber-security-hotline\">Cybersecurity-Hotline<\/a> \/ <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.wko.at\/wien\/innovation-technologie-digitalisierung\/cybersecurity-versicherung\">Cybersecurity-Versicherung<\/a> \/ <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.wko.at\/it-sicherheit\/it-sicherheit\">it-safe.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cybersicherheit ist und bleibt ein existenzielles Thema f\u00fcr Wiener Unternehmen. 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