{"id":378887,"date":"2026-09-06T14:17:17","date_gmt":"2026-09-06T14:17:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/378887\/"},"modified":"2026-09-06T14:17:17","modified_gmt":"2026-09-06T14:17:17","slug":"merkur-orbiter-bepicolombo-hat-mehrmonatige-ankunftssequenz-begonnen-mercury-transfer-module-wurde-planmaessig-abgestossen-die-beiden-orbiter-fliegen-nun-ohne-reiseantrieb-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/378887\/","title":{"rendered":"Merkur-Orbiter BepiColombo hat mehrmonatige Ankunftssequenz begonnen &#8211; Mercury Transfer Module wurde planm\u00e4\u00dfig abgesto\u00dfen, die beiden Orbiter fliegen nun ohne Reiseantrieb weiter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/Z\/e\/Zeitplan-fuer-die-Ankunft-von-\u201eBepiColombo-am-Merkur.webp\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/Z\/e\/Zeitplan-fuer-die-Ankunft-von-\u201eBepiColombo-am-Merkur.webp\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-316093\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Zeitplan-fuer-die-Ankunft-von-\u201eBepiColombo-am-Merkur-300x169.webp\" alt=\"Zeitplan f\u00fcr die Ankunft von \u201eBepiColombo\u201c am Merkur \u00a9 ESA\" width=\"300\" height=\"169\"  \/><\/a>Zeitplan f\u00fcr die Ankunft von \u201eBepiColombo\u201c am Merkur \u00a9 ESA<br \/>\nReiseantrieb hat seine Aufgabe erf\u00fcllt<\/p>\n<p>Das MTM hatte BepiColombo fast die gesamte interplanetare Reise hindurch angetrieben. Seine vier solarelektrischen Triebwerke ionisierten Xenon und erzeugten daraus einen schwachen, aber sehr effizienten Schub. Am 15. Juni 2026 endete der letzte Schubbogen dieses Systems, seitdem n\u00e4herte sich die Sonde zun\u00e4chst auf einer freien Flugbahn ihrem Ziel.<\/p>\n<p>Der lange Weg war n\u00f6tig, weil ein Orbiter im starken Schwerefeld der Sonne sehr viel Geschwindigkeit abbauen muss, um nicht am Merkur vorbeizuschie\u00dfen. BepiColombo nutzte daf\u00fcr insgesamt neun Swing-by-Man\u00f6ver an Erde, Venus und Merkur. Nach der Abtrennung des MTM \u00fcbernimmt nun der chemische Antrieb des MPO die weiteren Bahnkorrekturen und sp\u00e4ter auch das Einschwenken in die Merkurumlaufbahn.\n<\/p>\n<p>\u201eAlles ist bis auf die Sekunde genau geplant\u201c, sagt Christoph Steiger, stellvertretender Leiter des Flugkontrollteams am Europ\u00e4ischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt.<\/p>\n<p>Orbiter bleiben bis Dezember verbunden<\/p>\n<p>Die erfolgreiche Trennung ist deshalb nur der Auftakt einer mehrmonatigen Ankunftssequenz. Am 21. November 2026 sollen MPO und der Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) der JAXA noch miteinander verbunden in eine polare Umlaufbahn um den Merkur eingeschwenkt werden. Erst am 9. und 10. Dezember wird Mio vom europ\u00e4ischen Orbiter getrennt und auf seine eigene elliptische Bahn gebracht.\n<\/p>\n<p>Am 16. Dezember soll der MPO anschlie\u00dfend das Mio Sunshield and Interface Structure (MOSIF), den bisherigen Sonnenschutz des japanischen Orbiters, abwerfen. Danach senkt der MPO seine Bahn schrittweise, bis er nach dem aktuellen Zeitplan am 10. M\u00e4rz 2027 seine endg\u00fcltige Umlaufbahn erreicht. Der regul\u00e4re Wissenschaftsbetrieb beider Orbiter ist f\u00fcr den 6. April 2027 vorgesehen.<\/p>\n<p>Zwei Sonden f\u00fcr unterschiedliche Merkur-R\u00e4tsel<\/p>\n<p>MPO und Mio sollen den innersten Planeten aus unterschiedlichen Perspektiven untersuchen. Der europ\u00e4ische Orbiter richtet seine Instrumente vor allem auf Oberfl\u00e4che, Mineralogie, chemische Zusammensetzung, Topografie und inneren Aufbau. Mio untersucht dagegen Magnetfeld, Plasma, d\u00fcnne Atmosph\u00e4re und Staub in der unmittelbaren Umgebung des Merkurs.\n<\/p>\n<p>Gerade die gleichzeitigen Messungen beider Sonden sollen helfen, das eigene Magnetfeld des Planeten von St\u00f6rungen durch den Sonnenwind zu unterscheiden. Auch das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) ist beteiligt und steuert mit dem Spektrometer MERTIS sowie dem Laser-H\u00f6henmesser BELA zwei Instrumente bei. Sie sollen unter anderem Mineralogie, Temperaturverteilung und Topografie der Merkuroberfl\u00e4che erfassen.\n<\/p>\n<p>Trotz zweier fr\u00fcherer Merkurmissionen sind viele Fragen offen. Mariner 10 lieferte in den 1970er-Jahren erste Nahaufnahmen und best\u00e4tigte Magnetfeld und d\u00fcnne Gash\u00fclle, w\u00e4hrend MESSENGER den Planeten von 2011 bis 2015 erstmals aus einer Umlaufbahn untersuchte. Doch selbst danach blieben etwa die Entstehung des gro\u00dfen Metallkerns, die ungew\u00f6hnliche Zusammensetzung der Oberfl\u00e4che und die Wechselwirkung mit dem Sonnenwind nur teilweise verstanden.\n<\/p>\n<p>\u201eAber es lie\u00df viele Seiten leer\u201c, sagt der Planetenforscher Sean Solomon von der Columbia University \u00fcber die fr\u00fche Merkurerkundung durch Mariner 10.<\/p>\n<p>BepiColombo soll diese L\u00fccken nun mit zwei aufeinander abgestimmten Orbiterplattformen verkleinern. Der erste gro\u00dfe Schritt der Ankunft ist geschafft, doch die kritischsten Bahnman\u00f6ver stehen noch bevor und f\u00fchren erst nach Trennung, Tests und Bahnanpassungen zur eigentlichen Forschungsphase am Merkur.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>4. September 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zeitplan f\u00fcr die Ankunft von \u201eBepiColombo\u201c am Merkur \u00a9 ESA Reiseantrieb hat seine Aufgabe erf\u00fcllt Das MTM hatte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":378888,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[46,42,93107,6373,44,97,96,101,98,100,99],"class_list":["post-378887","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-at","tag-austria","tag-bepicolombo","tag-merkur","tag-oesterreich","tag-science","tag-science-technology","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117224528380079125","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=378887"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378887\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/378888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=378887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=378887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=378887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}