{"id":379536,"date":"2026-09-06T23:48:11","date_gmt":"2026-09-06T23:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/379536\/"},"modified":"2026-09-06T23:48:11","modified_gmt":"2026-09-06T23:48:11","slug":"ki-hat-mit-erdbebendaten-sechs-streuzonen-tief-im-erdmantel-identifiziert-pkp-vorlaeufer-zeigen-verborgene-strukturen-an-der-kern-mantel-grenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/379536\/","title":{"rendered":"KI hat mit Erdbebendaten sechs Streuzonen tief im Erdmantel identifiziert &#8211; PKP-Vorl\u00e4ufer zeigen verborgene Strukturen an der Kern-Mantel-Grenze"},"content":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Zahl an Signalen allein verr\u00e4t allerdings noch nicht, wo sich ein Streuk\u00f6rper tats\u00e4chlich befindet. Deshalb kombinierten die Forscher zwei Wahrscheinlichkeiten. Die Auftretenswahrscheinlichkeit Pocc beschreibt, wie stabil Vorl\u00e4ufersignale in einer Region beobachtet werden. Die Ortswahrscheinlichkeit Pscat wird aus koh\u00e4renten Signalen kleiner seismischer Arrays abgeleitet und grenzt ein, wo lokale starke Streuer wahrscheinlich liegen. Ein hoher Pocc-Wert bedeutet dabei nicht automatisch besonders starke Streuung, und auch Pscat liefert keine exakte Position.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/G\/l\/Globale-Lage-der-PKIKP-Eintritts-und-Austrittspunkte-an-der-Kern-Mantel-Grenze.webp\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/G\/l\/Globale-Lage-der-PKIKP-Eintritts-und-Austrittspunkte-an-der-Kern-Mantel-Grenze.webp\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-316257\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Globale-Lage-der-PKIKP-Eintritts-und-Austrittspunkte-an-der-Kern-Mantel-Grenze-198x300.webp\" alt=\"Globale Lage der PKIKP-Eintritts- und Austrittspunkte an der Kern-Mantel-Grenze \u00a9 Journal of Geophysical Research\" width=\"198\" height=\"300\"  \/><\/a>Globale Lage der PKIKP-Eintritts- und Austrittspunkte an der Kern-Mantel-Grenze \u00a9 Journal of Geophysical Research<br \/>\nSechs neue Zielgebiete<\/p>\n<p>Mit dem stark erweiterten Katalog verbinden sich zuvor isolierte Beobachtungsflecken teilweise zu breiten, zusammenh\u00e4ngenden Zonen. Besonders hohe Streuwahrscheinlichkeiten fanden die Forscher in sechs bisher unzureichend erfassten Gebieten. Sie liegen im \u00f6stlichen Nordatlantik bis nach Mitteleuropa, in hohen Breiten Nordeurasiens, in einem Band vom nordwestlichen Pazifik bis Alaska, im s\u00fcdlichen Afrika und an dessen Ostrand, im s\u00fcd\u00f6stlichen S\u00fcdatlantik sowie rund um die Antarktis.\n<\/p>\n<p>Auch in bereits besser untersuchten Regionen verdichtet der neue Datensatz das Bild. Im \u00dcbergangsraum vom asiatischen Binnenland \u00fcber Ostasien bis in den westlichen Pazifik stieg die mittlere Probendichte gegen\u00fcber fr\u00fcheren Arbeiten um mehr als das Zw\u00f6lffache. Die r\u00e4umliche Abdeckung nahm dort von weniger als zehn Prozent auf 50,5 Prozent zu. Ein Vergleich mit unabh\u00e4ngigen seismischen Phasen zeigte zudem, dass mehrere Bereiche hoher Streuwahrscheinlichkeit r\u00e4umlich mit bekannten Ultra-Low-Velocity Zones \u00fcbereinstimmen, also Zonen mit ungew\u00f6hnlich niedrigen Wellengeschwindigkeiten nahe der Kern-Mantel-Grenze.\n<\/p>\n<p>Wahrscheinlichkeiten statt scharfer Grenzen<\/p>\n<p>Die neuen Karten sind deshalb keine direkte Abbildung von sechs klar umrissenen K\u00f6rpern. Ein einzelnes Seismogramm kann den Streuer nicht eindeutig orten, weil sowohl auf der Erdbebenseite als auch auf der Stationsseite Streuung entstehen kann. Zudem sind Erdbeben und Messstationen weltweit ungleich verteilt. So konzentrieren sich hohe Pscat-Werte besonders auf die gro\u00dfe Niedriggeschwindigkeitsprovinz unter dem Pazifik und deren Rand. Das k\u00f6nnte teilweise bessere Messbedingungen widerspiegeln, aber auch auf reale Unterschiede zur entsprechenden Gro\u00dfstruktur unter Afrika hinweisen.\n<\/p>\n<p>Die Forscher deuten die kleinr\u00e4umigen Heterogenit\u00e4ten daher vorsichtig als m\u00f6gliche Spuren mehrerer geologischer Prozesse. Dazu z\u00e4hlen Reste wiederholt abgesunkener Erdplatten, lokal aufgeschmolzenes Material und Wechselwirkungen mit den gro\u00dfr\u00e4umigen Niedriggeschwindigkeitsprovinzen des tiefsten Mantels. Welche Erkl\u00e4rung an den einzelnen Zielgebieten zutrifft, ist mit den PKP-Vorl\u00e4ufern allein noch nicht entschieden. K\u00fcnftige Analysen sollen den Katalog mit weiteren seismischen Phasen und dichten Messnetzen kombinieren, um die Strukturen genauer einzugrenzen.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>6. September 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die gro\u00dfe Zahl an Signalen allein verr\u00e4t allerdings noch nicht, wo sich ein Streuk\u00f6rper tats\u00e4chlich befindet. Deshalb kombinierten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":379537,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[46,42,70978,94700,508,44,97,96,101,98,100,99],"class_list":["post-379536","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-at","tag-austria","tag-erdmantel","tag-kern-mantel-grenze","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-oesterreich","tag-science","tag-science-technology","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117226773795640412","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=379536"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379536\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/379537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=379536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=379536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=379536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}