{"id":379640,"date":"2026-09-07T02:02:21","date_gmt":"2026-09-07T02:02:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/379640\/"},"modified":"2026-09-07T02:02:21","modified_gmt":"2026-09-07T02:02:21","slug":"machtkampf-ums-essen-massive-vorwuerfe-behoerde-ermittelt-gegen-lieferdienste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/379640\/","title":{"rendered":"Machtkampf ums Essen \u2013 Massive Vorw\u00fcrfe! Beh\u00f6rde ermittelt gegen Lieferdienste"},"content":{"rendered":"<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Die Bundeswettbewerbsbeh\u00f6rde (BWB) nimmt die Lieferbranche ins Visier. Nach einer im M\u00e4rz 2023 eingeleiteten Branchenuntersuchung ermittelt die Beh\u00f6rde nun offiziell wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Ausl\u00f6ser waren Hinweise auf Wettbewerbsprobleme, Medienberichte und der Austausch mit europ\u00e4ischen Partnerbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">F\u00fcr den Bericht wurden Daten der Platzhirsche Foodora und Lieferando, von 23 weiteren Plattformen sowie rund 2.500 Wiener Gastronomiebetrieben ausgewertet.<\/p>\n<p>&#8222;Heute&#8220; auf Google als bevorzugte&amp;nbspQuelle festlegen<a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=heute.at\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hinzuf\u00fcgen<\/a><\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">BWB-Generaldirektorin Natalie Harsdorf betont zwar, dass digitale Plattformen Restaurants und Kunden innovativ zusammenbringen, warnt jedoch: &#8222;Problematisch wird es jedoch, wenn sich die Marktmacht einzelner Plattformen so verfestigt, dass das Gleichgewicht im Wettbewerb verloren geht.&#8220; Eine steigende Abh\u00e4ngigkeit der Lokale k\u00f6nne sich negativ auf Preise, das Angebot sowie die Arbeitsbedingungen der Zusteller auswirken.<\/p>\n<p>Zwei Riesen teilen sich \u00d6sterreich auf<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Die Untersuchung belegt eine enorme Marktkonzentration. Nachdem Uber Eats 2019 den \u00f6sterreichischen Markt verlassen hatte, waren Foodora (vormals Mjam) und Lieferando jahrelang die einzigen bundesweit aktiven Player. Erst 2023 trat mit Wolt ein neuer Wettbewerber auf den Plan, der in Wien startete und danach schrittweise expandierte.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Trotzdem bleibt der Markt aufgeteilt: Foodora dominiert mit 50 bis 60 Prozent Marktanteil vor allem in Wien, w\u00e4hrend Lieferando mit 40 bis 50 Prozent im Rest von \u00d6sterreich stark ist. Hohe Markteintrittskosten und indirekte Netzwerkeffekte \u2013 mehr Kunden locken mehr Restaurants an und umgekehrt \u2013 erschweren neuen Konkurrenten das Fu\u00dffassen massiv.<\/p>\n<p>Lokale rutschen in die Werbe-Falle<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">F\u00fcr die Wiener Gastronomie sind die Apps l\u00e4ngst unverzichtbar: Die befragten Restaurants erwirtschafteten dort 2023 durchschnittlich 25 bis 30 Prozent ihres gesamten Umsatzes \u00fcber die Lieferdienste.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Um im dichten Angebot der Apps \u00fcberhaupt wahrgenommen zu werden, buchen viele Betriebe verst\u00e4rkt teure Werbedienstleistungen direkt bei den Plattformen. Daf\u00fcr ziehen sie Werbebudgets von anderen Kan\u00e4len wie Suchmaschinen oder sozialen Medien ab. Die Folge: Die Lokale verlieren anderweitige Sichtbarkeit, b\u00fc\u00dfen alternative Vertriebswege ein und geraten in eine noch st\u00e4rkere Abh\u00e4ngigkeit von den Plattformen.<\/p>\n<p> Jetzt Newsletter abonnieren.Melde dich jetzt f\u00fcr die kostenlosen &#8222;Heute&#8220;-Newsletter an und erhalte immer alle topaktuellen News direkt in deinen Posteingang.<a href=\"https:\/\/www.heute.at\/newsletter\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jetzt anmelden<\/a>Ung\u00fcnstige Konditionen und Ausbeutungsmissbrauch<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Besonders heftig: Die BWB identifizierte ung\u00fcnstige Konditionen und Intransparenz, die rechtlich einen Ausbeutungsmissbrauch darstellen k\u00f6nnen. Aus der Befragung ging hervor, dass Plattformen Vertr\u00e4ge einseitig \u00e4nderten und f\u00fcr Restaurants keinerlei Verhandlungsm\u00f6glichkeiten bestanden.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Ein befragter Gastronom brachte die Ohnmacht der Betriebe auf den Punkt: &#8222;Lieferando und Foodora sind die st\u00e4rksten und irgendwie sind wir gezwungen, mit denen zu arbeiten.&#8220; Er f\u00fchle sich als Arbeiter statt als Partner.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Zudem stehen fragw\u00fcrdige Vertragsklauseln im Fokus. So sehen die AGB einer Plattform Strafzahlungen und Stornogeb\u00fchren von bis zu 10,00 Euro vor \u2013 etwa bei l\u00e4ngeren Zubereitungszeiten als angegeben oder f\u00fcr nicht angenommene Bestellungen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">W\u00e4hrend Wirte diese hohen Strafen scharf kritisieren, rechtfertigte die betroffene Plattform die Geb\u00fchren damit, dass dadurch negative Kundenerfahrungen beispielsweise aufgrund von Stornierungen vermieden werden sollen.<\/p>\n<p>Miese Erreichbarkeit der Plattformen<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Rund ein Drittel der befragten Betriebe zeigte sich zudem unzufrieden mit der mangelnden Erreichbarkeit und schlechten Kommunikation der Plattformen. Eine Plattform erkl\u00e4rte dies mit gesch\u00e4ftstypischen Auslastungsspitzen und versicherte, das Problem l\u00f6sen zu wollen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Die BWB stellt klar, dass eine fehlende direkte und effiziente Kontaktaufnahme den Anforderungen des europ\u00e4ischen Digital Services Act (DSA) widersprechen kann. Betroffene Gastronomiebetriebe k\u00f6nnen sich mit Beschwerden direkt an die zust\u00e4ndige Medienbeh\u00f6rde KommAustria (\u00fcber die Website beschwerde.rtr.at) wenden.<\/p>\n<p>Exklusivit\u00e4ts-Deals und Bestpreis-Klauseln<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Weiters deckte die Beh\u00f6rde problematische Wettbewerbspraktiken auf. So durften Restaurants in einigen F\u00e4llen nicht auf konkurrierenden Plattformen aktiv sein. Vor allem bekannte und absatzstarke Lokale erhielten im Gegenzug f\u00fcr solche Exklusivit\u00e4tsvereinbarungen bessere Konditionen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Zudem gebe es Hinweise, dass die Teilnahme an profitablen Rabattaktionen daran gekn\u00fcpft war, das Angebot bei Konkurrenten w\u00e4hrenddessen zu pausieren. Auff\u00e4llig: Zeitgleich mit dem Markteintritt von Wolt in Wien seien die Rabattaktionen bei Foodora sprunghaft angestiegen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Zus\u00e4tzlich tauchten in Vertr\u00e4gen einer Plattform sogenannte enge Bestpreisklauseln auf, die es Lokalen untersagen, ihre Speisen auf der eigenen Website billiger anzubieten \u2013 eine Klausel, deren wirtschaftliche Notwendigkeit die BWB ausdr\u00fccklich hinterfragt.<\/p>\n<p>BWB bittet um weitere R\u00fcckmeldungen<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Ob die nun laufenden Ermittlungen zu einem Gerichtsverfahren oder zu einer Einstellung f\u00fchren, ist offen. F\u00fcr alle genannten bzw. betroffenen Plattformen gilt die Unschuldsvermutung. Anregungen und konkrete Beschwerden k\u00f6nnen Betroffene direkt per E-Mail oder \u00fcber das Whistleblowingsystem der BWB einbringen.<\/p>\n<p> {title &amp;&amp; {title} } tmw, {title &amp;&amp; {title} } 31.08.2026, 22:46<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bundeswettbewerbsbeh\u00f6rde (BWB) nimmt die Lieferbranche ins Visier. 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