{"id":380925,"date":"2026-09-07T16:23:11","date_gmt":"2026-09-07T16:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/380925\/"},"modified":"2026-09-07T16:23:11","modified_gmt":"2026-09-07T16:23:11","slug":"die-geschichtliche-und-spirituelle-entwicklung-des-heiligtums-von-genazzano","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/380925\/","title":{"rendered":"Die geschichtliche und spirituelle Entwicklung des Heiligtums von Genazzano"},"content":{"rendered":"<p>Die Beziehung zwischen der Gl\u00e4ubigen und dem Marienheiligtum der Mutter des guten Rates in Genazzano reicht weit in die Vergangenheit zur\u00fcck. Anl\u00e4sslich eines Besuchs am 10. Mai 2025 trug sich Papst Leo XIV. in das G\u00e4stebuch des Klosters ein und verdeutlichte damit die Kontinuit\u00e4t einer Tradition, die das religi\u00f6se Leben der Region Latium seit dem Sp\u00e4tmittelalter pr\u00e4gt. Ein Beitrag von Pater Rocco Ronzani OSA, Augustiner und Pr\u00e4fekt des Apostolischen Archivs des Vatikans.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-08\/papst-leo-xiv-gottesdienst-heiligtum-mutter-guten-rat-genazzano.html\" title=\"Papst: Gottesdienst am 7. September in Genazzano\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/05\/10\/19\/1746899254015.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Papst: Gottesdienst am 7. September in Genazzano\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Am 7. September 2026 reist Papst Leo XIV. in die rund 40 Kilometer von Rom gelegene Gemeinde Genazzano. In dem dortigen marianischen Heiligtum der Mutter vom guten Rat (Santuario &#8230;\n     <\/p>\n<p>Pater Rocco Ronzani OSA &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Bei seinem ersten Verlassen des Vatikans nach der Wahl erreichte Leo XIV. am 10. Mai 2025 die Kleinstadt Genazzano. Der Papst besuchte das dortige, den Augustinern anvertraute Heiligtum der Mutter des guten Rates, das am 25. April 1467 nach dem Erscheinen eines Marienbildes entstand. W\u00e4hrend des Besuchs schrieb Leo XIV. in das Buch der Pilger: \u201eSchon in den ersten Tagen des Pontifikats sp\u00fcrte ich die Pflicht und den Wunsch, mich Genazzano und dem Heiligtum der Mutter des guten Rates zu n\u00e4hern, die mich w\u00e4hrend meines gesamten Lebens mit ihrer m\u00fctterlichen Gegenwart, ihrer Weisheit und dem Beispiel ihrer Liebe zum Sohn begleitet hat, der das Zentrum meines Glaubens bildet. Weg, Wahrheit und Leben. Danke, Mutter, f\u00fcr deine Hilfe. Begleite mich in dieser neuen Mission.\u201c<\/p>\n<p>Robert Francis Prevost besuchte das Heiligtum seit seinen Studienjahren in Rom Anfang der 1980er-Jahre und sp\u00e4ter regelm\u00e4\u00dfig als Generalprior. Vor seiner Wahl zelebrierte er dort am 25. April 2024 anl\u00e4sslich des Festes der Mutter des guten Rates. Diese Verbindung besitzt historische Wurzeln. Die Mutter des guten Rates erf\u00e4hrt im angels\u00e4chsischen Augustinerorden hohe Verehrung. Die ordenseigene Provinz Chicago tr\u00e4gt ihren Namen, und im Konvent von Genazzano traten im 19. Jahrhundert die ersten in den USA geborenen Augustinernovizen in das Ordensleben ein. Von Genazzano aus brachen zahlreiche Missionare zur Begleitung italienischer Auswanderer nach \u00dcbersee sowie der erste Augustinermissionar nach Australien auf.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/settembre\/07\/papa-genazzano-giovanni-xxiii.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Johannes XXIII. in Genazzano\" title=\"Johannes XXIII. in Genazzano\"\/><\/p>\n<p>\n   Johannes XXIII. in Genazzano\n  <\/p>\n<p>Bereits 1227 <\/p>\n<p>Die alte Kirche Santa Maria von Genazzano bestand bereits 1277, w\u00e4hrend die Anwesenheit der Augustiner-Eremiten seit 1283 dokumentiert ist. Im Jahr 1356 nahmen die Augustiner die Schenkung der Kirche durch die Adelsfamilie Colonna an, um eine religi\u00f6se Erneuerung der Bev\u00f6lkerung im Geiste der Bettelorden zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Als Oddone Colonna aus Genazzano 1417 unter dem Namen Martin V. zum Papst gew\u00e4hlt wurde, begann f\u00fcr den Ort und die dortigen Augustiner eine Phase des Aufschwungs. Der Bischof von Rom formte die mittelalterliche Festung Genazzano zu einer Anlage der italienischen Sp\u00e4tgotik um. Martin V. unterst\u00fctzte die Augustiner im Jahr 1427 mit einem datierten Messbuch und \u00fcbersandte der Marienkirche 1431 eine mit einem Saphir versehene Goldene Rose. Papst Leo XIV. erneuerte diese Gabe. Im Zuge der Erneuerung unter Martin V. beschlossen die Br\u00fcder den Neubau von Kirche und Konvent.<\/p>\n<p>Eine Rolle bei der Rekonstruktion der Kirche kam Petruccia zu, einer Witwe und Augustiner-Tertiarierin, die als Selige verehrt wird. Die \u00e4lteste Quelle zu Petruccia und dem Ereignis vom 25. April 1467 bildet das 1481 in Rom ver\u00f6ffentlichte Werk Defensorium ordinis fratrum heremitarum sancti Augustini von Ambrogio Massari da Cori, dem Generalprior der Augustiner unter den Pontifikaten Pauls II. und Sixtus&#8216; IV.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/settembre\/07\/papa-genazzano-prevost.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Benedikt XVI. in Genazzano\" title=\"Benedikt XVI. in Genazzano\"\/><\/p>\n<p>\n   Benedikt XVI. in Genazzano\n  <\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es: \u201eDie selige Petruccia von Genazzano verkaufte all ihr Hab und Gut, um die Kirche und unser Kloster wiederaufzubauen, womit sie dem Rat Christi folgte (\u2026). Da sie das Werk mit ihren Mitteln nicht vollenden konnte, wurde sie verspottet. Sie antwortete jedoch: \u201aSorgt euch nicht, meine Kinder, denn bevor ich sterbe \u2013 da ich bereits vorangeschrittenen Alters bin \u2013, werden die selige Jungfrau und der heilige Augustinus selbst diese Kirche vollenden.\u2018 Und die Erf\u00fcllung dieser Weissagung war mirakul\u00f6s. Ein Jahr nach dieser Aussage erschien das Bild der seligen Jungfrau an einer Wand der Kirche. Menschen aus ganz Italien reisten an, um es zu sehen (\u2026). Es geschahen Wunder und es gingen Almosen ein, sodass noch zu Lebzeiten Petruccias nicht nur der Bau der Kirche vollendet, sondern auch ein Kloster errichtet werden konnte.\u201c Heute ruhen die Gebeine Petruccias in der Gegenfassade der Basilika, und \u00fcber die Ereignisse von 1467 existiert eine Zusammenfassung aus dem 18. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Zahlreiche Pilger und P\u00e4pste zu Besuch <\/p>\n<p>In seiner Geschichte z\u00e4hlte das Heiligtum von Genazzano zahlreiche Pilger sowie P\u00e4pste zu seinen Besuchern. Im Jahr 1630 reiste Urban VIII. anl\u00e4sslich der Epidemie dorthin. Der junge Prinz Giovanni, Sohn von Filippo I. Colonna, hielt eine lateinische Rede und erkl\u00e4rte gegen\u00fcber dem Papst, dass die Jungfrau Maria Genazzano gew\u00e4hlt habe, damit Latium nicht ohne sein Loreto bleibe. Analog zum Heiligen Haus von Loreto besagt die \u00dcberlieferung, dass das Bildnis von Genazzano vor dem ottomanischen Vormarsch auf dem Balkan von Engeln aus der albanischen Stadt Shkodra an die K\u00fcste Latiums \u00fcberfragen wurde. Diese Tradition verfestigte sich im 18. Jahrhundert mit der Ausbildung der italo-albanischen Identit\u00e4t. Die Mutter des guten Rates gilt bis heute als Patronin des katholischen Albanien.<\/p>\n<p>Die P\u00e4pste statteten das Heiligtum mit Privilegien aus. Benedikt XIV. gr\u00fcndete die Piam Unio der Mutter des guten Rates und trug sich als erster Miteinzahlender ein. Pius IX. besuchte die St\u00e4tte am 15. August 1864 im Hinblick auf das sp\u00e4tere Ersten Vatikanischen Konzil, veranlasste den Bau einer Zufahrtsstra\u00dfe, restaurierte das Heiligtum und ordnete an, dass die R\u00f6mische Kurie ihre j\u00e4hrlichen Exerzitien in der Cappella Paolina vor dem Bildnis der Mutter des guten Rates abhalte. Leo XIII. nahm die Anrufung Mater boni consilii in die Lauretanische Litanei auf, erhob das Heiligtum zur Basilica minor und bedachte es mit weiteren Gesten. Zudem besuchten Johannes XXIII. am 25. August 1959 vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil sowie Johannes Paul II. am 22. April 1993 vor seiner Reise nach Albanien die Basilika. Benedikt XVI. pflegte ebenfalls eine Bindung an die Mutter des guten Rates, deren Verehrung in Bayern und im deutschsprachigen Raum verbreitet ist, und feierte dort bereits als Kardinal die Messe.<\/p>\n<p>Zu den Pers\u00f6nlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind, z\u00e4hlen Alfonso de\u2019 Liguori, Paul vom Kreuz, Benedikt Joseph Labre, Johannes Bosco, Luigi Orione, Mutter Teresa von Kalkutta und der vietnamesische Kardinal Fran\u00e7ois-Xavier Nguy\u1ec5n V\u0103n Thu\u1eadn, deren Portr\u00e4ts im Museum des Heiligtums aufbewahrt werden.<\/p>\n<p>Zudem brachte das Heiligtum Ordensangeh\u00f6rige wie den Augustiner Stefano Bellesini (1774\u20131840) hervor. Er wirkte in den Zeiten der Umbr\u00fcche und der napoleonischen Aufhebung der Orden in der Erziehung. Bellesini lebte sp\u00e4ter in Genazzano als Novizenmeister und Pfarrer und wurde 1903 von Pius X. seliggesprochen.<\/p>\n<p>Die Tradition der Wallfahrt setzt sich fort, und der Name Leos XIV. wurde in die Reihe der Pilger aufgenommen sowie als Fresko in der Kapelle der Mutter des guten Rates verewigt.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Beziehung zwischen der Gl\u00e4ubigen und dem Marienheiligtum der Mutter des guten Rates in Genazzano reicht weit in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":380926,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[69713,94920,26581,16495,94921,40,41,39,94922,78801,66,65,64],"class_list":["post-380925","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-augustinerorden","tag-genazzano","tag-kirchengeschichte","tag-leo-xiv","tag-mutter-des-guten-rates","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-vatikanisches-apostolisches-archiv","tag-wallfahrtsort","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117230685600963718","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=380925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380925\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/380926"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=380925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=380925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=380925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}