{"id":381641,"date":"2026-09-08T01:01:10","date_gmt":"2026-09-08T01:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/381641\/"},"modified":"2026-09-08T01:01:10","modified_gmt":"2026-09-08T01:01:10","slug":"besonderheit-der-flugbahn-warum-starten-die-deutschen-raketen-in-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/381641\/","title":{"rendered":"Besonderheit der Flugbahn: Warum starten die deutschen Raketen in Norwegen?"},"content":{"rendered":"<p>Besonderheit der FlugbahnWarum starten die deutschen Raketen in Norwegen?07.09.2026, 16:51 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Kai-Stoppel-article15768641.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/1788829270_176_image.webp\" alt=\"image\"\/>Von Kai Stoppel<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(04:54 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/epi_1004093602_DPA BF_250330-99-382721_p678 vb k+ Testflug.webp\" alt=\"epi_1004093602_DPA BF_250330-99-382721_p678 vb k+ Testflug\"\/>Start im eisigen Norden: F\u00fcr spezielle Flugbahnen ist der Weltraumbahnhof in Norwegen gut geeignet &#8211; aber nicht f\u00fcr alle. (Foto: Uncredited\/Isar Aerospace, Photo)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Von Norwegen aus schickt das bayerische Unternehmen Isar Aerospace erstmals eine Tr\u00e4gerrakete erfolgreich ins All. Viele der gro\u00dfen Weltraumbahnh\u00f6fe liegen in \u00c4quatorn\u00e4he, was einige Vorteile mit sich bringt. Warum startet die deutsche Rakete ausgerechnet im eisigen Norden?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es ist ein Meilenstein f\u00fcr die deutsche Raumfahrt: Von Norwegen aus startet das bayerische Unternehmen Isar Aerospace erstmals erfolgreich die Tr\u00e4gerrakete &#8222;Spectrum&#8220;, die f\u00fcnf kleine Satelliten aussetzt. Aber Moment mal, wieso eigentlich von Norwegen aus? Bekannte Raketenstartpl\u00e4tze wie Cape Canaveral in Florida oder der europ\u00e4ische Weltraumbahnhof Kourou in Franz\u00f6sisch-Guayana liegen in s\u00fcdlichen Gefilden. Und das hat auch einen triftigen Grund.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am \u00c4quator drehen sich Objekte auf der Erdoberfl\u00e4che am schnellsten, rund 460 Meter pro Sekunde. Raketen, die in \u00c4quatorn\u00e4he in Richtung Osten gestartet werden, k\u00f6nnen diese Geschwindigkeit nutzen und dadurch Treibstoff sparen. Das gilt aber nur, wenn die geplante Umlaufbahn eines Satelliten in etwa dieselbe Richtung zeigt. Bei Starts von Isar Aerospace in Norwegen ist genau das jedoch nicht der Fall.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Denn das Unternehmen plant von And\u00f8ya aus Starts in vergleichsweise niedrige polare Umlaufbahnen. Dabei fliegt ein Satellit \u00fcber die Pole um die Erde  &#8211; also nicht von West nach Ost, sondern von Nord nach S\u00fcd. Und bei so einer Bahn kann die kostenlose Beschleunigung durch die Erdrotation gar nicht genutzt werden, im Gegenteil: Die Beschleunigung der Erde muss f\u00fcr eine polare Umlaufbahn sogar ausgeglichen werden. In And\u00f8ya ist die Rotationsgeschwindigkeit der Erdoberfl\u00e4che jedoch deutlich geringer als am \u00c4quator.<\/p>\n<p>Immer zur \u00e4hnlichen Sonnenzeit \u00fcber der Erde<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zu den polaren Orbits z\u00e4hlen auch sonnensynchrone Umlaufbahnen: Bei diesen dreht sich die Bahn des Satelliten jeden Tag um etwa ein Grad und folgt damit der scheinbaren j\u00e4hrlichen Bewegung der Sonne. Das hat zur Folge, dass der Satellit einen Ort auf der Erde immer ungef\u00e4hr zur gleichen lokalen Sonnenzeit \u00fcberfliegt \u2013 ideal etwa f\u00fcr Erdbeobachtungs-, Kartierungs-, Klima- und Aufkl\u00e4rungssatelliten, weil Licht und Schatten zwischen den Aufnahmen vergleichbar bleiben. Und genau solche Satelliten will Isar Aerospace von Norwegen aus starten, wie etwa <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/isaraerospace.com\/press\/norwegian-space-agency-and-isar-aerospace-sign-contract-for-satellite-launch-from-and%C3%B8ya-spaceport\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zwei norwegisch-europ\u00e4ische Satelliten zur \u00dcberwachung des arktischen Meeres<\/a>.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Startplatz in Norwegen hat noch einen weiteren Vorteil: Er befindet sich direkt am offenen Ozean, was aus Sicherheitsgr\u00fcnden wichtig ist. F\u00fcr einen Raketenstart braucht man nicht nur die richtige geografische Breite, sondern vor allem eine sichere Flugschneise. Raketenstufen k\u00f6nnen zur\u00fcckfallen, eine Rakete kann explodieren oder &#8211; wie beim ersten &#8222;Spectrum&#8220;-Testflug 2025 &#8211; nach einem Problem ins Meer st\u00fcrzen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Doch es gibt auch Nachteile in Norwegen: F\u00fcr einen Satelliten, der beispielsweise nahe am \u00c4quator kreisen oder sp\u00e4ter in eine hohe, geostation\u00e4re Bahn gelangen soll, ist der Standort ung\u00fcnstig. &#8222;Spectrum&#8220; kann von dort nicht ann\u00e4hernd dieselbe Bandbreite von Bahnneigungen bedienen wie von Startpl\u00e4tzen in der N\u00e4he des \u00c4quators. <\/p>\n<p>Startplatz auch in Kanada geplant<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch das arktische Wetter ist ein Risiko: Im M\u00e4rz 2025 musste ein Start der &#8222;Spectrum&#8220; wegen starker Winde verschoben werden. Und auch das vermeintlich leere Meer ist nicht immer leer. Am 25. M\u00e4rz 2026 drang ein nicht autorisiertes Boot in das Sperrgebiet ein. Der Countdown musste angehalten werden und das Startfenster ging verloren. Zudem ist die Kapazit\u00e4t in And\u00f8ya begrenzt. Die norwegische Luftfahrtbeh\u00f6rde erlaubt im vollst\u00e4ndig ausgebauten Zustand derzeit bis zu 30 Starts pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Isar Aerospace will k\u00fcnftig auch andere Startpl\u00e4tze nutzen. Ab Anfang 2028 sollen die &#8222;Spectrum&#8220;-Raketen auch von einer geplanten zweiten Startbasis in Kanada abheben. Im Gespr\u00e4ch sind nach Angaben von Isar Aerospace-Missionschef Alexandre Dalloneau auch Starts vom Weltraumbahnhof Kourou in Franz\u00f6sisch-Guayana.\u00a0Laut Isar-Aerospace-Gr\u00fcnder und -Chef Daniel Metzler\u00a0spreche man derzeit mit mehr als zwei Dutzend L\u00e4ndern, die Interesse an der Entwicklung eigener Startm\u00f6glichkeiten h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Geplant ist laut Unternehmen die Produktion von 40 &#8222;Spectrum&#8220;-Raketen im Jahr. Bisher hinkt Europa bei Raketenstarts deutlich hinterher: Die gro\u00dfe Mehrheit der europ\u00e4ischen Satelliten wurde von SpaceX ins All bef\u00f6rdert. Nach Angaben von Isar Aerospace starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, Europa lediglich acht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, mit AFP\/rts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Besonderheit der FlugbahnWarum starten die deutschen Raketen in Norwegen?07.09.2026, 16:51 Uhr Von Kai Stoppel Artikel anh\u00f6ren(04:54 min) Start&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":381642,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[1001,75,94449,40,41,301,11396,39,9247,66,65,64],"class_list":["post-381641","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-bildung","tag-europa","tag-isar-aerospace","tag-nachrichten","tag-news","tag-norwegen","tag-raumfahrt","tag-schlagzeilen","tag-spacex","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381641\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/381642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}