{"id":382737,"date":"2026-09-08T13:46:10","date_gmt":"2026-09-08T13:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/382737\/"},"modified":"2026-09-08T13:46:10","modified_gmt":"2026-09-08T13:46:10","slug":"musk-doku-von-alex-gibney-kritik-zur-venedig-premiere-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/382737\/","title":{"rendered":"Musk-Doku von Alex Gibney: Kritik zur Venedig-Premiere \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Vier Stunden in der Gesellschaft von Elon <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/elon-musk\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Musk<\/a> verbringen zu m\u00fcssen: Das w\u00fcrden viele wohl als Zumutung empfinden. Der Hype um \u201eMusk\u201c \u2013 Alex Gibneys 224-min\u00fctigen Dokumentarfilm \u00fcber den Multimilliard\u00e4r, der am Dienstag am Lido Premiere feierte \u2013 spricht jedoch f\u00fcr sich. Musk ist eine Schl\u00fcsselgestalt unserer Gegenwart, ob man will oder nicht. Sein Ruf hat viele Ursachen. Musk ist Gr\u00fcnder von Marken, die f\u00fcr Fortschritt stehen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/tesla\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tesla<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/spacex\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SpaceX<\/a>, Starlink oder Grok. Er gilt als reichster Mann der Welt und ist ein Meinungsk\u00e4mpfer im Krieg gegen Wokeness, zudem der Besitzer der Social-Media-Plattform X und ein Unterst\u00fctzer f\u00fcr rechtsextreme, ausl\u00e4nderfeindliche Parteien \u00fcberall in der Welt. W\u00e4hrend manche Musk verehren, ist er f\u00fcr andere gleichbedeutend mit allem, was gerade in der Welt schiefl\u00e4uft.\u00a0<\/p>\n<p>Wem der Name Alex Gibney etwas sagt, kann sich bereits denken, dass sein \u201eMusk\u201c keines dieser bei <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/netflix\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Netflix<\/a> so popul\u00e4ren Promi-Portr\u00e4ts sein wird, die in enger Zusammenarbeit mit ihrem Subjekt entstehen und dementsprechend schmeichelhaft ausfallen. Mit einem gewissen Stolz setzt der amerikanische Dokufilmer von Werken wie \u201eWe Steal Secrets: The Story of WikiLeaks\u201c (2013) an den Beginn seines neuen Werks die verfehlte Kontaktaufnahme zwischen ihm und Musk auf X. \u201eGibney is a douche\u201c (\u201eGibney ist ein Vollidiot\u201c): So schrieb Elon, als er gelesen hatte, dass dieser einen Dokfilm \u00fcber ihn machen will. \u201eDouch\u00e9\u201c, antwortet Gibney stilvoll.<\/p>\n<p>\u201eMusk\u201c ist mithin ohne direkte Zusammenarbeit mit dem Mann im Zentrum entstanden. Stattdessen holt Gibney zahlreiche Menschen aus dessen Umfeld vor die Kamera \u2013 darunter M\u00e4nner, die mit ihm Gesch\u00e4fte gemacht und Frauen, die ihm Kinder geboren haben. Journalisten aus der Tech-Welt, wie Podcasterin Kara Swisher und \u201eEnshittification\u201c-Autor Cory Doctorow, kommen dazu. Mit Ausnahme von Elons Vater Errol Musk \u2013 dem es offenbar egal ist, wer ihn interviewt, Hauptsache, er kommt auch mal zu Wort \u2013 \u00e4u\u00dfern sich alle kritisch, wenn nicht gar abwertend.<\/p>\n<p>Als Ersatz f\u00fcr ein direktes Gespr\u00e4ch mit Musk greift Gibney zu einem raffiniert klingenden Trick: Er l\u00e4sst eine Computerspielfigur mit Musks Antlitz generieren und legt ihm dessen Zitate in den Mund. Die Wirkung dieses Avatars verblasst allerdings augenblicklich angesichts der Archivaufnahmen, die Gibney rastlos aneinander schneidet. Aus ihnen wird deutlich, dass der reale Musk viel bizarrer wirkt als jede Nachbildung es tun k\u00f6nnte. Sei es, wenn er kleinkindhaft den Start seiner Raketen bejubelt, vor Publikum triumphierend-ungelenk die Arme in die H\u00f6he reckt \u2013 oder gar neben Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a> in die Luft springt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Dokumentarfilm als Ganzes gilt: Er bekommt seinen Protagonisten nicht in den Griff, was auch immer er versucht. So schreitet Gibney in den vier Stunden brav die Karriere des selbst ernannten Chefingenieurs ab, von den fr\u00fchen Anf\u00e4ngen als Gr\u00fcnder von Firmen wie dem Zahlungsanbieter X.com \u00fcber den Einstieg ins Raumfahrt-Business mit SpaceX und den Erfolg als \u201eDisruptor\u201c der Autoindustrie mit Tesla. Ein einzelnes Kapitel ist seinen Frauen gewidmet \u2013 und dem groteske Ausma\u00dfe annehmenden Streben, sich mit bislang gesichert 14 Nachkommen zu verewigen. Die \u00dcbernahme von Twitter und seine Kampfansage an den \u201eWoke Mind Virus\u201c kommen vor, genauso die Kontroversen um den Einsatz von Starlink in der Ukraine \u2013 und das Doge-Projekt, Musks kurz w\u00e4hrender Einsatz in Trumps zweiter Administration.<\/p>\n<p>Immer wieder setzt Gibney an, Musk als Schaumschl\u00e4ger zu entlarven. In der Tat haben sich fast keine der k\u00fchnen Prophezeiungen, die Musk f\u00fcr seine Firmen von sich gab, bislang erf\u00fcllt. SpaceX fliegt nicht zum Mars, Teslas fahren nicht komplett autonom und Doge, die Initiative zur Effizienzsteigerung der Regierung, hat den amerikanischen Staat im Endeffekt wohl mehr Geld gekostet als durch Musks K\u00fcrzungen eingespart wurde. Macht ihn das zum \u201eBetr\u00fcger\u201c?<\/p>\n<p>\u00dcberraschende Einsichten bietet \u201eMusk\u201c leider nicht. Gibney pr\u00e4sentiert durchweg bereits bekanntes Material. Dass Musk Tesla Motors nicht selbst gegr\u00fcndet hat, sondern lediglich als fr\u00fcher Investor dazukam, l\u00e4sst sich auf Wikipedia nachlesen, wie auch die \u00fcbrigen Kritikpunkte \u2013 Tesla und SpaceX erhielten viele Subventionen vom Staat \u2013, die Gibney anf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Musks politische Rolle kommt dagegen viel zu kurz. Ist er ein Gef\u00e4hrder? Nicht nur f\u00fcr die Demokratie in den USA, wo er viel Geld ausgibt, um politisch seinen Willen durchzusetzen \u2013 sondern wom\u00f6glich auch f\u00fcr ein Land wie Deutschland, wo er im Januar 2025 ausgerechnet im sachsen-anhaltischen Halle f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/afd\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" anti-musk-doku=\"\" geht=\"\" nach=\"\" hinten=\"\" los=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">AfD<\/a> auftrat? Darauf versucht Gibneys Film erst gar keine Antwort zu geben. Lieber schneidet er schnell zum n\u00e4chsten Interview-Clip \u2013 oder verliert sich im Spiel mit Computersimulationen.<\/p>\n<p>Statt einer kritischen Demontage erzeugt \u201eMusk\u201c zum Schluss fast den gegenteiligen Effekt: Nach vier Stunden ist man von der Gr\u00f6\u00dfe und Wichtigkeit, sei es auch im Negativen, der Person Musk \u00fcberzeugter denn je.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vier Stunden in der Gesellschaft von Elon Musk verbringen zu m\u00fcssen: Das w\u00fcrden viele wohl als Zumutung empfinden.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":382738,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[27],"tags":[46,42,175,147,44,176,148],"class_list":["post-382737","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-prominente","tag-at","tag-austria","tag-celebrities","tag-entertainment","tag-oesterreich","tag-prominente","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117235730796865650","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=382737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382737\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=382737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=382737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=382737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}